Hier der Link zum Workshop: https://discoverthetopfloor.com/workshop-grossformat-fotografie-im-grossen-stil.html
Und hier das Album mit meinen ersten Bildern: http://mik.fm/ep605fotos
Ich hab bei Chris und Moni einen Workshop gemacht und bin total begeistert von Großformatfotografie! Ich habe wirklich den Eindruck, dass es mich sehr weiter gebracht hat, nicht nur im Großformat, aber auch das kann ich jetzt! Macht richtig Laune!Veröffentlicht am 04.08.2026
Transkription
Diese Transkription enthält vermutlich ein paar Fehler, hilft aber bei der Suche. Wer das hier liest schläft auch ein!
Hallo ihr Lieben und herzlich Willkommen zum Einschlafen-Podcast-Episode 605.
Ich bin Tobi, ich lese euch heute ein bisschen Goethe vor aus der italienischen Reise.
Wir sind immer noch im Jahr 1786 am 3. Dezember in Rom.
Davor gibt es ein bisschen Rainer Maria Rilke. Das Gedicht heute ist sehr kurz,
vom Titel her. Es heißt Der Sohn. Wie lange das Gedicht selber ist, weiß ich noch nicht.
Aber im Vergleich zu den anderen Gedichtstiteln ist das ein bisschen kürzer.
Und davor erzähle ich euch ein bisschen was, damit ihr abgelenkt seid von euren
eigenen Gedanken und besser einschlafen könnt.
Ja, ich muss gerade noch ein bisschen runterkommen. Ich habe gerade den Haltungsblock
aufgenommen. Falls ihr den nicht angehört habt, würde ich mich freuen, wenn ihr,
zu einer ruhigen Minute, wo ihr nicht einschlafen wollt, dann mal anhört.
Und gegebenenfalls Feedback gebt im Discord. mcfm.discord.
Das ist ein Haltungskanal.
So, aber ich habe ein Thema, bei dem ich mich super entspannen kann.
Wobei, man muss es unterscheiden. Also.
Es ist Urlaub für den Kopf. Gleichzeitig muss man super konzentriert sein.
Denn es geht um Großformatfotografie. Ein Thema, das mich schon länger mal interessiert
und wo ich immer mal so drüber nachgedacht habe.
Und jetzt hat es sich endlich ergeben, dass ich einen Workshop mitmachen konnte,
den ich auch schon länger im Blick hatte.
Und der war großartig. Und von dem Workshop erzähle ich auch.
Ausführlichst. Aber erstmal, da wird es so eine ganze Kapitelmarke zu geben,
da könnt ihr vorspulen, wenn ihr nur das hören wollt.
Vorher aber erzähle ich ganz viel über, was ist eigentlich ein Großformat und,
was ist das alles und warum überhaupt.
Aber bevor ihr alle einschlaft und dann ganz am Ende den Bericht über den Workshop
nicht mitbekommt, es handelt sich um den Workshop von Chris Marquardt und Monika
André in der Viewfinder-Villa von Hannover.
Wird leider noch einmal im Jahr angeboten. Der nächste ist am 13. und 14. März.
Habe ich es richtig gesagt? Ja. Wo ist es da? 13. und 14. März 2027.
Ist also noch reichlich Zeit.
Aber ihr solltet euch schnell einen Platz klicken, denn es gibt nur sechs,
glaube ich, maximal sechs Teilnehmer.
Und dann schauen wir mal, wen wir da nächstes Jahr alles treffen.
Vielleicht bin ich auch wieder dabei.
Klickt euch da hin. Der Link ist an der Episode verlinkt. Ist jetzt ein bisschen
Werbung. Ist unbezahlte Werbung. Ich bekomme dafür nichts.
Aber es hat mich wahnsinnig begeistert, diesen Workshop mitzumachen.
Und wenn ihr euch irgendwie auch nur ansatzweise für Fotografie interessiert,
kann ich das nur empfehlen.
Aber jetzt erstmal, was ist denn eigentlich Großformatfotografie?
Also, es gibt ja Kameras, mit denen kann man Fotos machen und die haben unterschiedlich
große Filme oder Sensoren.
Als ich früher mit meinem Vater Ende der 80er, Anfang der 90er das Fotografieren
gelernt habe und wir auf Hochzeiten fotografiert habe und ich,
ja, als ich dann 18 war, das erste Mal allein Hochzeiten fotografiert habe,
20 Rollen Filmfolge geknallt habe mit Papas X700, die ich immer noch habe.
Da war das Kleinbild. So, das Kleinbild, das sind diese Rollen mit Film drin.
Und das haben wir damals ausschließlich gemacht.
Wir haben irgendwann noch eine Dynax gekauft, da war mir Papa sehr stolz.
Und das waren dann halt die Kameras, die wir benutzt haben.
2003 bin ich Vater geworden zum ersten Mal.
Und habe mir tatsächlich zu diesem Anlass dann meine erste Digitalkamera gegönnt.
Mein Vater hatte vorher schon eine.
Der hatte so eine Kodak 4600, keine Ahnung, was an den...
Und die Qualität damals war fürchterlich. Meine erste war eine Sony.
Das war so eine, ich weiß es nicht mehr, ist egal.
Irgendeine Systemkamera von Sony mit einer relativ großen Linse,
wo Zeiss draufstand oder so.
Aber halt fest verbaute Linse mit so einem kleinen Body. Große Linse, kleiner Body.
Ich habe immer mal wieder nachgeguckt, wie das Ding heißt. Man kriegt das aber
nicht mehr. Den Nachfolger gibt es noch auf Ebay.
Die Kamera, die ich hatte, irgendwie gibt es die nicht mehr.
Die gab es auch nur ganz kurz. Mit diesem Memory-Stick, so eine Speicherkarte,
die aussieht wie ein Kaugummi.
Ja, so und dann kurze Zeit später habe ich auch gemerkt, so ja,
eigentlich macht das doch Spaß mit der Digitalfotografie, das habe ich vorher
halt nicht intensiv gemacht und.
Digitalfotografie war ein großer Unterschied, weil ich natürlich bei Hochzeiten,
wo ich dann 20 Rollen Filme dabei hatte,
geballert habe, wie blöd, also ein Foto nach dem nächsten und wir hatten sehr viel Ausschuss.
Also von den 20 mal 36 Bildern waren, wenn wir gut waren, 10% waren brauchbar
für das Fotoalbum, was wir hinterher dem Hochzeitspaar verkauft haben.
Und der Rest war Ausschuss. So, und bei Digitalfotografie ging das so ähnlich,
nur war es halt nicht so teuer, sondern man konnte halt einfach dann immer fotografieren.
Und scheißegal, wie viele Bilder eigentlich gut geworden sind.
Und da was jetzt mittlerweile ist ja in der Digitalfotografie,
die Auswahl der Bilder, die man eigentlich gut findet, das Schwierigere als die Kamera zu bedienen.
Vielleicht. Jetzt stelle ich mal so einen Raum, ob das richtig ist.
Vielleicht auch nicht. So.
Und dann war ich aber angefixt und wollte dann eine bessere Kamera haben.
Habe mich damals mit Stefan Grünfeld irgendwie drüber unterhalten.
Und das war damals und ist heute immer noch mein Lieblings-St. Pauli-Fotograf.
Wir haben uns irgendwie kennengelernt. Er hat meine Familie fotografiert. Ein super netter Typ.
Da habe ich ihn gefragt, was nimmt man denn so? Und dann meinte er,
ja, der beste Tipp ist, such dir ein System aus, das du nicht so oft wechselst.
Und wo du Leute hast, wo du dir Linsen ausleihen oder gebraucht kaufen kannst.
Und er war halt ein Nikon-Benutzer.
Und hat gesagt, wenn du Nikon machst, ich hätte hier eine Linse,
die könnte ich dir gleich anbieten. 35mm-Linse.
Und dann habe ich halt eine Nikon-Spiegelreflexkamera gekauft.
Meine erste war die D5100.
Die hatte einen Crop-Sensor, einen kleineren Sensor. Und das 35mm von Stefan
habe ich lange Zeit sehr, sehr gerne benutzt.
Und habe dann irgendwann noch ein Upgrade auf die D7100 gemacht.
Also eine etwas noch größere, modernere Spiegelreflexkamera,
aber auch mit Crop-Sensor. APS-C heißt das Format. Was heißt das?
Bei Digitalkamera gibt es das sogenannte Vollformat. Das war früher halt so,
dass das Nonplusultra und ist auch heute noch recht weit verbreitet,
als das sind die guten Kameras.
Und dann gibt es Kameras mit kleineren Sensoren, verschiedene Größen.
APS-C ist die häufigste Variante.
Und da gibt es dann, die werden auch Crop-Sensoren genannt, weil die sind halt
einfach kleiner und machen dadurch automatisch einen Zuschnitt von dem Bild.
Ihr müsst euch also vorstellen, dass in der Kamera ist ein Sensor,
der ist irgendwie so rechteckig und an der gleichen Stelle, wo dieser Vollformat-Sensor
bei guten Kameras ist, ist bei Crop-Kameras ein kleinerer Sensor.
Das heißt, alles was außerhalb von diesem kleineren Sensor ist,
wird einfach nicht mit aus Bild kommen. Das ist halt ein Crop.
Das hat den Vorteil, dass man andere Linsen bauen kann, die billiger sind,
weil sie einfach nicht so viel Sensor ausleuchten müssen. Dazu komme ich später nochmal.
Und dadurch werden diese Kameras günstiger, die Sensoren sind natürlich auch
nicht so teuer und hat halt einen ganzen Schwung Unterschiede.
Aber irgendwann waren mir das dann natürlich auch die 7100a,
die Ansprüche steigen und man möchte dann mehr Freistellung.
Ich wollte irgendwie Vollformat, das war mir irgendwie wichtig.
Und dann fiel mir auf, ach Mensch, ich habe ja noch Vollformat zu Hause,
denn Vollformat in der digitalen Welt ist nichts anderes als Kleinbild in der
analogen Welt. Und ich hatte ja noch die X700, Minolta X700 von meinem Papa.
Im Kleinbildformat. Und da habe ich dann wieder angefangen mit analoger Fotografie.
Und ja, ich bin dann auch irgendwann digital auf Vollformat,
also Kleinbildgröße umgestiegen.
Das ist am einfachsten, wenn man das gewohnt ist. Also ich bin ja damit aufgewachsen,
ich habe damit viel gemacht.
Und wenn man das dann gewohnt ist, wie funktioniert 35mm, wie funktioniert 50mm,
was ist ein Tele und so weiter und so fort. Und wie verhält sich das bei den
verschiedenen Blendenwerten und so weiter.
Hat mir das ganz gut gefallen. Es gibt natürlich auch größere Digital-Sensoren.
Allen voran macht Fuji mit dem GFX-Sensor einen etwas größeren Sensor als Vollformat.
Nicht so groß wie Mittelformat in der analogen Welt, denn in der analogen Welt
gibt es ja noch das Mittelformat.
In der analogen Welt gibt es ganz viele verschiedene Formate,
aber am weitesten verbreitet sind Kleinbild, auch 135er genannt.
Das ist ein Film, der hat ich weiß gar nicht, warum der 135er heißt.
Ich glaube, der ist 24 mm hoch und 36 mm breit in dem Bild.
Vielleicht ist der Film insgesamt 35 mm hoch und dann halt so eine lange Spule.
Das Bild ist aber nur 24. Das kommt ungefähr hin. 11 mm, also oben 5 und unten 5 für die Perforation.
So müsste das sein. Genau.
So, und dann gibt es halt.
In der analogen Welt noch das Mittelformat und das ist 120er Film.
Weiß ich nicht, warum der 120er heißt, denn das ist auch eine Rolle.
Der heißt auch Rollfilm. Also Kleinbild wird auch aufgerollt,
aber dann ist er in so einem kleinen Döschen drin, in so einer Patrone.
Rollfilm, 120er, wird auch aufgerollt, hat aber nur so ein Papier außenrum.
Also nicht durch eine Metallkapsel geschützt, sondern durch ein blickdichtes Papier.
Und das ist sechs Zentimeter hoch und dann hat das eine bestimmte Länge,
ich weiß gar nicht, wie lang genau.
Auch davon werden nicht die ganzen sechs Zentimeter belichtet in den Mittelformat
Kameras, sondern nur 56 Millimeter, glaube ich, da ist oben und unten jeweils
drei Millimeter Rand, wo dann der Name des Films drauf belichtet ist und sowas.
Genau, Mittelformat gibt es unterschiedliche Kameras. Ich habe da auch einige
von, habe ich auch schon mal berichtet.
Am liebsten habe ich meine Hasselblatt.
Die belichtet 6x6, also die negative haben dann eine belichtete Größe von 56x56,
mm. Das ist also schon mal deutlich größer als Kleinbild, wo 24x36 mm,
ja, also deutlich kleiner ist.
Weiß nicht, gibt es einen Faktor. Genau, Koppfaktor, das ist der sogenannte Koppfaktor.
APS-C hatte ich ja schon genannt, als kleineren Sensor.
Die haben meistens einen Crop-Faktor von 1,5. Ich glaube, Sony hat einen etwas
anderen, weiß ich nicht genau.
Es gibt einen Hersteller, der macht die APS-C-Sensor ein bisschen anders als
Nikon und Canon. Vielleicht ist auch Canon die andere? Ich weiß nicht, ist egal.
Nikon war 1,5. Das heißt, wenn ich mein 50mm Objektiv an der APS-C-Kamera von Nikon benutzt habe,
dann machte das halt einen Bildeindruck von 75 Millimeter, was nicht ganz richtig ist.
Denn letztendlich ist es ja nur ein 50 Millimeter Bild, was gekroppt ist.
Und das ist ein Unterschied, als ob ich an der gleichen Position mit einem 75
Millimeter Bild die gleiche Szene fotografieren würde.
Es geht ja darum, wie der Hintergrund beschnitten wird.
Also Kompressionen vom Hintergrund, Parallaxen, ich hole jetzt nicht so weit
aus, aber letztendlich ist es das.
Dass es eigentlich nur beschnitten wird. Deswegen heißt es ja auch Cobb.
So, es gibt noch ganz tolle Kameras von Mamiya.
Mamiya 645. Die machen genau das.
6 cm mal 4,5. Deswegen heißt sie 645.
Und ich habe auch noch eine Fujika 690, auch genannt Texas Leica.
Eine Messhocherkamera.
Deswegen wird sie Leica genannt. Aber Texas Leica, weil in Texas ist alles größer.
Und diese Texas Leica ist viel,
viel größer als eine echte Leica und von Fuji und sie belichtet 6x9 cm,
also sie verbraucht 6x9 cm von dem Film belichtet wird halt wie gesagt etwas
kleiner, 56x was weiß ich etwas weniger als 9 cm so und.
Ich habe mir sogar letztens noch eine Panorama Mittelformat Kamera gekauft eine
Sasquatch, das war so ein Kickstarter-Projekt, wo auch Rollfilm reinkommt und die belichtet 6x17cm.
Und dafür brauchte ich schon ein Großformatobjektiv, denn um 17cm auszuleuchten,
da reichen die Objektive nicht. Jetzt kommen wir nochmal wieder zurück zu den Objektiven.
Hier geht es heute um Physik. Das heißt, ein Objektiv ist ja so eine Hülle mit
Linsen drin. Da fällt Licht rein und dann gibt es einen Brennpunkt.
Und die Linsen lenken das Licht so, dass es an einem bestimmten Punkt scharf
abgebildet wird. Da fällt vorne Licht rein und dann wird es dadurch fokussiert.
Da gibt es eine Brennweite. Das ist genau da, wo dann der Brennpunkt ist.
Das heißt, wenn das Objektiv auf unendlich gestellt ist, also unendliche Schärfe.
Dann ist der Brennpunkt ungefähr so weit von der Linse weg, wie das auf dem Objektiv draufsteht.
Aber die Frage ist ja nicht nur, was ist da eigentlich scharf,
sondern wie groß ist eigentlich das Bild, was ausgeleuchtet wird.
Denn ihr könnt euch das vorstellen.
Wir bauen uns mal eine Kamera, das heißt, wir nehmen eine Vorderseite der Kamera.
Sagen wir einfach mal, es ist eine Wand. Ich stelle euch eine große Wand vor
und in der Wand ist nur ein kleines Loch, wo das Objektiv drin ist und sonst keine Fenster.
Und dann fällt durch dieses Objektiv Licht durch von draußen und drinnen wird
ein Bild abgebildet. Erstmal ist das durch diese Linse andersrum,
also falschrum, also spiegelverkehrt und auf dem Kopf.
So, da kann man aber dann, wenn man dann ein Blatt Papier oder ein Whiteboard
oder so an die richtige Stelle schiebt, kann man da ein scharfes Bild bekommen.
Je nachdem wie hell das draußen ist und wie gut die Linse ist. Aber so ungefähr.
Aber das Bild ist nicht beliebig groß. Es hängt also von der Linse ab.
Wie groß der Kreis ist, auf den da eigentlich ein Bild projiziert wird.
Deswegen heißt es auch Bildkreis und davon hängt ab, an was für Kameras man
so ein Objektiv eigentlich benutzen kann.
So ein Objektiv zu gestalten ist sehr kompliziert.
Da muss man ganz viel rechnen, um die Linsen richtig zu schleifen und an die
richtige Position zu bringen und so weiter und so fort.
Aber im Prinzip ist es das da ist ein optisches System da fällt vorne Licht
rein und hinten Licht raus und in der entsprechenden Brennweite entsteht dann
ein scharfes Bild und wie groß ist dieses Bild eigentlich,
so und wenn man eine APS-C Digitalkamera also eine einfache,
Sony NEX 5N haben wir auch zu Hause oder eine Nikon D7100 die ich auch mal hatte,
oder irgendeine beliebige APS-C Kamera,
dann reicht es halt aus, wenn der Bildkreis genau diesen APS-C Sensor belichtet.
Man muss nicht viel größer sein und das ist dann ja auch nicht sinnvoll,
das größer zu machen, denn größerer Bildkreis erfordert mehr Glas, größere Linsen.
Und eine bessere Optik, damit das alles schön scharf ist.
Wenn man einen Vollformat-Sensor hat, braucht man andere Linsen.
Deswegen gibt es auch von Nikon für den gleichen Anschluss, also der Anschluss
von Nikon-Objektiven hat sich ja 70 Jahre lang oder so gar nicht geändert.
Und erst als sie jetzt die Z-Linie rausgebracht haben, haben sie neue Linsen rausgebracht.
Und es gab dann aber für den alten F-Mount, gab es Linsen, die eben nur APS-C
ausgeleuchtet haben. Und für Z gibt es das auch. es gibt.
Die heißen dann DX, glaube ich, diese Linsen.
Und wenn man die an eine Vollformatkamera anschließt, dann sind die Ecken abgedrungen.
Dann hat man so eine Vignette, wenn man überhaupt ein Bild machen kann.
Wenn dann die Kamera nicht sagt, nee, du hast ja das falsche Objektiv,
ich löse gar nicht erst aus.
Weiß ich gar nicht, wie das bei den aktuellen Z-Kameras ist.
Aber früher gab es dann da auch mal so Kompatibilitätssachen.
Man konnte das Objektiv zwar anschließen, aber es ging dann nicht,
weil es das falsche Objektiv war.
Andersrum natürlich, mit einer Vollformatlinse kann man ja auch einen APS-C-Sensor ausleuchten.
Und in der analogen Welt ist das natürlich genauso. Auch für die Größe des Films
braucht man die richtige Linse.
Kommen wir zurück zu meiner Sasquatch 6x17.
Panoramakamera. Da kommen also ganz lange, große Negative raus.
Ich habe die noch gar nicht so oft benutzt. Ziemlich umständlich zu benutzen.
Schwierig scharf zu stellen und so.
Aber ja, da brauchte ich dann meine erste Großformatlinse. Da stand halt genau,
welche Linse man kaufen soll. Habe ich natürlich falsch gemacht.
Da stand, kaufen Sie bitte die Schneiderkreuz nach 90mm Linse mit Blende 8.
Also maximal Öffnung Blende 8.
Da habe ich bei Ebay eine gesehen, die hatte Blende 5,6. Oh,
das ist ja besser, habe ich gedacht.
Das ist ja heller, geht ja mehr Licht durch. Nehme ich mal die.
Ja, Pustekuchen, die passt dann natürlich gar nicht in diese Sasquatch-Kamera
rein, weil die hatte dann ein genau auf diese Blender 8 Linse abgestimmtes, 3D gedrucktes Gehäuse.
Egal. Ähm...
So, und der Bildkreis von diesen Großformatobjektiven ist halt deutlich größer
als der Bildkreis von einem Kleinbildobjektiv oder auch Mittelformatobjektiv, genau.
Das muss halt zueinander passen. So,
kommen wir nochmal zum Thema Bildgröße. Großformatfotografie,
warum interessiere ich mich dafür?
Ich fand die Technik halt abgefahren. Das ist so, stellt euch mal vor,
ich mache hier mal eine Schnittmarke.
Überlegt mal, wie früher Fotografen aussahen. Die hatten immer ein Stativ.
Wir haben nie aus der Hand fotografiert.
Und, ja, doch gab es auch, aber die meisten. Also wenn man sich so eine alte
Kamera vorstellt, dann war die auf dem Stativ und dann war da eine Kamera und
vorne dran war ein Balken.
So eine Konstruktion, so eine Ziehharmonika, nee, nicht Ziehharmonika,
sondern ja doch, was man so auseinanderziehen und wieder zusammendrücken kann.
Und vorne dran dann irgendwie eine Linse. Und hinten steht dann ein Typ und
der hat immer ein Tuch über dem Kopf und macht dann irgendwie ein Bild.
Was übrigens Quatsch ist, dass er das Bild macht, während er den Kopf unter dem Tuch hat.
Irgendwie habe ich das früher öfter mal so wahrgenommen, dass der Kopf unter
dem Tuch hat und dann irgendwie ein Zeichen gibt und dann mit einem Auslöser
draußen irgendwie drückt und dann kommt noch ein Blitz, während er den Kopf unter dem Tuch hat.
Habe ich jetzt so nicht gelernt. aber ja, also dieses Bild und das sind Großformat-Kameras,
also es gibt natürlich auch Mittelformat und Kleinbild, wahrscheinlich sogar
Kleinbildkameras mit einem Balgen habe ich sogar auch, da gibt es so diese Klappfalter-Dinger,
die sind auch ganz lustig aber Balgen war mir schon bekannt letztendlich den Fokus,
Auch in jeder beliebigen Kamera setzt man dadurch, dass man die Position der
Linsen zum Sender so verändert oder der Linsen zueinander.
Dadurch fokussiert man, dadurch stellt man scharf.
Und in so einer Großformatkamera oder Fachkamera oder wie man sie auch immer
nennen möchte, Planfilmkamera, da funktioniert das genauso.
Da gibt es halt vorne die Frontstandarte, wo die Linse drin ist und übrigens auch der Verschluss.
Und hinten gibt es die Mattscheibe und den Filmhalter.
Denn der Grund, warum man als Fotograf da ein Tuch über dem Kopf hat,
ist, vorne ist die Linse und hinten ist die Mattscheibe und man schaut hinten
auf die Mattscheibe, um zu gucken, was fotografiere ich da eigentlich gleich.
Zum Scharfstellen schaut man auf die Mattscheibe und auch zum Komponieren,
also welches Bild will ich eigentlich machen, schaut man auf die Mattscheibe.
Und das Bild da drauf ist nicht besonders hell. Ihr müsst euch vorstellen,
da fällt Licht vorne in die Kamera und man hat halt nicht diese Situation,
die ich vorhin beschrieben habe, dass man in einem Raum ist,
den man abdunkeln kann, wo nur das Objektiv nach draußen guckt und draußen ist
es ganz hell und drin ist es ganz dunkel.
Nee, man ist halt in diesem hellen Raum. Man ist wahrscheinlich draußen oder so.
Oder man hat so Lichter aufgestellt und man ist in der gleichen Helligkeitssituation
wie die Leute, die man fotografieren will oder die Sache, die man fotografieren will.
Und das ist dann halt ein bisschen schwierig, das zu erkennen.
Deswegen muss man unter das Tuch, ein Dunkeltuch oder es gibt auch so Klappvorrichtungen,
dass man sich da so ein Fach aufklappt, aber das habe ich auch probiert. Das ist so mittelgut.
Geht so ansatzweise, aber da braucht man auch besondere Lichtsituationen für.
Damit man das Bild auf der Matschhebe überhaupt erkennen kann und dann scharf
stellen kann, noch mit einer Lupe auf der Matschhebe rumfahren kann,
um wirklich sich das scharf zu stellen, was man scharf stellen will.
Genau. Und warum man den Kopf nicht mehr unter dem Tuch hat,
wenn man das Bild macht, ist folgender, zumindest bei diesem Typ-Linhoff-Großformat-Kameras,
mit denen wir auf diesem Workshop gearbeitet haben, und die ich mir jetzt übrigens
dann auch gekauft habe, weil es mich einfach sehr angefixt hat, ist folgender.
Aber die Kameras sind so gebaut, dass die Mattscheibe mit so einem Federmechanismus
an der Rückstandarte dran ist und man kann dann eine Filmkassette in.
Die Rückstandarte reinschieben, sodass der Film dann genau da ist,
wo vorher die Mattscheibe war.
Also quasi die Mattscheibe so ein bisschen nach hinten rausgefedert wird.
Und dann da, wo die Mattscheibe eben war, wo man ja scharf gestellt hat, ist dann der Film.
Und das ist dann auch genau das Ziel, dass dann natürlich da,
wo man scharf gestellt hat, auf der Mattscheibe dann eben auch das scharfe Bild auf den Film fällt.
So, und sobald da aber diese Kassette mit dem Film drin steckt,
diese Planfilmkassette, kann man auf der Mattscheibe natürlich nichts mehr sehen,
weil da ist dann halt die Kassette zwischen dem Objektiv und der Mattscheibe.
Und dann braucht man auch den Kopf nicht mehr unter dem Tuch zu haben,
weil man sieht einfach nichts. Das ist so ein Quatsch, dass man da mit dem Kopf noch unter dem Tuch ist.
Das heißt, Tuch kann weg, Lupe kann weg.
Diese Planfilm-Kassetten sind dann so, dass da zwei Filme drin sind.
Also man kann zwei Filme reintun, einen vorne, einen hinten.
Da wird nichts gespult. Das ist also keine Rolle, sondern der heißt Planfilm, weil der Plan ist.
Das ist dann einfach ein Blatt Film pro Auslösung.
So, und wenn man das belichtet hat, dann kann man auch die andere Seite von
der Kassette, also auf diese Kassette ist halt, müsst ihr euch vorstellen,
ich rede jetzt hier gerade vom 4x5 Zoll Format, das ist so das,
na es gibt noch 9x12 cm, noch ein bisschen kleiner, aber 4x5 ist so das gängigste Großformat,
das es so gibt.
Mal gucken, wie viel ist denn eigentlich 4 x 5 Zoll im Vergleich zu Kleinbild.
Also hier auf Wikipedia steht unter Großformat Fotografie 4x5 Zoll ist exakt
100 Millimeter mal 126 Millimeter.
Es gibt dann noch die Formate 5x7 Zoll, also 13x18 Zentimeter und 8 Zoll mal 10 Zoll.
Es gibt auch 8x10 Kameras, da kommen dann Negative raus, die sind 18 Zentimeter,
mal 24 Zentimeter. 24 Zentimeter, das ist schon fast DIN A4.
Ja, das ist groß. Oder ist das DIN A4? Wie viel ist DIN A4? Ich glaube,
DIN A4 ist auf der langen Seite 29, irgendwas.
Auf der kürzeren 21 oder so. Ja, also fast DIN A4.
Das ist so das Filmformat. Ihr müsst euch also vorstellen, Vollformat in der
digitalen Welt, also Kleinbild, 24 x 36 mm,
Bildgröße gegenüber 100 x 126 mm bei dem kleinsten Großformat.
Also bei 4 mal 5 Zoll, bei dem, was man so macht.
Das ist ein bisschen größer. Also Faktor.
Kommen wir mal zum Crop-Faktor. Es gibt im Internet ein Tool,
das nennt sich Crop-Faktor-Rechner.
Ist so eine Unterseite von Omni-Calculator. Und bei Omni-Calculator kann man so Rechner erstellen.
Dieser Crop-Faktor-Rechner wurde erstellt von Stephen Wooding.
Und da sieht man auch die unterschiedlichen Größen. Guck mal,
da hätte ich auch nach den Größen gucken können. Er hat dann Fehler in dem Dropdown-Menü.
Man muss ganz oben Eigenschaften der Kamera auswählen.
Vorausgewählt ist Vollformat, was halt dein Bild ist. Und dann gibt es da die
ganzen Achso, guck mal, da steht es auch Sony APS-C ist 1,53 Crop und Canon ist 1,26.
Crop-Faktor.
So, hier steht das GFX-Format ist 43,8 x 32,9 mm. Das ist das angebliche Mittelformat
von Fuji für die GFX-Kameras.
Es ist natürlich größer als Vollformat, aber es ist ganz weit weg von dem eigentlichen
Mittelformat, was halt immer mindestens 56 mm hat, beziehungsweise das kleine 6,45 x 41,5.
Und dann geht es halt hoch bis 6x9. Texas Lighthouse 56x84 mm.
So, 4x5 steht jetzt hier in der Liste, 102x127 mm, also ein bisschen anders als in der Wikipedia.
Und der Crop-Faktor ist 0,27.
So, das heißt, man braucht einen viel, viel größeren Bildkreis bei so einer
Großformatlinse, die 4x5 ausleuchten soll, als bei einer Kleinbildkamera.
Und das bedeutet, wenn ich jetzt, ich hatte ja vorhin gesagt,
90 Millimeter Brennweite.
Und da habe ich Blende 8 gedacht, das ist ja viel zu dunkel.
Zum Scharfstellen ist es auch ganz schön dunkel. Aber umgerechnet auf Kleinbild,
sind 90 Millimeter dann nur noch 24. Also 90 Millimeter auf Großformat 4x5 ist
24 Millimeter, 24,3 um ganz genau zu sein.
Das ist ein sehr weitwinkliges Bild. Also man hat einfach einen sehr weiten
Blickwinkel mit so einer 90 mm Großformatlinse.
So und die Blendenzahl, jetzt kommen wir mal wieder ein bisschen Richtung Physik. Ähm...
Die Blendenzahl ist kompliziert zu berechnen.
Da geht es halt darum, wie viel Licht fällt denn durch die Öffnung im Vergleich,
zur Größe des Sensors. So wird dann irgendwie die Blendenzahl berechnet.
Und wenn man sich mit Fotografie ein bisschen auskennt, und ich habe das ja
oft genug erklärt, eine kleine Blendenzahl bedeutet eine große Öffnung.
Die Blende ist das, was man in den Objektiven sehen kann. was das Loch kleiner
macht sozusagen, wo das Licht durchfällt.
So, und das ist irgendwie so eine Umkehrrechnung. Wenn die Blendenzahl klein
ist, ist die Öffnung groß.
So, und das hat unterschiedliche Effekte.
Der wichtigste Effekt auf das Bild ist, wie dick ist eigentlich die Schärfeebene?
Also wie viel vom Bild ist eigentlich scharf in der Tiefe?
So, ihr kennt das, wenn man ein schönes Porträt macht, dann soll der Hintergrund
immer verschwommen sein, nennt man Freistellung.
Und wenn man eine richtig tolle offene Linse hat, also 50 mm 1,4,
ist so eine weit verbreitete Portraitlinse.
Ich bin ja eigentlich eher so 85 mm 1,8 Fan. Und wenn man dann ein Portrait
macht, dann müssen die Augen scharf sein. Augen müssen immer scharf sein.
Aber die Nasenspitze ist schon unscharf, weil die weiter vorne ist.
Und die Ohren sind auch schon unscharf, weil die weiter hinten sind.
Das heißt, die Schärfeebene ist sehr flach, also sehr dünn.
So, und je weiter die Blende aufgeht, je mehr Licht durchfällt,
also je kleiner die Blendenzahl ist, desto dünner ist diese Schärfeebene.
Und das ist ein Effekt, den will man manchmal haben, wenn man freistellen will,
also wenn der Hintergrund unscharf sein soll, weil nur das Porträt,
die porträtigte Person soll scharf sein, dann will man die Blende ganz weit
aufmachen, damit das so ist.
Und wenn man Landschaften fotografiert, würde man die Blende eigentlich eher
zumachen, weil dann mehr scharf ist. Da will man ja sowohl vorne das Schaf,
Entschuldigung, als auch hinten die Berge und oben die Wolken,
soll ja alles scharf sein.
Also Schäfchenwolken. Entschuldigung.
Und da macht man die Blende halt zu. Dann hat man einen Blendenwert von 16 oder so oder 22.
Und dann ist halt mehr vom Bild scharf. fokussiert, um jetzt mal nicht schon
wieder diesen Wortwitz mit scharf zu machen.
So, und das hat noch andere Effekte. Es geht zum Beispiel um Vignettierung am
Rand, Schärfe am Rand, Schärfe in der Mitte.
Jede Linse hat unterschiedliche Eigenschaften. Es gibt immer so einen Sweetspot,
bei welcher Blende ist eine Linse eigentlich am schärfsten, und so weiter und so fort.
Darum soll es aber gar nicht gehen, sondern es geht um diese Dicke der Schärfe
eben, wie viel vom Bild ist eigentlich scharf.
Und jetzt habe ich gerade von dieser Linse gesprochen, Großformat 90 mm Blende 8.
Umgerechnet auf das Kleinbild 35 mm Vollformat ist das eine Brennweite von 24,3
und die Blendenzahl ist quasi ähnlich zu 2,18.
Also Blende 8 ist schon ziemlich offenblendig. Wenn ich damit ein Porträt mache,
würde ich vielleicht lieber nicht mit dem 24 mm.
Wobei die Verzerrung dürfte ja gar nicht so schlimm sein.
Weiß ich jetzt nicht. Müsste ich nochmal lernen, wie das eigentlich geht.
Das ist schon ziemlich offenblendig und freistellen kann man damit auf jeden Fall auch.
Ich habe ja aus Versehen diese 90mm 5,6 Linse gekauft für die Sasquatch,
die ich dann gar nicht benutzen konnte.
Die kann ich jetzt aber an meiner 4x5 Kamera sehr gut benutzen,
weil die hat 24mm und dann eine Blendenzahl von 1,5.
Da sucht man schon recht lang. Also es gibt natürlich 24er mit 1,4,
auch für Vollformat, die sind aber sauteuer.
Und ja, da war man schon einen richtig guten Anwendungsfall für.
Wer macht denn auch schon Portraits mit einem 24er?
So, das heißt nicht nur die ganze Technik in so einer Großformat-Kamera ist
anders, sondern eben auch die Linsen wegen eben diesem ganz anderen Crop-Faktor.
Es wird halt weniger gecroppt, also es wird nach draußen gecroppt sozusagen.
Man nimmt sehr viel mehr von dem Bildkreis und deswegen braucht man auch einen
sehr großen Bildkreis. Deswegen sind diese Objektive ganz anders.
Kommen wir noch zu einem anderen Unterschied.
Die gesamte Technik für die Linse ist halt quasi in der Linse drin.
So eine Großformatlinse besteht aus drei Teilen, sag ich mal.
Vorne gibt es eine Linse, in der Mitte ist der Verschluss und hinten ist auch
nochmal ein Linsenelement.
Das wird dann so zusammengeschraubt und der Verschluss ist dann meistens auch
noch auf so einer Platte.
Je nachdem in welche Kamera man diese Linse einbauen will, braucht man eine
entsprechende Platte, dass es da eingespannt werden kann. Das ist so ein bisschen
wie das Bajonett bei einer Spiegelreflexkamera oder Systemkamera.
Wenn man eine Nikon F-Linse anschließen will, dann geht das nicht bei einer Canon-Kamera.
Und entsprechend kann man eine Großformatlinse von der Sina-Platte nicht auf
eine Linhof stecken. Da gibt es aber weit verbreitete Standards.
Und wenn man sich von Sina fernhält oder nur Sina macht, dann ist man irgendwie auch safe.
Muss man sich halt vorher ein bisschen schlau machen, was passt eigentlich zu
der Sache, die ich gerade machen will. so und,
genau das heißt es gibt keine,
mich, also wenn man mal von Sina absieht, ich lasse mal Sina außen vor das ist
ein komisches System, wo dieser Verschluss dann noch hinten irgendwie mit Hebeln
an der Rückstandarte dann bedient werden kann,
habe ich mich jetzt nicht gesondert mit beschäftigt ähm.
Ich glaube, die Platte, die sich da durchgesetzt hat, das ist die Lindhoff Technica Größe.
Die ist einfach so ein rechteckiges Ding.
Und die hat dann in der Mitte ein Loch. Die Größe des Loches wird nochmal Kopal,
durch Standard, der Kopal heißt, irgendwie definiert. Also Kopal 0 hat eine bestimmte Lochgröße.
Wenn du ein anderes Objektiv hast, dann brauchst du vielleicht Kopal 1 oder so weiter.
So, und das wird einfach vorne in die Frontstandarte reingeklemmt und dann ist
das da drin und bei diesen 4x5 Kameras, von denen ich rede, also ich sag mal,
ich habe eine Intrepid gekauft,
das ist ein englischer Hersteller und der hat halt vorne diesen Linhoff Technica Standard,
ich kann hier in der Copa-Platte reinstecken und hinten das System heißt Graflok,
also da ist dann die Mattscheibe, wie gesagt, an diesem ausschwingbaren Rückgang. Teil.
Und da kann man dann einen Graflok Filmkassette reinstecken.
So, und da gibt es halt keine technische Verbindung, sondern das ist halt alles,
was man einstellen will, Belichtungszeit und Blende, ist halt vorne am Objektiv,
also am Verschluss eigentlich vom Objektiv.
Genau. Und dadurch muss man natürlich immer so ein bisschen vorne gucken,
hinten gucken, hast du nicht gesehen. Aber man ist auch freier.
Wie gesagt, die Frontstandarte ist mit dem Rückteil durch den Balken verbunden
und das gibt einem bei der Großformat-Kamera den Vorteil,
dass man gar nicht einfach nur nach vorne und hinten schieben kann,
um scharf zu stellen, sondern eben auch nach oben und unten und nach links und
rechts und dass man die Frontstandarte auch noch kippen kann,
nach vorne und nach hinten neigen und zu den Seiten schwingen kann.
Das gibt es natürlich bei anderen Kameras auch, nennt sich dann Tilt-Shift.
Es gibt spezielle Objektive, mit denen man das Gleiche auch an Kleinbildkameras machen kann.
Oder Adapter, wo man normale Objektive draufbauen kann und dann kann man diesen
Adapter tilten und shiften.
Und ja, was macht denn das? Also nach oben, unten, links, rechts kann man sich
relativ leicht vorstellen, da wird der Bildkreis verschoben.
So, das heißt, der Bildkreis muss groß genug sein, um auch, wenn er verschoben
wird, noch den gesamten Sensor oder Film auszuleuchten.
Das sind wir wieder beim Thema Bildkreis. So, und was bewirkt das?
Wenn man zum Beispiel ein Haus fotografieren will.
Und man ist selber nicht so groß wie das Haus, was ja selten der Fall ist.
Und man ist auch nicht quasi auf der Höhe der Mittellinie von diesem Haus.
So, das Haus drei Stockwerke hat und man ist halt nicht im ersten Stock,
Gegenüber und macht dann eben ein gerades Foto. Das ist einmal steht unten.
Dann kann man die Kamera nach oben kippen.
Dann stürzen aber die Linien. Dann wirkt es halt so, als würde das Haus oben,
dünner werden und unten ganz dick sein. Das sieht ja auch nicht cool aus.
Stattdessen kann man aber den Bildkreis, den das Objektiv hinten rauswirft, verschieben.
Einfach die Frontstandarte nach oben schieben.
Wenn man auf die Mattscheibe guckt, wandert das Bild nach unten.
Weil ja alles auf dem Kopf ist. Aber man sieht dann halt einen anderen Teil
von dem Bildausschnitt.
Und damit, das nennt sich dann Shift, kann man ein Bild mit geraden Linien hinkriegen
bei der Architekturfotografie, ohne dass man in den ersten Stock kriechen muss.
Das ist halt ganz praktisch. Genauso geht das zur Seite, aber das ist vielleicht
gar nicht so, ja, kann auch Gründe geben, warum man das macht.
Aber ich finde eigentlich dieses Kippen der Frontstandarte noch interessanter.
Denn was dann passiert ist, die Schärfeebene wird gekippt.
Wenn man die Frontstandarte nach vorne kippt, also den oberen Teil der Frontstandarte
näher an das Objekt ranschiebt und den unteren näher an dieses Rückteil,
dann kippt auch die Schärfeebene.
Und das ist ein sehr interessanter Effekt. Genauso, wenn man die Frontstandarte schwingt.
Also das ist dann nicht mehr parallel zum Rückteil, sondern halt gedreht sozusagen,
auf der Hochachse sozusagen gedreht.
Dann verschiebt sich eben auch die Schärfeebene. Was bedeutet das?
Stellt euch mal vor, ihr guckt so von schräg oben auf einen Tisch und auf dem
Tisch liegen irgendwie drei Lego-Steine. Oder ihr guckt nach oben und ihr seht irgendwie drei Lampen.
Und ihr möchtet gerne, dass die Oberseite der Legosteine oder oben die Unterseiten
der Lampen alle scharf sind im Bild.
Dann hätte man mit einer normalen Kamera gesagt, okay, ich mache die Blende
ganz weit zu und dann ist einfach das ganze Bild scharf.
Man kann aber auch einfach die Schärfeebene kippen. Ich hatte ja gesagt,
die Schärfeebene ist der Bereich im Bild, der scharf ist. und jetzt müssen wir
3D-Vorstellungsvermögen auf der Audiospur entwickeln.
Also stellt euch vor, normale Kamera, Film oder Sensor vor eine Linse,
wenn die parallel zueinander sind, ist die Schärfe eben auch parallel.
Das heißt, wenn ihr dann ein Porträt macht, die Augen sind vielleicht auf der
gleichen Ebene, also auch parallel zu Sensor und Linse.
Dann könnt ihr beide Augen scharf machen und die Nasenspitze ist unscharf und,
die Ohren auch und alles, was hinter der Person kommt.
Wenn die Person jetzt aber den
Kopf dreht und auf der parallelen Ebene zur Kamera ist dann vielleicht,
die Person dreht den Kopf so nach rechts und das rechte Auge verschwindet so
ein bisschen nach hinten und dadurch ist aber die Nasenspitze und das linke
Auge quasi in einer Ebene zur Kamera, dann kann man das scharf machen.
Und jetzt kann man, wenn man die Frontstandarte von so einer Großformatkamera,
schwingt, kann man einfach die Schärfeebene anders legen.
Die Schärfeebene muss nicht parallel zum Film liegen, sondern die kann halt
gekippt werden oder gedreht werden.
Ein Beispiel mit dem Porträt könnte man, wenn man denn wollte.
Wenn der Kopf ein bisschen gedreht ist, trotzdem beide Augen scharf machen.
Und trotzdem die Nasenspitze, wenn sie quasi in der gleichen Ebene mit dem linken
Auge ist, unscharf machen.
Wenn man das denn wollte. Indem man einfach die Frontstandarte ein bisschen
schwingt. Swing heißt das dann, glaube ich, auf Englisch.
Also ein bisschen dreht auf der Hochachse.
Oder man macht diesen Miniatur-Wunderland-Effekt, indem man quasi von oben in
eine Stadt reinfotografiert und dann da die Schärfeebene ganz merkwürdig reinlegt.
Dann sieht das auf einmal aus wie so Miniaturen.
Solche Sachen kann man dann machen. Das heißt, man muss sich bei der Großformatfotografie
nicht überlegen, was soll denn eigentlich scharf sein im Bild,
jetzt in Parallelität zum Film, sondern auch wie soll denn die Schärfeebene im Bild liegen?
Was möchte ich denn? Welche Teile vom Bild möchte ich denn scharf sein?
Mal unabhängig davon, wie weit die Sachen alle von der Kamera weg sind.
Und das macht es richtig spannend.
Und dann kommen wir auch zu dem Thema, warum sollte man das eigentlich machen?
Warum tut man sich das an? Denn es gibt halt große Nachteile.
Also wie ich gesagt habe, während man auslöst, sieht man das Bild gar nicht.
Der ganze Vorgang von ich stelle scharf unter meinem Tuch mit der Lupe auf der
Mattscheibe, bis ich löse aus, das dauert eine Weile.
Denn man muss dann erstmal die Linse zumachen. Zum Scharfstellen gibt es vorne
am Verschluss so einen Schalter.
Da macht man die Linse auf, die Blende auf. Und dann ist einfach,
also der Verschluss ist offen. Da fällt dann dauerhaft Licht durch die Linse.
Das will man zumachen, bevor man den Film reinlegt. Sonst ist es ja dauerhaft belichtet.
Ist übrigens ein Fehler. Den habe ich gerade am Wochenende bei meiner ersten
Fotosession gemacht. Da habe ich die Linse offen gelassen.
Film rein, Schieber raus. Ah, Mist. Schnell die Linse zugemacht.
Und tatsächlich ist aus dem Bild herausgekommen. Es ist erstaunlich.
Es ist wirklich erstaunlich. Ich habe bestimmt zwei Sekunden oder so belichtet.
Und man kann trotzdem noch was erkennen auf dem Bild. Es ist nicht gut geworden,
aber Film ist ja verzeiht viel.
So, also Linse zu.
Wenn man die nicht vorher schon eingestellt hat, muss man sie einstellen.
Das heißt, man muss erst mal die Belichtung messen.
Zum Beispiel mit dem Handy, mit einer App oder mit dem Belichtungsmesser oder
mit einer weiteren Kamera, die man dabei hat, kann man auch die Belichtung einfach messen.
Wenn ich jetzt weiß, welchen Film ich drin habe, meinetwegen Fumapan 100,
so ein sehr günstiger Schwarz-Weiß-Film, günstig heißt, ein Blatt kostet 1 Euro,
das heißt, jede Belichtung,
kostet 1 Euro, also plus Entwicklung und plus Zeit und plus alles,
aber Materialkosten-Film ist 1 Euro
mindestens, das ist der billigste Großformat-Film, den man kaufen kann.
Ilford FP4 Plus ist auch ein sehr schöner Film. Kostet mindestens 2 Euro.
Wenn man Farbe machen will, ist man bei 15, 20, 25 Euro pro Bild.
Eine Investition. Muss man sicher sein, dass man das richtig macht.
Das ist halt einer der Nachteile.
Ich war noch gar nicht fertig mit dem Prozess. Also Belichtung messen,
Verschluss richtig einstellen, Verschlusszeit und Blende.
Vielleicht nochmal nachmessen, wenn es in der Wolke gekommen ist oder so.
Dann, wie gesagt, diese Filmkassette einlegen.
Aufpassen, dass man,
die richtige Filmkassette einlegt und nicht eine, die schon belichtet ist.
Auch ein Fehler, der mir passiert ist am Wochenende.
Hat man eine lustige Doppelbelichtung. Kann man wollen. Kann auch aus Versehen
passieren. Kann dann interessant sein. Muss aber nicht.
Und dann muss man den Verschluss spannen,
und dann muss man noch den Schutzschieber, also diese Kassette,
wie gesagt, auf jeder Seite ist ein Film und vor dem Film ist aber natürlich
noch ein Schutzschieber, also quasi eine kleine Metallplatte,
die da reingeschoben wird, damit halt kein Licht reinfällt, das Licht dicht
verschlossen und damit man es belichten kann, muss man diesen Schutzschieber,
diese kleine Platte, rausziehen.
So, und dann kann man belichten.
Und hoffentlich hat das Porträtmodel noch den Kopf und die Augen an der richtigen
Stelle, die man schon aufgestellt hat. Also es geht halt nicht schnell.
Man kann nicht innerhalb von Millisekunden den Film reinlegen,
also objektiv zu, Film reinlegen, Schiebe rausziehen, auslösen. Das geht nicht.
Ja, das dauert halt mindestens mal 15, 20, 30 Sekunden, vielleicht auch mal
eine Minute, vielleicht auch mal zwei.
So, und vorher der ganze Prozess mit Scharfstellen und wie richtig eigentlich
die Kamera aus, ist die eigentlich in Waage, im Wasser, da sind auch überall
Wasserwagen dran an solchen Kameras, am besten bringt man sich noch welche mit.
Und nicht nur hinten muss gerade sein, vorne ja vielleicht auch,
oder man will es halt irgendwie die Schärfeebene verstellen.
Es dauert halt sehr lange, so ein Bild zu komponieren und sich zu überlegen,
was soll eigentlich drauf sein.
Und dann dauert es auch lange, dieses Bild zu machen. Und dann hat man ein Bild,
dann kann man die Filmkassette umdrehen und auf der anderen Seite auch mal ein Bild machen.
So richtig viele von diesen Filmkassetten will man auch nicht mit rumschleppen.
Ich habe jetzt irgendwie fünf und dann habe ich mir noch drei 9x12 Filmkassetten,
die auch in dieses Kraftwerk-System reinpassen, gekauft, weil ich noch ein bisschen 9x12-Film hatte.
Das hatte Chris Marker und mir und Moni hatten mir das vor 10 Jahren mal geschenkt,
also ewig abgelaufen Film, hatte ich eigentlich vor, irgendein anderes Projekt
mitzumachen, habe ich aber nie, jetzt habe ich diesen Film noch.
Und dafür sind die Filmkassetten zum Glück sehr günstig. Habe ich das also auch noch ausprobiert.
Ja, aber man macht so ein Foto-Event, Fotoshoot und kann dann halt 10 Fotos
machen oder vielleicht 16 Fotos machen, bei mir im Maximum.
Und dann sind alle Filme belichtet. Und dann muss man erstmal den Film aus diesen
Kassetten wieder rausnehmen und einen neuen Film reinlegen, bevor man weiter fotografieren kann.
Das kann man natürlich unterwegs machen, im Dunkelsack, im Wechselsack oder
in so einem Dunkelzelt oder wie auch immer. Oder in der Dunkelkammer, wenn man eine dabei hat.
Aber hat man ja vielleicht nicht immer.
Will man vielleicht auch gar nicht, weil nach zehn Bildern hat man auch echt
viel Zeit verbracht und kann dann erstmal vielleicht die Session beenden und,
nach Hause fahren und entwickeln.
Genau. Schwarz-Weiß entwickle ich ja eh zu Hause. Das mache ich schon lange.
Und da musste ich jetzt für Großformat natürlich auch nochmal aufstocken.
Die Dosen, mit denen ich mein Kleinbild- und Mittelformatfilm selber entwickelt
habe, da passt Großformat nicht so einfach rein. Da braucht man zumindest mal eine andere Spule.
Ich habe entdeckt von Stearman, auch
aus den USA gibt es so 3D gedruckte Filmkartuschen, Stearman-Kartuschen.
4x5 heißt das eine Modell, da kann man einfach 4 Blätter 4x5 rein spannen und dann entwickeln.
Das hat mich aber nicht so überzeugt, das Modell. Stattdessen habe ich mir das
Stierman 8x10 Plus, heißt das glaube ich, Modell gekauft.
Da legt man 4 Blätter einfach nebenan rein. Das ist eine große Wanne sozusagen, nicht besonders hoch.
Und da kann man ein 8x10 Blattfilm reinlegen und da drin entwickeln.
Also hat so einen Deckel, einen lichtdichten Deckel und dann kann man da wie
in so einer Fotoschale irgendwie das Bild entwickeln, äh den Film entwickeln,
und mit so ein paar Halterchen kann man stattdessen auch 4x5.
Filme reinlegen und das funktioniert ganz großartig.
Ja genau, aber das gehört dann auch nochmal dazu pro Entwicklungsgang,
also Also wässern, Film entwickeln, dauert sechs Minuten, acht Minuten, was auch immer.
Immer schön dabei bleiben, ab und zu mal ein bisschen hin und her kippeln.
Entwickler raus, Zwischenwässern, Fixierer rein, nochmal fünf Minuten fixieren,
Fixierer raus und Entwässerung, vielleicht noch Netzmittel, was man so machen will.
Und dann sieht man erst, ob das Bild was geworden ist.
Und dann hat man halt vier Bilder entwickelt, vier Fotos. und mehr nicht.
Es sind halt vier ganze Filme, aber jeder Film hat halt nur ein Bild und nicht
36 wie beim Kleinbild oder 12 wie bei meiner Hasselblatt oder 16 wie bei meiner
Mami oder wie auch immer.
Es gibt halt verschiedene Filmrollen und wenn man so eine ganze Rolle entwickelt
hat, hat man halt ganz viele Bilder.
Bei Großformat halt, ja, das ist halt Aufwand. Und da macht man echt nicht so viele Bilder.
So, ganz viele Nachteile. Kann man jetzt überlegen, warum tut man sich das denn an?
Dann kommen wir mal zu den Vorteilen.
Einerseits ist es natürlich Wahnsinn, so ein großes Negativ zu haben.
Klar hat man einfach mehr Auflösung, mehr Fläche, mehr Silberkristalle schwarz
gemacht, also mehr Weiß produziert, Licht eingefangen.
Das ist beeindruckend. Wenn man das abfotografiert,
oder wenn man das einscannt, hat man einfach irgendwie die Möglichkeit, mehr Pixel zu machen.
Und ich kann da irgendwie mit Stitching, kann ich da richtig viele Details rauskitzeln.
Also deutlich mehr als bei einem Kleinbildformat, was ich abfotografiere.
Auch wenn ich Kleinbild auch mit 45 Megapixel abfotografiere,
da sieht man dann einfach mehr Korn, als wenn ich ein Großformat abfotografiere.
Ja, oder anderes Korn. Oder ja, weiß ich nicht. Also da ist einfach mehr Bild da.
Der größere Vorteil für mich ist aber, ich mache mir einfach viel mehr Gedanken.
Ich habe durch diesen Workshop, den ich da gemacht habe und durch meine Erfahrungen
jetzt mit dieser Kamera, einen komplett neuen Blick auf Fotografie gewonnen.
Ich glaube schon, dass ich jetzt auch noch Digitalfotografie so machen kann,
wie ich es halt immer gemacht habe, mit irgendwie möglichst viele Bilder machen,
200 Bilder in einer Stunde kein Problem, immer draufhalten. Irgendein Bild wird
schon was geworden sein.
Das kann ich auch noch, aber ich habe jetzt halt gelernt, wie man sich einfach
ein bisschen mehr Zeit lässt und genau überlegt, was möchte ich eigentlich fotografieren?
Wie möchte ich eigentlich den Bildausschnitt genau setzen?
Es ist halt mehr Planung und mehr Gedanken machen über das, was will ich eigentlich
machen. Das kann man natürlich auch mit kleinen Bildfotografie.
Also das ist ein Vorteil, den kann man sich auch anders erarbeiten.
Ich hatte mal mir ein Projekt ausgedacht, dann nimmt man einfach eine ganz alte,
ganz kleine Speicherkarte, wo nicht irgendwie 32 Terabyte Platz auf...
Nein, so große gibt es nicht.
Aber es gibt ja schon sehr, sehr große Compact-Flash-SD-Karten,
wo einfach 512 Gigabyte und da kann man richtig viele Bilder machen.
Ein Foto aus meiner Nikon hat sowas wie 50 Megabyte und ja, kann man natürlich
irgendwie nach oben, in den Speicherkarten sind da kaum noch Grenzen.
Ich habe noch nie so eine große Speicherkarte vollgekriegt. So,
stattdessen kann man mal eine ganz kleine Speicherkarte nehmen.
Zum Beispiel eine, wo nur 10 Bilder drauf passen. Und dann überlegt man halt.
Wenn man nur die dabei hat, dann muss man halt irgendwie genau überlegen,
mache ich dieses Bild oder mache ich es nicht, weil ich habe einfach gar nicht so viel Platz.
Kann man sich natürlich auch künstlich einschränken und sagen,
ich mache halt nur zehn Bilder.
Und wenn ich ein Elftes machen will, muss ich eins wieder löschen.
Oder das sind so Kreativeinschränkungen, die kann man machen, dann lernt man das auch.
Bei Großformatfotografie hat man diese Einschränkung automatisch.
Also jedes Bild kostet viel Geld, jedes Bild ist viel Aufwand.
Man muss sich diese Gedanken machen.
Wenn man sich die nicht macht und einfach husch husch, erstens passieren dann
Fehler, so wie bei meinem ersten Fotoshoot am Wochenende.
Erzähle ich auch nachher noch. Und, oh Gott, ich habe schon 52 Minuten.
Ich muss auch lange mal zum Ende kommen.
Kursformat Fotografie. Meine Güte, was für ein Thema.
Und für mich ist das ein Riesenvorteil. Also ich habe das sehr,
sehr genossen, mich darauf einzulassen, mir einfach pro Bild viel mehr Zeit zu lassen.
Und das macht mich besser, glaube ich, als Fotografen. Das macht mich auch mit
der digitalen großen Speicherkarte, macht mich das zum besseren Fotografen,
wenn ich einfach häufiger mal übe, mir pro Bild mehr Gedanken zu machen.
Wie will ich die Linien haben? Möchte ich hier irgendwie die Schärfeebene verändern?
Möchte ich vielleicht eine ganz andere Position haben?
Wo fällt eigentlich Licht hin? Und,
das hat mich bereichert.
Für diese Bereicherung bin ich sehr dankbar und spätestens jetzt muss ich zu dem Workshop kommen.
Also, der Workshop wird angeboten von Chris Marquardt und Monika André. Moni.
Chris und Moni kenne ich schon lange. Chris war auch lange Zeit einer von Holgis Partnern bei Vrind.
In der Vrind-Fotografie hat Chris dem Holgi erklärt, wie Fotografie funktioniert.
Und Moni und Chris haben auch schon lange das Thema Analogfotografie am Wickel,
haben ein Buch geschrieben, das heißt absolut analog, genauso wie der Podcast,
den die mal gemacht haben zum Thema Analogfotografie. Überraschung.
Sehr, sehr gutes Buch. Kann ich euch nur empfehlen, in dieses Buch reinzuschauen.
Da wird auch alles ganz genau erklärt mit irgendwie, wie funktioniert eigentlich
eine Kamera, was ist eigentlich eine Blende, wie macht man eigentlich analog
und wie entwickelt man so einen Film, wenn man das zu Hause machen will,
wie unterscheiden sich die verschiedenen Filme und so weiter und so fort.
So, und die bieten diesen Workshop an. Die wohnen in der Nähe von Hannover, haben da die Villa.
Das ist eigentlich ein großes Bauernhaus, aber es ist auch eine Villa und bieten
in dieser Villa die Villa-Workshops an.
Also wirklich ein großes Haus. Und da gibt es so Arbeitsräume,
wo man tolle Workshops machen kann.
Nicht mit vielen Teilnehmern, die sind bewusst klein gehalten.
Ich glaube, den Großformat Workshop bieten sie an bis zu sechs Personen.
Und ja, ich hatte schon lange Bock, den mal zu machen, diesen Workshop und der
hat jetzt stattgefunden vor anderthalb Monaten oder so und ich habe mir ein
Ticket geklickt, weil ich dachte, okay, das passt, ich habe an dem Wochenende Zeit,
Budget habe ich auch von der Firma, Weiterbildungsbudget, Fotografie,
passt und ich will es jetzt endlich mal ausprobieren.
Ich möchte endlich mal ein Großformatbild machen.
Wie es der Zufall wollte, waren für dieses Wochenende in diesem Workshop nur
zwei Plätze gebucht. Und er
hat trotzdem stattgefunden. Das fand ich total super von Chris und Moni.
Da habe ich wirklich Glück gehabt.
Es wäre auch netter mit mehr Leuten gewesen, aber es waren nur zwei Teilnehmer
und zwei Lehrer, also Betreuungsverhältnis eins zu eins.
Und der andere Teilnehmer war auch noch jemand, den ich schon lange mal treffen
wollte, nämlich Falk Frasser.
Falk hat lange Zeit den Podcast Die Fotologen gemacht, zusammen mit Thomas B.
Jones und macht jetzt schon längere Zeit den Podcast Fotografie tut gut und
macht so lauter so Sachen.
Das ist ja alteingesessener Fotografie-Podcaster und ich verfolge schon länger,
was er macht und wir hatten auch schon mal so Kontakt per E-Mail und,
total netter Typ und ich dachte so irgendwann müsste man sich mal kennenlernen.
Den Thomas B. Jones habe ich schon mal getroffen, auch ein netter,
auch ein super netter Typ.
Und Falk hatte ich immer noch mal auf der Liste, irgendwann treffe ich den bestimmt
mal und jetzt war ungeplant, also wir wussten beide nicht voneinander,
dass wir diesen Kurs gebucht haben, bis wir kurz vor dem Termin dann
von Chris und Moni in einen entsprechenden
Slack-Channel eingeladen worden sind. Da war die Freude groß.
Der Falk hat eine Linhoff-Technica-Großformat-Kamera geerbt sozusagen aus dem
Nachlass von einem verstorbenen Freund bekommen und wollte jetzt lernen, wie man sie bedient.
Und ich hatte mich schon lange für das Thema interessiert und wollte es einfach gerne mal machen.
Und es war großartig. Also Chris und Moni haben da wirklich tolle Räumlichkeiten,
wo man gut lernen kann, sind super tolle Gastgeber.
Kaffee, Tee, Kekse, alles gut.
Und dann haben wir zwei Tage lang Workshops gemacht. Und am Anfang hat Chris
gesagt, ich verspreche euch, am Ende
dieses Workshops wird jeder von euch mindestens zwei Bilder mitnehmen.
Ich sage, ja, zwei Fotos an einem ganzen Wochenende, okay.
Ja, vielleicht mehr, weil wir ja nur zwei Teilnehmer sind. Aber zwei waren so
das Versprechen. Tatsächlich hat jeder von uns fünf Bilder gemacht.
Weil wir auch so ein bisschen...
Ja, Forsch waren und Falk und ich wollten es halt beide wissen und viel lernen
und viel machen und ausprobieren. Und es war steil. Also die fünf Bilder zu
machen war echt steil und viel Arbeit.
So, und da haben wir halt alle Basics gelernt. Also man kann diesen Workshop
machen, auch ohne Fotospezialist zu sein.
Es hat geholfen, dass Falk und ich beide schon Fotografie kannten.
Also was ist eine Blende? Also alles, was ich jetzt hier erklärt habe.
Offene Blende, wenig Schärfentiefe, geschlossene Blende, viel Schärfentiefe.
Und so Basics, wie eine Kamera funktioniert, wie ein Verschluss funktioniert.
Was eine Verschlusszeit ist.
Kurze Verschlusszeit, mehr Schärfe als bei einer langen Verschlusszeit und es
bewegt sich was, Verwackelung, bla bla bla.
Das kannten Falk und ich schon, da mussten wir nicht so viel Zeit drauf verwenden.
Wenn ihr das aber nicht könnt, braucht ihr keine Angst vor diesem Workshop zu haben.
Also wenn ihr jetzt angefixt seid und auch diese Langsamkeit und diese Bedächtigkeit
der Fotografie und diese physikalischen Grundlagen, wie fällt eigentlich Licht
durch so eine Linse und was passiert dann eigentlich?
Was will ich eigentlich einfangen? Wenn euch das interessiert,
ich kann euch diesen Workshop nur ans Herz legen.
Leider muss ich euch mitteilen, der findet nur einmal im Jahr statt.
Ich weiß nicht, Chris und Moni, vielleicht, wenn ihr jetzt überlaufen werdet
mit anfangen, überlegt euch das nochmal. Aber der nächste Termin steht fest.
Überlegt euch das gut, ob ihr nicht ganz schnell einen Platz bucht,
denn es gibt nicht so viele Plätze, wie ich schon sagte.
Der nächste Termin ist am 13. und 14. März 2027. Ist noch eine ganze Weile hin.
Kostet 389 Euro. Ist eine Investition, die sich absolut lohnt.
Nicht nur, dass man sehr viel lernt, man hat auch noch ein Wochenende mit großartigen
Leuten und man bekommt mindestens zwei Negative mit nach Hause.
Die man selber fotografiert hat, die man selber entwickelt hat.
Man lernt, wie die Kamera funktioniert. Man lernt, wie man diesen Verschluss
einstellt. Man lernt, was eine Schärfeebene ist, wie man sie legen kann.
Man lernt, wie man einen Film einlegt in so einem Wechselsack.
Man kann das selber ausprobieren. Man lernt, wie man den Film belichtet.
Man lernt, wie man den Film entwickelt.
Man lernt, wie man den Film digitalisiert mit einem Scanner.
Und es geht einmal die gesamte Bandbreite von Ich lerne, was eine Kamera ist,
bis ich habe jetzt hier selber fotografiertes und entwickeltes Negativ.
Wirklich, wirklich toll.
Und ich glaube, wenn sich jetzt in den nächsten Wochen, nachdem ich diese Episode
gemacht habe, gleich sechs Leute für diesen Workshop anmelden, dann komme ich auch.
Dann bin ich 27 wieder mit dabei, schummel mich als siebter Teilnehmer dazu
und bring meine Kamera mit. Ich fall überhaupt nicht auf.
Chris und Moni wissen davon jetzt nichts.
Aber schauen wir mal. Dann würde ich dort tatsächlich mit hinkommen und Kram
mitbringen und ein bisschen Spaß haben.
Wenn ich darf, muss ich Chris und Moni natürlich fragen und Teilnehmergebühr
bezahlen kann natürlich.
Es gibt noch andere Experimente da. Es gibt zum Beispiel im Oktober Experimente
mit Film, Push- und Pull-Entwicklung.
Das wurde kurz angeschnitten jetzt auf dem Workshop.
Haben wir nicht gemacht, aber wird auch kurz erklärt, wie man noch anders entwickeln
kann, experimentell entwickeln kann.
Kenne ich mich tatsächlich auch überhaupt nicht mit aus. Habe ich wohl mal gemacht,
aber ich wüsste jetzt nicht genau, was passiert. Also ich weiß,
was Push- und Pull-Entwicklung ist.
Aber das macht bestimmt auch nochmal Spaß, sich damit irgendwie reinzunerden.
Leider kann ich da nicht. Das ist am 3. und 4. Oktober 2026 und da habe ich leider keine Zeit.
Ja, kann ich nur empfehlen, die Workshops in der Villa.
Ganz großartig, mit tollen Leuten und man verändert, also man bekommt neue Skills
und man verändert seine Fähigkeiten. Das ist wirklich toll.
Kann ich also wirklich nur empfehlen oder zumindest mal das Buch lesen. Absolut analog.
Da steht halt auch schon ganz viel drin. Man kann natürlich auch das Buch von Ansel Adams lesen.
Ich will jetzt nicht Chris und Moni mit Ansel Adams vergleichen.
Das ist vielleicht ein bisschen kurzgegriffen, was Impact auf das Genre der Fotografie angeht.
Aber Ansel Adams hat auch Bücher geschrieben.
Drei Stück habe ich. Die Kamera, das Negativ und das Positiv.
Und in die Kamera geht er auch ganz stark auf Großformate-Fotografie ein.
Ansel Adams sagt ja, die beste Kamera ist immer die schwerste,
die man tragen kann. Der ist also mit 8x10 Kameras im Yosemite auf die Berge
gestiefelt, um da seine legendären Landschaftsfotos zu machen.
Ganz doll die Blende zumachen und dann Orangefilter, was weiß ich,
welche Filter irgendwie noch vor die Linse halten. und dann diese ikonischen,
Wolkenformationen, ikonische Bergformationen.
Ansel Adams, einer der ganz, ganz großen Großformat-Fotografen.
Kann man auch lesen.
Sind wir alle ganz weit weg von. Aber von dem Lernen kann man trotzdem.
Ja, und das ist so das ganze Ding. Also ich freue mich, dass ich das lernen
durfte. Für mich ist Lernen immer wichtig. Weiterentwickeln ist wichtig.
Also nicht stehen bleiben ist wichtig. Ich möchte immer gerne.
Ich möchte nie fertig sein. Ich möchte nie perfekter Fotograf sein.
Ich möchte immer etwas finden, wo ich nochmal wieder einen Schritt nach vorne,
nochmal wieder mich weiterentwickeln kann.
Ich mache jetzt seit ich 18 bin Fotos. Also wie gesagt, mit 18 habe ich meine
erste Hochzeit fotografiert.
Davor habe ich natürlich auch schon geknipst, irgendwie mit Papas Kamera mal,
aber da eine kurze Zeit lang sogar professionell und seitdem im Hobby immer weitergeführt.
Mal mehr, mal weniger intensiv, mal digital, mal analog, mal beides. Vielen Dank.
In unterschiedlichen Größen und mit unterschiedlichen Metiers.
Und es macht einfach Freude, immer wieder etwas Neues zu entdecken und sich
weiterzuentwickeln und etwas Neues zu lernen. Ich kann das einfach nur empfehlen.
Und jetzt vielleicht noch ganz kurz, weil ich es angerissen hatte.
Ich habe am Wochenende einen ersten Fotoshoot mit meiner Großformatkamera gemacht.
Und zwar natürlich mit meinem Lieblingsmodel Ina, unser Patenkind.
Ina ist 26 mittlerweile. Kind, ja, also theoretisch, aber sie ist natürlich
eine erwachsene Frau und sie modelt gerne.
Also sie fühlt sich gar nicht als Model und fühlt sich auch immer unwohl,
vor der Kamera zu sein, aber sie macht es gerne, weil sie weiß,
dass es für mich eine Freude ist, sie zu fotografieren.
Ich habe manchmal Schwierigkeiten, Models zu finden, wenn ich irgendwas machen will.
Dann, ja, meine Familie hat da wenig Bock drauf, irgendwie.
Und ja, Ina hat immer Lust und es macht auch immer Spaß mit Ina,
dann zu arbeiten. So, und jetzt habe ich gesagt, ich habe eine Kamera.
Ina, du weißt, was das bedeutet. Jo, alles klar.
Wir haben schon öfter Portrait-Sessions gemacht und jetzt bei dieser Portrait-Session
am Wochenende hatte ich halt das erste Mal die Großformat-Kamera im Betrieb.
Ich habe vorher so Selfies hier zu Hause gemacht mit ganz komischem Licht,
einfach nur um zu gucken, funktioniert die Linse, funktioniert der Verschluss,
funktioniert die Entwicklung.
Tatsächlich hat die erstmal nicht funktioniert. Da hatte ich abgelaufenen Entwickler,
der einfach nicht mehr ging.
Beim ersten Versuch sind einfach keine Bilder rausgekommen.
Waren einfach nichts. War nichts entwickelt. Alles weg fixiert. So, und ja,
Dann.
Habe ich das behoben, quasi mit neuen Entwicklern gekauft. Welches Wort wollte
ich denn eigentlich gerade sagen? Egal.
War ich bei Chrome in Hamburg. K-H-R-O-M-E. Kleiner Laden in der Nähe von der Musikhalle.
Gar nicht so klein. aber die haben Entwickler. Calumet hat glaube ich auch Entwickler,
ein größerer Laden, Fotografieladen an der Willy-Brandt-Straße glaube ich.
Und da habe ich X-Tool gekauft, so einen Allround-Entwickler,
den ich irgendwie ganz gut finde. Ich habe vorher auf Flickr gesucht,
ich habe vorhin mal ein paar Anfilme gekauft, weil das ist das einzige,
was ich mir wirklich leisten kann.
Naja, ich könnte mir das schon, das will ich aber nicht. Also ein Euro pro Bild finde ich schon okay.
So, vielleicht kaufe ich irgendwann nochmal wieder Ilford FP4 Plus,
für 2 Euro das Bild oder 2,50 kann ich mir auch leisten, aber muss ja eigentlich
nicht sein. Ich finde auch Fumapan 100, auch wenn das kein Erstklassiker-Film
ist, das ist absolut okay.
So, und dann habe ich auf Flickr gesucht, nach Fumapan 100 und verschiedenen Entwicklernamen.
X-Tol, D-76, HC-110, Rodinal und habe dann einfach mal geguckt,
was finde ich so für Bilder, die dann entsprechend entwickelt sind,
weil die Analogfotografen, die Bilder bei Flickr hochladen, die schreiben immer
dran, mit welchen Filmen und welchen Entwicklern sie gearbeitet haben.
Und so kann man sich einen guten Eindruck holen. Und ich habe mich für X-Tool
entschieden, weil da habe ich die schönsten Bilder gefunden.
Ja, und der funktioniert. Die nächsten Selfies haben dann funktioniert und dann war ich los mit Ina.
Es war ein ganz anderer Ausflug als sonst und ich habe auch ganz viel falsch
gemacht. Also ich habe sehr wenig Zeit mit Komposition verbracht und,
Ich bin voll ins Schwitzen gekommen, es war ja auch ganz warm,
aber ich habe mich halt sehr auf die Technik fokussiert und überhaupt nicht so sehr aufs Bild.
Das war eigentlich nicht gut, aber das habe ich halt auch dadurch gelernt,
nimm dir mal mehr Zeit jetzt wirklich zu komponieren.
Teilweise sind die Bilder wirklich nicht gut geworden von der Komposition her.
Immerhin habe ich die meisten Bilder scharf bekommen. Wie gesagt,
ich habe einen Fehler gemacht. Das eine Mal hatte ich den Verschluss nicht geschlossen,
bevor ich den Film ungeschützt quasi, also Filmkassette rein und dann den Jeep rausgezogen habe.
Ich weiß nicht, wie lange ich belichtet habe in dieser Situation. Deutlich zu lang.
Und das Bild ist auch sehr, sehr hell geworden. Also ziemlich schwarz,
aber eben nicht ganz schwarz. Das Negative ist nicht ganz schwarz.
Das heißt, es war noch Struktur da und beim Abfotografieren ein bisschen was ist drauf.
Ihr könnt euch die Bilder angucken. Ich stelle dir ein Album und dann könnt
ihr da reinschauen, wie das aussieht. Das werdet ihr erkennen. Es ist sehr blass.
Ich habe es natürlich runtergeregelt alles, aber nicht so hell,
wie ich es belichtet habe, sondern ich habe es dann so, dass man ein bisschen was erkennen kann.
Aber dadurch, dass ich es so lang belichtet habe, sind halt wenig Kontraste da.
So, da hatte ich noch einen Blitz dabei. Ich habe einen Blitz an das Objektiv
angeschlossen, weil ich dachte, ich mache ja nochmal ganz krass Irgendwie so
ein bisschen Kontur auf die Haare oder so. Wollte von hinten blitzen,
habe dann aber viel zu sehr von der Seite geblitzt.
Ist immer die Hälfte vom Gesicht. Ist viel zu hell und die andere Seite viel zu dunkel.
Das war der nächste technische Fehler.
Komposition mit Blitz im Großformat. Man hat halt überhaupt keine Chance.
Da eine Belichtungsmessung zu machen. Man muss halt wirklich wissen,
was man tut. Und ich wollte halt auch gar nicht die Helligkeit des Gesichts
verändern mit dem Blitz, sondern ich wollte wirklich nur die Haare von hinten
so ein bisschen Konturlicht dran machen.
Aber das kann man natürlich nicht messen, wie lange man dann belichten muss
oder so. Überstrahlten Haarkranz irgendwie machen.
Das war leider irgendwie, habe ich dann doch das Gesicht getroffen,
da hätte ich irgendwie aufpassen müssen, dass ich noch weiter von hinten den Blitz kommen lasse.
Ja, und dann einmal habe ich eine hektische, oh, tolle Situation,
tolles Licht, schnell noch ein Bild, habe eine neue Kassette aus dem Rucksack
genommen, reingelegt, belichtet und dann gemerkt, hups, das war schon belichtet.
Dann habe ich eine Doppelbelichtung gemacht, sieht lustig aus,
ist aber nicht gut, war keine Absicht und ist schade, weil die erste Belichtung
war, glaube ich, ganz gut, da hatte ich nicht so viel Blitz von der Seite.
Genau, und ein Bild ist tatsächlich auch dann auf diesem 2004 oder so abgelaufenen,
Ilford FP4 Plus Film im 9x12 Format gemacht, habe ich auch in X-Tool entwickelt.
Richtig toller Film. Also scheißegal, dass er 20 Jahre abgelaufen ist.
Bei Schwarz-Weiß-Filmen ist das wirklich nicht schlimm, weil Farben kriegt man
da manchmal so komische Fehlfarben, aber bei Schwarz-Weiß muss man einfach ein
bisschen mehr Licht drauf fallen lassen oder ein bisschen länger entwickeln.
Hat super geklappt. und ich bin froh, dass ich jetzt diesen Film belichten kann
und da hatte ich dann auch den Blitz weggelassen. Das ist eines der besten Bilder
geworden aus der ganzen Fotosession.
Zumindest was so die Technik angeht.
Das Setting da auf dieser Brücke mit dem Fachwerkhaus im Hintergrund war vielleicht
nicht das geilste, aber das war eins, was wir gefunden haben.
Schaut da gerne rein. Ich habe sehr viel gelernt, nicht nur auf dem Workshop,
sondern auch auf diesem ersten Fotoshoot mit Ina,
dass ich vielleicht viel weniger Bilder hätte machen sollen,
dafür mir mehr Zeit hätte lassen sollen beim wirklich genauen Austarieren,
wie ich das Bild gestalte.
Aber insgesamt bin ich ganz happy. Also es funktioniert.
Ich kann jetzt Großformat belichten und entwickeln.
Dafür ganz herzlichen Dank an Chris und Moni für den Workshop und das ganze
Coaching drumherum. vorher, hinterher, Kaufberatung und für das Buch natürlich.
Ja, und jetzt los. Geht da auf die Webseite. Ich verlinke die Webseite auf meiner
Webseite. Ihr findet das sonst unter discoverthetopfloor.com,
aber wie gesagt, unter mic.fm-ep605,
einschlafen Podcast 605 ist diese Episode, findet ihr alle Links.
Ich verlinke das auch nochmal auf mastodon.at tobibeyer.chaos.social Und vielleicht
sehen wir uns dann nächstes Jahr auf dem Workshop und lernen gemeinsam.
Also ihr merkt, das Thema begeistert mich, aber ich muss jetzt mal so langsam
zum Ende kommen von dieser Episode. Und ich wollte jetzt nicht wirklich zwei
Episoden zum Thema Großformat machen.
Das wäre dann auch übertrieben.
Aber es werden sicherlich noch weitere Episoden zum Thema Fotografie kommen.
Denn offensichtlich begeistert mich das Thema und offensichtlich lerne ich da
immer noch was dazu. Und das ist schön.
Und dann kann ich immer noch was erzählen. Jetzt aber erstmal zu Herrn Rilke.
Rainer Maria Rilke, wir sind bei 35% der Gesamtausgabe, sämtliche Gedichte in
einem Band, Position 24, 12 von 6883.
Der Sohn. Mein Vater war ein Verbander, König über dem Meer.
Ihm kam einmal ein Gesandter. Sein Mantel war ein Panther und sein Schwert war,
schwer. Mein Vater war wie immer ohne Helm und Hermelin.
Es dunkelte das Zimmer wie immer arm um ihn.
Es zitterten seine Hände und waren blass und leer.
In bilderlose Wände blicklos schaute er. Die Mutter ging im Garten und wandelte
weiß im Grün und wollte den Wind erwarten vor dem Abend blühen.
Ich träumte, sie würde mich rufen, aber sie ging allein, ließ mich vom Rande
der Stufen horchen, verhallenden Hufen und ins Haus hinein.
Vater, der fremde Gesandte, der reitet wieder im Wind. Was wollte er?
Er kannte dein blondes Haar, mein Kind. Vater, wie war er gekleidet?
Wie der Mantel von ihm floss, geschmiedet und geschmeidet war Schulter, Brust und Ross.
Es war eine Stimme im Stahle, es war ein Mann aus Nacht, aber er hatte eine
schmale Krone mitgebracht.
Sie klang bei jedem Schritte an sein sehr schweres Schwert. Die Perle in ihrer
Mitte ist viele Leben wert.
Vom zornigen Ergreifen verbogen ist der Reifen, der oft gefallen war.
Es ist eine Kinderkrone, denn Könige sind ohne. Gib sie meinem Haar.
Ich will sie manchmal tragen, in Nächten blass vor Scham und will dir,
Vater, sagen, woher der Gesandte kam,
was dort die Dinge gelten, ob Steinern steht die Stadt, ob man in Zelten mich erwartet hat.
Mein Vater war ein Gekränkter und kannte nur wenig Ruhe.
Er hörte mir mit verhängter Stirne nächtelang zu.
Mir lag im Haar der Ring und ich sprach ganz nahe und sagte,
dass die Mutter nicht erwachte, die an dasselbe dachte, wenn sie ganz weißgelassen
von vorabendlichen Massen,
durch dunkle Garten ging.
So wurden wir verträumte Geiger, die leise aus den Türen treten,
um auszuschauen, ehe sie beten,
ob nicht ein Nachbar sie belauscht, die erst, wenn alle sich zerstreuten,
hinter dem letzten Abend läuten die Lieder spielen, hinter denen,
wie Wald im Wind hinter Fontänen,
der dunkle Geigenkasten rauscht, denn dann nur sind die Stimmen gut,
wenn Schweigsamkeiten sie begleiten,
wenn hinter dem Gespräch der Seiten Geräusche bleiben wie von Blut,
und bang und sinnlos sind die Zeiten, wenn hinter ihren Eitelkeiten nicht etwas
waltet, welches ruht. Geduld!
Es kreist der leise Zeiger, und was verheißen ward wird sein.
Wir sind die Flüsterer vor dem Schweiger, wir sind die Wiesen vor dem Hain.
In ihnen steht noch dunkles Summen, viele Stimmen sind und doch kein Chor,
und sie bereiten auf die stummen, tiefen, heiligen Haine vor.
Ja, der Herr Rilke, wie wir ihn kennen und lieben. Falls ihr euch wundert,
dass ich manchmal stotter oder mich verlese.
Und falls ihr noch nicht so lange zuhört hier, nochmal kurz zur Erklärung.
Das hier ist prima vista, was ich hier mache. Ich nehme mir vor,
etwas vorzulesen, aber ich lese das vorher nicht. Ich bin nicht vorbereitet.
Ich schneide hier auch nichts raus. Das ist einfach, ich klappe das Buch auf,
lese das nächste Gedicht, lese es genau einmal, drücke nicht auf Stopp.
Manchmal drücke ich auf Pause, wenn ich husten muss oder wenn jemand klingelt
oder so. Ansonsten ist das ja alles Single Take, First Take.
Prima, wisst ihr, ich sehe den Text zum ersten Mal und lese ihn dann vor.
Das hier ist keine Hörbuchproduktion. Das ist kein professionelles Hörspiel, was ich hier aufnehme.
Das mache ich von Anfang an so, dass ich die Texte nicht vorher lese,
sondern einfach spontan ablese.
Ablese und dann kommt es halt so raus, wie es rauskommt. Manchmal verlese ich
mich, manchmal betone ich komisch.
Da müsst ihr durch. Kommen wir zum Herrn, wie heißt er, Goethe?
Johann Wolfgang von und zu, ohne und zu, ich sage das nur immer,
weil es irgendwie lustig ist, keine Ahnung was.
Die italienische Reise, die er im Jahre 1786 begonnen hat. Wir sind immer noch
in diesem Jahr, am 3. Dezember in der Stadt Rom.
25% des Buches haben wir geschafft. Wir sind bei Position 2108 von 8.876.
Und bevor ich vorlese, sage ich immer, seit nicht ganz 16 Jahren,
also in den ersten Episoden habe ich es nicht gemacht, irgendwann habe ich angefangen,
sage ich immer Augen zu und zugehört.
Und wenn ich das vergesse, dann kann kein Mensch in ganz Deutschland einschlafen.
Und auch nicht in Österreich und in der Schweiz und wo auch sonst mich die Hörer
dieses Podcasts, die wahrscheinlich des Deutschen mächtig sind, hören.
Also Augen zu und zu gehört.
Den 3. Dezember. Die Witterung hat bisher meist von 6 zu 6 Tagen abgewechselt.
Zwei ganz herrliche, ein trüber, zwei bis drei Regentage und dann wieder schöne.
Ich suche jeden nach seiner Art, aufs Beste zu nutzen.
Doch immer sind mir noch diese herrlichen Gegenstände wie neue Bekanntschaften.
Man hat nicht mit ihnen gelebt, ihnen ihre Eigentümlichkeiten nicht abgewonnen.
Und einige reißen uns mit Gewalt an sich, dass man eine Zeit lang gleichgültig
ja ungerecht gegen andere wird.
So hat zum Beispiel das Pantheon, der Apoll von Belvedere, einige kolossale
Köpfe und neuerlich die Sixtinische Kapelle so mein Gemüt eingenommen,
dass ich daneben fast nichts mehr sehe.
Wie will man sich aber klein, wie man ist und ans Kleine gewohnt diesem edlen,
ungeheuren, gebildeten Gleichstellen.
Und wenn man es einigermaßen zurechtrücken möchte, so drängt sich abermals eine
ungeheure Menge von allen Seiten zu, begegnet dir auf jedem Schritt und jedes,
fordert für sich den Tribut der Aufmerksamkeit.
Wie will man sich da herausziehen? Anders nicht, als dass man es geduldig wirken
und wachsen lässt und fleißig auf das merkt, was andere zu unseren Gunsten gearbeitet haben.
Winkelmanns Kunstgeschichte, übersetzt von Fea.
Die neue Ausgabe ist ein sehr brauchbares Werk, das ich gleich angeschafft habe
und hier am Orte in guter, ausliegender und belehrender Gesellschaft sehr nützlich finde.
Auch die römischen Altertümer fangen mich an zu freuen. Geschichten in Schriften,
Münzen, von denen ich sonst nichts wissen mochte, alles drängt sich heran.
Wie mir es in der Naturgeschichte erging, geht es auch hier,
denn an diesem Ort knüpft sich die ganze Geschichte der Welt an und ich zähle
einen zweiten Geburtstag, eine wahre Wiedergeburt,
von dem Tage, da ich Rom betrat.
Und noch ganz kurz, den 5. Dezember, in den wenigen Wochen, da ich hier bin,
habe ich schon manchen Fremden kommen und gehen sehen und mich über die Leichtigkeit
verwundert, mit welcher so viele diese würdigen Gegenstände behandeln.
Gott sei Dank, dass mir von diesen Zugvögeln künftig keiner mehr imponiert,
wenn er mir im Norden von Rom spricht, keiner mir die Eingeweide mehr erregt,
denn ich habe es doch auch gesehen und weiß schon einigermaßen, woran ich bin.
Dann nochmal ganz kurz den 8. Dezember. Wir haben mitunter die schönsten Tage.
Der Regen, der von Zeit zu Zeit fällt, macht Gras und Gartenkräuter grün.
Die immergrünen Bäume stehen auch hier hin und wieder, sodass man das abgefallene
Laub der übrigen kaum vermisst.
In den Gärten stehen Pomeranzenbäume voller Früchte, aus der Erde wachsend und unbedeckt.
Von einer sehr angenehmen Spazierfahrt, die wir ans Meer machten und von dem
Fischfang da selbst, dachte ich umständlich zu erzählen, als abends der gute Moritz hereinreitend,
den Arm brach, in dem sein Pferd auf dem glatten römischen Pflaster ausgletschte.
Das zerstörte die ganze Freude und brachte in unseren kleinen Zirkel ein böses Hauskreuz.
So, weiter geht's in Rom, den
13. Zimmer, das lese ich euch dann beim nächsten Mal vor in zwei Wochen.
Wenn ich euch dann auch wieder von einer Reise erzähle denn ich war mit meiner
Frau in Brügge und werde in der nächsten Episode also von Brügge erzählen.
Bis dahin wünsche ich euch alles Gute, Gute Nacht Schlaft recht gut,
denn Schlafen ist wichtig für die Gesundheit und für alles Ich hab euch alle
lieb, bis zum nächsten Mal Gute Nacht.

