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Veröffentlicht am 29.09.2026
Transkription
Diese Transkription enthält vermutlich ein paar Fehler, hilft aber bei der Suche. Wer das hier liest schläft auch ein!
Moin, ich bin Tobi und ihr hört den Haltungsblock im Einschlafen-Podcast.
Ich habe hier in der letzten Episode vom Thema Demokratie gesprochen,
an der ich was auszusetzen hatte,
mich aber trotzdem nicht mit den Demokratiefeinden gemeintun wollte.
Und da gab es ganz interessante Reaktionen drauf. Vielen Dank dafür.
Wenn ihr auch reagieren wollt, kommt in den Discord.
Mik.fm schrägstrich d-i-s-c-o-r-d und da können wir diskutieren.
Zum Thema Demokratie haben da gar nicht so viele, aber ich habe auch in meinem
privaten Umfeld viel darüber gesprochen und das fand ich eigentlich ganz interessant und
es gab dann noch eine Sendung vom SWR, die ich euch dringend ans Herz legen will und zwar ist das,
die Episode Das Volk, wer ist das eigentlich von SWR das Wissen vom 30.08.2026.
Die kam irgendwie, dann habe ich kurz danach gehört, kam wahrscheinlich schon
vorher raus, weiß gar nicht, wann war das, egal.
Und die fand ich ganz aufschlussreich und hat mir einen Punkt gegeben,
weshalb ich das Thema Demokratie jetzt nochmal aufgreife.
Denn in Demokratie kommt ja das Wort Demos vor.
Und in dieser Episode von SWR Wissen ging es um das Volk, wer ist das eigentlich,
also was ist eigentlich das Volk?
Es gibt ja dieses Wir sind das Volk rufen auf verschiedenen Demonstrationen,
erstens Ende der 80er in der ehemaligen DDR,
was dann zum Zusammenbruch der derselbigen führte, zur Annexion der ostdeutschen
Bundesländer, wenn man das so sagen möchte, denn letztendlich war es das ja.
Genau, aber dadurch wurde das SED-Regime in der DDR beendet und dann,
wie viele Jahre später, 10, 20, weiß ich nicht mehr, wann haben die angefangen
mit Pegida, ist ja auch egal, da hieß dann, wir sind das Volk auf einmal was ganz anderes.
Beziehungsweise auf beiden Demonstrationen wurde es gerufen im Sinne von wir
haben die Entscheidungsgewalt,
gemeint wurden aber unterschiedliche Dinge denn das Wort Volk wird in der Wissenschaft,
mit den Begriffen Demos und Etnos total unterschiedlich gedeutet ich glaube
das ist griechisch Demos ist das Volk im Sinne von,
wir haben uns entschieden zusammen Demos demokratisch ein Volk zu sein und wir
wollen gerne gemeinsam Dinge entscheiden.
Wir wollen an der Macht sein. Wir wollen nicht unterdrückt und unfrei sein,
sondern wir wollen frei und selbstbestimmt sein als Volk.
Wohingegen Ethnos dieses Abstammungsvolk ist, das irgendwie eine geschlossene Kultur ist, ein, ja.
Durch Blut und Boden sozusagen ein Volk bestimmt.
Und das fand ich eine sehr interessante Unterscheidung. Und die ganze Sendung
fand ich total interessant. Denn was Ethnos angeht, ist Deutschland ja ein Vielvölkerstaat.
Beziehungsweise ob man heute überhaupt noch von solchen Völkern sprechen mag,
solchen Ethnieren, wie sie in der Wissenschaft da vielleicht noch genannt werden,
weiß ich jetzt auch nicht.
Ich habe ja auch eine Migrationsgeschichte, wenn man so möchte.
Mein Vater kommt aus einem Gebiet, wo jetzt Polen ist, ob das damals Deutschland
war oder nicht, sei mal dahingestellt, keine Ahnung, im Riesengebirge.
Und die Mutter meiner Mutter zumindest kommt aus Königsberg.
Und ja, beide sind, also,
meine Großmutter natürlich irgendwie schon früher, aber mein Vater ist am brennenden
Dresden vorbei in den Westen geflohen und meine Mutter hat halt auch eine Migrationsgeschichte.
Ich glaube nicht selber, aber halt meine Großmutter.
Und was für eine Ethnie bin ich denn jetzt? Was habe ich denn für eine Kultur?
Ich nehme mich selbst als Norddeutschen wahr. Ihr hört das vielleicht auch an
meiner Sprache, an den Begriffen, die ich benutze.
Ich bin hier aufgewachsen. Ich bin hier auch nie weggekommen.
Ich bin südlich von Hamburg aufgewachsen. Ich bin in Hamburg geboren,
südlich von Hamburg aufgewachsen. Ich habe schon elf Jahre in Hamburg gewohnt
und wohne jetzt wieder südlich von Hamburg. Ich bin hier nie weggekommen.
Das ist auch mein Zuhause. Eigentlich ist Hamburg mein Zuhause.
Und ich fühle mich als Norddeutscher und ich führe mich den Dänen, den Polen und den.
Das ist nicht mein Volk, also nicht meine Ethnie. Die sprechen komisch,
die ziehen sich merkwürdig an, die haben komische Riten.
Also ich war ja letztens da bei der Firmung von meinem Neffen und das ist schon
irgendwie alles sehr merkwürdig. Mein Bruder fühlt sich da total wohl und nennt
das Heimat mittlerweile.
Für mich ist es das halt nicht. Ist mir ganz fremd, also angenehm fremd.
Ich mag ja fremde Kulturen besuchen, aber trotzdem gehören wir zu einem Demos.
Wir sind ein Volk im Sinne von einer Demokratie, weil wir uns dazu entschieden haben.
Das gilt allerdings auch für ganz Europa. Es ist auch eine Demokratie.
Wir wählen gemeinsam ein europäisches Parlament und geben diesem europäischen
Parlament Entscheidungsgewalt.
Nicht so viel wie den Bundesstaaten oder den Ländern oder auch den Kommunen, aber immerhin.
So, und da finde ich die Unterscheidung schon sehr wichtig. Und das führt dann
auch wieder zu einer klareren Definition. Also Demokratie ist halt schwer zu
definieren. Was ist eigentlich Demokratie?
Aber es hilft zumindest, Demokratie ein bisschen besser zu verstehen.
Denn viele Menschen glauben, Demokratie ist, wenn ich alle vier Jahre den Bundestag wählen kann.
Oder Demokratie ist, wenn gemacht wird, was die Mehrheit will.
Beides reicht aber nicht aus, denn nur alle vier Jahre zu wählen,
das kann man in Russland auch, trotzdem ist das ja keine Demokratie,
nur weil man wählen kann, denn Opposition ist nicht zugelassen.
Freie Information ist nicht gewährleistet und Bildung ist auch irgendwie relativ
klar geregelt, wie das irgendwie läuft.
Das gehört aber zu einer Demokratie dazu.
Wahl treffen zu dürfen, aber nicht informiert zu sein und sich nicht informieren
zu können und nicht die wählen zu können, die man gerne wählen möchte oder sich
gar nicht aufstellen lassen zu können, wenn man dann kandidieren möchte, falls man irgendwie die,
angeblich falsche Meinung hat. Das ist halt nicht Demokratie.
Deswegen ist freie Meinungsbildung, freie Informationsmöglichkeit,
ein ganz essentieller Bestandteil von Demokratie, genauso wie eine freie Bildung,
wo wirklich Geschichte so gelehrt wird, wie sie passiert ist und nicht so,
wie man sie gerne darstellen möchte.
Und einfach irgendwie die ganze Geschichte vom Naziregime in Deutschland auszublenden,
so wie Sachsen-Anhalt, das unter einer AfD-Regierung vorhätte,
mehr Bismarck, weniger Hitler, ist nicht demokratisch.
Das ist halt, beschädigt die Demokratie.
Und das meine ich immer, wenn ich sage, die Demokratiefeinde in Deutschland,
die zwar demokratisch gewählt werden, ja, die AfD bekommt viel Zuspruch,
bekommt viele Wählerstimmen,
aber sie ist halt keine demokratische Partei, weil sie eben die Demokratie einschränken
möchte, weil sie eben sowohl die freie Information, den öffentlich-rechtlichen
Rundfunk, als auch die Bildung und auch die freien Gerichte einschränken will.
Da sollen halt Dinge passieren, die nicht zu mehr Demokratie führen, sondern zu weniger.
Das gehört halt mit dazu. Also zu einer echten Demokratie gehören eben auch,
Menschenrechte und alles, was noch drüber hinausgeht über den einzelnen Wahltag
oder auch über das, was angeblich die Mehrheit will.
Das ist übrigens auch nicht Demokratie, weil wenn das so wäre,
dann hätten wir längst ein Tempolimit. Die Mehrheit der Deutschen hätte gerne
ein Tempolimit auf den deutschen Autobahnen. Passiert aber nicht.
Warum auch immer nicht. Da gibt es halt verschiedene Gründe,
warum es kein Tempolimit gibt.
Und auch das ist halt Demokratie. Dass nicht immer alles passiert,
wo alle auf einmal sagen, ja, das hätte ich ganz gerne.
Ich hätte ganz gerne ein Tempolimit, aber allein um mich geht es nicht.
Das ist vielleicht ein doofes Beispiel. Ich fände es halt wirklich gut,
wenn es ein Tempolimit geht. Egal.
Ich schweife ab. Das kennt ihr von mir vom Einschleifen-Podcast.
Das möchte ich hier im Haltungsglock eigentlich nicht machen.
Was mir wichtig ist, ist, dass wir Demokratie und den Begriff des Volkes im
Sinne von Demos immer ganzheitlich im Blick behalten.
Denn was passiert, wenn die Rechtsradikalen an die Macht kommen, ist Demokratieabbau.
Das geht nicht von heute auf morgen. Und vor allem bedeutet es nicht,
dass wir irgendwann nicht mehr wählen dürfen.
Aber die Demokratie wird beschädigt. Wer davor keine Angst hat,
denkt nicht genügend über Demokratie nach. Das ist meine Aussage.
Und ja, ich freue mich, wenn ihr darüber mit mir diskutieren wollt im.
Discord. mik.fm.discord.discord. Da könnt ihr euch einloggen, anmelden.
Das ist ein großes Chatsystem.
Und da können wir drüber diskutieren, was eigentlich Demokratie ist, was es sein sollte.
Es gibt keine klare Ja-Nein-Antwort dazu und keine einfache Definition.
Umso wichtiger ist es, dass uns doch klar wird, was ist uns eigentlich wichtig an der Demokratie.
Das sollten wir tun.
Hört euch gerne die Episode Das Volk an auf SWR Wissen. Das verlinke ich ganz gerne.
Und dann bin ich jetzt bei genau 10 Minuten.
Wir hören uns. Bis dann. Euer Dobi.

@toby Gibt es auch einen Feed oder muss man manuell filtern?