EP 600 ~ Rückblick und Goethe

Wow, 600. Was ne Zahl. 1000 dann in weiteren 16 Jahren 😉 Es ist eine Episode über den Einschlafen Podcast und seine Geschichte. Kein Abgesang!
avatar
Toby

Veröffentlicht am 09.06.2026
Rückblick und Goethe - Episodenbild

Transkription

Diese Transkription enthält vermutlich ein paar Fehler, hilft aber bei der Suche. Wer das hier liest schläft auch ein!


Hallo ihr Lieben und herzlich Willkommen zum Einschlafen-Podcast Episode 600.
Ich bin Tobi, ich lese euch heute ein bisschen Güte vor aus der italienischen Reise.
Davor gibt es ein Gedicht von Rainer Maria Rilke und davor erzähle ich euch
was, damit ihr abgelenkt seid, von euren eigenen Gedanken und besser einschlafen könnt.
Tja, Episode 600 und das ist natürlich schon mal eine Marke.
Ich bin irgendwie, ja, es ist jetzt gerade Sommer 2026 und im Herbst 2010 habe
ich angefangen mit diesem Podcast,
das ist 16 Jahre her und es fühlt sich so ein bisschen so an,
als wir jetzt doch mal wieder so ein bisschen Rückblick auf,
was ist eigentlich alles passiert.
Angemessen. Deswegen ist diese Episode 600 einfach nur mal gucken,
was alles so war und wie sich alles so entwickelt hat und wo ich eigentlich
gerade so bin und ob ich mich da wohlfühle.
Deswegen ja, folgt mir auf einer Reise durch 600 Episoden. Nein, das mache ich nicht.
Aber es gab ja schon so ein paar Wendepunkte in diesem Podcast,
in dem Leben dieses Podcasts, wo es sich lohnt, mal irgendwie drauf zu schauen,
was eigentlich alles so passiert ist.
Und ein anderer Grund, warum ich jetzt gerade über diesen Podcast nachdenke,
ist, dass dass ich, und damit fange ich einfach mal an, ganz frisch,
dass ich nominiert war für den Deutschen Podcast Award.
Das ist ein Preis, der ist jetzt ganz neu aus der Taufe gehoben.
Es gab aber vorher schon den Deutschen Podcast Preis und andere Organisationen,
die einen Podcast Preis verliehen haben.
Es gibt noch den Udo Sauer, der auf Mastodon oder früher auf Twitter Udos Podcast
Preis regelmäßig verleiht.
Im Wesentlichen, um sich lustig zu machen.
Den habe ich jetzt letztens auch bekommen. Hat mich auch sehr gefreut.
Aber es ist einfach Udo, der Hashtag Udos Podcastpreis verleitet. Das ist lustig.
Nee, der Deutsche Podcast Award. So, darauf hatte mich Katrin Rönnecke von Haus
1, also die Chefin von dem Label, wo ich mit reingekommen bin,
hat mich darauf aufmerksam gemacht.
Tobi, guck doch mal, Deutscher Podcast Award. Da gibt es eine Kategorie,
die ist doch wie für dich gemacht. One Host Show.
Und dann habe ich mir das angeguckt und dachte zuerst, ist das ein bisschen
komisch, dass man sich dort selber anmelden muss.
Also man musste selber seinen Podcast einreichen mit einer kurzen Beschreibung,
einem kurzen Audioschnipsel, 10 Sekunden Audio, die den Podcast beschreiben.
Bei Videopodcast konnte man Video hochladen.
Oder drei Audioschnipsel sogar konnte man aus bestehenden Episoden einfach da irgendwie hochladen.
So, das habe ich dann mal gemacht und dann auch wieder vergessen und um,
Ich fand das halt merkwürdig, aber auch nicht wirklich gewinnversprechend für
mich, weil ich bei sowas irgendwie noch nie gewonnen habe.
Ja, dann kam auch trotzdem die E-Mail. Hallo Dobi, herzlichen Glückwunsch,
du bist nominiert für den Deutschen Podcast Award.
Komm doch bitte am Tag vor Himmelfahrt, war das, Datum habe ich gar nicht mehr
im Kopf, war es im April, war es Ende März, irgendwie so, vor einer Weile.
Komm doch bitte nach Berlin, bring bis zu fünf Personen aus deinem Team mit,
Dresscode Modern Gala und so ein paar Informationen.
Und ich war so, oh, aha, okay, cool, ich bin nominiert. Was heißt denn das?
Und habe dann mein Team gefragt.
Ich habe ja gar kein Team, aber aktuell sind ja Bianca und Sabrina so nett und
machen mir hier regelmäßig Episodenbilder, wenn ich rechtzeitig Bescheid sage,
über welches Thema es denn geht.
Kriege ich da in der Regel ganz tolle Bilder gemalt, ganz lieben Dank dafür.
Das war aber zu kurzfristig, das hat nicht ganz geklappt. Also ich musste relativ,
kurzfristig zusagen, mit wie vielen Leuten, mit welchen Leuten ich denn komme.
Dann habe ich Katrin gefragt, das ist ja immerhin meine Label-Chefin.
Und Holger, also mit Holger mache ich ja den Realitätsabgleich zusammen.
Katrin und Holger sind verheiratet. Ja, und ich bin auch persönlich mit den beiden befreundet.
Wäre halt nett gewesen, aber die waren verhindert, die hatten eine Urlaubsreise nach Italien geplant.
Und dann habe ich meine Frau gefragt und dann sind wir halt zu zweit, haben uns angemeldet.
Ich habe dann, nachdem ich gesagt habe, dass ich komme und mit wem ich denn
komme, erst gesehen, mit wem ich eigentlich nominiert bin.
Und das waren die Podcasts House of Whomsy von Salva Whomsy und Spaßgetränk
von Mirella ich vergesse mal den Nachnamen Pratschek.
Ja, ihr Codename oder, ja, wie heißt das?
Username ist mir relativ egal und das finde ich total gut. Das hätte auch von
mir sein können, vom Humor her.
Ja, zwei junge Frauen, die auch One-Host-Shows machen, die mit mir nominiert
waren und als ich das gesehen habe, dachte ich gleich, oh, das wäre aber komisch,
wenn der alte weiße Mann gewinnt und nicht eine von diesen jungen Frauen.
Und ich habe dann auch gesehen, okay, die machen das beide eher professionell.
Also die leben dann davon, dass man Podcasts macht, Journalismus betreibt,
Moderationen macht und sind halt in dieser Medienwelt.
Das heißt, die brauchen so einen Preis für ihr Business sozusagen.
Ich brauche den Preis für mein Business halt nicht, weil ich hier halt gar kein Business habe.
Sondern für mich ist das ein Hobby,
ein sehr wichtiges Hobby für mich persönlich, das mir sehr viel gibt.
Aber meine Lebenseinkünfte basieren halt nicht darauf.
So einen Podcastpreis zu gewinnen, ist natürlich dann auch sehr viel Aufmerksamkeit.
Und dann soll das auch jemand bekommen, der das. So war so meine Haltung.
Ich war so ein bisschen nervös, da hinzufahren.
Außerdem war ich nervös wegen dem Thema Modern Gala.
Hab mir ein Smoking gekauft. Das war auch ein schönes Erlebnis.
Und meine Frau hat sich einen Jumpsuit geholt, der auch sehr elegant aussah
und wir sahen beide sehr, sehr gut aus und sind auch nicht aufgefallen.
Also ich war vielleicht so ein bisschen overdressed, ich glaube,
ich war der Einzige dort dann vor Ort mit Smoking, viele andere Männer sind
dann doch im Anzug gekommen oder tatsächlich auch in Jeans und T-Shirt.
War mir völlig egal, so ich selber habe keinen Wert draufgelegt,
dass dann alle irgendwie im Smoking da rumlaufen.
Ich fühlte mich so ein bisschen over-theist, aber mir war es dann letztendlich
auch egal. Denn so richtig dorthin gehört habe ich ja nicht.
Wie gesagt, da waren halt dann ganz viele, die das professionell machen,
die für Studios aufnehmen oder in Studios arbeiten, Produzenten sind.
Ganz wenige Hosts waren ehrlich gesagt da. Also Sprecher waren gar nicht so
viele da, sondern vielmehr Autoren und Redaktionen und Sounddesigner und Produzenten.
Und hast du nicht gesehen. Also was es da so alles so für Rollen gibt.
Ich war einmal bei einer Fernsehproduktion dabei.
Für den Einschlafen-Podcast war ich beim NDR Fernsehen. Wiegald Boning hatte
eine Show zum Einschlafen.
Ich weiß gar nicht mehr, wie die hieß. Wurde auch nur zwei, dreimal aufgenommen.
In Hamburg über dem Thalia-Theater ist so ein Ort, den haben sie in so ein Fernsehstudio umgewandelt.
In der Mitte stand dann ein riesengroßes Bett, wo er dann mit seinen Gästen saß.
Ich war da aber nicht Gast, sondern ich war einer von denen,
die dann im Publikum so in der ersten Reihe sitzen, wo er dann kurz hingeht,
hat er mir das Mikrofon hingehalten, durfte ich was zum Thema Einschlafen-Podcast
sagen und kurz Kant vorlesen, das war sehr lustig.
Aber also dieses Erlebnis große Fernsehproduktion mit irgendwie 700 Leuten,
die beteiligt sind lauter Produzenten, also jeder Gast hatte zwei Produzenten
dabei und fast bei vielen Lichtmenschen,
Tonmenschen Kameramenschen und sehr sehr viele Leute mit Rollen,
wo man überhaupt nicht versteht, warum sind die eigentlich da,
so Projektleitungstechnisch sind bestimmt alle wichtig, aber,
es wirkte sehr aufgeblasen.
Und bei diesem Podcast war es jetzt nicht ganz so schlimm. Es ging auch nicht
um Fernsehproduktionen, sondern um Audioproduktionen.
Aber trotzdem waren da sehr viele Menschen, von denen ich halt auch nicht unbedingt
wusste, was die eigentlich genau machen.
Es war nicht mein Beritt, sag ich mal. Es war irgendwie nicht meine Welt.
Die waren auch alle viel, viel jünger als ich. Ich bin halt mit über 50 Jahren,
einer der Ältesten dort gewesen.
Ich habe mich sehr nett mit Bjarne Mädel unterhalten. Von dem wusste ich gar
nicht, dass er kommt. Der macht einen Podcast.
Also der ist Sprecher bei ähm,
Wie heißt das? Barmbeek Bump. Prange versus Rode. Und weil Prange hätte natürlich
auch schon drauf kommen können.
Ich habe das gelesen, aber nicht verstanden, dass er das ist.
Und er war dann aber auch da.
Und ich habe ihn einfach angesprochen. Es war super nett.
Ein total netter Mensch. Ich habe mich sehr gut mit ihm verstanden.
Und ich glaube, wir fühlten uns sofort ein bisschen verbunden,
weil wir beide halt eher so die alten weißen Männer da waren.
Alte weiße Männer haben sowieso bei dieser Veranstaltungen sehr viel auf den
Deckel gekriegt, weil traditionell ist Podcasting ja, zwei alte weiße Männer
unterhalten sich und das ist ja auch ein sehr weit verbreitetes Format.
Bin ich ganz froh, dass ich mit meinem Einschlafen-Podcast mich wenigstens nicht
mit einem anderen alten weißen Mann unterhalte.
Naja, ich habe noch die Jasmin Körber kennengelernt, die ist Autorin für die
Peter Thiel-Story, hatte ich vorher nicht gehört.
Darüber habe ich ausführlich im letzten Haltungsblog erzählt.
Hört da gerne rein, falls ihr den nicht gehört habt. Sehr, sehr spannend.
Ich habe die Peter T-Story dann hinterher gehört. Wirklich sehr guter Podcast.
Und ein sendender Kontakt mit der Jasmin. Und ja, Olli, Olli sag ich,
Donny O'Sullivan, Olli Dosanevin.
Donny O'Sullivan habe ich kennengelernt. Endlich in Persona,
mit dem hatte ich vorher immer mal so auf Twitter schon damals Kontakt,
als es noch Twitter hieß und ich dann noch aktiv war, da bin ich ja gar nicht mehr.
Und Donnie hat bei Gästerliste Geisterbahn Rocket Beans da so Sachen gemacht,
das ist halt auch irgendwie eins der Entertainment-Urgesteine sag ich mal,
sag ich nicht wegen seinen grauen Haaren, der ist ja immer zehn Jahre jünger als ich,
der junge Hüpfer und ja genau, das war nett mal irgendwie ein paar Worte zu
wechseln, wo man vorher immer nur geschrieben hatte,
der hat in seinem Podcast That's What He Said auch letztens über diese Veranstaltung berichtet.
Und es war auch ganz spannend, mal aus der Perspektive von jemandem,
der tatsächlich in diesem Business ist, wie der auf diese Veranstaltung geschaut hat.
Könnt ihr auch mal reinhören. Genau.
So, aber letztendlich, also ich habe nicht gewonnen. Das war auch ganz gut so.
Salva Humsey hat gewonnen mit House of Humsey. Die hat sogar zwei Preise gewonnen.
Ich bin dann nach der Preisverleihung zu ihr hin und habe ihr gratuliert.
Und sie guckt mich irgendwie ein bisschen verständnislos an und dann sage ich,
ja, ich bin Tobi Beyer vom Einschlafen-Podcast.
Ich war halt auch nominiert in der Kategorie und dann reißt sie die Augen und
sagt, oh Mensch, Tobi Beyer, oh, ich höre schon so lange.
Also den Realitätsabgleich, Holger Klein, sie ist großer Fan von Vrind und hat
mich dann in den höchsten Tönen gelobt.
Und das ging natürlich runter wie Öl. Da war dann auch meine Enttäuschung,
dass ich den Preis nicht gewonnen habe, wieder verflogen.
Denn natürlich war ich enttäuscht, wenn man nominiert ist und dann sind da drei
Nominierte und dann wird irgendwie, die Nominierten sind und gewonnen hat.
Klar wäre es schön gewesen, den Preis zu gewinnen. Wäre natürlich schwierig
gewesen, dann die richtige Ansprache zu halten, aber erstmal ist man dann halt
doch ein bisschen enttäuscht und erleichtert,
dass der eigene Wunsch eben nicht zu gewinnen, dann doch in Erfüllung gegangen ist.
Ganz merkwürdige Gefühlslage, sehr ambivalent, ehrlich gesagt.
Nee, aber danach, nach diesem Lob von Salva, ging es mir dann deutlich besser.
Ganz lieben Dank dafür. Ich glaube, zwar hier hört sich gar nicht zu,
aber trotzdem ganz liebe Grüße an dieser Stelle.
Ja, sehr freundlicher Kontakt auch.
Was ich halt gelernt habe, war, der Einschlafen-Podcast ist was anderes als das alles.
Aber was ist der Einschlafen-Podcast eigentlich?
Also Rückblick. Wie gesagt, ich habe im Oktober 2010, am 18.
Oktober, einen Tag nach meinem Geburtstag, angefangen mit dem Einschlafen-Podcast.
Meine Mutter hatte mir ein erstes Großmembran-Mikrofon zum Geburtstag geschenkt,
damit ich die Kleinkinder-Geschichtsbücher, die Geschichten,
die ich den kleinen Kindern, als ich noch kleine Kinder hatte,
jetzt sind die ja beide groß, zum Einschlafen vorgelesen habe.
Die wollte ich noch einmal aufnehmen und dokumentieren mit meiner damaligen
Stimme, wie ich das so gemacht habe.
Und das wollte ich mit einem ordentlichen Mikrofon machen. Und dafür habe ich
mir das schenken lassen.
Da gibt es eine CD, die wird nicht veröffentlicht. Die bekommt auch niemand von euch.
Weil das natürlich rechtetechnisch nicht möglich ist, das zu veröffentlichen.
Das ist nur für den privaten Gebrauch. Also sollten meine Kinder irgendwann
mal Kinder haben, dann können sie das ihren Kindern vorlesen.
Hier, guck mal, wie Papa mir früher vorgelesen hat. Ich dachte,
das ist einfach eine nette Erinnerung. und ähm,
Das habe ich auch gemacht, aber gleichzeitig dachte ich dann so,
schade, dass ich es nicht veröffentlichen darf.
Was darf man denn veröffentlichen? Ah, es gibt gemeinfreie Werke, was habe ich denn da?
Und habe dann halt angefangen, in der ersten Episode David Hume vorzulesen,
völlig bescheuerte Idee, das auf Englisch zu machen.
Und ab der zweiten Episode habe ich dann den Manuel Kant vorgelesen.
Und das war anfangs natürlich noch ein ziemliches Durcheinander.
Da hatte ich noch gar keine klare Struktur, wie ich das mache mit Vorlesen und
mit Erzählen. Die ersten Episoden sind alle recht kurz.
Aber damals habe ich auch mehrfach die Woche, teilweise täglich veröffentlicht.
Einfach nur, weil es halt ein neues Hobby war. Das habe ich dann ausprobiert.
Bis sich dann einen Rhythmus eingefunden hat mit wöchentlich und mit dieser
Struktur, dass ich halt erst erzähle und dann vorlese.
Und dann wurde es halt erst so nach einem halben, dreiviertel Jahr,
wurde es ein bisschen strukturierter. Ich will nicht professioneller sagen, aber strukturierter.
Und ich habe dann dieses Feld ausprobiert. Damals waren Podcasts halt noch wirklich
sehr, sehr klein. Das war weit vor Serial.
Das war so ein englischsprachiger Podcast.
True Crime Investigativ, der durch die Decke gegangen ist.
Ich glaube, Serial war der erste Podcast mit über eine Million Downloads oder so.
Und wie gesagt, ich war davor unterwegs. Da gab es Tim Pridlove mit Chaos Radio
Express und die Freak Show, die damals noch anders hieß, glaube ich. Es gab...
Holger Klein mit Vrind dann auch relativ früh.
Und es gab halt die Independent-Podcast-Szene, wo sich dann so die Leute,
die was ausprobieren wollten, rumgetrieben haben.
Wir haben dann das erste Pottwichteln veranstaltet, wo ich dann Esel und Teddy kennengelernt habe.
Die machen das ja noch länger als ich. Es gab ein Hamburger Podcast-Stammtischtreffen,
wo ich die Hoaxillers kennengelernt habe, also Alexander Waschkau.
Und die Jungs von Dirty Minutes Left, also Holger und Ahne.
Und das sind alles so Kontakte, die sind über die Jahre geblieben.
Dann gab es irgendwann das Podstock. Ähm,
Mit Sveni und den Leuten dort.
Und da war ich dann auch endlich 2019 das erste Mal. Da war ich ja schon groß sozusagen.
Da war der erste Hype sogar schon vorbei.
Stimmt, ich weiß noch, wie ich das erste Mal beim Podstock angekommen bin.
Und da waren so Leute, oh, Tobi Beyer ist hier.
Da wurde ich irgendwie so als einer der großen Podcaster angesehen,
der ich damals schon nicht war und heute erst recht nicht mehr bin.
Denn ja, es war dann eine Zeit lang so, dass der Einschlafen-Podcast durch die
Decke gegangen ist, wie man damals sagte.
Damals gab es nur die iTunes-Charts, damals hat man noch iTunes benutzt,
um Podcasts zu finden und zu hören.
Auf dem iPod, daher ja auch der Name Podcast, weil er halt auf den Pod gecastet
worden ist. Also der Begriff Podcast ist quasi Eigenwärmung von Apple für den
iPod gewesen, glaube ich.
Und jetzt gibt es gar kein iPod mehr. Und ja, der Name Podcast ist trotzdem noch geblieben.
Die Szene hat sich komplett verändert. Aber damals, wie gesagt,
war iTunes, das iTunes-Verzeichnis war irgendwie der Ort, wo man sein musste.
Und da gab es dann eben auch diese Rankings. Und da war ich jahrelang in den
Top Ten, also in den generischen Top Ten.
Also nicht in meiner Kategorie, sondern overall. und ich war sogar mal ganz kurz auf Platz 1.
Ich war immer sehr froh, so viel Aufmerksamkeit da zu bekommen.
Ich war halt einer der Ersten, die da irgendwie regelmäßig was geliefert haben
und irgendwie hat das halt gut funktioniert und gezündet.
Und das kam dann erst, nachdem die deutsche Medienlandschaft festgestellt hat,
dass Podcast irgendwie ein Ding ist.
Und dann angefangen haben, die ganzen Zeitungen, Zeitschriften,
Verlage, öffentlich-rechtliche...
Die haben dann alle angefangen, auch ihre Formate als Podcast zu veröffentlichen
und dann haben irgendwann alle Promis der Welt angefangen, Podcasts zu machen
und irgendwie Audio-Control als Podcast rauszuhauen.
Und es waren so mehrere Wellen von jetzt werden Podcasts richtig erfolgreich.
Und teilweise bin ich mit der Welle mitgeschwommen und auch hochgespült worden.
Als Spotify angefangen hat, Podcasts mit anzubieten, neben der Musik,
die sie eh schon angeboten hatten, war ich da auch einer der Ersten.
Da habe ich über meine Kontakte zu 4000 Hertz gesprochen.
Und Nikolaus Seemark, zu dem ich damals ganz guten Kontakt hatte,
der hatte mir ja dann verraten, wie man denn bei Spotify reinkommt.
Da gab es eine E-Mail-Adresse, da musste man hinschreiben. Wir hatten einen Videocall.
Also die Leute von Spotify haben mir eine PowerPoint-Präsentation,
einen Videocall gezeigt, wie das denn bei denen funktioniert.
Damals stand da noch nicht drin wir wollen den Podcast Markt komplett übernehmen und.
Wir wollen erfolgreiche Podcasts aus der Öffentlichkeit rauskaufen und so das
war damals irgendwie alles noch nicht so da deswegen habe ich dann da dieses
16-seitige PDF-Dokument ausgedruckt unterschrieben und zurückgesendet damit
mein Podcast dort erscheinen kann und auch da war ich dann in den Charts irgendwie anfangs noch,
gut mit dabei habe viel Aufmerksamkeit bekommen Das war irgendwie toll,
da irgendwie groß drin zu sein.
Es gab die Einschlafen-Podcast-App für Android, die ich entwickelt habe.
Damals hatte ich die Idee, es wäre doch toll, wenn noch mehr Leute Podcasts hören.
Aber dieses Konzept, man lädt sich einen generischen Podcatcher,
also einen Podcast-Player, runter und sucht dann nach den Podcasts,
den man hören will, ist zu komplex für Leute, die einfach nur was zum Einschlafen suchen.
Also die Leute, die was zum Einschlafen suchen, die suchen halt nicht nach Podcatcher,
sondern die suchen halt nach Einschlafen und finden dann den Einschlafen-Podcast.
Und ich dachte, wenn man im App Store auch irgendwie als App gefunden wird und
sie sich dann diesen Single-Purpose, also nur für den Einschlafen-Podcast,
die App dann runterladen, dann kommen sie da schneller rein.
Das hat auch funktioniert das war ein Open Source Projekt und ich habe das auch
angeboten für andere Podcaster denen auch so eine App zu bauen.
Habe ich auch teilweise gemacht. Und das war dann auch so, wenn man sich so
eine zweite App installiert, die also quasi auf diesem Open-Source-Projekt aufsetzt,
dass dann gesagt wird, willst du nicht eigentlich lieber Antennapod benutzen
und diese beiden Podcasts dort abonnieren?
Dann hast du nur eine App und versucht so den Begriff Podcast abonnieren ein
bisschen besser zu verbreiten.
War, glaube ich, eine gute Idee. So richtig funktioniert es hat aber auch nicht,
weil man diese Apps hätte pflegen müssen.
Und irgendwann habe ich die App dann auch rausgenommen aus dem Store,
weil das zu viel Aufwand war, die App zu pflegen.
Und jetzt kommt es so langsam wieder zurück. Lage der Nation hat jetzt gerade
eine eigene App gebaut, wo man die Podcasts hören kann, aber natürlich dann
auch Lage Plus Mitglied werden kann, um denen irgendwie Geld zu geben.
Ein anderes Konzept, als ich es damals hatte, Aber geht ja schon in eine ähnliche Richtung.
Ja, so. Also damals ging es mir sehr darum, mehr Aufmerksamkeit zu bekommen,
mehr Hörer zu bekommen. Ich habe damals um Spenden geworben.
In dem besten Jahr hatte ich mal 8000 Euro, die zusammengekommen sind,
also über das ganze Jahr.
Die Hälfte davon allerdings über Amazon Partner Links, Affiliate Links.
Amazon hat mich dann rausgeworfen aus dem Programm, weil ich auf einer der Seiten
auf einschlafenpodcast.de gesagt habe, ihr könntet den Link,
diesen Affiliate-Link ja auch bookmarken und dann immer darüber einkaufen.
Das ist laut AGB verboten, das hatte ich nicht gesehen und dann haben sie mich da fristlos gekündigt.
Das war irgendwie auch ein interessantes Erlebnis. Sie hatten mir außerdem unterstellt,
ich hatte einen Mehrwert angeboten für das Klicken auf diesen Links,
für Leute, die da draufklicken, dass die dann irgendwie mehr bekommen als Leute,
die da nicht draufklicken. Was natürlich falsch war.
Aber sprechen kann man mit denen nicht. Also ich habe denen eine E-Mail geschickt
und versuche das zu klären. Die waren gar nicht interessiert.
Seitdem bin ich bei Amazon raus.
Bei Spotify bin ich aber seit kurzem auch wieder raus, weil mir nicht gefallen
hat, wie die mit der Podcast-Community umgegangen sind.
Und insgesamt geht es mir heute nicht mehr so sehr darum, die größtmögliche
Aufmerksamkeit zu bekommen.
Also früher fand ich dieses Wachstum und Aufmerksamkeit,
Auftritte in Medien, ich war ja auch im Fernsehen, Also nicht nur bei Wiegald
Bohning im Dritten, sondern ich war ja auch in den Regionalprogrammen von RTL
1901, die interessanterweise am gleichen Tag hier ankamen und gefilmt haben. Das war ganz lustig.
Und bei anderen Sendungen, ich war auch im Radio öfter mal zu hören.
Das fand ich irgendwie gut, weil das ist dann Aufmerksamkeit,
dann kriegt man mehr Hörer und ich fand irgendwie viele Hörer gut.
Und mittlerweile ist es nicht mehr so wichtig.
Dadurch, dass ich bei Spotify raus bin, habe ich 60.000 Hörer verloren.
Viele davon sind rübergewechselt auf einen freien Podcatcher.
Ich habe dann allen die Android-benutzenden Antenna-Pod empfohlen,
weil das halt ein Open-Source-Projekt ist, was mir immer noch gut gefällt.
Ich selber benutze ja ein iPhone. Da habe ich halt selber Overcast.
Aber man kann auch die mitgelieferte Podcast-App von Apple verwenden oder was auch immer.
Und ja, nicht alle, die mich auf Spotify gehört haben, sind mitgekommen,
das kann ich an den Zahlen sehr deutlich erkennen, das finde ich natürlich schade,
aber mir ist es wichtiger, nicht auf Spotify zu sein, als irgendwie viele Hörer
zu haben und deswegen ist das nicht so schlimm.
Ich habe mich tatsächlich auch durch diesen deutschen Podcast Award so ein bisschen
davon verabschiedet, irgendwann mal professioneller Podcaster zu werden.
Die Option wollte ich mir immer offen halten, irgendwann mal hier monetarisieren,
monatlichen Beitrag, einfach wieder ums Spenden werben,
Zusatzinhalte bieten für Leute, die spenden, was weiß ich was.
Es gibt ja alle möglichen Modelle, die man fahren kann.
Werbung fände ich nicht so angemessen im Einschlafen-Podcast.
Habe ich mich auch sehr früh dagegen entschieden.
Und ja, wenn ich jetzt so sehe, was man alles machen muss,
um professionell Podcaster zu sein und das zum Hauptberuf zu machen,
das sind eigentlich Dinge, die ich gar nicht so gerne machen möchte und irgendwie
ist es auch nicht meins. Ich bin nicht da der Typ dafür.
Also mir ist dann das als Hobby zu betreiben irgendwie wichtiger,
als davon leben zu können. Das ist vielleicht so ähnlich wie mit der Musik.
Ich habe ja auch früher, so mit 16, 17 habe ich gedacht, professioneller Rockmusiker
zu werden, wäre irgendwie eine große Sache.
Einmal groß rauskommen und dann mit dem eigenen Ding irgendwie durch die Welt turnieren.
Aber auch das war ja damals die Illusion. Und dann habe ich auch irgendwann
verstanden, na gut, wenn man irgendwie professioneller Musiker werden will,
dann muss man erstmal auch seine Seele verkaufen.
Es gibt ganz wenige professionelle Musiker, die wirklich machen können,
was sie wollen, ihr eigenes Ding machen können, sondern das ist halt auch vom
Markt getrieben, von den Produzenten getrieben, von den Labels getrieben,
wie das dann geht, dass man abhängig davon, auf welche Festivals das Label einen
dann bucht und so weiter und so fort,
da fand ich dann...
Das Buch von Judith Holofernes von Wir sind Helden, Die träumen anderer Leute,
das fand ich total gut zu lesen, weil sie da halt beschreibt,
wie anstrengend das ist.
Profimusikerin zu sein. Und das ist natürlich, dass man immer noch irgendwie
Einfluss darauf hat, was denn eigentlich passiert, aber eben doch sehr viel
Kontrolle abgibt und sich ganz schön kaputt machen muss.
Ja, das habe ich als Musiker relativ früh dann auch schon gesehen,
also das Buch ist ja jetzt erst vor zwei, drei Jahren oder so rausgekommen und
hat dann bestätigt, was ich damals schon verstanden hatte, als ich dann gemerkt
habe, ich werde gar nicht Profimusiker und beim Podcasting hat das ein bisschen
länger gedauert sozusagen,
bis ich gemerkt habe, ich werde gar kein Profipodcaster,
ist ja aber auch nicht nötig.
Ich habe einen sehr guten Beruf, ich habe Informatik studiert,
bin aktuell bei einem großen US-amerikanischen Konzern angestellt.
Das funktioniert ganz gut, auch wenn es halt ein US-amerikanischer Großkonzern ist.
Aber es ist das, was ich mache und ich bin da jetzt seit zwölf Jahren kann mir
natürlich immer mal vorstellen, was anderes zu machen, aber,
es ist halt für mich im Moment immer noch sehr bereichernd, mit diesen Leuten
dort zusammen zu arbeiten, ich habe da Erlebnisse, ich erbricht dir hier auch
regelmäßig von den Reisen, die ich mache, von den Leuten, die ich kennenlerne
und das ist schon irgendwie ziemlich toll,
von so einer Arbeit leben zu können und das ist viel mehr, das bin viel mehr ich,
als dass ich Profi-Podcaster sein könnte. Ja.
Genau, so,
eine andere Sache, die ja passiert ist in den letzten 600 Episoden ist,
dass im Jahre, wann ist das passiert?
2017 glaube ich, ich denke mal 2015, das stimmt gar nicht, 2017 ist die AfD
in den Deutschen Bundestag eingezogen. Und das war vielleicht absehbar,
aber für mich doch ein Schock.
Und was seitdem passiert ist, ist nicht besser geworden.
Dass die Rechtspopulisten und Faschisten in Deutschland wieder in Parlamenten sind, ist nicht gut.
Das ist schlecht für unsere Gesellschaft, das ist schlecht für Deutschland,
das ist schlecht für die Bevölkerung.
Und schlecht für fast alle Menschen außer der Geschäftsführung der AfD wahrscheinlich oder so.
Und das hat mich zutiefst bewegt und ich habe dann lange überlegt,
also ich muss aktiv werden, ich halte es für meine Bürgerpflicht etwas zu tun
und habe dann gedacht, was kann ich denn tun, um gegen den Rechtspopulismus zu kämpfen.
Ich war damals ja schon sieben Jahre lang Podcaster und ich hatte eine große
Reichweite und dann dachte ich, dann mache ich halt einen Politik-Podcast der
hieß wie hieß der denn eigentlich?
Aus dem Hintergrund, genau und meine Idee war, ich interviewe Podcaster aus
dem, ich interviewe Podcaster nein, ich interviewe in dem Podcast Politiker
aus den hinteren Reihen der Fraktionen um einfach mal,
mehr Sichtbarkeit für die Leute die eigentlich mit den letzten Stimmen für eine
Partei dann in die Fraktion, in die Parlamente kommen.
Habe dann aber schnell gemerkt, ja, also das ist ein Podcast,
der bräuchte eine Redaktion.
Interessanterweise hat sich dann eine Hörerin gemeldet, ja, ich kann bei der
Redaktion gerne helfen.
Die hat dann auch geholfen, aber irgendwie haben wir es halt nicht geschafft,
diesen Podcast am Leben zu halten.
Und ich habe erst letztens verstanden, dass die Person, die das damals angeboten
hatte und auch gemacht hat,
das ist die Sabrina von ja, die jetzt äußerst erfolgreich,
die Parlamentsrevue macht, also diesen Podcast, der dann quasi nochmal vorstellt,
was passiert eigentlich in den Parlamenten, also im wesentlichen Bundestag und
da gibt es noch die Landtagsrevue,
weiß ich gar nicht, es gibt verschiedene ähm,
in verschiedene Formate, die sie
da macht. Und ich habe sie kennengelernt letztes Jahr auf dem Podstock.
Vielleicht habe ich sie auch schon vorher kennengelernt. Also persönlich,
in Persona kennengelernt sozusagen.
Aber ich glaube, wir haben uns auf dem Podstock das erst mal gesehen.
Und da erzählte sie mir, dass das sie das war, die das damals angeboten hatte.
Das ist ein bisschen peinlich, dass ich die Namen nicht zusammengebracht hatte.
Sie hat den Grimme Online Award gewonnen für die Parlamentsrevue.
Und das freut mich total, dass sie erfolgreich so einen Politik-Podcast machen
kann. Ich habe das halt damals einfach nicht gekonnt.
Stattdessen bin ich dann ja doch in die Kommunalpolitik gegangen und dachte,
ich kann da was tun gegen den Rechtsruck in Deutschland.
Das war aber für meine Persönlichkeitsstruktur nicht möglich.
Und bin dann da in Etappen wieder ausgeschieden aus der Kommunalpolitik sozusagen.
Und als ich das dann gemacht habe, habe ich gedacht, okay, dann muss ich eben
doch die Reichweite vom Einschlafen-Podcast nutzen.
Habe mit dem Haltungsblog angefangen. Erst im Einschlafen-Podcast direkt mit
Kapitelmarken zum Überspringen, weil das dann ja doch Themen sind,
die nicht unbedingt zum Einschlafen geeignet waren.
Und jetzt halt als separate Episoden, aber im gleichen Feed.
Also man kann den Einschlafen-Podcast nicht abonnieren, ohne auch den Haltungsblog zu bekommen.
Man kann Und dann werden wir natürlich die entsprechenden Episoden überspringen,
wenn man dann meine Haltung nicht hören will zum Einschlafen.
Man kann den Haltungsglock übrigens mittlerweile auch separat abonnieren.
Also wenn man nur den Haltungsglock hören möchte, dann kann man das jetzt tun.
Findet ihr auf einschlafen-podcast.de. Ich habe vor, da demnächst nochmal eine
separate Homepage für Sebastian Unterhaltung.migfm.
Aber das ist noch nicht da. Werde ich nochmal machen.
Jetzt habe ich es gesagt. Jetzt muss ich es tun. Okay, genau.
Ja, und so hat sich eben auch das Format vom Einschlafen-Podcast dann doch weiterentwickelt.
Ich habe lange gedacht, ich kann das nicht weiterentwickeln,
weil ich halt einfach eine sehr, sehr große Hörerschaft habe,
die darauf mittlerweile fast angewiesen ist.
Also ich kriege sehr, sehr viele E-Mails von Hörerinnen und Hörern,
die mir schreiben, dass sie nur mit dem Einschlafen-Podcast noch einschlafen können.
Also wenn ich dann mal eine Pause mache, weil ich gerade irgendwie im Urlaub
bin oder irgendwas anderes ist, dann bekomme ich E-Mails, die besorgt sind von
Hörerinnen, die sagen, oh Gott, was soll bloß sein, wenn du mal aufhörst.
Ich habe das nicht vor, aufzuhören und deswegen ist die Sorge eigentlich unbegründet,
aber naja, man weiß es ja nie.
Genau, und weil die eben darauf angewiesen sind, dass ich es so mache,
wie ich es mache, und weil ich weiß, dass ich da mit vielen Leuten helfe,
möchte ich natürlich so wenig wie möglich ändern.
Aber ein bisschen was ändert sich dann ja doch immer.
Und das mit dem Haltungsblock war sicherlich die größte Änderung in den letzten
16 Jahren, die ich gemacht habe.
Was die Themen angeht, hat sich das auch ein bisschen verschoben.
Dadurch, dass ich durch die Firma so viel am Reisen war in den letzten Jahren,
habe ich viele Reiseberichte gemacht und da habe ich sehr viel positives Feedback
zu bekommen, auch negatives.
Es gibt auch Leute, die die Reiseberichte eher nervig finden und die wünschen
sich dann lieber wieder so Oldschool-Episoden vom Tobi, wo er über das Backen,
über den Garten, über irgendwelche anderen Hobbys spricht.
Aber die Reiseberichte funktionieren halt ganz gut. Denn ich weiß nicht,
ob ihr euch das vorstellen könnt.
Ich mache diesen Podcast seit 16 Jahren. Es gibt kein inhaltliches Konzept,
außer ich plapper hier irgendwie eine Weile vor mich hin und lese dann was vor.
Das ist das gesamte inhaltliche Konzept.
Typischer Laber-Podcast eigentlich.
Entspannung vermitteln. Aber damit ich hier eine halbe oder dreiviertel Stunde,
am Stück vor mich hin plappern kann,
den Faden verlieren und wieder aufnehmen und so weiter und so fort,
muss ich ja trotzdem was zu erzählen haben.
Und nun ist es so, dass ich halt nicht alles, was in meinem Leben passiert, erzähle.
Also viele Leute schreiben mir, dass sie das Gefühl haben, mich gut zu kennen,
weil sie mir ja schon so lange zuhören.
Das ist sicherlich auch nicht ganz falsch. Aber ich glaube, es ist offensichtlich,
dass ich eben nicht alles, was in meinem Leben passiert, hier erzähle.
Also ich habe eine sehr, sehr scharfe Schere in meinem Kopf.
Die betrifft vor allem erstmal alle Dritten.
Also meine Familie, meine Freunde, meine Arbeitskollegen.
Da passe ich sehr, sehr auf, was ich
über die erzähle, weil das deren Persönlichkeitsrechte betreffen könnte.
Also wenn ich euch hier Dinge erzähle, dass mein Sohn trans ist,
dass meine Tochter eine Ausbildung macht in Koblenz, dann kläre ich das vorher.
Also dann ist relativ immer klar, ist das okay, darf ich das erzählen.
Und meine Familie ist da zum Glück recht großzügig, sodass ich auch mal Dinge
erzählen kann, sonst wäre es manchmal halt schwierig.
Ich habe halt früher auch von meinen Kindern erzählt, von meinen beiden Töchtern
und wenn ich jetzt auf einmal von meiner Tochter und meinem Sohn erzähle,
dann muss ich ja schon irgendwie erklären, wie es dann dazu kam und wie es mir
damit geht, möchte ich auch erzählen können.
Aber andere Sachen auch über mich erzähle ich halt nicht. Dinge,
die mich belasten, die mir schwerfallen, persönliche Probleme,
gesundheitliche Sachen, lasse ich hier komplett außen vor.
Das geht euch einfach nichts an. Das sind Dinge, die wissen meine Familie,
meine engsten Freunde und andere müssen es halt einfach gar nicht wissen.
Das ist nicht so relevant.
Es geht ja in diesem Podcast auch gar nicht so sehr um mich,
sondern es geht ja um euch. Es geht ja darum, dass ich euch von euren eigenen
Gedanken ablenke, damit ihr besser einschlafen könnt.
Und das ist mir wirklich wichtig.
Das ist ja kein Selbstdarstellungspodcast, sondern ich überlege immer,
womit, was kann ich erzählen? Womit kann ich euch ablenken?
Womit kann ich euch in einen Modus bringen, wo ihr zwar interessiert genug seid,
dass ihr irgendwie so mit einem halben Ohr hinhört und nicht genervt seid von dem, was ich erzähle.
Aber er soll halt auch nicht zu aufregend zu auffühlend sein sodass er nicht einschlafen kann,
und das ist natürlich viel Persönliches und auch einiges Privates von mir aber
ich weiß nicht, wenn ich euch erkläre wie man ein Brot backt und warum man dazu
Orangensaft braucht oder auch nicht, dann,
hat das wenig mit mir zu tun,
glaube ich vielleicht, hoffe ich am Ende meine Hoffnung,
Genau. So und jetzt, 16 Jahre später, ist der Podcast halt längst über seinen Zenit hinaus.
Ich bin nicht mehr in irgendwelchen Charts bei Spotify schon lange nicht mehr.
Als ich das erste Mal denen geschrieben habe, das mir nicht so gut gefällt,
was die machen, haben sie den Kontakt abgebrochen. Ich hatte vorher immer eine
direkte Ansprechpartnerin, die wurde dann irgendwann ersetzt durch niemanden.
Und ja, dann war ich auf einmal halt aus allen Listen raus.
Jetzt bin ich halt auch bei denen raus, weil macht ja gar keinen Sinn mehr,
mit denen irgendwas zu machen.
Und bei iTunes bin ich nicht mehr in den Charts, weil es einfach andere Podcasts
gibt, die eine höhere Relevanz haben.
Also da gibt es ja dieses eine Studio, was das Internet mit Einschlafen-Podcasts
geflutet hat, also Einschlafen mit Wikipedia, Einschlafen mit Harry Potter,
Einschlafen mit irgendwas,
und da folgte einer nach dem nächsten, dann gab es irgendwie tausend andere,
die auch noch auf den Einschlafen-Zug aufgesprungen sind.
Ikea hatte mal einen Einschlafen-Podcast, interessanterweise nur ein oder zwei
Jahre, nachdem ich die angesprochen habe, ob wir mal einen Einschlafen-Event machen können.
Ich wollte immer total gerne mal eine Episode live aufnehmen in einer Ikea-Bettenabteilung
mit Hörerinnen und Hörern, die dort in den Betten liegen und mir zuhören.
Hätte ich so witzig gefunden.
Habe ich die gefragt, ob wir das machen können und habe halt nur Missverständnis,
also Unverständnis gesehen und zwei Jahre später haben sie ihren eigenen Einschlafen-Podcast.
Das war schon komisch, aber ich glaube nicht, dass es da einen Zusammenhang gab.
Also ich glaube nicht, dass ich die auf die Idee gebracht habe durch die Anfrage
und sie das dann so gemacht haben, sondern irgendwer anders ist halt parallel
zu meiner Anfrage auf diese Idee gekommen, das zu machen.
Sei es drum, ähm,
Und eben die ganzen Promis, die jetzt irgendwie in den Markt drängen,
die am Ende oder im Ausfaden ihrer Karriere dann noch ein paar Podcast-Hörer mitnehmen,
alles werbefinanziert, weil gewinnorientiert.
Oder eben die vielen Jungen, die versuchen sich eine Audience aufzubauen.
Social Media, Creators, Influencer, die TikTok, Instagram und Podcast als ein Paket begreifen.
Und das ist halt so, dass sich die Medienlandschaft in diese Richtung entwickelt
hat. Und ich finde das gar nicht schlimm.
Also ich finde das auch interessant. Das ist halt nur überhaupt nicht meine
Welt. Ich weiß nicht, was die machen.
Ich höre da nicht zu. Ich folge denen auch nicht auf TikTok.
Also auf TikTok folge ich genau meinen beiden Kindern, um zu gucken, was die da so machen.
Aber letztendlich gucke ich da auch ganz selten rein, was da eigentlich passiert.
Ich habe ehrlich gesagt keine Lust auf TikTok. Mir ist das zu anstrengend. Das ist zu...
Also meine Aufmerksamkeitsspanne ist eh geschädigt durch intensiven Twitter
und Facebook und dann Instagram-Gebrauch.
Ich glaube, dass der intensive Konsum dieser Medien und auch dieses,
ich poste mal was und gucke, wie viele Antworten und Likes und Fafs und Sternchen ich bekomme.
Das,
Das schädigt das eigene Medienkonsumverhalten, weil ich es kaum noch schaffe,
einen ganzen Zeitartikel am Stück durchzulesen, ohne abgelenkt zu sein.
Also ich muss mich darauf wirklich konzentrieren. Früher konnte ich das,
längere Artikel am Stück lesen und heute muss ich mir Mühe geben.
Ich habe jetzt gerade wieder ein Abo abgeschlossen, weil ich das wieder können möchte.
Ich möchte einen ganzen Artikel durchlesen können, ohne mit den Gedanken abzudriften
und sonst wo hinzufliegen.
Und dafür brauchen wir eine Übung und dafür brauchen wir einen Artikel.
Also habe ich die Zeit abonniert, weil das mein Lieblingswochenmagazin ist.
Ja, so und deswegen, ja, ich, wie gesagt, ich komme da bei den modernen Entwicklungen
nicht mehr ganz so mit, aber ich bin ja auch schon alt.
Ja, dazu komme ich gleich nochmal, dass ich jetzt alt bin, aber ich war ja eigentlich
gerade dabei, dass ich über den Zenit hinaus bin und ich wollte nochmal ganz
kurz sagen, was das in Zahlen bedeutet.
Es gab eine ganze Zeit, wo jede Episode von diesem Einschlafen-Podcast über
100.000 Mal runtergeladen worden ist.
Und da hat auch Spotify geholfen. Also ich habe das ja damals gemacht,
um mehr Reichweite zu haben und die hatte ich dann auch.
Zuletzt hatte ich auf Spotify sowas wie 60.000 Hörerinnen und Hörer,
angeblich nach deren Metric, ich kann das ja nicht überprüfen.
Und.
Das kam obendrauf. Also da sind nur ganz wenige von meinem anderen Feed.
Also mein eigentlicher Podcast wird ja von Podseat ausgeliefert, einem CDN von Falk.
Ganz lieben Dank übrigens nochmal an dieser Stelle. Stimmt, Falk habe ich überhaupt
nicht erwähnt. Falk gehört ja auch zu meinem Team.
Obwohl habe ich Falk nicht mitgenommen nach Berlin. Das wäre lustig gewesen.
Nächstes Mal Falk. Entschuldigung, denke ich dran.
Und.
Und genau, also auf Podseed waren die Zahlen auch mal deutlich höher.
Ich habe auch auf Podseed mal über 100.000 Downloads bei einzelnen Episoden erreicht.
Und warte mal, das kann man ja hier nochmal nachgucken mit, wie ging das noch?
Ich kann auch fangen mal 2013 an. Da habe ich angefangen, auf Pozzi zu hosten.
Da könnte ich die Zahlen mal raussuchen, welche Episode eigentlich im Heuwiesen
runtergeladen worden ist.
Das war auch teilweise über 100.000 Downloads allein über den eigentlichen Podcast-Feed.
Insgesamt waren das dann mit Spotify und dem eigentlichen Podcast über 200.000
Downloads in den Top-Episoden.
Und das ist jetzt halt nicht mehr so. Also die aktuellen Episoden werden vielleicht
so 30, 40.000 Mal runtergeladen.
Damit bin ich immer noch ziemlich reichweitenstark.
Also das ist immer noch von den Privatpodcasts wahrscheinlich einer der ganz großen.
Und wenn ich jetzt sage, oh, ich bin auf dem absteigenden Ast oder mein Zenit
ist vorüber, dann klingt das vielleicht anmaßend oder so.
Aber es ist halt so, die Spitzenzeiten sind vorbei. Es sind nur noch ein Viertel
der Hörer, die ich früher mal hatte. Hörerinnen.
Und das ist einerseits natürlich schade, weil damals war es irgendwie wichtig,
viele Hörerinnen und Hörer zu haben. Aber heute ist es mir das halt nicht mehr.
Ich habe meine Zeit gehabt, ich habe die Aufmerksamkeit gehabt.
Ich weiß gar nicht, wie viele von diesen 200.000, die diese Episoden runtergeladen
haben, auch regelmäßige Hörer waren.
Ich glaube halt wirklich immer nur, dass es ein großes Grundrauschen an Leuten
gibt, die das entdecken, eine Episode runterladen und nie wieder hören.
Das sieht mir danach aus, wenn ich die Zeilen anschaue.
Und das ist überhaupt nicht schlimm. Es gibt Leute, die stoßen drauf,
die hören sich das an und sagen, was an das, langweilig, unsympathisch,
kann die Stimme nicht ab, keine Ahnung was, und sind dann wieder weg. Und das ist dann okay.
Ganz viel an Podcast-Hörerei hat ja mit Sympathie zu tun.
Das geht mir auch so. Ich höre halt die Podcasts, wo ich die Stimmen sympathisch
finde, wo ich was mit anfangen kann.
Und es ist doch vollkommen logisch, dass ich nicht für alle Menschen der Welt
sympathisch bin und die dann auch noch mein belangloses, entspannendes Gebrabbel
zum Einschlafen hören wollen.
Und das ist ja, das ist vollkommen okay.
Was ich jetzt natürlich gerne hätte, wäre viel Aufmerksamkeit für den Haltungsblog,
dass möglichst viele Leute den Haltungsblog hören.
Und das ist zum Glück so, dass jetzt diese Episoden, die nur,
also als separate Episoden erscheinen und zwar nur auf dem öffentlichen Podcast-Feed
sozusagen, die bekommen weniger Downloads als die Einschlafen-Podcast-Episoden.
Da gibt es also viele Einschlafen-Podcast-Hörerinnen und Hörer,
die die Episoden vom Haltungsblog gar nicht runterladen.
Und das ist vollkommen okay, aber immerhin, so 20.000 bis 30.000 Leute laden
sich auch den Haltungsglock runter. Das finde ich toll.
Weil ich diese Diskussion wichtig finde. Ich finde es wichtig,
Haltung zu zeigen und ich finde es auch wichtig, Haltung zu diskutieren,
weil ich natürlich nicht sage, meine Haltung ist die einzig richtige und folgt
meiner Haltung, dann wäre es eine Religion,
sondern ich sage, ich habe Haltung und dieses meine und was ist denn eure und lasst uns diskutieren.
Deswegen gibt es ja auch den Haltungskanal im Discord, weil ich das wichtig
finde, Haltung zu diskutieren.
Genau, aber auch da, das reicht Volker aus,
20.000 Downloads für eine Haltungsblog-Episode ist viel mehr als viele andere
private Hobby-Podcaster jemals erreichen und dafür bin ich dankbar,
dass ich das habe und machen kann.
Das Ziel, Haltung in der Gesellschaft sichtbarer und diskutierbarer zu machen,
scheint mir dadurch möglich und deswegen mache ich das weiter.
Also ich hatte gesagt, ich bin alt. Also ich bin jetzt 51 Jahre alt,
Jahrgang 1974, das ist im letzten Jahrtausend bin ich geboren.
Für die Jüngeren unter euch. und als ich angefangen habe, war ich also, wie alt war ich denn?
35. Ich war gerade 36 geworden. Zum 36. Geburtstag habe ich das Mikrofon bekommen.
Das ist ein ganz schöner Unterschied. Also ich,
glaube.
Mein Vater ist 2007 gestorben, also mein Vater war drei Jahre tot.
Ich war aber sehr jung, als mein Vater gestorben ist, also 32.
Das hat mich verändert und nachhaltig verändert.
Und ich glaube trotzdem, dass ich einerseits immer noch so an der Grenze zum
Erwachsenwerden bin und ich habe immer noch das Gefühl,
ich bin gar nicht richtig erwachsen, ich fühle mich immer noch jung,
weil ich immer das Gefühl habe, ich kann noch so viel lernen und ich versuche
mich auch immer noch weiterzuentwickeln,
neue Haltungen zu erkennen und zu entwickeln.
Und das ist irgendwie, habe ich in ganz vielen Situationen das Gefühl,
eigentlich bin ich noch jung.
Aber dann fällt mir auf, naja, ich bin 51 Jahre alt, ich habe halt echt schon
viel gemacht und versucht und gelernt und irgendwie bin ich halt doch alt.
Also ich bin halt nicht mehr jung.
Midlife-Crisis müsste längst durch sein. Ich habe immer die bange Sorge, die kommt noch.
Ich weiß aber nicht, was das dann bedeutet.
Man ist ja immer so alt, wie man sich fühlt. Und manchmal fühle ich mich wie
80 und manchmal fühle ich mich wie 20.
Allerdings bin ich nicht mehr 20. Als ich 20 war oder als ich 18,
20 war, war ich noch ein ganz anderer Mensch.
Da war ich sehr full of myself, also von mir selbst überzeugt.
Ich dachte, ich hätte die Weisheit mit Löffel gefressen. Vielleicht so ein bisschen
wie Peter Thiel bestimmt als 20-Jähriger gewesen ist, als er angefangen hat zu studieren.
Ich als Einziger habe die Welt verstanden. Ein bisschen so Pseudodepression,
möchte gern Melancholie, gehört da auch mit dazu.
Aber auch ein völlig übersteigertes Selbstbewusstsein.
Und das ist dann relativ bald weggebröselt, weggebrochen.
Spätestens seit ich Vater geworden bin, hat sich da sehr, sehr viel verschoben.
Ich bin mit 29 Vater geworden.
Das hat vieles verändert in meinem Leben.
So und ganz krasser Einschnitt in mein Leben war natürlich auch vor drei Jahren, als,
mein erstes Kind dann ausgezogen ist um eine Lehre zu machen in einem Ort,
der eine ganze Strecke weit weg ist, also Koblenz ist von Karkensdorf ja doch eher so,
fünfeinhalb Stunden Autofahrt plus tanken oder laden oder was man auch immer machen muss,
um da hin zu kommen mit der Bahn ist es noch länger, weil man irgendwie umsteigen
muss ich könnte von Sprötze nach Bremen, fahren da in den Intercity nach Köln
und dann mit der Bahn weiter. Also zweimal umsteigen ist Minimum.
Und das dauert dann halt einfach. Naja, ich war ja ein paar Mal da während der
Zeit, aber das war auch nochmal wieder, es macht einen Erwachsener,
wenn ein eigenes Kind auszieht und erwachsen wird. Und oh boy, mach alles erwachsen.
Die steht auf ihren eigenen Füßen. Und das ist gut so.
Und das gibt mir auch das Gefühl oder die Sicherheit, dass Sky auch irgendwann
erwachsen sein wird, er ist jetzt 18 geworden noch fühlt sich das nicht so an,
als könnte er auf eigenen Füßen stehen, aber ich weiß, dass es so sein wird,
weil es bei Mireille auch geklappt hat, warum soll das bei Sky nicht klappen,
aber das ist gut, es geht mir sehr viel, nimmt mir sehr viel Sorge um die Zukunft
meiner Kinder, weil ich weiß, die werden klarkommen das ist gut, genau,
Ja, andererseits, ich denke dann ja auch manchmal darüber nach,
wann tritt mein nächster Lebensabschnitt ein, was ist eigentlich mein nächster Lebensabschnitt?
Klar, wenn Sky ausgezogen ist und ich nur noch mit meiner Frau,
also wenn ich mit meiner Frau allein hier wohne sozusagen, zu zweit,
dann fällt vieles weg. Also sich darum zu kümmern, dass das Kind morgens rechtzeitig zur Schule geht.
Eingeschränkt sein in Reisen, weil wenn man mit der Familie verreisen will,
muss man auf Schulferien achten.
Man kann dann eben auch mal Off-Season irgendwo hinfahren.
Wird sich noch einiges verändern, glaube ich, wenn wir zu zweit hier wohnen
mit den Katzen, aber ohne Kinder.
Und das wird sicherlich nochmal Veränderung. Aber die große Veränderung ist
natürlich, irgendwann geht man in Rente.
Davon bin ich aber noch echt weit weg. Also nominell darf ich jetzt,
glaube ich, mit 67 in Rente.
Ich habe nicht das Gefühl, dass das klappt. Also wenn man sich da mal die Entwicklung
des Sozialsystems anschaut und auch Demografie macht es, glaube ich,
gar keinen Sinn, wenn ich schon mit 67 in Rente gehe. Aber selbst das ist ja noch 16 Jahre weit weg.
So 16 Jahre ist zufällig genau die Zeit, die ich jetzt den Podcast mache.
Und ich habe das Gefühl, ich mache diesen Podcast schon immer.
Das heißt, ich muss auch noch für immer arbeiten, so gefühlt.
Also noch 16 Jahre Arbeitsleben vor sich zu haben, ist schon lang.
Und ich gehe davon aus, dass es gar nicht reicht, sondern dass ich länger arbeiten müssen werde.
Und das ist ja okay, ich habe im Moment kein Problem damit zu arbeiten körperlich
und geistig fühle ich mich dazu in der Lage und ich habe auch nicht das Gefühl dass es bald aufhört,
Aber das ist schon der Ausblick auf, wann brauche ich eigentlich nicht mehr
zu arbeiten, sondern kann den Lebensabend genießen. Das ist schon noch lange hin.
Da bin ich noch sehr weit von weg.
Und auch deswegen fühle ich mich manchmal noch sehr jung, weil das halt noch so weit weg ist.
Bei uns in der Firma sind schon einige Leute im rentenfähigen Alter und die
gehen bald in Rente und das lässt mich natürlich so ein bisschen darüber nachdenken,
was passiert eigentlich mit mir, wenn ich in Rente gehe?
Oder komme ich da überhaupt hin? Man weiß ja gar nicht, wie lange man lebt.
Ich will jetzt nicht den Teufel an die Wand malen, aber nicht alle schaffen
das zu leben, bis ich in Rente komme und dann noch den Lebensabend gut zu verbringen. Ja.
Und trotzdem fühle ich mich manchmal alt. Zum Beispiel beim Deutschen Podcast
Award habe ich mich alt gefühlt, weil alle anderen so jung waren und so.
Die haben noch alles so vor sich und wenn die dann so sagen,
oh, ich mache diesen Podcast schon so lange, ich bin schon im dritten Jahr,
das ist für mich immer so ein bisschen lustig, wenn man dann die Weisheiten
der erfahrenen Podcaster, die das schon seit drei Jahren irgendwie hört,
ich will mich darüber gar nicht es war lustig für mich, aber ich will mich darüber
gar nicht lustig machen, weil natürlich hat man auch nach drei Jahren schon
Erfahrungen gemacht, wahrscheinlich waren die ersten drei Jahre im Einschlaf
im Podcast auch die eindrucksvollsten, die ich durchlebt habe, aber.
Es kamen halt noch einige Jahre dazu und es werden auch noch viele dazukommen.
Ich hatte letztens ausgerechnet, als ich angefangen habe,
die Dateien für diesen Podcast zu nummerieren, sodass sie gut nummeriert sind,
habe ich Trailing Zeros eingeführt, also führende Nullen.
Die Dateien heißen immer EP und dann kommt die Episodennummer,
aber halt aufgefüllt auf vier Stellen.
Also die Datei für diesen Podcast heißt ep0600.mp3. Die hört ihr gerade, wenn ihr das hier hört.
Und das heißt, ich habe 2010, als ich damit angefangen habe,
diese Episodendateien zu benennen,
habe ich gedacht, ich mache mal lieber vierstellig, weil dreistellig könnte ja nicht reichen.
So dreistellig würde bedeuten 1000 Episoden oder 999 Episoden,
weil ich ja nicht bei 0 angefangen habe zu nummerieren, sondern bei 1. Und ja.
Von der 1.000 bin ich noch ein bisschen weit weg. Aber ich muss ja jetzt mindestens
1.000 machen, damit dieses 4-stellige sich überhaupt gelohnt hat.
Diese extra 0, die ich seit 16 Jahren mit mir rumschleppe.
Okay, und ich bin aktuell im 2-wöchentlichen Rhythmus. Der funktioniert ganz gut.
Das heißt, bummel ich 25 Episoden pro Jahr. Das heißt, ich brauche 4 Jahre für 100 Episoden.
Und es fehlen noch 400 Episoden. Okay, mal 4, 16.
Also sind es nochmal 16 Jahre. Wir sind zeitlich gesehen bei der Halbzeit,
bei Episode 600 klingt das jetzt komisch, aber dass ich jetzt schon bei 600
bin und nicht bei 500 liegt ja daran,
ich wäre noch viel geringer, wenn ich von Anfang an zwei wöchentlich gemacht habe.
Ich hatte ja anfangs, wie gesagt, mehrfach die Woche, teilweise täglich und
dann einen wöchentlichen Rhythmus und ich bin ja erst auf zwei wöchentlich gegangen,
seitdem ich den Realitätsvergleich mit Holger Klein gemacht habe.
Dabei fällt mir ein, wie ich den Realitätsabgleich angefangen habe mit Holger.
Das war glaube ich in meinem zweiten oder dritten Jahr. Das ist auch schon sehr lange her.
Das kam durchs Livestreaming. Was es damals ja auch gab, war Xenem,
eine Livestreaming-Plattform, über die man seine Aufnahme live ins Netz streamen
konnte und dass Leute bei der Aufnahme live zuhören konnten.
Und das habe ich eine ganze Zeit lang gemacht und dann gab es ja die Shownoter-Szene
und einer von den Shownotern hatte dann irgendwann gesagt, Tobi,
wenn du noch kurz wartest, dann mache ich die Shownotes bei Vrind noch fertig.
Ich weiß nicht, ob das Mo war oder irgendeiner von den anderen Shownotern damals.
Den Aspekt habe ich auch komplett rausgenommen. Auch ein wichtiger Teil meiner
Podcast-Historie, dass ich dieses Livestreaming und die Shownotes bekommen habe,
aber das war total gut und auch ein total netter Kontakt mit den Shownotern, die ich dann ja auf dem,
auf der Subscribe, die damals noch Podcast Publisher Konferenz,
weiß nicht, die Tim Pitloff Konferenz.
Da habe ich die dann mal in Persona kennengelernt. Total nett.
Und irgendwie auch ein wichtiger Teil dieser Geschichte von dem Podcast habe
ich jetzt ganz vergessen.
Und natürlich die ganzen anderen Grafikdesignerinnen, die mir Episodenbilder gemalt haben.
Allen voran, Monja hat glaube ich immer noch den Highscore was die Episodenbilder
angeht die ganz liebe Grüße ich weiß gar nicht, ob du hier noch zuhörst,
liebe Monja falls ja, fühl dich gegrüßet und,
ach, es ist so viel passiert in den letzten 16 Jahren dass ich jetzt auf die 600 gekommen bin.
Und wenn ich jetzt die nächsten 16 Jahre mit dem zweibröchentlichen Rhythmus
durchhalte, habe ich kurz vor meiner Rente, ist ja witzig,
jetzt habe ich gerade über mein Alter und über meinen möglichen Renten eintritt
und so und jetzt kommen alle roten Fäden dieser Episode zusammen und es stellt sich raus,
dass mein Plan vor 16 Jahren vierstellige Episodenziffern zu verwenden mit führenden
Nullen zahlt sich aus, weil ich kurz vor meiner Rente Episode 1000 aufgenommen haben könnte.
Wenn es denn klappt, ist das nicht aufregend. Ich bin gerade total erleichtert,
dass ich das richtig gemacht habe und dass ich noch so viel vor mir habe. Und ihr.
Und ja, wenn ihr mögt, bleibt dabei.
Alle, die den Podcast hier zum allerersten Mal hören, ihr habt noch eine ganze
Menge aufzuholen, wenn ihr die alten Episoden alle hören wollt.
Aber die nächste kommt in zwei Wochen. Und jetzt lese ich euch erstmal was vor.
Aus dem Buch. Da muss ich erstmal hingreifen.
Es geht um Rainer Maria Rilke. Denn seit bestimmt zehn Jahren oder so lese ich...
Also es war nicht von Anfang an. Vorgelesen habe ich von Anfang an.
Aber irgendwann habe ich dann noch Maria Rilke angefangen und dann sämtliche
Gedichten in einem Band gekauft und gesagt, dann lese ich jetzt in jeder Episode
auch noch einen Rilke vor in der letzten Episode,
war es das mit dem Baum Verkündigung,
Und heute sind es die Heiligen Drei Könige. Früher hieß es der Rilke der Woche,
aber jetzt lese ich ja nur noch alle zwei Wochen vor.
Der Rilke der Episode heißt die Heiligen Drei Könige. Wir sind bei Position 23.12 von 6883.
34 Prozent.
Legende. Oh, so hat die Cyber mich genannt. Das tat so gut. Danke Cyber.
Legende. Einst als am Saum der Wüsten sich auftat die Hand des Herrn wie eine
Frucht, die sommerlich verkündet ihren Kern,
da war ein Wunder, fernerkannten und begrüßten sich die drei Könige und ein
Stern, drei Könige von unterwegs,
und der Stern überall, die zogen alle überlegs, so rechts ein Rex und links
ein Rex, zu einem stillen Stall, was brachten die nicht alles mit zum Stall von Bethlehem.
Weithin erklärt jeder Ritt und der auf einem Rappenritt saß samten und bequem
und der zu seiner rechten ging,
der war ein goldener Mann und der zu seiner linken fing mit Schwung und Schwing
und Klang und Kling aus einem runden
Silberding, das wiegend und in Ringen hing, ganz blau zu rauchen an.
Da lachte der Stern überall so seltsam über sie und lief voraus und stand am
Stall und sagte zu Marie, da bringe ich eine Wanderschaft aus vieler Fremde her.
Drei Könige mit Magenkraft.
Magenkraft? Was ist das?
Entschuldigung, ich will euch nicht weg mit meinem Lachen, aber was ist denn
Magenkraft? Hat das was mit Magie zu tun? Hat das was mit dem Magen zu tun?
Ich weiß nicht. Mürre?
Entschuldigung.
Da bringe ich eine Wanderschaft aus vieler fremder Herr. Drei Könige mit Magenkraft. Von Gold und Topaz.
Schwer und Dunkel. Tump und Herr Heidenhaft.
Erschrick mir nicht zu sehr. Sie haben alle drei zu Haus zwölf Töchter,
keinen Sohn, so bitten sie sich deinen aus, als Sonne ihres Himmelblaus und Trost für ihren Thron.
Doch musst du nicht gleich glauben, bloß ein Dunkelfürst und Heidenscheich sei
deines Sohnes los, bedenkt, der Weg ist groß.
Sie wandern lange, hirtengleich, inzwischen fällt ihr reifes Reich,
weiß Gott wem in den Schoß. Und während hier wie Westwind warm der Ochs ihr
Ohr umschnaubt, sind sie vielleicht schon alle arm und so wie ohne Haupt.
Drum mach mit deinem Lächeln Licht die Wirnis, die sie sind,
und wende du dein Angesicht nach Aufgang und dein Kind.
Dort liegt in blauen Linien, was jeder dir verließ, Smaragda und Rubinien und die Tale von Türkis.
Na gut, so, ich mache eine Notiz. In Episode 600 habe ich dieses wunderbare,
lustige Gedicht vorgesehen. Entschuldigung, ich hoffe, ihr konntet alle weiter schlafen.
Und jetzt kommt ein Reisebericht, weil ihr Reiseberichte so gerne mögt,
aber nicht von mir, sondern vom Herrn Goethe.
Wir sind bei Johann Wolfgang von Goethe in der äthnischen Reise bei 25%, Position 2029, den 23.
November.
Augen zu und zugehört.
Damit es mir denn aber doch mit meinem beliebten Inkognito nicht wie dem Vogelstrauß
ergehe, der sich für versteckt hält, wenn er den Kopf verbirgt,
so gebe ich auf gewisse Weise nach, meine alte These immer fort behauptend,
den Fürsten von Lichtenstein, den Bruder, der mir so wehrten Gräfin Harach,
habe ich gern begrüßt und einige Male bei ihm gespeist und konnte bald merken,
dass diese meine Nachgiebigkeit mich weiterführen würde.
Und so kam es auch. Man hatte mir von dem Abate Monti präludiert und seinem
Aristodem eine Tragödie, die nächstens gegeben werden sollte.
Der Verfasser sagte, man wünsche sie mir vorzulegen und meine Meinung darüber zu hören.
Ich ließ die Sache fallen, ohne sie abzulehnen.
Endlich fand ich einmal den Dichter und einen seiner Freunde beim Fürsten und
das Stück war vorgelesen.
Der Held ist, wie bekannt, ein
König von Sparta, der sich wegen allerlei Gewissensgruppe selbst entleibt.
Und man gab mir auf eine artige Weise zu verstehen, der Verfasser des Werters
würde wohl nicht übel finden, wenn er in diesem Stücke einige Stellen seines
trefflichen Buches benutzt finde.
Und so konnte ich selbst in den Mauern von Sparta den erzürnten Mahnen des unglücklichen
Jünglings nicht entgehen.
Das Stück hat einen sehr einfachen, ruhigen Gang. Die Gesinnungen wie die Sprache
sind dem Gegenstand gemäß kräftig und doch weichmütig.
Die Arbeit zeugt von einem sehr schönen Talente.
Ich verfehlte nicht nach meiner Weise, freilich nicht nach der italienischen
alles Gute und Lobenswürdige des Stücks herauszuheben.
Womit man zwar leidlich zufrieden war, aber doch mit südlicher Ungeduld etwas mehr verlangte.
Besonders sollte ich weiss sagen, was von dem Effekt des Stücks auf das Publikum zu hoffen sei.
Ich entschuldigte mich mit meiner Urkunde des Landes, der Vorstellungsart und
des Geschmacks, war aber aufrichtig genug hinzuzusetzen, dass ich nicht recht
einsehe, wie die verwöhnten Römer,
die ein komplettes Lustspiel von drei Akten und eine komplette Oper von zwei
Akten als Zwischenspiel oder eine große Oper mit ganz fremdartigen Balletts
als Intermetz zu sehen gewohnt seien,
sich an dem edlen, ruhigen Gang einer ununterbrochenen, fortgehenden Tragödie erkürzen könnten.
Als dann schien mir auch der Gegenstand des Selbstmordes ganz außer dem Kreise
italienischer Begriffe zu liegen.
Dass man andere totschlage, davon hätte ich fast Tag für Tag zu hören.
Dass man sich aber selbst das Leben raube oder es nur für möglich hielte,
davon sei mir noch nichts vorgekommen.
Hierauf ließ ich mich gern umständlich unterrichten, was gegen meinen Unglauben
einzuwenden sein möchte und ergab mich sehr gern in die plausiblen Argumente,
versicherte auch, dass ich nichts mehr wünsche, als das Stück aufführen zu sehen
und demselben mit einem Chor von Freunden den aufrichtigsten,
lautesten Beifall zu zollen.
Diese Erklärung wurde freundlichst aufgenommen und ich hatte alle Ursache,
diesmal mit meiner Nachgiebigkeit zufrieden zu sein.
Wie denn Fürst Lichtenstein die Gefälligkeit selbst ist und mir Gelegenheit
geschafft hat, mit ihm gar manche Kunstschätze zu sehen, wozu besondere Erlaubnis
der Besitzer und also eine höhere Einwirkung nötig ist.
Dagegen aber reichte mein guter Humor nicht hin, als die Tochter des Präsidenten
das fremde Murmeltier gleichfalls zu sehen verlangte.
Das habe ich abgelehnt und bin ganz entschieden wieder untergetaucht.
Und doch ist das auch nicht die ganz rechte Art.
Und ich fühle mich, ich fühle hier sehr lebhaft, was ich schon früher im Leben
bemerken konnte, dass der Mensch, der das Gute will, sich ebenso tätig und rührig
gegen andere verhalten müsse, als der Eigennützige, der Kleine, der Böse.
Einsehen lässt sich's gut, es ist aber schwer, in diesem Sinne zu handeln.
Am 24. geht es weiter. Also mache ich hier einen Cut. Episode 600. Wie aufregend.
Nee, irgendwie ist es nicht aufregend, aber es war schön, mal über die Vergangenheit
zu sinnieren. Das war alles spontan übrigens.
Ich habe mir da keinen großen Plan aufgeschrieben, worüber ich rede.
Ich habe bestimmt ganz viel Wichtiges vergessen, was alles passiert ist.
Zum Beispiel mein 50. Geburtstag vor anderthalb Jahren.
Als es ein Konzert meiner Band gab, wo ganz viele Hörerinnen und Hörer von euch da waren.
Das war so das erste richtig große Hörer-Treffen, Hörerinnen-Treffen,
das ich gemacht habe. Es gab natürlich auch schon vorher welche.
Das waren aber eher kleinere oder halt so eher kleine Geschichten, die wir gemacht haben.
Ja, ach, ich könnte jetzt noch eine Stunde weiter reden, mache ich aber nicht.
Stattdessen schicke ich euch ins Bett, lasse euch endlich einschlafen.
Vielen Dank fürs Zuhören. Ich hoffe, ihr schlaft alle gut, denn Schlafen ist
wichtig für eure Gesundheit, für euer Wohlbefinden, gesellschaftlich relevant
und ich habe euch alle lieb. Bis zum nächsten Mal. Gute Nacht.