Haltungsblock 6 ~ Demokratie

Wenn Dir das Bier in der Kneipe nicht schmeckt, trinkst Du dann aus dem Klo? Ja, vieles an der Demokratie heute schmeckt mir nicht, aber deshalb zurück zur Autokratie und zum Faschismus ist das dümmste, was man sich ausdenken kann.
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Toby

Veröffentlicht am 01.09.2026
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Moin, ich bin Tobi und ihr hört den Haltungsblock im Einschlafen-Podcast.
Tja, es stehen Wahlen an. Demnächst sind Landtagswahlen in mehreren Bundesländern,
in verschiedenen Tufen und auch Kommunalwahlen hier in Niedersachsen, wo ich wohne.
Und ja, was liegt da näher als nochmal das gute alte Thema AfD,
Rechtspopulismus, Rechtsextremismus anzusprechen. Aber das mache ich heute in
einer etwas anderen Form.
Und da habe ich mir nichts Kleineres ausgedacht als das Thema Demokratie.
Denn am Ende geht es darum. Und meine Haltung zum Thema Demokratie ist tatsächlich,
wer hätte es gedacht, ambivalent.
Denn ich gehe mit, mit der Aussage von vielen Rechtsextremen,
dass die Demokratie nicht heile ist, nicht in Ordnung ist und dass sich dringend was ändern muss.
Das sagen die ja immer. Es muss sich endlich mal was ändern,
es muss endlich mal was passieren.
Und warum bin ich denn, warum gehe ich denn damit? Das ist ja katastrophal.
Tobi und rechts, das ist ja, das passt ja gar nicht.
Ich glaube das wirklich. Also die Demokratie, so wie sie heute in Deutschland
gelebt wird, da ist ziemlich vieles im Magen. Da ist ziemlich vieles kaputt.
Und der Hauptfaktor, was daran kaputt ist, ist Geld, also Kapital.
In den USA ist es noch viel schlimmer da hat der, der am meisten Geld in den
Wahlkampf steckt, stellt dann hinter den Präsidenten, so einfach kann man es
runterbrechen und so ist es dann auch das heißt, wer am meisten Geld,
hat, hat auch am meisten Macht und kann dann irgendwie entscheiden,
ganz so ist es in Deutschland noch nicht aber durchaus geht es schon in ähnliche Richtungen so,
da geht es halt auch um Wahlkampf um Präsenz, um Leute engagieren,
die dann für dich Wahlkampf machen und so weiter und so fort.
Das hat noch nicht amerikanische Ausmaße, aber es wird schon.
Und das halte ich für ein Problem, denn ich finde nicht, dass nur weil jemand
viel Geld haben sollte, diese Person auch viel Macht darüber haben sollte,
wie unser Zusammenleben funktioniert. Das finde ich schlecht.
Der nächste Faktor, wo Geld reinspielt, sind natürlich die Medien, die vierte Gewalt.
Medien, öffentliche Medien heißen die vierte Gewalt, weil sie eben auch Macht
haben. Ich habe auch Macht. Ich gehöre auch zur vierten Gewalt.
Mit diesem Podcast habe ich eine große Reichweite. Viele Menschen sind da neidisch drauf.
Ich empfinde das im Wesentlichen als Verantwortung, denn damit bin ich Teil
des demokratischen Systems.
Ich übe hier eine Macht aus, ich kann euch Dinge sagen und die meisten,
die hier zuhören, haben eben nicht so viel Reichweite und können eben nicht so viele Dinge sagen.
Das an sich sei mal dahingestellt, wie Menschen in der vierten Gewalt,
also in den Medien, Macht und Reichweite bekommen.
Was aber der Fall ist, ist, dass man mit Geld sich Reichweite kaufen kann.
Man kann sich zum Beispiel Zeitschriften kaufen, man kann sich Medienkonzerne
kaufen. Wenn man auch reich genug ist, kann man das tun. Elon Musk hat sich
Twitter gekauft und das in X umbenannt.
Warum? Weil er Macht haben will, weil er damit jetzt steuern kann.
Also Twitter ist ein Micro-Blogging-Service aus den USA, ich glaube 2005 oder 2006 gestartet.
Ich habe den lange genutzt. Ich habe Twitter schon genutzt, als es noch keine
Webseite dazu gab und man Twitter per SMS bedienen musste.
Also ganz early times, bevor es Smartphones gab, auf denen es Twitter-Apps gab.
Es gab halt noch keine Apps, weil es noch keine Smartphones gab.
Und bevor es eben die Webseite gab, ging das nur per SMS, also Short Message Service.
Deswegen sind Tweets auch auf 140 Zeichen begrenzt gewesen, weil wenn man irgendwie
antworten wollte, dann musste man ja erstmal den Handle vom,
ist ja auch egal. So, Twitter ist groß geworden.
Von irgendwelche Nerds machen was mit SMS zu in der Tagesschau wird es berichtet,
wenn irgendein Politiker was auf Twitter geschrieben hat.
So, Twitter wurde einfach zu einem Medium, was absolute Relevanz bekommen hat.
Interessanterweise, denn auf Twitter selbst sind ja gar nicht alle Menschen.
Also nur ein kleiner Prozent. Also die Tagesschau hat immer noch eine größere
Reichweite als Twitter eigentlich.
So, trotzdem wurde es auf einmal wichtig, was auf Twitter geschrieben worden
ist, weil bestimmte Akteure auf Twitter eben auch eine große Reichweite bekommen
haben und dann eben auch in anderen Massenmedien, also,
Fernsehen und Zeitschriften, Zeitungen, darauf eingegangen worden ist,
was denn auf Twitter passiert.
Und dann hat Elon Musk sich Twitter gekauft, damit er da eben besser kontrollieren
kann, was da eigentlich passiert, beziehungsweise Kontrolle abbauen kann,
Faktenchecks abbauen kann,
durch Algorithmen seine eigene Reichweite stärken und die Reichweite derer,
die er stärken will. Das passiert.
Und damit hat Elon Musk sich eine Macht gekauft, die dann eben doch über die
Bande der Massenmedien, die darüber berichten, was auf Twitter passiert,
einen höheren Einfluss hat als einfach nur die Menschen, die auf Twitter sind.
Weil wie gesagt, da sind gar nicht so viele, sind vielleicht 5% der Bevölkerung
oder vielleicht, wenn es hochkommt, 10%, ich weiß es gar nicht so,
aber es ist halt ein geringer Prozentzahl der Menschen, die wählen dürfen, sind auch auf Twitter.
Trotzdem ist das, was auf Twitter passiert, hat Einfluss auf das, wie wir wählen.
So, und wenn man sich das einfach kaufen kann, für ein paar Milliarden,
dann kann man sich eben diese Macht kaufen. So, und das ist schlecht,
wenn die vierte Gewalt käuflich ist.
Das muss ja jetzt nicht gleich so sein, dass Elon Musk sich dann irgendwie die
Tagesschau kauft. Das ist schwierig, weil es öffentlicher rechtlicher Rundfunk,
ARD, NDR macht die Tagesschau.
Aber ja, wer weiß denn, wo es hingeht, ob Axel Springer wirklich unabhängig ist.
Früher war es die Bild-Zeitung. Die Bild-Zeitung hatte wahnsinnig viel Macht,
weil sehr viele Menschen die Bild-Zeitung gelesen haben und was dann in der
Bild-Zeitung stand, hat dann tatsächlich Dinge bewegt.
Das ist heutzutage immer noch so, nicht mehr ganz so stark, weil sich da eben
die Machtverhältnisse verschoben haben.
Aber Axel Springer mit seinem Konzern, der auch eine politische Ausrichtung
hat, hatte eine große Macht über das, was in der Öffentlichkeit besprochen worden ist.
Finde ich schwierig. Kommen wir auf weniger hochtrabende Ebenen.
Kommunalpolitik habe ich selber mal mitgespielt.
Als ich da ausgeschieden bin, habe ich diesen Haltungsblock angefangen,
weil ich gemerkt habe, dass das nichts für mich ist. In der Kommunalpolitik
braucht man einen sehr langen Atem.
Es dauert sehr lange, Dinge zu verändern. Es ist wirklich schwierig,
da wirklich Impact zu haben.
Und die Leute, mit denen man da zusammenarbeiten muss, das ist alles nicht so
besonders einfach, nicht so angenehm.
Und wenn man dann auch noch sieht, wie dann Landespolitik passiert, was da für Menschen,
in den Parlamenten sitzen außerhalb des Bundestages, die man gar nicht so sehr
sieht, die trotzdem ziemlich viel Macht haben und wenn dann aus Versehen eine
Pandemie kommt und einer Kultusminister in Niedersachsen ist,
dessen Politik eher so.
Jetzt wollte ich seinen Namen, nee, ist auch egal.
Also funktioniert halt nicht so. Und trotzdem sind die da und haben Macht und
kommen dahin, weil sie auf kommunaler Ebene bestimmte Hebel bedienen.
Da sind dann sehr viele, die eine Berufspolitiker-Karriere einschlagen wollen
und dann aus Karrieregründen das tun.
Da sind wenige Idealisten, die, weil sie etwas Gutes bewegen wollen,
das tun, sondern da geht es halt darum, wie kann ich diesen Posten bekommen,
wie kann ich möglichst weit kommen, wie kann ich da hochkommen.
Und das ist unangenehm. Ich finde das unangenehm. Und ich wünschte,
es gäbe ein besseres System. Ich mag dieses System an vielen Stellen nicht. Aber...
Ich kenne kein Besseres. Wenn ich in einer Kneipe bin und mir das Bier nicht
schmeckt, dann gehe ich doch nicht auf Toilette und trinke aus dem Klo.
Das ist das, was AfD-Wähler tun.
Sie finden Demokratie, wie sie heute in Deutschland gelebt wird,
schlecht und sagen, ja, dann probieren wir es halt nochmal wieder mit Autokratie und Rechtspopulismus.
Seid ihr noch ganz dicht, oder was? Das ist das Bescheuerste,
was man tun kann. Das hatten wir schon mal. Wir hatten schon mal Faschismus.
Wo hat uns das hingeführt? In den Zweiten Weltkrieg? in Vernichtung von 6,3,
Millionen Menschen.
Ich sage ja nicht, wenn jetzt die AfD an die Macht kommt, werden wieder 6,3
Millionen Menschen umgebracht.
Aber dass die nicht menschenfreundlich sind, dass die sich nicht irgendwie an
Grundgesetz oder Menschenrechte halten,
dass die ausgrenzen und zurück wollen zu einem starken Führer,
ist doch klar, das sagen die doch sogar.
Und da wollen wir wieder hin? Nein, da wollen wir nicht wieder hin.
Das war nicht besser. Das war deutlich schlechter als die Demokratie, die wir jetzt haben.
Die Demokratie funktioniert nicht besonders gut, das ist richtig.
Aber deswegen aus der Toilette trinken und wieder das braune Zeug essen? Auf gar keinen Fall.
Zur Demokratie gehört vieles. Zur Demokratie gehört natürlich,
dass es irgendwie Parteien gibt und Menschen, die sich aufstellen lassen für
die Parteien und dann Wahlen und dann Parlamente.
Aber zur Demokratie gehört eben auch freie Meinungsbildung. Der.
Öffentlich-rechtliche Rundfunk gehört zur Demokratie dazu. Das ist ganz wichtig,
dass wir sowas haben und eben nicht alles dem Kapital überlassen.
Wenn wir den abschaffen und den Grundfunk errichten wollen, so wie es die AfD
in Sachsen-Anhalt vorhat, dann weiß ich nicht, ob es noch eine freie Meinungsbildung gibt.
Klar kann man auch den öffentlich-rechtlichen Rundfunk kritisieren,
gehört auch mit dazu, genauso wie ich die Demokratie kritisiere.
Nicht alles da läuft super, aber den abzuschaffen ist sicherlich nicht die beste Idee.
Also dann haben einige wenige die Macht darüber zu bestimmen,
was die große Mehrheit an Informationen wahrnimmt und dann natürlich auch entsprechend
wählt. Das sieht man doch in Russland, wie das funktioniert.
Da sind die Medien komplett in der Macht von Putin. Und natürlich kriegt Putin
dann irgendwie 90 Prozent bei irgendwelchen Wahlen oder 95 Prozent,
weil keiner mehr überhaupt weiß, dass es was anderes gibt,
und denkt, er sei der Größte und würde irgendwie Russland zu alter Stärke zurückführen.
Das ist ja auch das, was er tun will.
So und ich glaube nicht, dass die Unterstützung für Putin im eigenen Land daher
kommt, dass die Leute alle furchtbar gebildet und sich eine freie Meinung bilden
und sich verschiedene Sichtweisen anschauen und dann sagen, ja gut,
dann wähle ich halt Putin, weil das ist wirklich der Beste von denen,
sondern der kontrolliert es halt.
Und genauso probiert Putin und Russland das übrigens jetzt auch in anderen Ländern
über Medien, über Reichweite, Meinungen zu steuern.
Will man das? Also ich will das nicht.
Und das hat für mich nichts mit Demokratie zu tun und es ist auch kein besserer Ansatz als Demokratie.
Demokratie läuft nicht besonders gut, ist aber immer noch das Beste,
was wir haben. Es gibt noch keinen besseren Ansatz.
Wir können aber Dinge tun, um die Demokratie zu schützen. Und das fängt dabei
an, dass man keine Rechtspopulisten und Rechtsextremisten an die Macht lässt,
die dann Demokratie abbauen.
Denn, liebe Sachsen-Anhaltiner, die ihr hier zuhört, ich weiß,
Leute, die die AfD wählen wollen, erreiche ich sowieso nicht.
Das sind Rassisten, die wollen das so, die wollen einen autokratischen Staat,
die wollen weg von der Demokratie und glauben, dass es besser ist,
wenn wir zurückgehen in den Faschismus.
Das ist das Hauptvermacht verloren. Davon gibt es leider eine große Anzahl.
Die erreicht man nicht mehr.
Aber alle anderen erreicht man. Wenn du irgendwie denkst, du schaffst es nicht
zur Wahl zu gehen, ändert sich eh nichts, ist alles egal.
Überleg nochmal, ob du wirklich in einen Staat willst, wo man keine freie Meinungsbildung mehr hat.
Wo dann wie in Russland alles über Putin gesteuert wird. Ob man das wirklich
will? Ich glaube das nicht, dass du das willst.
Ich habe eine Zuschrift bekommen von einem Einschlafen-Podcast-Hörer,
der sich darüber beschwert hat, dass ich immer gegen die AfD stänke, weil er wird AfD wählen,
weil er Angst hat davor, dass wir sonst in einen Krieg mit Russland kommen,
weil alle anderen Parteien wollen ja die Ukraine unterstützen und nur die AfD
kann sich mit Putin verstehen.
Ich weiß nicht. Das letzte Mal, als ein faschistisches Deutschland mit Russland
paktiert hat, war der Hitler-Stalin-Pakt. Und wo hat der uns hingeführt?
Das ist sicherlich keine gute Idee, das zu wiederholen. Und ich glaube ganz
bestimmt nicht, dass wir sicher sind vor einem Krieg mit Russland,
gegen Russland, wenn die AfD an die Macht kommt. Das ist ganz sicherlich nicht
der Fall. Das schwächt uns einfach nur.
Das macht es Russland noch viel einfacher, uns anzugreifen.
Und zwar nicht unbedingt mit Panzern, die hier einrollen, sondern einfach dadurch,
dass sie kontrollieren, was in Deutschland passiert, ohne uns militärisch anzugreifen.
Der Krieg läuft längst. Also dieser digitale Krieg, der ist längst am Laufen.
Und wir können nur durch eine starke, wehrhafte Demokratie dagegen angehen und
nicht dadurch, dass wir die Leute, die von Putin bezahlt werden, sprich die AfD,
dann in die Parlamente wählen, dass sie da unterstützen. Das ist einfach der falsche Ansatz.
Wenn wir die Demokratie zu etwas Besserem machen wollen, dann brauchen wir andere
Vorschläge als Rechtspopulisten und Rechtsextreme zu wählen.
Dann müssen wir erstmal selber mit reingehen in die Demokratie.
Dann müssen wir Dinge, die uns nicht gefallen, an der Demokratie ändern.
Aber nicht das System hinschmeißen und Scheiße fressen. Das ist einfach echt keine gute Idee.
So, was macht das jetzt mit mir? Ich mache Wahlaufrufe. Ich gehe wählen.
Es ist ganz, ganz wichtig, gerade in Sachsen-Anhalt, wo es wirklich darauf ankommt,
dass alle Nichtwähler sich bewusst sind, dass sie dazu beisteuern,
Demokratie abzuschaffen.
Es ist dann nicht so, dass man in fünf Jahren neu wählen kann und wenn uns die
AfD nicht gefällt, dann wählen wir wen anders. Demokratie ist dann kaputt.
Vielleicht noch nicht vollständig, aber das ist das, woran die AfD arbeiten
wird, Demokratie abzuschaffen.
Ihr könnt euch dann nicht das nächste Mal entscheiden, irgendwas Besseres zu wählen.
Wählt die Grünen, wählt die SPD, wählt die Linke, meinetwegen im schlimmsten
Fall, wählt die CDU, wählt irgendwas Demokratisches, damit das eben nicht so
kommt, dass die AfD an die Macht kommt.
Und ich werde jedem Nichtwähler genauso viel vorwerfen wie jedem AfD-Wähler,
auch wenn euch das Bier nicht schmeckt, trinkt lieber das, als aus der Toilette zu trinken.
In diesem Sinne, es gibt einen Discord-Channel, mik.fm-discord, d-i-s-c-i-o-r-d,
mik.fm-discord, ist der einschlafen Discord, da gibt es einen Haltungskanal,
diskutiert dort gerne untereinander und mit mir, wenn ihr anderer Meinung seid.
Und ja, geht wählen, wählt was Demokratisches.
Informiert euch über taktisches Wählen, da gibt es eine riesen Kampagne dazu
und eine Webseite, taktisch wählen, kann ich mal eben googlen,
könnt ihr selber googlen.
Taktisch wählen, begleitetes wählen, begleitetes googlen mit Tobi Beyer,
taktisch wählen, Sachsen-Anhalt.
So, taktisch wählen.de, taktisch-wählen.de, Sachsen-Anhalt, aber demokratisch.
Kann man seine Postleitzahl eingeben und dann kann einem direkt gesagt werden,
was du in deinem Wahlkreis machen kannst, um rechtsextreme Regierungen zu verhindern.
Wir hören uns. Bis dann. Euer Tobi.