- Download:
- MP3 Audio8 MB
- WebVTT Captions14 KB
Veröffentlicht am 14.04.2026
Transkription
Diese Transkription enthält vermutlich ein paar Fehler, hilft aber bei der Suche. Wer das hier liest schläft auch ein!
Moin, ich bin Tobi und dies ist der Haltungsblog. Bitte nicht erschrecken,
das erscheint zwar im gleichen Programm wie der Einschlafen-Podcast,
aber ich habe mich entschieden, den Haltungsblog rauszulösen.
Das heißt, es sind jetzt separate Episoden.
Wenn ihr gerade einschlafen wollt, lasst euch einfach die nächste Episode runter,
denn dieser neue Haltungsblog, der erscheint jetzt separat.
Ihr könnt den runterladen, anhören, wann ihr wollt.
Da gibt es Inhalte zum Aufregen, zum Nachdenken, zum Nicht-Einschlafen womöglich.
Die hatte ich bisher immer im Einschlafen-Podcast mit drin. Was heißt immer?
Also seit es den gibt. Also irgendwie, ich weiß nicht, zwei Jahre oder so.
Und da habe ich mich immer so ein bisschen so, soll ich euch wirklich jetzt
vom Einschlafen abhalten im Einschlafen-Podcast?
Ich weiß es nicht. Manchmal war es ein bisschen komisch. So und deswegen haben
die Katrin und ich uns überlegt.
Vielen Dank, Katrin Rönecke von Haus 1 an dieser Stelle für die tolle Idee.
Wir machen das einfach weiterhin im Einschlafen-Podcast-Feed,
aber nicht in den Episoden. Das heißt, die Einschlafen-Podcast-Episoden sind
jetzt wieder frei von möglicherweise Sachen, die nicht zum Einschlafen sind.
Wobei, irgendwas ist ja immer.
Und der Haltungsblock, wo ich halt bewusst euch eventuell aufrege,
ist in separaten Episoden, aber im gleichen Feed.
Das heißt, ihr bekommt sie automatisch und könnt dann eben entscheiden,
will ich das jetzt hören oder nehme ich einfach die direkt nachfolgende Episode
zum Einschlafen. dass das Block.
Genau, und wie oft dann der Haltungsblock erscheint, muss ich dann sehen.
Genau, das ist die große Entdeutschkeit.
Ich werde jetzt nicht in die alten Episoden reingehen und da den Haltungsblock rauslösen.
Das habe ich kurz überlegt, aber es ist echt viel Arbeit. Wenn das jemand von
euch machen möchte, wäre ich euch total dankbar.
Ich kann euch auch die original Audio-Dateien zur Verfügung stellen,
falls jemand Lust dazu hat.
Aber muss, glaube ich, echt nicht sein.
That's it. Erster separate Haltungsblock. Habe ich gedacht, ich brauche ein gewichtiges Thema.
Was ist denn meiner Ansicht nach vielleicht die wichtigste Haltung,
die man im Leben haben sollte?
Und das ist meiner Meinung nach die Haltung,
dass man sein Wertegerüst stabil und flexibel gleichzeitig hält.
Das ist eine Haltung, die wirklich schwer ist und deswegen muss ich sie ein
bisschen erklären und auch erklären, warum ich glaube, dass es die wichtigste ist.
Und also Haltungsgerüst, Wertegerüst, das ist die Summe aus Grundansätzen,
die mich zu moralischen Aussagen bringt oder die mich zu Entscheidungen führt.
Und die sollte gleichzeitig stabil als auch flexibel sein. Was meine ich damit?
Stabil natürlich im Sinne von, es sollte nicht komplett volatil sein,
man sollte nicht komplett ständig von links nach rechts, von oben nach unten,
von gut nach böse und sonst wie was schwanken,
sondern man muss natürlich schon irgendwie eine klare Linie haben,
die man auch langfristig verfolgt.
Sonst ist auf nichts Verlass und alles ist irgendwie komisch gleichzeitig flexibel
und das ist der eigentliche Knackpunkt, denn einfach so tun,
was man immer getan hat und an das zu glauben, was man immer geglaubt hat.
Fällt einigen Leuten schwer weil sie an nichts glauben, aber ansonsten ist das
nicht so die Herausforderung die größere Herausforderung ist glaube ich,
flexibel zu bleiben und offen zu bleiben für neue Erkenntnisse und das ist echt schwer,
Ich weiß noch, wie schwer ich mich damit getan habe, zu akzeptieren,
dass ich in meiner Sozialisierung, in meinem Aufwachsen, in meinem Großwerden
Dinge oder schon als Kind Dinge gelernt habe,
die ich später als nicht gut identifizieren musste.
Das offensichtlichste Beispiel ist als Kind habe ich das N-Wort ganz selbstverständlich
benutzt war mir dessen nicht bewusst dass das rassistisch ist und als ich dann
gelernt habe das N-Wort zu benutzen ist aber echt nicht so geil, es ist rassistisch,
habe ich zuerst gedacht ja Moment, aber ich bin ja kein Rassist also ich habe
lange Haare, Links Heavy Metal Fan,
ich bin wirklich kein Rassist deswegen kann ich es weiter benutzen weil ich
ja kein Rassist bin das macht mich ja nicht zum Rassisten Und es hat tatsächlich
ein bisschen gedauert, bis ich dann verstanden hatte, ja genau diese Einstellung
macht mich halt zum Rassisten.
Also wenn es mir egal ist, wenn mir meine eigene Einschätzung der Lage wichtiger
ist, als das, was ich gerade Neues gelernt habe und ich sage,
ich mache das jetzt weiter und dass das irgendwie Menschen verletzt,
ist mir egal, weil in meiner Welt bin ich ja kein Rassist.
Genau das macht mich zum Rassisten. Wenn ich dann erkenne, die Verwendung dieses
Begriffs ist rassistisch und trotzdem ihn weiter benutze mit irgendwelchen fadenscheinigen
Argumenten der Stabilität,
ich habe das doch schon immer nicht rassistisch gemeint und so weiter,
dass wenn es mir egal ist, dass ich gerade gelernt habe, es ist aber rassistisch.
Dann bin ich halt Rassist. So, ist mir nicht egal.
Ich habe das gelernt. Ich benutze dieses Wort nicht mehr.
Und das ist das, was ich mit Flexibilität meine.
Das ist bei dem N-Wort vielleicht etwas sehr plakativ. Viel schwieriger noch ist es bei Sexismus.
Sexismus ist das Benachteiligen von Menschen aufgrund ihres gelesenen Geschlechts.
Das betrifft im Wesentlichen Frauen. Denn ich bin so aufgewachsen,
dass eine Familie Mann-Frau-Kinder bedeutet, dass die Familie ein sehr hoher
Wert ist und nicht kaputt gehen darf,
dass der Mann aber das starke Geschlecht ist und die Frau zu gehorchen hat.
Nicht ganz so, also das ist jetzt übertrieben dargestellt, aber in meiner Kindheit
und Jugend, da war das in Deutschland tatsächlich noch sehr weit verbreitet
so zu denken. Ich glaube, es ist heute noch so.
Und aus diesem Aufwachsen in einer sexistischen Welt haben sich ganz viele Dinge
in mir festgesetzt, die ich sehr mühsam über die letzten Jahrzehnte abbauen musste.
Und ich fürchte, es sind immer noch Sachen da, auch sich das einzugestehen,
dass man mit gewissen Vorurteilen, Biassen.
Keine Wortwitze in dieser Sendung, ähm,
mit gewissen Prägungen aufgewachsen ist und dass davon bestimmt noch welche
da sind, die man vielleicht dann irgendwann mal loswerden sollte, sobald man sie erfährt.
Die sind alle unterbewusst und niemand kann von irgendwem erwarten,
dass er sein gesamtes Unterbewusstsein mal eben umkrempelt.
Es geht halt nicht so einfach, da muss man halt erstmal die Erfahrung machen.
Ach so, guck mal, das hier habe ich auch noch, dafür sollte ich vielleicht auch mal dran arbeiten.
Das ist ein sehr aufwendiger, langwieriger und auch anstrengender und auch unangenehmer Prozess.
Man muss sich ja immer wieder eingestehen, oh Backe, ich war hier jetzt echt
lange auf dem falschen Dampfer und jetzt lerne ich hier aber gerade,
das sollte man vielleicht so gar nicht sehen oder denken oder sagen oder tun.
Und dann eben diesen Schritt zu machen, diesen Aufwand zu betreiben und daran
zu arbeiten und das eben nicht mehr so zu machen.
Das ist die große Herausforderung an diesem flexibel bleiben.
Und Stabilität ist wichtig, damit man eben eine klare Linie hat.
Aber die Flexibilität, immer noch was dazu zu lernen, immer noch wieder an sich zu arbeiten.
Denn wir alle sind geprägt. Das Gehirn ist ein großes Werkzeug der Vereinfachung.
Es muss sehr viele, sehr unterschiedliche Eindrücke schnell einordnen und so weiter und so fort.
Und das ist einfach schwer.
So und jetzt die Haltung, die ich darin erwarte, ist, das zu akzeptieren,
dem gegenüber offen zu sein, sich dem auszusetzen, auch in Räume reinzugehen,
wo man neue Erfahrungen machen kann.
Das meine ich sowohl physisch, also geht einfach in Räume rein.
Ich war jetzt gerade auf dem Podstock, die nächste Einschlafen-Podcast-Episode
geht über den Podstock. Das ist sicherlich ein Raum, wo man neue Sachen lernen kann.
Allerdings war ich da schon so oft, das ist für mich schon fast zu Hause und Wohlfühloase.
Aber vielleicht seht ihr Orte, wo ihr hingehen könnt, Räume, wo ihr reingehen könnt.
Das muss ja nicht gleich der AfD-Parteitag sein oder irgendwas richtig Krasses.
Aber es geht zum Beispiel auch um Bücher. Lest doch mal Bücher.
Befasst euch doch mal mit Sachen, mit denen ihr euch nicht befasst habt.
Es gibt ganz tolle schwarze Autorinnen, die auf Deutsch Bücher veröffentlichen,
in denen ihr lernen könnt, wie sich Rassismus anfühlt.
Und was das ist und was das für die betroffenen Menschen bedeutet.
Beschäftigt euch mit feministischer Literatur, um mehr über Sexismus in der
Gesellschaft zu lernen.
Oder ihr müsst auch gar nicht so weit gehen, schaut euch mal in eurem Freundeskreis, Familienkreis um.
Worüber habt ihr euch lange nicht auseinandergesetzt? Das sind alles Sachen,
die muss man nicht gleichzeitig tun und nicht alles auf einen Schlag.
Deswegen ist es eine Haltungsfrage und keine Aktionsfrage. Die Haltung meiner
Ansicht nach sollte immer sein, ich bin demgegenüber offen, ich weiß,
dass ich an mir arbeiten muss, will und kann.
Und dann macht man es eben auch.
Das ist der Haltungsblock für heute. Wenn euch das gefallen hat,
dann freut euch drauf, dass ihr demnächst mehr kurze Episoden im Einschlafen-Podcast-Feed erscheinen.
Die bekommen ein gesondertes Episodenbild. Ich habe jetzt erstmal Makeshift irgendwas gemacht.
Vielleicht gibt es dann noch eine schönere Variante.
Ihr werdet sie erkennen können im Feed.
Und wenn ihr euch nur für die interessiert, freut es mich natürlich auch.
Wenn ihr euch nur für einen Einschlaf im Podcast interessiert,
habt ihr jetzt eine Möglichkeit, diese Episoden zu überspringen.
Aber vielleicht hört ihr dann mal am nächsten Tag rein. In diesem Sinne.
Holy Steve, ich habe mir noch nicht überlegt, was ich irgendwie als Abschließform,
ich habe mich zumindest mal schon mal entschieden, kein gesondertes Intro,
außer das Haus 1 Intro zu haben,
Gitarre habe ich eben kurz in die Hand genommen, hat mein Bruder auf Open Tuning, kann ich nicht.
Vielleicht muss ich da auch noch offen sein und Open Tuning lernen,
ha ha ha, jetzt habe ich doch einen Wortwitz gemacht, es tut mir leid, also, wir hören uns.

@toby das Wichtigste ist: sei kein Arschloch! Egal weshalb, egal warum, einfach zu keinem Menschen oder Tier ein Arsch sein.