Fotos und Filmchen zur Episode: 
Veröffentlicht am 15.09.2026
Transkription
Diese Transkription enthält vermutlich ein paar Fehler, hilft aber bei der Suche. Wer das hier liest schläft auch ein!
Hallo ihr Lieben und herzlich Willkommen zum Einschlafen-Podcast Episode 607.
Ich bin Tobi, ich lese euch heute Goethe vor, der immer noch auf seiner italienischen
Reise ist. Davor gibt es einen Teil von Rainer Maria Rilke. Ich weiß gar nicht,
ob es ein Gedicht heißt, aber es ist irgendwie der dritte Teil dieses Zarenzyklus.
Und davor erzähle ich euch was, damit ihr abgelenkt seid von euren eigenen Gedanken
und besser einschlafen könnt.
Ja und heute ist es endlich soweit. Viele haben darauf gewartet.
Ich fange an, von der Sonnenfinsternis zu erzählen. Und anders als bei anderen Reiseberichten.
Mache ich es nicht chronologisch. Dann und dann sind wir abgefahren und dann waren wir da und so.
Sondern ich mache heute eine Episode nur über die Sonnenfinsternis selbst.
Und nächste Woche fange ich dann an, von der Reise zu berichten.
Vielleicht passt das dann sogar in eine Episode. Weiß ich nicht.
Vielleicht werden es auch zwei.
Das werden wir dann sehen. Reiseberichte machen mir viel Spaß. Vielen von euch auch.
Aber die Nichtreiseberichte erfreuen auch viele Leute und deswegen habe ich
gedacht, mache ich doch heute mal Physik, Astrophysik, Optik und ein bisschen
mehr Wissenschaft in diese Sendung rein.
Und ich fange an mit einem Zitat des Artikels Sonnenfinsternis aus der Wikipedia.
Ich zitiere diese Seite mit dem Stand vom 22. August 2026, 17.05 Uhr zuletzt bearbeitet.
Ähm, dort.
Da ich wusste, um so und so viel Uhr trete der Mond unter der Sonne weg und
wegen der Achsendrehung der Erde,
einen schwarzen Streifen über ihre Kugel ziehe, dass eine schwarze Scheibe in
die Sonne zu rücken scheint, von ihr immer mehr und mehr wegnimmt,
bis nur eine schmale Sichel übrig bleibt und endlich auch die verschwindet.
Aber da sie, die totale Finsternis, nun wirklich eintraf, da ich auf einer Warte
hoch über der ganzen Stadt stand und die Erscheinung mit eigenen Augen anblickte,
da geschahen freilich ganz andere Dinge, an die ich weder wachend noch träumend
gedacht hatte, an die keiner denkt, der das Wunder nicht gesehen hat.
Nie und nimmer in meinem ganzen Leben war ich so erschüttert,
wie in diesen zwei Minuten.
Es war nicht anders, als hätte Gott auf einmal ein deutliches Wort gesprochen
und ich hätte es verstanden.
Ich stieg von der Warte herab, wie vor tausend und tausend Jahren etwa Moses
von den brennenden Bergen herabgestiegen sein mochte.
Verwirrten und betäubten Herzens
endlich zur vorausgesagten Minute empfing sie den sanften Todeskuss.
Ein feiner Streifen ihres Lichtes wich vor dem Hauche dieses Kusses zurück,
der am anderen Rand wallte in dem Glase des Sternenrohres zart und golden fort.
»Es kommt«, riefen nun auch die, welche bloß mit dämpfenden Gläsern,
aber sonst mit freien Augen hinaufschauten.
Die erste, seltsame, fremde Empfindung rieselte nun durch die Herzen.«.
Es geht noch weiter. Man wende nicht ein, die Sache sei ja natürlich und aus
den Bewegungsgesetzen der Körper leicht zu berechnen.
Die wunderbare Magie des Schönen, die Gott den Dingen mitgab,
fragt nichts nach solchen Rechnungen.
Sie ist da, weil sie da ist. Schon in dem ungeheuren Raume des Himmels wohnt
das Erhabene, das unsere Seele überwältigt. Und doch ist dieser Raum in der
Mathematik sonst nichts als groß.
Endlich wurden auch auf Erden die Wirkungen sichtbar und immer mehr.
Je schmäler die am Himmel glühende Sichel wurde.
Der Fluss schimmerte nicht mehr, sondern war ein traftgraues Band.
Matte Schatten lagen umher.
Die Schwalben wurden unruhig. Der schöne, sanfte Glanz des Himmels wurde zum
bleischschweren Licht. Erschütternd war dieses allmähliche Sterben mitten in
der noch vor wenigen Minuten herrschenden Frische des Morgens.
Wir hatten uns das Eindämmern wie etwa ein Abendwerden vorgestellt, nur ohne Abendröte.
Aber es war ein ganz anderes. Es war ein lastend unheimliches Entfremden unserer Natur.
Gegen Südost lag eine fremde gelbrote Finsternis.
Einen Blick tat ich noch in das Sternenrohr.
Es war das letzte, so schmal wie mit der Schneide eines Federmessers in das
Dunkel geritzt, stand nun nur mehr die glühende Sichel da.
Wie der letzte Funke eines erlöschenden Dochtes schmolz, eben auch der letzte
Sonnenfunken weg, wahrscheinlich durch die Schlucht zwischen zwei Mondbergen zurück.
Es war ein überaus trauriger Augenblick.
Das hatte keiner geahndet. Ein einstimmiges A aus aller Munde und dann Totenstille.
Es war der Moment, da Gott redete und die Menschen horchten.
Das ist ein Zitat, nicht nur aus der Wikipedia, sondern von Adabert Stifter.
Der hat die Sonnenfinsternis am Morgen des 8. Juli 1842 in Wien beobachtet und
das darüber geschrieben. Ich meine, der ist Dichter, der findet natürlich irgendwie schöne Worte.
Ich finde aber keine besseren, denn ich habe jetzt meine erste Sonnenfinsternis gesehen.
Erlebt habe ich ja schon eine und ich dachte ich ja.
Beschreibe euch erstmal wie es einem dabei so geht bevor ich jetzt gleich auf
die Physik und was ist eigentlich eine Sonnenfinsternis komme,
denn ich habe 1999 versucht eine Sonnenfinsternis zu sehen, bin extra mit dem
ICE damals als Student nach München gefahren, denn in Norddeutschland war sie
nur partiell zu sehen und der Kernschatten Die,
absolute Verfinsterung war eben nur in Süddeutschland zu sehen.
Und ja, kurzerhand mit dem ICE morgens nach München. Irgendwann mittags war
es dann soweit oder früher Nachmittag, glaube ich, und dann abends wieder zurück.
Ganz schöner Ritt, auch ganz schön teuer für so einen Studenten wie mich.
Aber es wäre es mir wert gewesen, wenn es dann nicht so gewesen wäre,
dass natürlich direkt zur Verfinsterung eine Wolke vor der Sonne stand und wir
die Corona eben nicht sehen konnten.
Und so wurde es zwar dunkel, aber es war eben nicht so ergreifend,
wie es hätte sein können.
Aber jetzt war ich in Spanien und ich habe es gesehen und ja,
deswegen kann ich euch jetzt berichten, was dort passiert ist.
Also, eine Sonnenfinsternis ist die Verfinsterung der Sonne durch den Mond.
Also, ganz kurz zusammengefasst, der Mond läuft um die Erde,
die Erde läuft um die Sonne, also gemeinsam mit dem Mond.
Und jetzt muss man so ein bisschen 3D-Vorstellungsvermögen bekommen, denn.
Der Mond läuft um die Erde in einer sehr ähnlichen Ebene, wie die Erde um die
Sonne läuft. Wenn es genau die gleiche Ebene wäre, dann wäre es zweidimensional, 2D.
Und dann hätten wir jedes Mal, wenn der Mond um die Erde rumläuft und dann an
dem Punkt ankommt, wo eben von der Erde aus gesehen auch die Sonne steht,
hätten wir immer eine Sonnenfinsternis. Haben wir aber nicht.
Die Bahnen sind so ein bisschen gegeneinander verschränkt. Das heißt,
der Mond läuft nicht um die Erde auf der gleichen Bahn, wie die Erde um die Sonne läuft.
Das heißt, meistens geht der Mond so ein bisschen oberhalb der Sonne,
manchmal ein bisschen unterhalb der Sonne, an der Sonne vorbei.
Und dann gibt es halt keine Finsternis.
Denn der Mond wirft natürlich einen Schatten. Also alles, was im Licht steht,
wirft einen Schatten. Der Mond steht in der Sonne, Erde steht in der Sonne.
Beide werfen einen Schatten. Wenn der Schatten der Erde, der ein bisschen größer
ist, als der Schatten des Mondes, weil die Erde aber größer ist,
wenn der Schatten der Erde auf den Mond trifft, dann hat man eine Mondfinsternis.
Wenn der Schatten des Mondes auf die Erde fällt, dann hat man eine Sonnenfinsternis.
Von der Erde aus betrachtet.
Und dann kommt es noch darauf an, welcher Schatten denn auf die Erde fällt, denn der.
Also jetzt muss man noch ein bisschen genauer Vorstellung haben.
Also die Sonne ist sehr groß und der Mond ist sehr klein, ist aber auch sehr weit weg.
Das heißt, der Schatten des Mondes ist schon ziemlich lang, aber auch nicht
beliebig lang, weil der Mond eben viel kleiner ist als die Sonne.
Das heißt, die Linie, wenn man sich links die Sonne vorstellt und rechts den
Mond ganz weit weg und dann eine Linie zieht von der oberen Kante der Sonne
zur oberen Kante des Mondes,
und von der unteren Kante der Sonne zur unteren Kante des Mondes,
dann laufen diese beiden Linien irgendwo ganz weit hinter dem Mond zusammen.
Und dann da, wo diese beiden Linien zusammenlaufen, ist der Kernschatten sozusagen zu Ende.
Also da ist dann die Dunkelheit, die hinter dem Mond herrscht, zu Ende.
Und dann hat man da nur noch so eine Art Halbschatten. Also da,
wo man den Mond zwar sieht, aber eben die Sonne auch. und es ist halt immer
noch Licht von der Sonne da.
So, und dieser Kernschatten, um den geht es. Denn nur da, wo dieser Kernschatten
hintrifft, da ist dann die absolute Dunkelheit zu erfahren.
So, nun trifft sich das interessanterweise bei Erde, Sonne und Mond so,
dass der Kernschatten...
Unterschiedlich. Also der ist nicht immer gleich lang. Es kommt darauf an,
wie weit der Mond von der Sonne weg ist.
Der Mond ist ja auf einer elliptischen Bahn um die Erde. Alle diese Bahnen sind elliptisch.
Man stellt sich das immer kreisförmig vor. Hier sind aber keine perfekten Kreise,
sondern die sind so ein bisschen elliptisch.
Nicht besonders doll. Also das ist jetzt nicht so eine Ellipse,
dass dann der weitere Punkt vom Mittelpunkt doppelt so weit weg ist,
wie der nähere Punkt von der Ellipse.
Aber so ein bisschen eierig ist es halt schon. Und wenn der Mond weiter weg
ist von der Sonne, ist der Kernschatten natürlich länger.
Wenn der Mond näher dran ist an der Sonne, ist der Kernschatten kürzer.
Weil halt diese Linien, von denen ich eben gesprochen obere Kante Sonne zur
oberen Kante Mond und unten, unten, trifft sich dann früher.
Kann man sich vorstellen, wenn man den Mond ganz weit ranrücken würde an die
Sonne, dann wäre der Kernschatten sehr kurz und irgendwann wäre der Mond weg,
aber davon mal abgesehen.
Genau, so das ist halt der Kernschatten und bei diesem System Erde,
Sonne, Mond ist es interessanterweise so, dass der Kernschatten ungefähr so
lang ist, wie der Abstand Mond-Erde.
So und manchmal ist er kürzer, manchmal ist er ein bisschen länger, aber immer so.
Ziemlich genau und das heißt im idealen Fall, wenn also Erde und Mond gemeinsam
besonders weit weg sind von der Sonne, sodass der Kernschatten sehr lang ist
und gleichzeitig aber der Mond recht nah an der Erde dran ist.
Dann kann dieser Punkt des Kernschattens auf der Erde maximal so etwas wie 220
Kilometer groß sein. Also die Bahn, die Erde dreht sich ja.
Das heißt, dieser Kernschatten zieht auf der Erde eine Bahn.
Der ist ja nicht fix, sondern der zieht da so rüber.
Und dieser Punkt, der da eine Bahn zieht, der hat einen maximalen Durchmesser von 220 Kilometer.
Meistens ist das deutlich weniger, weil dieser ideale Zeitpunkt,
dass irgendwie der Mond besonders dicht an der Erde dran ist und beide gemeinsam
besonders weit von der Sonne weg sind.
Dass dann auch noch gerade eine Sonnenfinsternis ist, also der Mond direkt zwischen
Erde und Sonne steht, weiß ich gar nicht, wie oft das vorkommt.
Das ist eher selten. Genau.
So, und dann gibt es besonders lange Sonnenfinsternisse, weil dann dauert das
Ganze auch recht lange und dann ist das, was abgedeckt wird, auch recht groß.
Ich glaube tatsächlich, nächstes Jahr, am 2. August 2027, sind wir da recht
nah dran an diesem Optimum, an dem maximalen Durchmesser dieses Kernschattens.
Denn da zieht eine Sonnenfinsternis am Vormittag.
Wieder Europa, also ganz Südspanien und Gibraltar ist betroffen und Nordafrika,
also Marokko, Algerien,
alle Länder, die dort an der Nordküste von Afrika liegen am Mittelmeer bis hin nach Ägypten.
Und dann biegt der Kernschatten so Richtung Süden ab und geht dann da von Ägypten aus weiter.
Genau, einen Verlauf habe ich jetzt gerade gar nicht im Kopf.
Habe ich das vielleicht hier noch offen?
Könnte ich nochmal aufmachen. Ist ja auch egal. Und das erkennt man auch daran,
dass die Sonnenfinsternis-Dauer, also die Totalitätsdauer an diesen einzelnen
Orten, wo die Sonnenfinsternis drüber zieht, dann besonders lang ist.
Bei der Sonnenfinsternis in diesem Jahr, am 12.
August war das, glaube ich, 2026, war das der 12., glaube ich,
da war der Verlauf so, also da war die, waren wir halt nicht gerade optimal, so,
möglichst weit von der Sonne weg, sondern ein bisschen zu nah dran oder der
Mond zu weit weg von der Erde oder so, gab es halt nur gute zwei Minuten im Maximum.
An Sonnenfinsterne Stabilitätsdauer in einem Ort.
Nächstes Jahr ist es dann über fünf Minuten.
Und an allen anderen Orten, wo der Schatten hinfällt, hat man eine partielle Sonnenfinsternis.
Also da trifft halt nicht der Kernschatten die Erde, sondern da schiebt sich
der Mond so teilweise vor die Sonne.
Und das ist auch ein sehr schönes Ereignis.
Und das war auch dieses Jahr im August sichtbar in Deutschland.
Und ich habe sehr viele sehr schöne Berichte gehört von Menschen,
die sich dann draußen aufs Feld gestellt haben oder in der Stadt auf dem Hügel getroffen haben.
Ich glaube, im Olympiapark in München waren viele Leute da auf dem Hügel beim Olympiastadion.
Ich habe hier in Karkensdorf von Leuten gehört, die auf dem Brunsberg waren.
Überall trafen sich halt so Menschen. Es war ja auch schön am Abend und die
Sonne ist sogar noch teilverfinstert untergegangen.
Und die Leute haben es einfach genossen, dort zu sein, sich das anzuschauen,
ein Kaltgetränk zu trinken, weil es war ja sehr heiß.
Und gemeinsam zu staunen. Aber es war jetzt nicht so der, also Adalbert Stifter-Moment,
weil eben die Totalität gefehlt hat. Aber interessant ist es ja auf jeden Fall.
Man kann da eine ganze Menge sehen. So, und der Durchmesser von dieser partiellen
Sonnenfinsternis, also von diesem Halbschatten, der ist deutlich größer. Also da wird fast.
Die halbe Erdkugel sozusagen, kommt dann in den Genuss einer partiellen Sonnenfinsternis,
wenn man mal sowas hat. Und das wird auch nächstes Jahr am 2.
August wieder so sein, dass man
von Deutschland aus eben eine partielle Sonnenfinsternis beobachten kann.
Und manchmal ist es auch so, dass der Kernschatten bei so einem Ereignis die
Erde gar nicht trifft, sondern an der Erde vorbeigeht und man dann eben nur
eine partielle Sonnenfinsternis auf der Erde beobachten kann.
Und die Totalität ist dann halt gerade woanders. Das gibt es auch.
Ja, soviel zur Theorie von einer totalen Sonnenfinsternis.
Eine Besonderheit möchte ich gerne noch erwähnen und zwar, habe ich ja gesagt,
der Kernschatten vom Mond aus gesehen, der so hinter den Mond fällt,
Ist nicht unendlich lang, sondern er trifft halt zufällig genau die Erde.
Es sei denn, der Mond ist besonders weit weg von der Erde. Wie gesagt,
es ist eine elliptische Umlaufbahn.
Das heißt, manchmal ist der Mond näher dran, manchmal weiter weg.
Wenn er ganz nah dran ist, spricht man immer von einem Supermond.
Der Unterschied zwischen einem Supermond und einem, weiß nicht,
was das Gegenteil ist, Supra, Mikromond, ist erschreckend gering.
Das sind irgendwie so zwei, drei Prozent oder so oder fünf vielleicht maximal.
Und mit bloßem Auge, wenn man nicht besonders geübt ist, sieht man das nicht,
wenn der Mond näher dran oder weiter weg ist.
Der Mond erscheint uns ja sowieso immer unterschiedlich groß.
Wenn er nah am Horizont steht, erscheint uns der Mond größer.
Das ist aber eine optische Täuschung. Das wissen wahrscheinlich die meisten von euch.
Interessanterweise war ich bei einer Mondfinsternis auf dem Brunsberg und habe
dort Leute getroffen, die das nicht wussten. Die dachten, der Mond würde halt,
besonders groß sein, wenn er gerade aufgeht.
Und die haben sich dann den Blutmond, der dann aufgehen sollte,
super Blutmond, haben sie sich so vorgestellt, dass der mindestens doppelt oder
dreimal so groß wäre wie ein Mond, den man so normalerweise sieht.
Leider war das dann recht enttäuschend für die, weil erstens ist er nicht.
Zweitens war es an dem Tag etwas diesig am Horizont und man sah dann den Blutmond erst, als er schon.
15 Grad über dem Horizont stand und dann wirkt er auch gar nicht mehr besonders
groß, weil er dann nicht mehr am Horizont steht und man dann keinen irdischen Bezug mehr hat.
Diese optische Täuschung, die den Mond am Horizont besonders groß wirken lässt,
das liegt daran, dass man ihn dann eben in einen Vergleich setzt zu irgendwelchen
Sachen, die man direkt in der Nähe des Mondes sieht.
Also ein Baum oder ein Haus oder so. Man weiß halt, dass der Mond sehr,
sehr weit weg ist. Und Dinge, die sehr weit weg sind und trotzdem größer als
ein Haus, die müssen ja riesig sein.
Ist er ja auch. Der Mond ist riesig. Er hat schon einen ordentlichen Durchmesser.
Ein bisschen mehr als sein Haus. Nein, also deutlich mehr als sein Haus.
Nicht ganz so viel wie die Erde.
Ungefähr ein Drittel, glaube ich. Weiß ich jetzt gar nicht. Vielleicht auch
nur ein Viertel. Irgendwie sowas.
Aber das ist schon ordentlich. Die Erde hat einen Durchmesser von,
was war das? 12.000, 13.000 Kilometer. Umfang 42.000 Kilometer.
Mond. Was hat er denn? 3.500 oder so.
Ja, ich gucke mal eben nach. Ich kann ja hier googeln. Oh, ich lag nicht schlecht.
Erde hat 12.742 Kilometer Durchmesser und der Mond 3.476.
Also rund ein Viertel, 27 Prozent. Ein bisschen mehr als ein Viertel,
aber nicht ganz ein Drittel. Ja, so ist das.
Genau. So, wenn jetzt der, was ich eigentlich erzählen wollte,
wenn der Mond besonders weit weg ist von der Erde.
Wie bin ich denn da jetzt hin abgeschweift eigentlich? Ich wollte euch eigentlich
von ringförmigen Sonnenfinsternissen erzählen.
Die Experten unter euch wissen das wahrscheinlich schon. Wenn der Mond besonders
weit weg ist und es dann zu einer Sonnenfinsternis kommt, dann kommt der Kernschatten
nicht mehr ganz an. Dann endet der Kernschatten.
Bevor er die Erde trifft. Das heißt, man kriegt nur Halbschatten.
Aber es gibt einen sehr interessanten Halbschatten, der dann halt quasi eine
ringförmige Sonne erscheinen lässt.
Das ist anders als eine totale Sonnenfinsternis nicht so ergreifend,
weil es eben nicht dunkel wird.
Also bei einer totalen Sonnenfinsternis wird es wirklich dunkel,
also nachtdunkel, zumindest also späte Dämmerung dunkel.
Man kann Sterne sehen und die Tiere legen sich schlafen und alles wirkt erstmal
wie eine Nacht, allerdings halt nur für zwei bis fünf Minuten oder bis zu fünf
Minuten. Das kann ja auch sehr kurz sein.
Und bei einer ringförmigen Sonnenfinsternis wird es zwar ein bisschen dunkler,
aber auch nur so, wie wenn viele Wolken vor die Sonne ziehen.
Aber es sieht natürlich ziemlich geil aus. Also es ist halt so,
dass man bei einer totalen Sonnenfinsternis ist halt,
zufällig der wahrgenommene Durchmesser des Mondes nur ein kleines bisschen größer
als der wahrgenommene Durchmesser der Sonne.
Also man spricht dann eher so
vom Winkel, der Winkel, den der Mond quasi einnimmt in unserem Sichtfeld.
Kann man ja als Winkel darstellen. Wenn ich mit meinem Auge erst auf die eine
Seite vom Mond und dann auf die andere Seite vom Mond schaue,
dann mache ich dann ein sehr, sehr, sehr spitzes, langes Dreieck, male ich dann.
Und genau das ist dann der Winkel sozusagen und das ist dann halt beim Mond
ein bisschen größer als bei der Sonne, das heißt die gesamte Sonnenscheibe ist
abgedeckt und in dem Moment sieht man dann die Corona,
die Sonnen-Corona und das sieht halt fantastisch aus,
Die Corona ist quasi die Atmosphäre der Sonne. Da bin ich jetzt kein Experte.
Ich glaube, es ist im Wesentlichen ein Plasma.
Aber sehr dünn. Also das ist halt kein, nicht das Sonnenplasma.
Also die Sonne ist ja ein Plasma.
Aber es ist halt sehr dünn und sehr heiß. Und kann mal größer, mal kleiner sein.
Kann man halt eigentlich nicht sehen. Also das sieht man nur bei absoluten Sonnenfinsternissen.
Und es gibt so spezielle Instrumente, mit denen man das natürlich vermessen kann.
Aber ich glaube, auf der Sonnenoberfläche ist irgendwas langweiliges wie 5000, 6000 Grad.
Und in dieser Corona ist das halt deutlich heißer. Irgendwie Millionen, weiß ich nicht.
Typischerweise einige Millionen Kelvin steht hier. Kelvin ist so wie Celsius minus...
Von einigen Millionen kann man dann noch 270 Kelvin abziehen,
dann hat man Grad Celsius.
Macht dann ja nicht mehr wirklich viel Unterschied.
Genau, die Corona kann man nur bei totalen Sonnenfinsternissen sehen und ist
ein unglaublich schöner Anblick.
Man kann übrigens auch Protuberanzen oder diese Flares bei Sonnenfinsternissen
sehen. Also wenn da so Ausbrüche sind und dann so riesige.
Plasma-Auswürfe stattfinden.
Und das war sogar bei der Sonnenfinsternis am 12. August so,
dass man da eine große Fotoboranz mit bloßem Auge sehen konnte und fotografieren
konnte man sie dann eben auch. Aber da komme ich dann gleich noch zu.
Also ich bin ja noch hier bei den Basics, was ist eigentlich eine Sonnenfinsternis.
Und genau bei der ringförmigen Sonnenflüsse, da ist der Ring der Sonne,
den man noch sehen kann, also das ist dann quasi der kompakte Teil oder der
dichte Teil der Sonne, der ist dann so hell, dass das halt die Corona überstrahlt
und das kann man dann nicht sehen.
Sollte man auf jeden Fall mit entsprechendem Schutz betrachten,
mit bloßem Auge in eine partielle oder ringförmige Sonnenflüsse gucken,
ist keine gute Idee, weil das Licht halt doch sehr, sehr hell ist und die Netzhaut beschädigen kann.
Durch Fotoapparate oder oder gar Teleskope sollte man auf gar keinen Fall in,
eine nicht totale Sonnfinanzierung schauen,
denn also da macht man sich sehr schnell den Sensor oder den Film oder die Netzhaut
kaputt, je nachdem wo gerade fokussiert wird und das will man nicht.
Nur bei einer totalen Sonnenfinsternis, da kann man tatsächlich mit bloßem Auge
ohne Sonnenfinsternis-Schutzbrille hochschauen, denn diese Corona,
die ist halt nicht so hell.
Wenn sie hell wäre, dann wäre es ja auch hell auf der Erde und es würde nicht
so dunkel werden, weil groß ist sie ja schon, die kann ja deutlich größer sein
als die Sonne selber, also mehrfache Sonnendurchmesser.
Und ja, wenn die hell wäre, dann wäre es halt nicht dunkel auf der Erde.
Genau, da kann man locker ohne Schutz reinschauen. Sobald dann allerdings die
Sonne wieder hervorlugt hinter dem Mond, sollte man wieder Sonnenschutz auftragen.
Lichtschutzfaktor, irgendwas.
Ne, das sind halt so ganz dichte Folien. Also Sonnenschutz, Sonnfilsen ist Brille,
kennt ihr vielleicht alle und diese Folie gibt es auch in Größer für Objektive
von Fotoapparaten oder Teleskope. Genau.
Richtig. Jetzt habe ich glaube ich Sonnenfinsternis erklärt, oder?
Was fehlt noch zur Physik von der Sonnenfinsternis? Totale, partielle und ringförmige.
Gibt es noch irgendwas an Sonnenfinsternismöglichkeiten?
Nö, das war es, glaube ich. Wenn
man sich mal den Verlauf von so einer Sonnenfinsternis anschaut, wie er,
über die Erdkugel zieht, dann zieht er übrigens von Westen nach Osten meistens.
So ein bisschen Nord-Süd verschoben, wie auch immer. Da gibt es ganz schöne
Animationen in der Wikipedia.
Wenn man sich da die Webseite aufmacht von so einer Sonnenfinsternis, dann.
Also zum Beispiel die vom 2. August dann sieht man da,
den Halbschatten das ist ein großer dunkler Ring und ein Kernschatten,
das ist dann ein kleiner schwarzer Punkt, wie er so von Westen nach Osten, Südosten dann,
über die Erdkugel zieht und ich sehe gerade,
Saudi-Arabien wird auch noch getroffen.
Also über dem Roten Meer ist noch gar nicht Schluss mit der Sonnenfinsternisse am 2. August 2027.
Genau. Aus irgendeinem Grund habe ich, als ich mich vorbereitet habe für diese
Sonnenfinsternisse-Reise, darauf hingedacht, dass die Sonne dann ja auch im
Osten untergehen muss, weil da zieht dieser Punkt ja hin.
Das ist natürlich nicht der Fall. Sondern die Sonne geht auch bei Sonnenfinsternissen
ganz normal im Westen unter.
Aber ja, irgendwie hat mich diese Bewegung von diesem Punkt darauf gebeten.
Ja, es ist halt die Erddrehung, die diesen Punkt wandern lässt.
Der Mond wandert zwar auch um die Erde rum, aber diese Bewegung von der Sonnenflinste,
die kommt natürlich durch die Erddrehung zustande.
Und die Bewegung des Bundes kommt natürlich zusammen. Genau, das ist die Physik.
Jetzt gibt es noch ein paar Sachen, die man machen kann, außer einfach hinzuschauen.
Also fotografieren zum Beispiel.
Ich habe mich gut darauf vorbereitet, die Sonnenfinsternis zu fotografieren.
Und mir war bewusst, wie schwierig und wie gefährlich das ist.
Ich habe mir gedacht, das Besondere an dieser Sonnenfinsternis am 12.
August 2026 in Spanien war, dass die kurz vor Sonnenuntergang passiert ist.
Also auch wie hier in Deutschland die partielle Sonnenfinsternis noch gar nicht zu Ende war.
Als die Sonne untergegangen ist, war es auch in Spanien. Und die total verfinsterte
Sonne sollte also kurz über dem Horizont stehen.
Und danach dann partiell verfinstert noch untergehen. Und da habe ich erst gedacht,
vielleicht kann man das dann noch irgendwie,
schön komponieren, dass man irgendwie mit einer langen Brennweite diesen riesigen
Corona-Kranz irgendwie neben einen Kirchturm oder neben eine Bergkette oder so stellen kann.
Das ist aber ganz schön schwierig, weil man das natürlich genau ausrechnen kann.
Wann die Sonne an welcher Position ist. Aber dann muss man ja auch noch wissen,
wie dort das Gelände verläuft, also wie hoch ist der Kirchturm,
ist man an einem abfallenden Hang, schaut man bergauf, schaut man bergab und
das war dann irgendwie doch ein bisschen schwierig.
Ich hatte aber trotzdem meine lange Linse dabei, also ein Teleobjektiv.
Ich habe eins mit 180 bis 600 mm Brennweite.
Und einen entsprechend großen Sonnenfilter für dieses Objektiv.
Das hat vorne eine relativ große Linse, weiß ich gar nicht, 87 Millimeter,
irgendwie ein relativ großer Durchmesser vorne.
Und einen Streulichtfilter, den man da vorne drauf setzt.
Also so ein quasi Lichtschutz, dass da nicht so viel Sonnenlicht seitlich in
das Objektiv reinfällt, weil dann gibt es so komische Flare-Effekte auf den Fotos.
Und ja, ich hatte mir was gebastelt, dass ich dann eine große Sonnenfilterfolie
vor dieses Objektiv hängen kann.
Und damit habe ich dann die partielle Phase eben auch fotografiert und ewig
viele Bilder gemacht von der partiellen Sonnenfinsternis, die alle relativ egal sind.
Also man sieht halt, wie die Sonne immer weiter angeknabbert wird,
wie sich der kreisrunde Mond da immer weiter vorschiebt.
Man sieht so ein bisschen Sonnenflecken da, wo ich richtig belichtet habe.
Und das ist natürlich auch ganz interessant. Aber ja, so richtig spektakulär ist das halt auch nicht.
Ich dachte, vielleicht kann ich noch irgendwie so ein Zeitraffer-Video daraus machen.
Habe ich aber noch gar nicht gemacht. Also die Bilder sind alle noch da.
Habe ich noch gar nicht weiter sortiert. Und während der Totalität musste ich
dann natürlich aber den Sonnenfilter abnehmen, weil der nimmt ja so viel Licht
weg, dass ich dann die Corona gar nicht mehr gesehen hätte, beziehungsweise
viel zu lang hätte überlichten müssen und so weiter und so fort.
Also war mir klar, wenn die Totalität anfängt, muss ich den Sonnenfilter abnehmen.
So, und dann hatte ich vor mit meiner zweiten Digitalkamera,
ich habe ja zwei, hatte ich auch beide mit, eine Nikon Z8, da war eben dieses,
Nikon 180 bis 600 mm Tele-Zoom-Objektiv drauf.
Und dann hatte ich noch die ZF dabei, auch eine Vollformat-Kamera,
mit ein bisschen weniger Auflösung, aber das ist nicht so wichtig.
Und da hatte ich das 24 bis 120 schon Reise Zoom-Objektiv drauf,
mit dem man eigentlich alles ganz gut machen kann.
Und mit dem wollte ich dann während der Totalitätsphase so ein bisschen mit
Landschaft Dinge aufnehmen.
Ja, Long story short, ich habe dann also, als die Totalität anfing,
habe ich also dieses Erlebnis,
ich fange tatsächlich ein bisschen früher an, denn ich will zwar den Reisebericht
in der nächsten Episode machen, aber das war jetzt schon quasi der Hauptevent dieser Reise.
Wie ich schon mal erzählt hatte war ich mit Sky unterwegs und ich habe dann,
in Barcelona habe ich Sonka und Reini getroffen Reinhard Remford von,
Methodisch Inkorrekt und seine Frau Sonka und mit den beiden sind wir dann zu
dieser Totalität gefahren gemeinsam und ja also,
dieser wie gesagt der Kernstatten zieht eine lange Bahn von der Biscaya, also Nordspanien.
Ich glaube sogar in Grönland. Ein Arbeitskollege von mir war in Grönland,
hat sie da gesehen. Island, also es ist eine sehr lange Bahn,
die da rübergezogen wird.
Ganz über den Atlantik. Der Golf von Biscaya und dann eben,
In Nordspanien, da war ich ja letztes Jahr zum Scouten, aber da waren mir zu
viele Berge, die dann irgendwie die feuchte Luft von der Piscaya schnell immer
in Wolken verwandelt hat und quer über Spanien rüber,
südlich von Barcelona, traf dann der Kernschatten wieder aufs Mittelmeer und
dann wurde noch Mallorca verdunkelt und dann ging es noch irgendwie weiter.
Aber Mallorca war mir zu kippelig, weil wenn da irgendwie schlechtes Wetter
vorher gesagt ist, kommt man da nicht so leicht weg.
Deswegen waren wir mit Auto südlich von Barcelona an der Küste und sind von
da dann aber noch ins Inland gefahren.
Weil da war sowohl ein Berg am Horizont als auch Wolken vorhergesagt.
Und ich wollte unbedingt keine Wolken. Ich wollte nicht nochmal 1999 und Wolke
vor der Corona, sondern ich wollte unbedingt die Corona sehen.
Ja, und dann sind Sonka und Rheini zum Glück auch mitgekommen.
Sky hatte eh keine Wahl, ist halt auch mitgekommen und dann sind wir nochmal
so drei, dreieinhalb Stunden,
ins Landesinnere gefahren, immer in dieser Totalitätszone längs,
um zu gucken, wie sieht es da aus, wie ist hier die Wettervorhersage.
Und haben dann auch unterwegs noch Wolken gesehen, waren noch erst an einem
Spot, wo dann auch Nikolas, der andere von methodisch inkorrekt am Ende dann gelandet ist.
Da sind wir aber nochmal weitergefahren, weil wir irgendwie dachten,
irgendwie ist das hier suboptimal. Da waren so ganz viele Windräder und auch
schon ganz viele Menschen und auch noch ein bisschen mehr Wolken in der Vorhersage
als da noch ein bisschen weiter.
Also waren wir ein bisschen weiter, wir standen auf einem freien Feld irgendwo
in der Nähe von einem Ort, der Kala Mocha heißt.
Und waren halt zu viert, sonst war niemand da. Also einfach ein abgeerntetes
Feld und der eine oder andere verlassene Kuhstall, so ungefähr.
Und hier und da ein einzelner Baum. Und es war sehr, sehr schön.
So, Kameras aufgebaut, Kameras vorbereitet, die Sonnenfinstern sind Schutzbrillen
bereit. Und dann ging es irgendwann los, dass sich der Mond vor die Sonne geschoben hat.
Da haben wir natürlich dann mit den Schutzbrillen mitgeguckt.
Und meine lange Linse hat angefangen, irgendwelche Belichtungsreihen zu machen.
Und dann so eine Viertelstunde vor der Totalität habe ich dann gedacht,
jetzt möchte ich gerne nochmal die Sichelschatten sehen. Das ist auch ein sehr schöner,
optischer Effekt, wenn man unter Bäumen längs geht, die nicht eine komplett
dichte Krone haben, sondern wo so hier und da ein bisschen Sonne durchfällt,
also ein lichter Baum sozusagen.
Da sieht man auf dem Fußboden manchmal so kreisrunde, helle Flecken.
Manchmal sind die auch größer.
Dann ist es halt einfach eine helle Fläche, wo irgendwie Licht durchfällt.
Und manchmal sind es aber wirklich so kreisrunde, bisschen dunklere Flecken.
Und was viele nicht wissen ist, das ist ein Abbild der Sonne.
In solchen Situationen verhalten sich die Blätter wie eine Lochkamera.
Also machen ein ganz kleines Loch und da fällt dann die Sonne durch und in eine
Lochkamera, die fokussiert dann ja quasi das Bild automatisch,
weil sie haben ein sehr kleines Loch.
Je kleiner das Loch ist, desto schärfer das Bild und je weiter dann die Fläche,
wo das Bild hinfällt, von diesem Loch ist, desto größer ist das Bild.
Aber scharf ist es dann halt, wenn das Loch entsprechend klein ist.
So, und das sieht man immer, wenn es sonnig ist, unter den Bäumen.
Man fällt halt nur nicht auf, weil es sind halt runde Flecken.
Da denkt man sich ja nicht viel bei. Da könnte ja auch das Loch rund sein.
Ist es aber gar nicht. Wenn man sich mal die Blätter genau anguckt,
sind die meisten Löcher gar nicht so kreisrund, dass der Kreis so rund sein müsste.
Das ist ein Lochkamera-Effekt. Und bei einer partiellen Sonnenfinsternis kann
man diesen Effekt dann besonders gut beobachten, denn dann sind diese Flecken
nicht rund, sondern angebissen, also sichelförmig.
Man kann sich natürlich auch eine Lochkamera selber basteln, indem man.
Also mit so einer Keks- oder Pringles-Dose, so einer Chips-Dose,
da kann man quasi auf der einen Seite ein ganz, ganz kleines Loch in die Mitte
machen und dann auf der anderen Seite ein Blatt Papier vorkleben,
da hat man auch eine Lochkamera,
und sieht dann da eben auch eine sichelförmige Sonne.
Aber unter Bäumen ist es eigentlich viel schöner, denn da hat man ganz viele Löcher.
Man kann natürlich auch in ein Pappstück ganz viele Löcher reinmachen.
Ich habe ein sehr schönes Bild gesehen von jemandem, der hat eine große Pappe
genommen und dann ganz viele Löcher reingemacht und diese herzförmig angeordnet.
Und wenn man die dann weit genug von einem dann abgedunkelten Stück Papier hin
hält, dann hat man eben eine herzförmige Anordnung von lauter kleinen Sonnensicheln.
Sehr, sehr schön. So, hatten wir aber nicht, sondern wir hatten,
ach so, gut, wir haben auch mit Pappe noch irgendwie Experimente gemacht und
uns Sonnensicheln irgendwie auf die Haut projiziert oder irgendwo hin projiziert. Geht auch.
Ich wollte aber nach Sonnensicheln unter Bäumen schauen, weil ich das halt schön
finde, Dass die dann eben auch so random naturmäßig angeordnet sind.
Und wir standen da, also da war so eine Baumreihe. Und dann bin ich halt zu
den Bäumen hin und habe geguckt, wo sind jetzt diese Sicheln und habe auf dem
Boden gesucht und sie nicht gefunden.
Und das lag daran, dass die Sonne ja schon sehr tief stand. Wie gesagt,
es war halt kurz vor Sonnenuntergang. Das heißt, die Sonne stand schon sehr tief am Horizont.
Wir hatten aber unsere beiden Autos.
Warum wir zwei Autos hatten, erzähle ich in der nächsten Episode.
Aber wir hatten zwei große weiße Lieferwagen.
Die standen halt im Schatten dieser Bäume. und das war total schön,
denn auf diesen Lieferwagen waren ganz, ganz viele kleine Sonnensicheln und
haben sich mit den Blättern zusammen bewegt.
Fand ich total cool und das Schönste war, ich habe dann kurz nach der Totalität nochmal geschaut,
und jeweils auch ein kleines Video gemacht und dann waren die Sonnensicheln
eben andersrum angebissen, weil dann eben der Mond auf der anderen Seite war.
Total schön. Und das war mir noch irgendwie wichtig, das auch zu sehen und auch
fotografisch beziehungsweise videografisch festzuhalten. Ja.
Es gibt noch ein.
Weiteres fotografisches Highlight bei so einer Sonnenfinsternis und das ist der Diamond Ring.
Der Diamant Ring auf Deutsch. Warum sage ich das auf Englisch?
So und das ist, wenn das hat sogar Adalbert Stifter in seinem Text beschrieben
da meinte er, dass die Sonne zwischen,
zwei,
Bergen auf dem Mond irgendwie durchleuchtet oder so, habe ich das hier noch
offen emotionales Erlebnis äh äh.
Wo steht es denn?
Schmolz eben auch der letzte Sonnenfunk weg, wahrscheinlich durch die Schlucht
zwischen zwei Mondbergen zurück. So hat er das beschrieben.
Also letztendlich ist es so, kurz bevor die Totalität anfängt,
sieht man noch einen, also der allerletzte Sonnenstrahl, der sich am Mond vorbeischummelt,
egal ob das zwischen zwei Mondbergen ist oder nicht,
der sieht besonders schön aus, weil in dem Moment sieht man schon ein kleines
bisschen von der Corona,
aber einen ganz kleinen, also die Sichel wird ja immer schmaler und am Ende
auch immer kürzer und dann ist sie irgendwann halt ganz weg.
Und wie gesagt, diese allerletzten Sonnenstrahlen, die sind halt sehr hell und
funkeln, aber man sieht halt den Rest schon sozusagen quasi um den Mond herum
strahlen. Die Corona fängt halt an, sichtbar zu werden.
Und das ist total schön.
Das ist wirklich einen Anblick.
Der ist halt nur ganz kurz. Wenn man es aber fotografiert, dann kann man das
festhalten. Und das hat man halt einmal ganz am Anfang.
Da fotografieren das die wenigsten, weil in dem Moment ist ja der Sonnenfilter
hoffentlich noch drauf. Wenn er nicht drauf ist, ist halt der Sensor kaputt.
Aber am Ende der Totalität, da kann man das riskieren, dass man dann diesen
einen Moment noch abwartet, eine Belichtung macht von diesem,
Diamond Ring und Und dann wird mehr von der Sonne sichtbar und dann wird es
halt gefährlich für die Kamera, den Sensor oder den Film.
Und dann dreht man die Kamera halt schnell aus dem Licht raus.
Genau, und das ist mir geglückt. Ich habe einen Diamantring fotografiert und
da bin ich auch sehr glücklich mit. Genau.
Was nicht geklappt hat, war mit der ZF so Weitwinkelaufnahmen von der ganzen
Szenerie zu machen, der Totalität.
Da hatte ich auch das alles vorbereitet, richtig eingestellt und auf Serienbelichtung
gestellt, sodass ich einfach nur die Serienbelichtung starte.
Also mein Plan war, wenn die Totalität anfängt, den Sonnenfilter wegzunehmen
von der großen Kamera und die kleine Kamera schnell in die Sonne zu drehen und,
die Serienbelichtung zu starten.
Und der zweite Schritt, die kleine Kamera in die Sonne zu drehen und die Serienbelichtung
zu starten, hat nicht geklappt. Ich war halt in dem Moment total ergriffen.
Also es hat mich halt total geflasht, dass wir jetzt wirklich dort sind,
dass ich wirklich die Corona sehe.
Ich hatte ja nur zwei Minuten Zeit während der Totalität, das mir anzuschauen und.
Es war wirklich so, wie Adalbert Stifter beschrieben hat, ich war erschüttert,
ich wusste genau, was passiert, ich hatte natürlich, ich war sehr angespannt,
weil ich den ganzen Tag, also es war ja eine sehr anstrengende Reise,
ich war sehr erschöpft von dieser ganzen Rumfahrerei,
erst lange mit der Bahn, dann lange mit dem Auto und ich war sehr angespannt,
weil ich unbedingt keine Wolke davor haben wollte und Ich hatte halt die ganze
Zeit, ich war sehr nervös,
durchaus zuversichtlich, aber man weiß es dann ja doch nicht.
Und wenn am Ende doch eine Wolke davor gewesen wäre, dann wäre ich halt sehr traurig gewesen.
Nun war keine Wolke davor und ich konnte es sehen. Ich war halt überglücklich.
Ich war wirklich, mir kamen die Tränen. Ich habe geweint, weil es so schön war.
Und auf einmal sind halt alle Kameras und alle Belichtungszeiten und Serienbelichtungen
und so völlig egal. Also es spielte alles gar keine Rolle mehr.
Und ich habe es eben nicht geschafft, die ZF mal eben zu starten,
dass sie die Serienbelichtung startet. sondern ich glaube, die hat ein Bild
gemacht, das ist auch noch verwackelt, weil ich da gerade noch die Kamera in
die Sonne gedreht hatte.
Und das war es. Mehr gibt es nicht.
Ich habe auch nicht mit dem Handy noch irgendwie ein Bild gemacht von dieser
Szenerie, die wirklich wunderschön war.
Aber Sky hat das gemacht und Sonke hat auch davon ein Bild gemacht mit mehr
so Weitwinkel, dass man die Felder sieht und so einen einzelstehenden Baum.
Und das war wirklich wunderschön mit der totalen Sonnenfinsternis und der Corona.
Da bin ich den beiden sehr dankbar. dass die Bilder gemacht haben.
Aber ich habe das Bild halt nicht gemacht. Das fehlt mir. Aber mir fehlt es
nicht, weil es ist völlig egal. Es spielte in dem Moment überhaupt keine Rolle.
Und auch hinterher war ich nicht, ach man, schade, dass es nicht geklappt hat,
sondern ich war überglücklich, über allemaßen glücklich.
Man hört es übrigens in dem zweiten Video, wo ich die Sonnensicheln nach der
Totalität auf den Autos gefilmt habe.
Da ist es halt mit Ton. Und da bin ich immer noch komplett, ich glaube,
da habe ich immer noch die Tränen in den Augen und ihr hört das,
dass ich sehr, sehr glücklich und erschüttert glücklich bin.
Ja, sehr, sehr gut.
Genau, und dann ist die Sonne noch verfinstert untergegangen und ich habe dann
nochmal die lange Linse genommen und bin weggelaufen von den anderen,
entgegengesetzter Richtung zur Sonne und habe dann nochmal so Teleaufnahmen
von Menschen vor einer untergehenden, angebissenen Sonne gemacht.
Mit Sonka und Reini und Sky und dann ist Sonka auch nochmal weggelaufen mit
der Kamera und hat das gleiche von mir gemacht.
Das ist fotografisch dann vielleicht auch nochmal ein Hingucker wert.
Weil je weiter man weg ist von der Person, die man fotografiert und je länger
dann die Brennweite ist, also je mehr Tele ist, desto größer wirkt die Person
gegenüber der Sonne. Also wenn man weit genug weg ist, ist dann die Person genauso
groß wie die Sonne oder noch größer.
Habt ihr vielleicht auch schon mal gesehen, so eine Zeitrafferaufnahme oder
so eine, ja, sieht aus wie Zeitraffer, aber es ist gar nicht,
wenn Menschen so vor einem untergehenden Mond längs gehen und die Menschen genauso
groß sind wie der Mond und dann ab und zu gucken.
Das sieht immer ziemlich cool aus. Und bei so einer langen Brennweite,
also 600 mm reichen da vollkommen aus. Man kann auch natürlich mit dem Telekonverter
mit noch längeren Linsen einen noch größeren Effekt hinbekommen.
Aber ja, das ist schon ganz cool. Das ist ein witziger Effekt und das haben
wir auch nochmal gemacht.
Und dann war die Sonnenfinsternis vorbei und die Sonne untergegangen und es
war dunkel und wir mussten dann noch nach Hause fahren, sind dann auch relativ bald los.
Und mussten noch drei Stunden fahren.
Sehr, sehr spät, nachts um, weiß nicht, halb eins, eins oder so waren wir dann zurück und glücklich.
Was ja übrigens dann, ich mache nochmal eine Kapitelmarke, was ja auch am 12.
August ist, ist das Maximum der Perseiden.
Ein Meteor-Strom, ein Sternschnuppenschauer, der jeden Sommer,
irgendwann fängt das an, so am 8. oder 9.
August und dann am 12. ist das Maximum und am 13. sind auch noch welche da,
aber dann schon wieder nicht mehr so viele.
Das ist ich glaube der Überrest von dem Komet Zwift-Tattel, der irgendwie seine
Bahn da längs gezogen hat und dann fliegt man immer durch so einen,
Staub, durch so eine Gegend durch, wo besonders viele Staubteilchen im All rumfliegen,
und wenn die in die Erdatmosphäre eindringen, dann sind sie sehr schnell und,
ionisieren durch die Reibung dann die Luft und man sieht einen hellen Lichtblitz.
Anders als viele Menschen denken, ist das nicht der Staubkorn,
der verglüht, also der ist so klein und wenn der glüht, sieht man das nicht,
sondern das sind tatsächlich die Luftteilchen in der Atmosphäre,
die ionisiert werden durch die hohe Reibung und die hohe Hitze und dann,
glüht die Luft und nicht.
Das Staubkorn.
Haben wir da auch noch ein bisschen Physik reingebracht.
Es ist auf jeden Fall aber auch ein sehr schönes astronomisches,
beobachtbares Ereignis und so.
Auf dem Rückweg sind wir durch sehr viel unbewohnte Gegend gefahren in Spanien,
die auch sehr dunkel ist, also mit wenig Lichtverschmutzung.
Haben dann irgendwann mal zwischendurch angehalten, Lichter ausgemacht und hochgeguckt.
Tatsächlich hatte ich das Glück, am Vorabend schon, am 11. habe ich einen Boliden
gesehen und am 12. auf dem Rückweg nach der Sonnenfinsternis noch einen.
Boliden nennt man besonders große Sternschnuppen, wo halt ein sehr großes Staubteilchen,
Ich weiß gar nicht, wie groß das dann sein muss. Kann ich auch nochmal eben nachgucken.
Wikipedia, wie immer, ich zitiere also hier vom 22. August 26,
ist auch relativ frisch, die Webseite Wikipedia zum Thema Bolide in Klammern Meteor.
Als Bolide, Feuerkugel oder Feuerball wird ein besonders heller Meteor bezeichnet.
Für die Leuchterscheinungen sind Meteoroiden, die in die Erdenatmosphäre eindringen, verantwortlich.
Im Gegensatz zu den wenigen Sternschnuppen, die nur die Größe von Staubkörnern
ab etwa 0,1 mm Größe haben, handelt es sich um massive Körper über 1 cm,
die bisweilen auch als Meteorite auf die Erdoberfläche fallen können. Also ab 1 cm.
Heißen sie dann Boliden.
Und sind deutlich heller und ziehen noch eine viel längere Spur.
Also manchmal sieht man dann auch so eine Spur, die dann da noch ein bisschen sichtbar ist.
Manchmal britzelt es dann auch so. Also man hat das Gefühl, es britzelt am Ende,
zerbrechen die manchmal und teilen sich auf. Fragmentieren steht hier an der
Wikipedia, heißt es dann.
Habe ich schon ein paar Mal gesehen. Ist ein tolles Ereignis.
Also muss man natürlich ein bisschen Glück haben.
Aber dieses Jahr waren bei den Perseiden ein paar mehr größere Sachen dabei.
Und ich habe sowohl am 11. als auch am 12. jeweils einen gesehen.
Da wird es auch richtig so ein bisschen kurz hell.
Den größten Boliden, den ich mal wahrgenommen habe, leider nicht gesehen.
Da war ich auch auf dem Brunsberg. Ich glaube, es war auch Mondfinsternisnacht
oder so. Nee, es war Sternschnuppennacht. Genau.
War auch im August. Da war ich mit Sky und einem Kumpel von Sky oben auf dem
Brunsberg hier. Das ist hier in Sprötze im Nachbardorf. Das Berg ist übertrieben.
165 Meter oder so ist der hoch, keine Ahnung. Aber wir nennen ihn Berg, weil man muss da hoch.
Das ist halt für Norddeutschland durchaus mit Steigung versehen.
Und da oben ist halt relativ dunkel, da ist sehr wenig Lichtverschmutzung,
deswegen kann man da ganz gut Sterne und eben auch Sternschnuppen gucken und so Sachen machen.
Und da war ich oben und hatte aber gerade irgendwie runtergeguckt,
weiß nicht, auf mein Handy oder auf die Kamera oder was auch immer ich da gerade gemacht habe.
Und auf einmal wurde es taghell. Also auf einmal sehe ich den Fußboden und habe
dann nicht schnell genug mich umdrehen können, um den zu sehen.
Aber der Kumpel von Sky hat den gesehen und das war ein sehr,
sehr großer Bolide, der uns da irgendwie den Brunsberg beleuchtet hat.
Der war toll. Ja, aber die beiden in Spanien waren auch sehr schön. Ein kleines Extra,
für die Sonnenfinsternis. Quasi die Zugabe.
Habe ich noch irgendwas vergessen zum Thema Sonnenfinsternis?
Was muss man denn noch wissen? Ich glaube, ich habe alles.
Oh, ich habe ja auch schon 50 Minuten erzählt. Meine Güte, was erzähle ich denn hier alles?
Da würde ich sagen, komme ich jetzt mal zum Vorlesen.
Wie gesagt, kommt jetzt Rainer Maria Rilke. Wir sind im Gesamtwerk.
Sämtliche Gedichte in einem Band in Position 24, 54, 36% haben wir geschafft bei die Zaren Römisch 3.
Seine Diener fütterten mit mehr und mehr ein Rudel von jenen wilden Gerüchten,
die auch noch er sind, alles noch er.
Seine Günstlinge flüchten vor ihm her.
Und seine Frauen flüstern und stiften Bünde. Und er hört sie ganz innen,
in ihren Gemärchern mit Dienerinnen, die sich scheu umsehen, sprechen von Giften.
Alle Wände sind hohl von Schränken und Fächern. Mörder ducken unter den Dächern,
und spielen Mönche mit viel Geschick.
Und hat er nichts als einen Blick, dann und wann als den leisen Schritt auf
den Treppen, die kreisen, nichts als das Eisen an seinen Stock,
nichts als den dürftigen Büßerrock, durch den die Kälte aus den Fliesen an ihm,
hinaufkriecht wie mit Krallen, nichts, was er zu rufen wagt,
nichts als die Angst vor allen diesen, nichts als die tägliche Angst vor allen,
die ihn jagt durch diese gejagten Gesichter an dunklen und,
ungefragten, vielleicht schuldigen Händen entlang.
Manchmal packt er einen im Gang, gerade noch an des Mantels falten und er zerrt
ihn zornig her, aber im Fenster weiß er nicht mehr, wer ist Haltender, wer ist gehalten,
wer bin ich und wer ist der.
Wer bin ich? Hätte ich natürlich betonen müssen. Nicht, wer bin ich? Ich bin ja nicht hier bei,
dem mit dem Schwein, der, wie hieß der noch? Ich habe vergessen.
Ne, was bin ich? Hieß die Sendung nicht, wer bin ich?
Gut, also brauche ich gar nicht zuklappen, das Buch, denn jetzt kommen wir zu
Herrn Goethe, Johann Wolfgang von,
und da sind wir immer noch in Rom. Es ist der 25.
Dezember 1786.
Und Goethe schreibt weiter über Rom. Augen zu und zugehört.
Ich fange nun schon an, die besten Sachen zum zweiten Mal zu sehen.
Wo denn das erste Staunen sich in ein Mitleben und reineres Gefühl des Wertes der Sache auflöst?
Um den höchsten Begriff dessen, was die Menschen geleistet haben,
in sich aufzunehmen, muss die Seele erst zur vollkommenen Freiheit gelangen.
Der Marmor ist ein seltsames Material, deswegen ist Apoll von Belvedere im Urbilde
so grenzenlos erfreulich, Denn der höchste Hauch des lebendigen,
jünglingsfreien, ewigen jungen Wesens verschwindet gleich im besten Gipsabguss.
Gegen uns über, im Palast Rondanini, steht eine Medusenmaske,
wo in einer hohen und schönen Gesichtsform über Lebensgröße das ängstliche Starren
des Todes unsäglich Treffen ausgedrückt ist.
Ich besitze schon einen guten Abguss, aber der Zauber des Marmors ist nicht übrig geblieben.
Das edle, halbdurchsichtige des gelblichen, der Fleischfarbe sich nähernden
Steins ist verschwunden.
Der Gips sieht immer dagegen kreidenhaft und tot.
Und doch, was für eine Freude bringt es, zu einem Gipsgießer hineinzutreten,
wo man die herrlichen Glieder der Statuen einzeln aus der Form hervorgehen sieht
und dadurch ganz neue Ansichten der Gestalten gewinnt.
Als dann erblickt man nebeneinander, was sich in Rom zerstreut befindet,
welches zur Vergleichung unschätzbar dienlich ist.
Ich habe mich nicht enthalten können, den kolossalen Kopf eines Jupiters anzuschaffen.
Er steht meinem Bette gegenüber wohlbeleuchtet, damit ich sogleich meine Morgenandacht
an ihn richten kann und der uns bei aller seiner Großheit und Würde das lustigste
Geschichtchen veranlasst hat.
Unserer alten Wirtin schleicht gewöhnlich, wenn sie das Bett zu machen hereinkommt,
ihre vertraute Katze nach.
Ich saß im großen Saal und hörte die Frau drinnen ihr Geschäft treiben.
Auf einmal, sehr eilig und heftig gegen ihre Gewohnheit, öffnet sie die Türe
und ruft mich, eilig zu kommen und ein Wunder zu sehen.
Auf meine Frage, was es denn sei, erwiderte sie, die Katze bete Gottvater an.
Sie habe diesem Tiere wohl längst angemerkt, dass es Verstand habe wie ein Christ.
Dieses aber sei doch ein großes Wunder. Ich eilte mit eigenen Augen zu sehen
und es war wirklich wunderbar genug.
Die Büste steht auf einem hohen Fuße und der Körper ist weit unter der Brust
abgeschnitten, sodass also der Kopf in die Höhe ragt.
Nun war die Katze auf den Tisch gesprungen, hatte ihre Pfoten dem Gott auf die
Brust gelegt und reichte mit ihrer Schnauze, indem sie die Glieder möglichst
auseinanderdehnte, gerade bis an den heiligen Bart,
den sie mit der größten Zärtlichkeit beleckte und sich weder durch die Interjektion
der Wirtin noch durch meine Dazwischenkunft im mindesten stören ließ.
Der guten Frau ließ ich ihre Verwunderung, erklärte mir aber diese seltsame
Katzenandacht, dadurch, dass dieses scharfriechende Tier wohl das Fett möchte gespürt haben,
das sich aus der Form in die Vertiefung des Bartes gesenkt und dort verhalten hatte.
Ach, wie schön. Eine Katzengeschichte bei Herrn Goethe.
Das ist doch wunderbar.
Ich hoffe, ihr könnt alle gut einschlafen. Ich bin jetzt gerade so ein bisschen
irritiert, dass Herr Goethe Jupiter angebetet hat als Christ.
Du sollst keine Götter haben neben mir, aber naja, sei es ihm und der Katze vergönnt.
Ich wünsche euch allen auf jeden Fall eine gute Nacht. Ich hoffe,
ihr schlaft recht schön. Vielleicht träumt ihr von einer Sonnenfinsternitz oder
von einer Sternschnuppe.
Vielleicht sogar von einem Boliden, der euch die Nacht erhält und euch auch
schnell weiter schlafen lässt.
Ich wünsche euch alles Gute. Ich habe euch alle lieb. Bis zum nächsten Mal. Gute Nacht.
