Haltungsblock 5 ~ Faschismus und taktisch wählen in Sachsen-Anhalt

Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Islamisten und Rechtsextremisten? Beide wollen Frauen und Anderslebende unterdrücken. Lasst uns dagegen kämpfen, Keine Angst!
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Toby

Veröffentlicht am 03.08.2026
Faschismus und taktisch wählen in Sachsen-Anhalt - Episodenbild

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Diese Transkription enthält vermutlich ein paar Fehler, hilft aber bei der Suche. Wer das hier liest schläft auch ein!


Moin, ich bin Tobi und ihr hört den Haltungsblog im Einschlafen-Podcast.
Es ist leider mal wieder soweit, wir müssen über Faschismus reden.
Ich möchte über Faschismus reden.
Das ist unangenehm, das ist ein bisschen ekelhaft und auch fast langweilig,
weil ihr alle meine Haltung dazu kennt. Aber es ist notwendig,
deswegen müssen wir uns damit beschäftigen.
Was sind denn die aktuellen Anlässe? Es gibt drei und zwar erstens den CSD bzw.
Pride Parade, wie man international sagt.
Dann das Lied Keine Angst von Danger Dan und die Wahlen, die jetzt demnächst
anstehen. Im nächsten Monat gibt es Landtagswahlen in mehreren Bundesländern
und auch Kommunalwahlen.
Zum Beispiel auch hier in Karkensdorf in Niedersachsen, wo ich wohne.
So, wie passen das alles zusammen? Also es gab am vorletzten Wochenende beim,
CSD Pride Parade, ich weiß gar nicht, wie der offizielle Titel ist,
der Veranstaltung in Berlin,
einen Anschlag, wo eine Person getötet worden ist und mehrere verletzt worden sind.
Und das ist ja gar nicht zu beschreiben, wie mich das trifft und wie die gesamte
Community das getroffen hat.
Dabei bin ich nicht mal richtig Teil der Community. Ich bin Ally,
ich bin selber nicht queer, aber ich habe einen queeren Sohn.
Ich bin ein Transparent und ich bin sehr stolz auf diesen Wortwitz und auf meinen
Sohn und deswegen fühle ich mich da, also auch schon vorher fühlte ich mich als L.A.
Dahin gezogen und seitdem ich Kinder habe, die auch beide queer sind,
ist es noch klassklarer, also erlebbarer für mich geworden, wie wichtig es ist,
das da als L.A. aufzutreten.
Die CSDs, Christopher Street Days, beziehungsweise Pride Parades,
habe ich in der Vergangenheit eher als lustige Party wahrgenommen.
Ich bin dahin, um auch zu feiern.
Wir hatten da von der Firma aus mal einen Truck. Und es geht da um laute Musik,
um Tanz, um lustig sein, um Alkohol trinken. Das ist eine Party. Da wurde gefeiert.
Und der eigentliche Anlass für so etwas, nämlich sich zu zeigen und zu protestieren
und für Rechte und Wahrnehmung zu kämpfen, ist irgendwie in meiner Wahrnehmung
immer ein bisschen weiter nach hinten gerückt.
Das war zwar ein wichtiger Teil, ist immer gewesen, aber viel wichtiger war da Spaß zu haben.
Und seit dem Anschlag vor einer und halb Wochen oder jetzt vor einer guten Woche,
ist klar geworden, nein, es geht da nicht ums Feiern.
Es geht wirklich darum, dass wir unsere Bedürfnisse in einer freien Gesellschaft
zu leben sichtbar machen, laut machen.
Und entsprechend war es jetzt am vergangenen Wochenende ein bisschen anders,
auf den Christopher Street Day in Hamburg zu gehen. Der war nämlich jetzt am
vergangenen Samstag in Hamburg.
Ich bin hin, habe mich da mit einem Kumpel getroffen, hatte ein Regenbogen St.
Pauli-Shirt an und meine große Regenbogen St. Pauli-Flagge dabei.
Denn am Abend 18.30 Uhr war noch ein Testspiel vom FC St.
Pauli, das letzte Testspiel, was man dann immer Saisoneröffnung nennt,
aber noch kein Punktspiel, gegen Acorunia Deportivo, einen spanischen Verein,
der gerade in die spanische 1. Liga aufgestiegen ist.
Und das wollte ich halt verbinden, CSD und Fußball. Passt ja auch ganz gut zusammen in meinem Fall.
So und ich war so ein bisschen angespannt dahin zu gehen, weil ja,
erstens ist das sicher, zweitens kriegen wir die Message rüber, drittens,
stellen wir sicher, dass es für alle sicher ist und ein gutes Erlebnis ist und,
ich hatte auf dem CSD den Eindruck, ja das gelingt,
es wurde sehr viel auf Berlin angesprochen, bei den Durchsagen die ich gehört
habe, es war eine gute Stimmung, es war wirklich irgendwie eine gute Veranstaltung
Ich habe mich da wohl gefühlt.
Ich habe natürlich gar nicht alles mitbekommen. Ich war nicht bei den großen
Bühnen. Ich war eher so an den kleinen Bühnen am Ball hinterm.
Und ja, habe sicherlich nicht alles mitbekommen. Aber es fühlte sich gut an.
Genau, Fußballspiel lasse ich mir außen vor. Ist auch nicht so wichtig.
Da war auf der Haupttribüne eine große Regenbogenflagge. Aber ich meine,
hey, das ist halt St. Pauli, die Progress Flag.
Das ganze Jahr über und nicht nur am CSD.
So, nach dem Fußballspiel ging es dann aber für mich los.
Ich bin dann kurz auf dem Dom und habe mir Schmalzgebäck geholt,
weil ich das gerne esse und weil ich nochmal Hunger hatte. Und ich war so ein
bisschen betrunken, weil im Stadion gab es dann auch das eine oder andere alkoholische Getränk.
Und wir haben uns das gut gehen lassen. Es war ein tolles Spiel und ich war
so ein bisschen beschwingt und auch war ein gutes Spiel, so erleichtert.
Und bin dann in die U-Bahn, da war es mir dann zu voll. Es war rappelvoll, war natürlich Dom.
War Fußballspiel, war CSD und die ganze Stadt war rappelvoll.
Ich bin also an den Landungsbrücken wieder ausgestiegen und habe da mein Schmalzgebäck
gegessen, direkt an einer U-Bahn-Haltestelle und wollte ein,
zwei U-Bahn abwarten, gucken, ob es leerer wird.
Und auf einmal kommen da drei Jungs auf mich zu. Also die hatte ich schon am Bahnsteig gesehen.
Die kamen da die Treppe hoch zur U-Bahn-Haltestelle, die ist da ja überirdisch.
Und so nach fünf Minuten Wartezeit kamen die dann zu mir und pöbelten mich an.
Es waren drei junge Männer, alle drei deutlich jünger als ich.
Ich bin 51, die waren so 35 vielleicht, keine Ahnung.
Und der eine pöbelte mich halt an, was denn mir einfällt, mich so anzuziehen,
wie ich denn aussehe, ob mir das nicht peinlich sei.
Hat mich beschimpft mit homofeindlichen Begriffen und mich auch vollidiot genannt
und dass ihm das ja peinlich ist und wäre und so.
Also ich wusste überhaupt nicht, wie ich reagieren sollte. Ich saß da,
habe mein Schmalzgebäck gegessen und ich war halt leider auch ein bisschen betrunken
und war völlig überfordert von der Situation.
Und es gab mal eine Situation, da bin ich von einem Nazi angegriffen worden.
Das ist allerdings 30 Jahre her, da war ich ein paar und 20.
Und da hatte ich grüne Haare und das war auch an der U-Bahn,
allerdings U3 am Hauptbahnhof, Hauptbahnhof Süd.
Und eine ganz andere Situation. Ich hatte damit gar nicht gerechnet, ehrlich gesagt.
Und er kam dann auch mal näher und setzte sich dann irgendwann neben mich und
pöbelte mich halt irgendwie voll.
Und ich glaube, er hat es irgendwie darauf angesetzt, dass ich dann irgendwie ausfallend werde.
Ich weiß nicht, was der genau vorhatte damit.
Aber es fühlte sich halt richtig scheiße an. Und ich kann mir jetzt noch besser
vorstellen, wie es jeden Tag für jemanden sein muss, der offensichtlich queer
ist, weil ich bin nicht offensichtlich queer. Ich bin halt auch gar nicht queer. Ich bin halt Ally.
Ich habe zwar häufiger mal Regenbogensachen an, aber ich habe auch gehört,
dass es gerade bei Pride Parades und CSDs häufiger zu solchen Übergriffen kommt
gegenüber queeren Menschen als sonst.
Aber ja, Frauen werden täglich belästigt, queere Menschen werden täglich belästigt,
schwarze Menschen werden täglich diskriminiert.
Und ich als alter weißer Mann bin davon befreit. Das ist ein Privileg,
dass ich am Samstag irgendwie zu spüren bekommen habe, dass es anderen Menschen
jeden Tag so geht wie mir in dieser Situation da.
Und für mich ist es einfach dem zu entkommen. Außerdem bin ich groß und männlich.
Okay, ich war betrunken und 20 Jahre älter als die anderen drei.
Es wäre wahrscheinlich schlecht für mich ausgegangen, wenn es zu Handgreiflichkeiten
gekommen wäre. Aber es ist halt nicht, ich habe einen dummen Spruch gebracht,
habe ich mich hinterher auch ein bisschen für geschämt. Ich habe ihn dann gefragt,
warum willst du wissen, ob ich schwul bin? Bist du interessiert oder was?
Das war lustig und die anderen beiden haben sich auch kurz, haben so kurz gepustet
und ihm war es offensichtlich auch unangenehm.
Hätte ich natürlich nicht machen sollen, weil Provokation ist in so einer Situation,
glaube ich, eher gefährlich. Und ich würde allen, die davon häufiger betroffen
sind, das dann, glaube ich, nicht zu raten.
Ich habe sie dann ignoriert. Das ist die bessere Strategie. Wir sind gemeinsam
in die U-Bahn eingestiegen. Da haben die sich mit anderen St.
Pauli-Fans verbrüdert, stellte sich raus, in Gladbach-Fans haben sie gemeinsam
irgendwelche Fangesänge angestimmt.
Die anderen St. Pauli-Fans waren aber eben auch nicht in Regenbogen, sondern in Braun-Weiß.
Keine Ahnung. Das war äußerst unangenehm. Ich bin dann kurz bei meiner Tochter
gewesen. Die hat gearbeitet auf dem CSD, hat Licht gemacht auf einer Bühne.
Und habe dann gesagt, ich kann nicht mehr, ich muss jetzt auch nach Hause und
das und das ist passiert.
Und in der Bahn nach Hause ist dann gleich das nächste passiert.
Da saßen ein paar Reihen vor mir, eine ältere Person mit einer langen,
blonden Lockenperücke und stark geschminkt.
Also ich hätte sie eher männlich gelesen, keine Ahnung, wie sie sich identifiziert.
Offensichtlich kam diese Person vom CSD. So und,
da gab es dann auf einmal Tumult, da war jemand anders daran vorbeigegangen
und es gab dann irgendwie Tumult und die andere Person ist dann auch weggegangen
und die Person mit der blonden Perücke hat dann gesagt, der hat mich getreten,
was ist hier los, was soll das, wieso werde ich getreten?
Und, naja, anscheinend, wie gesagt, ich kann das jetzt nur aus dem erzählen,
was ich dann nachgehört habe.
Anscheinend hatte die Person mit der blotten Perücke die Füße hochgelegt auf
so einem Vierer und wurde dann eben angesprochen, dass der Vorbeikommende dort sitzen wollte.
Und die Person mit der Perücke hat nicht schnell genug reagiert und dann hat er halt getreten.
Widerlich. Also ganz merkwürdig. So, und dann wurde die Polizei gerufen und
schwupps war der ganze Zug involviert,
und interessanterweise hat der ganze, also die eine Hälfte des Waggons hat dann,
Partei ergriffen, oder die kleinere, der kleinere Anteil des Wagens hat Partei
ergriffen für die Person mit Perücke,
dass das natürlich okay ist, die Polizei zu rufen, wenn man getreten wird.
Das ist irgendwie nicht in Ordnung.
Und der größere Anteil des Wagens hat sich aufgeregt, dass es jetzt zu einer
Verspätung kommt und dann auch wieder zu Schmähbegriffen gegriffen.
Und es war fürchterlich. Also es war eine ganz eklige Situation.
Ich war müde, ich war betrunken und das passiert einfach die ganze Zeit.
Es wird einfach die ganze Zeit, ist die Gesellschaft dafür oder nimmt es in
Kauf, dass wenige dafür sind, dass Menschen nicht so sein dürfen, wie sie sein wollen.
Es wird einfach dauerhaft,
erwartet, dass man sich einer Norm hingibt, dass man sich einordnet und.
Andere Lebensentwürfe, andere sexuelle Ausrichtungen, andere Vorlieben werden
einfach nicht akzeptiert und mir scheint es, dass ein immer größerer Anteil
der Bevölkerung das auch okay findet, wenn dann da Übergriffe stattfinden.
Das ist wirklich fürchterlich.
Das ist mir wirklich schlecht geworden und nicht vom Alkohol.
Es ging dann noch weiter. Der Zug ist dann doch irgendwann losgefahren aus dem
Hauptbahnhof raus. Erster Halt ist dann Hamburg-Harburg.
Und da drohte es dann noch weiter zu eskalieren. Am Ausstieg gab es dann irgendwie wieder Pöbeleien.
Und zwei jüngere Frauen, auch so Mitte 30, die sehr mutig waren und Parteiergriffen
haben für den Getretenen, sind dann da runter.
Und ich bin dann auch mit runter, weil ich gesagt habe, okay,
wenn die mutig sind, ich sollte mich wenigstens vielleicht dazustellen und irgendwie
Beistand leisten, keine Ahnung was.
So, und habe mich dann damit hingestellt. Denn der Angreifer stellte sich raus
als Mann aus Kasachstan, der aber schon lange in Deutschland lebte,
klar deutsch gesprochen,
wahrscheinlich war er sogar Deutscher, aber er meinte, ich komme aus Kasachstan,
das ist ein gutes muslimisches Land, da sind die Männer noch Männer und das
sind nicht die bösen Islamisten, sondern einfach nur gute Muslime und er hat irgendwie,
völlig wirres Zeug geredet, was irgendwie mit der Situation überhaupt nichts zu tun hatte. Ja.
Und dann sah er mich in meiner St. Pauli-Klamotte und dann meinte er, oh, ich bin St. Pauli.
Das glaubt nicht, dass du St. Pauli. Ja, ich gehe schon seit 99 ins Stadion.
Ich war auch gerade beim Testspiel.
Und um das zu beweisen, zog er dann sein T-Shirt hoch und darunter steckte vorne
in seiner Hose eine große Tüte mit schätzungsweise einem halben Kilo Marihuana.
Das ist ein ganz merkwürdiger Beweis, dass er also auch im Stadion war.
Und in dem Moment ging hinter ihm die Tür auf, weil wir in Harburg waren und
da stand ein Polizist und hat gesagt, ah ja, bitte einmal aussteigen.
Die Tüte mit der Marihuana ist dann unauffällig zwischen Zug- und Bahnsteigkante nach unten gefallen.
Ich habe mir überlegt, ob ich den Polizisten darauf aufmerksam machen soll,
aber ich war so perplex und wir haben uns irgendwie, die Frau und ich,
wir haben uns angekündigt, ist das alles echt hier? Ist das irgendwie ausgedacht?
Und naja, die Typen neben mir im Zug, die auch komplett, genauso wie ich komplett unbeteiligt waren.
Die haben dann halt noch relativ lange rumgepöbelt und sich beschwert und gesagt,
weiß ich nicht, der soll sich nicht so anstellen, haben auch homofeindliche
Beleidigungen gegenüber der Person Perücke gebracht.
Und die habe ich dann irgendwann angeguckt und gesagt, könnt ihr euch mal beruhigen?
Und dann waren sie ganz aufgebracht, dass sie sich doch wohl eine Meinung äußern dürfen.
Ich so, ja, aber es geht hier um 10 Minuten Verspätung, vielleicht jetzt 20
Minuten, beruhigt euch doch einfach mal. Was mischt ihr euch denn da ein,
dass eine Straftat passiert? Ja, aber das hat doch gar kein Messer im Rücken,
So geht das die ganze Zeit. Und es gibt Menschen, die wollen diese Unterdrückung.
Vielleicht fragt ihr euch jetzt, was hat das mit Faschismus zu tun?
Das in Berlin war doch schließlich ein Islamist oder mutmaßlich.
Und das ist vermutlich richtig, dass es in Berlin ein Islamist war.
Der Unterschied ist nur gar nicht so groß. Denn Islamisten, also zum Beispiel
die Taliban in Afghanistan, die wollen Menschen unterdrücken.
Die unterdrücken Frauen, die unterdrücken Kinder. Da dürfen Mädchen nichts lernen.
Das ist eigentlich das Gleiche wie die Rechtsextremisten hier im Westen.
Die wollen einfach bestimmen, wie die Gesellschaft zu leben hat.
Und wenn es dann andere Ideen gibt, andere Lebensantwürfe, wenn Frauen selbstständig
sein wollen, dann ist das da nicht okay.
Und das ist eigentlich kein so großer Unterschied zwischen Islamismus und Faschismus.
Das ist beides autoritäres Gehabe und Unterdrückung von Andersdenkenden und Anderslebenden.
Und ich glaube, die Jungs aus Gladbach, die mich angegriffen haben,
das waren sicherlich keine Muslime und keine Islamisten und die waren einfach nur homofeindlich,
und der Mann im Zug hat sich zwar als Moslem bezeichnet,
das war aber irgendwie völlig irrelevant in der Situation, er hat einfach jemanden
getreten, der nicht getreten hätte werden dürfen, also niemand darf einfach so getreten werden.
Ja, was macht man damit?
So, Danger Dan und Igor Livid haben einen Song gemacht, Keine Angst,
der durfte in der ZDF-Anstalt dann doch nicht aufgeführt werden.
Sehr merkwürdiger Vorgang.
Aber viel mehr Aufmerksamkeit hätte dieser Song gar nicht bekommen können, als durch diese Absage.
Insofern ist das natürlich gut. Finde ich es gut, dass das nicht dort gezeigt worden ist?
Nein, natürlich nicht. Also das halte ich für eine falsche Entscheidung.
Begründung war ja, dass der Song zu Gewalt aufrufen könnte oder das Aufruf zu
Gewalt verstanden werden könnte.
Oder Relativierung, ja, das mag ja sein, aber vielleicht ist ja Relativierung
auch eine Sache, die mal diskutiert werden müsste, denn die Menschen,
die in diesem Song gegrüßt werden, was dann ja der große Aufreger war,
sind zwar zum Teil verurteilt für Gewalt gegen Menschen.
Muss man aber nochmal gucken, Denn die eine Person ist verurteilt in Ungarn,
also nicht nach dem deutschen Rechtssystem, sondern nach dem ungarischen Rechtssystem,
für einen Angriff auf eine Veranstaltung in Ungarn.
Tag der Ehre heißt sie, glaube ich, wo Menschen in SS-Uniform auflaufen.
Also Tag der Ehre ist da halt eine Nazi-Versammlung. Und wenn man da hingeht
und da Stunk macht, weiß ich nicht, vielleicht muss man da auch mal relativieren.
Das halte ich nicht für, sollte nicht verboten sein, darüber mal zu reden,
wie gehen wir eigentlich mit Nazis um, die irgendwie die,
Geschehnisse im Zweiten Weltkrieg in Nazi-Deutschland relativieren oder sogar feiern,
die Unterdrückung wieder einführen wollen, die autoritäre Machtstrukturen sich zurückwünschen.
Aber das ist etwas, dagegen muss man kämpfen.
Und der ganze Song, keine Angst, geht eigentlich nur darum, Menschen,
die sich dagegen wehren wollen, zu unterstützen.
Und es gibt Regionen in Deutschland, wo diese Unterstützung bitter, bitter nötig ist.
Kommen wir zum dritten Punkt, warum über Faschismus geredet werden muss und
das sind die Wahlen in Sachsen-Anhalt.
Und hier hört bitte alle zu, alle die in Sachsen-Anhalt leben und wahlberechtigt sind.
Das ist wirklich wichtig, denn die Gefahr besteht tatsächlich,
dass die AfD dort an die Regierung kommt.
Und entweder allein, wenn sie über 50% der Sitze bekommen, dazu braucht man
nicht 50% der Stimmen, sondern nur 50% der Sitze, oder wenn sie irgendwie einen
Koalitionspartner finden.
Keine Ahnung, ob das die CDU machen würde, BSW vielleicht sogar eher,
wer weiß das alles schon.
Und das ist eine große Gefahr, denn wenn die AfD in einem Bundesland an die
Macht kommt, dann werden dort Dinge passieren, die so leicht nicht reversibel sind.
Das ist nicht so, dass dann in fünf Jahren wieder eine Landtagswahl ist und
dann kann man die anderen wählen und dann ist alles wieder heile.
Das ist ein Schaden, der wird sich über Jahrzehnte strecken,
was dann passiert mit Änderungen der Lehrpläne, mit Entlassungen,
von Staatsbediensteten und Installieren von Kadertreuen, mit Installationen von Richtern.
Da werden gerade sehr viele Richter neu besetzt. Es gibt ganz viele Podcasts,
wo ihr euch anhören könnt, wie schlimm das wird und wie schädlich das wird.
Nicht nur über die fünf Jahre AfD-Regierung, sondern weit drüber hinaus.
Wenn das da so passiert. Und ihr könnt was tun. Nicht nur wählen gehen,
nicht nur demokratisch wählen gehen, sondern gerade bei dieser Wahl in Sachsen-Anhalt
ist taktisches Wählen sehr, sehr wichtig.
Denn wie ich gesagt habe, es geht nicht nur darum, dass die AfD unter 50 Prozent
der Stimmen bleibt. Das sieht ja nach den Umfragen so aus, sondern es geht um die Sitze im Landtag.
Und da gibt es die 5-Prozent-Hürde. Und es gibt zwei Parteien,
die halt in den Umfragen bei etwa 5 Prozent sind. Das sind die Grünen und die SPD.
Wenn die beide nicht reinkommen, dann sind halt knapp 10% der demokratischen
Wählerstimmen verloren.
Und die zählen dann halt nicht mit auf die Sitzverteilung. Das heißt,
wenn die beide nicht mit reinkommen, ist die Wahrscheinlichkeit,
dass die AfD in die Regierung kommt, deutlich höher.
So, das heißt, wenn du in Sachsen-Anhalt lebst, wenn du wählen kannst und du
nicht möchtest, dass Faschismus in deinem Bundesland langfristig installiert wird.
Dann solltest du dir überlegen, ob du nicht vielleicht deine Stimme der SPD
und den Grünen geben möchtest, auch wenn du eigentlich die Linken oder die CDU
oder irgendwas anderes Demokratisches wählen möchtest.
Denn damit machst du die Wahrscheinlichkeit geringer, dass die AfD dran bleibt.
Und je wahrscheinlicher das ist, dass die Grünen und die SPD mit in den Landtag einziehen.
Weiß ich nicht, vielleicht ist das ja, wenn du eigentlich CDU wählen würdest,
eine Option, die SPD zu wählen. Das ist eh kein großer Unterschied.
Und damit stellst du halt sicher, dass die SPD mit rein. Wenn du die Linken
wählen willst, kannst du ja vielleicht auch SPD oder Grüne wählen.
Die sind sicher inhaltlich gar nicht so unterschiedlich alle,
vor allem was den Umgang mit der AfD angeht.
Und damit könnt ihr euch schützen. Das könnt ihr Deutschland schützen,
nicht nur Sachsen-Anhalt, sondern da muss ganz Deutschland geschützt werden.
Vor dem autoritären Regime von Rechtsextremen.
Das ist wichtig. Bitte tut das. Und ich wünsche allen, die vorhaben,
die AfD zu wählen, dass sie irgendwie sich nochmal ganz doll gegen den Kopf
hauen und überlegen, bin ich eigentlich doof?
Denn das ist so schädlich. Ich glaube nicht, dass hier viele zuhören.
Ich weiß aber, dass es Einschlaf- und Podcast-Hörer gibt und die hören dann
ja hoffentlich auch den Haltungsblock, die AfD wählen, gewählt haben.
Bei der letzten Bundestagswahl, da habe ich Zuschreibungen bekommen.
Die haben Angst, dass ihre Söhne in den Krieg ziehen müssen,
wenn nicht die AfD an die Macht kommt und sich endlich mit Putin verbrüdert.
Das ist völlig bescheuert. Was ist denn das letzte Mal passiert,
als sich Nazi-Deutschland mit den Russen verbrüdert hat?
Kann man mal in die Geschichtsbücher gucken. Das ist einfach hirnrissig,
die Begründung, mit denen AfD gewählt wird. Oder die haben vielleicht Angst vor dem Islam.
Habe ich vorhin erklärt. Da ist kein großer Unterschied. zwischen den Faschisten
in Deutschland und den Islamisten in Afghanistan.
Also das geht einfach nur um Unterdrückung. Und als Frau sollte man die auf
gar keinen Fall wählen. Es sei denn, man möchte, dass alle Frauen zurück in
die Küche und an den Herd und abends die Beine breit machen,
damit man möglichst viele Kinder kriegen kann. Das ist das, so steht es im Programm der AfD.
Und das ist einfach, ja, eine Gefahr für Deutschland, bitte.
Bitte kommt zur Raison. Genau. Ich glaube nicht, dass es zu diesem Haltungsblog
viel Diskussionsbedarf gibt, aber wenn es den gibt,
da gibt es einen Haltungs-Channel und wir sehen uns da. Dankeschön.