Ich war in den USA, daher auch im Haltungsblock meine Haltung dazu. Zumindest, wie sie sich entwickelt. Und dann hab ich da drüben auch nicht nur gearbeitet, sondern auch richtig viel erlebt
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Veröffentlicht am 16.09.2025
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Hallo und herzlich willkommen zum Einschlafen-Podcast-Episode 582.
Ich bin Tobi, ich lese euch heute Goethe vor aus der italienischen Reise.
Davor gibt es ein kleines bisschen Rainer Maria Rilke.
Erinnerung heißt das Gedicht, das ist nicht die Erinnerung daran, dass ich das vorlese.
Davor erzähle ich euch ein bisschen was, damit ihr abgelenkt seid von euren
eigenen Gedanken, denn das ist der Sinn von dem Ganzen, dass ihr hier einschlaft.
Und wahrscheinlich gibt es viele, die haben noch nie Rilke oder Kant oder Goethe
gehört, weil sie immer einschlafen und das ist gut so.
Und weil heute eine gerade Folge ist, mache ich mich gerade und es gibt einen
Haltungsblock zuvor, aber noch eine kurze Hausmitteilung in der letzten Episode,
welches die erste war, die ich nach acht Wochen Sommerpause aufgenommen habe,
gab es eine ganze Menge an Nebengeräuschen.
Im Discord gab es mehrere Hinweise darauf.
Dafür entschuldige ich mich. Ich habe keine Ahnung. Und warum ich da so unaufmerksam war,
das ist immer passiert, wenn ich dann gegen das Mikrofon gekommen bin und ich
habe mich etwas mehr bewegt letztes Mal, weil ich auch ständig meinen iPad in
der Hand hatte, um die Fotos von,
wovon habe ich erzählt, achso von Irland, nachzugucken und sowas.
Und außerdem war der Kater hier, der ist auf meinen Schoß gesprungen,
ist er wieder runter und so weiter.
Also ja, ich war abgelenkt und nicht konzentriert und nicht leise genug und
die Nebengeräusche, von denen einige Leute dachten, es wären irgendwie Messer,
die gewetzt werden oder so, keine Ahnung, das tut mir furchtbar leid.
Das war einfach nur ich, der wahrscheinlich mit irgendeinem Kleidungsstück gegen
den Mikrofonständer oder gegen das Mikrofon gekommen ist.
Das nennt sich Mikrofondisziplin, die hatte ich letztes Mal nicht.
Das tut mir leid. Jetzt habe ich gerade mit meinem Bein, ich sitze hier ja auf
so einem Sessel mit einem Hocker davor, wo meine Beine drauf liegen.
Jetzt habe ich gerade mein Bein gestrickt und der Hocker ist ein bisschen verrutscht.
Vielleicht habt ihr das gehört, ich hoffe nicht.
Aber ja, manchmal ist es so, das tut mir leid, ich kann das jetzt nicht retten
vom letzten Mal, damit müsst ihr leben.
Ich hoffe, ich bin dieses Mal disziplinierter. Aber erst mal der Haltungsblock.
In dem heutigen Haltungsblog, den ihr überspringen könnt, wenn ihr möchtet,
mit Kapitomarken, geht es um die USA.
Denn ich war in den USA und ich finde, man sollte eine Haltung zu den USA haben.
Insbesondere, wenn man dorthin fährt als Deutscher.
Mir ist heute aufgefallen, dass es ja früher sehr wichtig war,
auf die transatlantischen Verhältnisse zu achten, auf die transatlantische Freundschaft.
Heute ist es wahrscheinlich so, wenn Trump diesen Begriff hört,
denkt er nur Trans und ist dagegen.
Deswegen sind die transatlantischen Beziehungen wahrscheinlich etwas verkühlt.
Aber ja, trotzdem ist diese Beziehung historisch ja doch sehr wichtig,
wenn man an das Ende des Zweiten Weltkrieges zurückdenkt und an alles,
was seitdem passiert ist.
Es gibt starke Verflechtungen der Industrie, des Handels und ja auch eine ganze
Menge an Werten, die uns irgendwie verbinden.
Und mindestens seit Trumps zweiter Amtszeit wird es halt wirklich schwierig,
noch ein gutes transatlantisches Verhältnis sich einzureden.
Denn das ist es nicht mehr, wenn man sieht, wie in diesem berühmt gewordenen
Chat, es gab so ein Signal-Chat, wo J.D.
Vance und andere Vertreter der US-Regierung irgendeinen Angriff auf irgendetwas organisiert.
Und dann war da dieser leider ein Redakteur, Zeitungsredakteur,
Nachrichtenredakteur irgendwie mit drin aus Versehen in diesem Chat und dadurch
ist er bekannt geworden.
Allein, ich meine, das ist schon an sich ein Skandal, aber wie J.D.
Vance sich dort gegenüber, also seine Haltung gegenüber Europa geäußert hat,
das zeigt ja schon, dass diese Menschen nicht wirklich Interesse an Freundschaft
und freundschaftlichen Beziehungen haben.
Und insgesamt haben sich, glaube ich,
die Wertevorstellungen von der amerikanischen Regierung und den Führungsvertretern
dort und der deutschen Bevölkerung weit auseinandergelebt,
was die deutsche Regierung nun angeht, schwarz-rot-rot.
Und an Friedrich Merz, da bin ich mir dann schon wieder nicht mehr so sicher,
wenn man jetzt sieht, wie Carsten Linnemann und andere auf den Tod von Charles
Kirk irgendwie reagieren.
Und letztendlich komme ich da zu dem Punkt, wo ich mir eine Haltung entwickelt
habe. Also ich muss in die USA fliegen, weil ich für eine US-amerikanische Firma arbeite.
Und ab und zu gehört es für mich in meiner Rolle dazu, dass ich dort auch vor Ort bin.
Deswegen fliege ich ab und zu rüber.
Und das bringt mich halt dazu, dass ich irgendwie eine Haltung haben muss.
Was mir dieses Mal aufgefallen ist in den vielen Gesprächen mit meinen Arbeitskollegen,
die übrigens durchweg Demokraten und vernünftige und anständige Menschen sind, ist,
dass ein wesentlicher Unterschied zwischen der US-Regierung und unserer Regierung
in Deutschland ist, dass die einfach kein Blatt mehr vor den Mund nehmen und
sowas wie Bestechung auch dann einfach hinnehmen.
Also das ist einfach öffentlich, dass Donald Trump sich bestechen lässt von
zum Beispiel Nvidia, um Geld von denen zu nehmen und denen dann irgendwie Steuern
oder Tariffs, wie heißt das, Zelle,
zu erlassen oder die Gesetze entsprechend so zu machen, dass sie weiter ihre
Geschäfte machen können.
Sondern das ist einfach öffentlich, das wird einfach so hingenommen in Deutschland.
Gibt es dann so einen Maskenskandal und der entsprechende Politiker wird zwar
irgendwie kritisiert, aber muss auch nicht zurücktreten, weil er ja in der CDU
ist und CDU-Politiker treten ja nicht zurück wegen Unanständigkeiten.
Das machen nur Grüne und SPD-Menschen, die dann irgendwie zurücktreten. Oder gar Linke.
Ähm, und, ähm, in Deutschland wird das immer noch, wird immer noch so getan,
als sei man anständig und in den USA tut man nicht mal mehr so.
Das ist einfach offen, ähm, die Lobbyisten haben halt die Macht und man kann
sich alles kaufen, was man möchte.
Der wie heißt der, Elon Musk hat sich Donald Trump als Präsidenten gekauft,
also nicht alleine, aber hat halt im Wesentlichen dazu beigetragen und hinterher
hat er sich gewundert, dass Trump nicht alle Gesetze so macht,
wie er sich das wünscht und hat sich dann halt auch öffentlich beschwert,
wieso, ich habe mir doch diese Präsidentschaft gekauft,
warum wird das jetzt nicht alles also das ist irgendwie, die gehen offener damit
um und das kann man natürlich verachtenswert finden, weil Anstand nicht mehr mehr vorgespielt wird,
so wie in Deutschland, sondern weil es dort einfach offen unanständig zugeht
aber ich finde es irgendwie erfrischend anders.
Nicht gut natürlich, weil ich Unanständigkeit nie gut finde,
aber ich fand das irgendwie so,
ja gut, die tun halt wenigstens nicht mal mehr so, als ob sie irgendwie eine
anständige Demokratie wären, sondern das ist jetzt halt einfach eine populistische Autokratie.
Und das ist schade, weil die USA ein wichtiger Staat waren und auch noch sind.
Jetzt sind sie halt anders wichtig und anders gefährlich. Und jetzt muss man
halt irgendwie schauen, dass man das transatlantische Verhältnis,
das jetzt halt nicht mehr gut ist, sondern irgendwie anders,
dass man das halt neu versteht und neu definiert.
Und das sehe ich aktuell noch nicht, aber wer weiß, vielleicht ist gerade Friedrich
Merz als ehemaliger BlackRock-Manager genau der Richtige, um dieses Verhältnis neu zu definieren.
Vielleicht kann er sich die richtigen Dinge kaufen, wer weiß das schon.
Das klingt so ein bisschen zynisch und resigniert, aber ich lerne mit meinem
Zynismus und meiner Resignation besser umzugehen.
Und dieses sehr offene, ja wir sind halt keine Demokratie mehr in den USA,
das hat mich irgendwie auch befreit.
Das war gut. Also diese Hoffnung auf, man könnte mit Anstand und Argumenten
und mit Fakten noch irgendwie was bewegen, das ist da halt einfach gar nicht mehr.
Das hat mich irgendwie beeindruckt. Und was ich daraus für Deutschland lernen
will, weiß ich ehrlich gesagt noch nicht.
Aber ich habe jetzt zumindest eine neue Haltung gegenüber den USA.
Es gibt ja viele, die sagen, in
Deutschland kommst du mit Fakten und mit Anstand auch nicht mehr weiter.
Ja, deswegen ist ja jetzt auch, also ich fand dieses Abschiedsinterview von
Robert Habeck in der Taz, was heißt Abschied, also wo er halt gesagt hat,
dass er sein Mandat im Bundestag niederlegt,
das fand ich halt auch bemerkenswert, weil er halt auch gesagt hat,
ja mit meiner Art Politik zu machen bin ich halt nicht durchgekommen.
Also mit einer verbindenden, für alle deutschen arbeitenden Art ist er halt
nicht durchgekommen und gegen den Hass und die Diffamierung,
die von Seiten der Union geschürt worden sind, ist er halt nicht angekommen.
Deswegen hat er das Handtuch geworfen. Was er so ein bisschen sagt,
mit Anstand und Vernunft kommt man in Deutschland nicht weit.
Und das ist natürlich auch sehr ernüchternd. Ja, vielleicht ist es Achso, aber wie denn dann?
Da bin ich auch nicht weiter, mal gucken, vielleicht im nächsten Haltungsblock.
So, jetzt habe ich mich bewegt, um einen Kapitelmarkt zu setzen.
Ich hoffe, das hat geklappt und ich habe nichts angeschuppert.
Schuppern ist auch ein schönes Wort. Ja, Thema der heutigen Sendung, meine USA-Reise.
Und da wollte ich euch erzählen, auch dazu gibt es ein Fotoalbum.
Das Fotoalbum ist öffentlich. Ihr könnt es öffnen und euch anschauen,
wenn ihr auf die Episodenseite geht.
Mik.mik.fm.ep582. Also Einschlafen Podcast 582 ist die Episodenummer.
Da findet ihr den Link zu dem Fotoalbum.
Du hast einfach ein kleines Bildchen mit ein paar Fotos drauf.
Da klickt ihr drauf und seid ihr da. Könnt auch direkt hinspringen.
Gleicher Link, nur hinten noch Fotos dran. Also micfm-ep582-fotos mit F.
Und dann kommt ihr zu dem Fotoalbum, das ich geteilt habe.
Was da fehlt, ist natürlich alles vor Yosemite. Die Episode heißt ja auch Yosemite und Goethe.
Ich wollte nur trotzdem kurz erzählen. Ich bin an einem Samstag rübergeflogen in die USA.
Und bin am Samstagnachmittag gelandet.
In San Jose war gerade Jazz- und Blues-Festival. Das heißt, ich bin zu meinem
Hotel gar nicht hingekommen so richtig.
Es war irgendwie alles voll, alles voller Menschen, alles voller Bühnen und
so weiter und so fort. Aber ganz nett, sehr lebendig.
Ich bin abends ein bisschen raus und irgendwo einen Burger geholt und ein bisschen
Musik gehört. Das war irgendwie ganz lustig.
Am Sonntag bin ich sehr früh aufgestanden und laufen gegangen.
Das war auch total schön.
Das Wetter ist da halt fantastisch. Es war immer Sonnenschein und alles toll.
Und morgens ist halt irgendwie noch unter 20 Grad, da kann man ja joggen gehen.
Nach dem Joggen. Und ich bin eine sehr schöne Strecke gelaufen in San Jose,
wo ich vorher auch noch nicht war.
Und zwar über den Unicampus, also das Hotel Signia bei Hilton.
Ist irgendwie relativ nah am Büro und wird von den meisten Besuchern dort genutzt.
Und wenn man von dort aus Richtung Osten läuft, dann kommt man zum Campus der
San Jose State University.
Und...
Und von dort aus bin ich dann nach Norden gelaufen. Und da bin ich durch ein
total schönes Wohnviertel gelaufen. Ich gucke mal eben nach, wie die Straße hieß.
Ich hoffe, das hört mir jetzt nicht, wie ich auf meinem iPad rumklickere. Naja, vielleicht doch.
Richtung Japantown. Wo ist denn hier die Uni? Da ist die Uni.
Und da dann hoch. Ich glaube, die 10. bin ich hochgelaufen.
Bis zur Taylor Street oder so. und dann die Elfte oder Zwölfte wieder runter, irgendwie sowas.
Und das war also Bilderbuch, USA, Einfamilienhäuschen, alle aus Holz, alle irgendwie hübsch.
Und so wie man es aus dem Fernsehen kennt, total schön. Mochte ich sehr gerne.
So, und dann danach habe ich mich mit Chris, mit meinem Arbeitskollegen zum
Frühstück getroffen und er hat mich dann in sein Auto eingeladen und wir sind
zur Half Moon Bay gefahren. Und da war ich nämlich noch nie.
Ich wollte einfach mal einen Ausflug machen.
Half Moon Bay ist südlich von San Francisco. Also wir waren ja in San Jose.
Also sind wir eigentlich nach Nordwesten gefahren, an die Atlantikküste.
Und dann kann man da, an der Half Moon Bay gibt es verschiedene Strände,
wo man dann irgendwie mal aussteigen kann, ein bisschen spazieren gehen kann.
Und dann sind wir da ein bisschen in den Hügel hochgelaufen.
Ich weiß gar nicht mehr, welcher Hügel das war.
Irgendwo waren die Fotos, könnte ich eigentlich auch noch hinzufügen.
Genau. Was mich am meisten begeistert hat, ist, dass wir danach dann noch Richtung
Süden die ganze Küste runtergefahren sind, bis nach Santa Cruz,
und sind am Martins Beach vorbeigekommen und am Martins Beach gibt es einen
Felsen im Wasser, der Sharkfin heißt. Also es ist wie so eine.
Wie so eine Haiflosse irgendwie aus dem Meer ragt und dann auch noch ein Loch hat.
Also so ein Arch ist, Sharkfin Arch heißt es auch.
Total schön. Also da kann man
auf jeden Fall mal anhalten und irgendwie schauen, wie das da aussieht.
Ja, sehr schön. Lecker Clam Chowder gegessen und.
Das war sehr gut. Genau, das war der Sonntag, der war ganz entspannt.
Und ich habe halt dann, natürlich bin ich müde geworden, aber einfach den ganzen
Tag draußen in der Sonne rumlaufen und mich mit Chris unterhalten,
zum Beispiel über die politischen Dinge, die ich jetzt eben im Haltungsblock erwähnt hatte.
Das war ganz gut so zum Wachwerden.
Die Woche über habe ich in San Jose gearbeitet, aber nicht ausschließlich.
Also über die Arbeit erzähle ich natürlich nicht so viel.
Denn wir haben ja auch ein Büro in San Francisco und ich habe mir dann überlegt,
okay den einen Nachmittag zumindest will ich in San Francisco verbringen habe
dann den Dienstag auserkoren,
weil da am wenigsten Meetings waren bin also am Dienstagvormittag nach meinen
Early Morning Meetings in den Caltrain gestiegen habe leider nur einen Bummelzug bekommen,
der an jeder Milchkanne im Silicon Valley hält Also der hält dann halt nicht
nur in den großen Haltestellen,
Menlo Park und San Mateo und so weiter, sondern wirklich an jeder Haltestelle,
wo irgendwie jemand aussteigen wollen könnte.
Ja genau und das Witzige war, dass ich dann natürlich Kolleginnen in San Francisco
kontaktiert hatte, hey ich könnte,
Dienstagnachmittag in San Francisco sein, können wir uns irgendwie zusammensetzen
ja dann hatte ich mich mit der einen zum Mittag verabredet,
mit einer anderen am Nachmittag irgendwie auf eine Stunde und hab dann noch
lauter weitere Leute getroffen und die eine schrieb dann schon am Montag,
ach übrigens am Dienstag Abend ist ein Spiel von den Giants was willst du mit?
Und die Giants sind das Baseball-Team von San Francisco, haben ein großes Stadion,
auch gar nicht weit von unserem Büro, der Oracle Park, auch direkt an der Bay.
Und das habe ich halt schon oft gesehen, ein großes Stadion,
kann man auch so reingucken und das sah immer irgendwie ganz interessant aus.
Ich habe noch nie ein großes Baseballspiel live gesehen.
Wir haben eine Baseballmannschaft hier in der Nachbarschaft,
die Wild Farmers in Doren, die spielen sogar Bundesliga.
Gibt halt nicht so viele Baseball-Vereine in Deutschland. Trotzdem ist es natürlich
eine Leistung, dann tatsächlich Bundesliga zu spielen, weil das eben auch heißt,
dass man irgendwie bundesweit unterwegs sein muss.
Und das muss man als kleiner Dorfverein erstmal schaffen.
Ziemlich cool, und da war ich mal bei einem Turnier. Also ich habe durchaus
schon mal Baseball-Live gesehen, weiß so grob, wie das Spiel funktioniert.
Selber gespielt habe ich es nur an der Wii.
Das ist auch alles, was ich dann an Regeln weiß mit irgendwie Strike und Ball
und Out und hast du nicht gesehen.
Aber es hat mich schon immer mal interessiert, wie denn eigentlich so die Stimmung
ist bei so einem offiziellen Baseballspiel.
So, und dann stellte sich raus, wir sind da einer der Hauptsponsoren,
bei den Giants und kriegen halt dann für so unter der Woche nicht gerade der größte Gegner,
also die Gegner kamen jetzt nicht irgendwie aus New York oder Chicago oder was
weiß ich, wo so die großen Baseballvereine sind in den USA, sondern aus San Diego.
Ähm, und ja, da gab es halt irgendwie einen großen Schwung Freikarten,
musste man sich nur irgendwie melden, hat man eine Freikarte bekommen,
ich hatte schon nach den Ticketpreisen geguckt und dachte, oh, das ist aber günstig,
also das sind ja irgendwie alles Sitzplätze und ich hatte da welche für 20 Dollar,
30 Dollar gesehen und dachte so, naja, kann man sich ja mal leisten,
ähm, Eintrittskarten für Sitzplätze im Fußballstadion in Deutschland sind meistens
teurer, ich war ja letztens auswärts im Volkspark dabei, da habe ich 60 Euro
bezahlt für die Eintrittskarte.
Aber wie gesagt, für den Oracle Park musste ich gar nicht bezahlen.
Und habe dann da ein Kommerzialisierungserlebnis gehabt, wie es in Gelsenkirchen
oder Mönchengladbach nicht mal ansatzweise erreicht worden ist.
Ich war ja schon in vielen Fußballsternen in Deutschland und wenn das so Kommerztempel
sind wie auf Schalke oder in Gladbach, wo irgendwie wirklich alles verkauft
ist, was nur verkauft werden kann.
Das Haribo in Gelsenkirchen ist blau-weiß und jede Ecke wird präsentiert von
und jede Verletzung wird präsentiert von, ich glaube es war in Gladbach, dass.
Tatsächlich während des Spiels Werbung mit Musik lief auf den Monitoren,
also echt ekelhaft und das ist alles nichts gegen das, was da im Oracle Park passiert ist,
also Also unter anderem auch für meine Firma wurde halt dann während des Spiels
Werbung gemacht und laut gesprochen.
Und naja, klar, so ein Baseballspiel hat einen anderen Verlauf als ein Fußballspiel.
Da gibt es viele Wartezeiten, viele Zeiten, die überbrückt werden müssen.
Aber was da, also naja. Und außenrum war das eine kulinarische Meile,
wie ich sie auch noch nirgendwo erlebt habe. also in Hamburg am Mellantor bei meinem Verein FC St.
Pauli sind wir ganz froh, dass wir jetzt auf der Gegend gerade Pommes haben.
Vorher gab es halt nur Wurst und Fischbrötchen. Ähm,
Und um was Veganes zu kriegen, naja, seit kurzem oder seit zwei Jahren oder
so gibt es veganen Backfisch.
Und auf der Gegengerade gibt es jetzt auch einen Leberkäs, also Fleisch weg,
Dingsbums Anbieter, der entweder vegan oder halt mit Fleisch irgendwie anbietet.
Aber insgesamt ist das Angebot in den meisten Stadien eher begrenzt.
Also im Volksparkstadion gab es nur Bockwurst, also nicht mal Bratwurst,
sondern nur Bockwurst oder Brezel. Und das war's.
Naja, man wird halt irgendwie satt. Beim Oracle Park gab es natürlich Pommes,
aber Garlic Loaded Fries.
Gilroy ist ja die Stadt, wo der ganze Knoblauch wächst in den USA,
so ungefähr. Wenn man da durchfährt, riecht auch alles nach Knoblauch.
Und Gilroy Fries gab es mit ganz viel Knoblauch.
Gab es, glaube ich, auch ohne Knoblauch. Verschiedene Bratwurst,
also Also interessanterweise, das ist ein, nicht Anglizismus,
sagt man ja, wenn man im Deutschen ein englisches Wort benutzt.
Ich weiß gar nicht, wie es heißt, wenn man im Englischen ein deutsches Wort
benutzt, ein Germanismus, weiß ich nicht.
Also die sagen halt Brat, wenn sie eine Bratwurst meinen.
Verschiedenste Sorten davon, dann auch in einem Brötchen, sodass es aussieht
wie ein Hotdog, aber es heißt dann gar nicht Hotdog, sondern irgendwie Brat
mit, weiß ich nicht, keine Ahnung was.
Dann gab es aber auch Ramen und Sushi und Tacos und ich weiß nicht,
mexikanisches Essen natürlich, weil man ja in Kalifornien ist.
Also wahnsinnig hohe Auswahl und ganz viele verschiedene Bierstände auch,
inklusive natürlich dann irgendwie verschiedene Biere vom Fass.
Chris und ich sind dann also erstmal, der war auch mit dabei.
Zum Bierstand gegangen und dann dachte ich, gebe ich ihm mal ein Bier aus.
Habe auch gar nicht geguckt, was es kostet.
Habe mir einen Hazy Ale ausgesucht vom Fass. Das ist natürlich schon ganz toll,
dass es sowas dann im Stadion gibt und er hat sich irgendein anderes ausgesucht.
Als ich dann allerdings den Preis gesehen habe, habe ich ganz schön mir den
Ohren geschlackert. Also erstmal wurde ich dann gefragt, ob ich meinen Ausweis dabei habe.
Das hat mich irritiert, aber naja, Amerika, Alkohol, keine Ahnung,
habe ich halt meinen Ausweis vorgezeigt. Die Frau war etwas irritiert,
das ist ein deutscher Passes.
Dann musste er erstmal mein Geburtsdatum suchen und war dann aber zufrieden,
hat uns das Bier gegeben.
Ich habe dann hinterher einen Aufkleber gesehen, dass es dort so ist,
wenn man so aussieht, als wäre man jünger als 30, muss man seinen Ausweis vorzeigen.
Das hat mich dann schon gefreut. Also ich fühlte mich sehr geschmeichelt.
Ich weiß nicht, ob die irgendwie was mit, weiß ich nicht.
Ich glaube, sie war ein paar Jahre älter als ich, aber es fühlte sich jetzt
auch nicht so an, als würde sie mich anbaggern.
Eigentlich nicht. Aber wer weiß das schon. So, und das war irritierend.
Und dann musste ich bezahlen und habe fast 50 Dollar hingelegt.
Also umgerechnet über 20 Euro für einen Becher Bier.
Und da bin ich doch ganz schön blass geworden und habe das Bier versucht zu
genießen. Aber irgendwie war es echt komisch.
Das war dann auch das einzige Bier, das ich gekauft habe.
Chris hat mir dann später auch noch eins ausgegeben. Aber das war wirklich komisch. Naja.
Also Eintrittspreise niedrig. Verzehr und Trink unbezahlbar. Also auch die Pommes.
Ich habe mir dann natürlich noch Garlic Fries geholt. Fritten mit Knoblauch.
Die auch sehr lecker waren. Aber auch sehr teuer. Über 10 Dollar oder so. ich weiß es nicht. Ja.
Aber ein Erlebnis und genau, das war dann auch schon, glaube ich,
alles, was ich da von der Woche irgendwie erzählen mag und kann.
Arbeiten in San Jose war erstaunlich produktiv, hat mich sehr gefreut,
wie viele Leute ich getroffen habe und.
Ja, war gut. Also neue Sachen über San Jose, Es wirkte wieder ein bisschen belebter,
als ich das letzte Mal da war.
Es war sehr viel Baustelle und sehr viel Leerstand an Läden und so.
Diesmal war es so ein bisschen, also klar, das Jazzfestival an dem Wochenende,
als ich angekommen bin, war toll.
Aber auch ansonsten war es ein bisschen lebendiger, ein bisschen wieder weiß
ich nicht, nicht mehr so traurig wie noch vor, weiß nicht, vor eineinhalb Jahren
war ich das letzte Mal da.
Da war ja auch Winter. Vielleicht lag es auch daran. Jetzt im Sommer war es
irgendwie alles ein bisschen netter. Zumindest.
Bin ich dann an dem Freitag mit Jeremy, einem Arbeitskollegen aus dem San Jose
Office, der wohnt in Santa Cruz, aber gehört halt zum San Jose Office.
Und ja, wir sind dann gemeinsam in den Yosemite Nationalpark gefahren.
Unser Hotel war in El Portal.
Das ist auf der Straße, wenn man über Mariposa reinfährt, und quasi der letzte
Ort vor dem Yosemite Nationalpark.
Da gibt es zwei Hotels in El Portal.
Interessanterweise sind die irgendwie zehn Kilometer weit auseinander oder so.
Also das El Portal ist ein sehr, sehr langgestreckter Ort.
Wir waren leider in dem, was weiter weg war.
Yosemite Cedar Lodge. Ich war auch schon mal in El Portal in dem Yosemite View
Lodge heißt es, glaube ich.
Und das ist besser, weil, genau, Yosemite Village, das ist halt ungefähr 10
Meilen näher am Eingang zum Park.
Naja, zumindest waren wir am Nachmittag dann da und sind dann abends einfach
nur nochmal reingefahren, Tunnelview das ist ja, wenn man reinfährt in das Village,
gleich irgendwie rechts hoch, Richtung Wurwona,
gibt es dann einen Aussichtspunkt kurz vor einem Tunnel, der äh,
einmal durch den Berg durchführt und vor dem Tunnel ist ein großer Parkplatz
und von da aus hat man einen Blick quer durch das Tal oder über das Tal hinweg
und da kann man den Half-Dome sehen und den Bridal Veil Fall und da fängt auch mein Fernseher,
wollte ich gerade sagen, Fotoalbum an.
Also wenn ihr jetzt das Fotoalbum offen habt oder wenn ihr es euch vorher schon
angeschaut habt Oder wenn ihr es euch hinterher anschaut, dann freut euch auf
ein Bild vom Bridal Veil Fall.
Der ist allerdings schon im Dunkeln. Man kann trotzdem erkennen,
dass da ein bisschen Wasser ist.
Der ganze Park war jetzt im August natürlich eher trocken.
Also der Yosemite Fall, welches der höchste Wasserfall Nordamerikas ist,
der war komplett trocken. Da kam gar nichts.
Die beiden Wasserfälle da Wernelfall und wie heißt der andere Nevada Fall haben
wir später gesehen, da war Wasser, aber auch nicht so viel, wie ich das irgendwie
kenne und viele andere Wasserfälle waren einfach non-existent, also komplett trocken.
Ja, so ist das da im späten Sommer und war froh, dass wir ein bisschen was gesehen haben.
Genau, was wir viel gesehen haben, ist der Hafturm, also in dem Fotoalbum werdet
ihr sehr viel den Hafturm sehen.
Das ist halt ein großer Granitberg, fast drei Kilometer hoch.
Das Yosemite Valley, also das Tal, ist 1200 Meter hoch, so ungefähr,
glaube ich. Müsste ich jetzt mal eben nachgucken.
Yosemite Valley Height Above Sea Level 1200 Meter, ja genau.
So, und der Hafturm ist halt dann deutlich höher mit irgendwie...
Yosemite, Peaks, Heights. Kann ich mal eben nachschauen.
Mount Lyell ist sogar fast vier
Kilometer hoch, aber der ist relativ weit weg, den sieht man nicht so.
Was man sieht, ist, meine Güte, fast ganz schön vier von so vier Kilometer,
fast vier Kilometer und Bergen, die aber alle ein bisschen weiter weg sind.
Ich habe hier auf Wikipedia eine Liste der höchsten Berge im Yosemite Nationalpark
und da sind ganz schön viele.
3,8 Elektra Peak, Twin Peaks, Matterhorn Peak gibt es.
Interessant. Die kenne ich aber nicht. Mammoth Peak habe ich mal gesehen. 3,69.
So hoch sind die beim... Toll.
Die Berge, die ich eigentlich gesucht habe, sind hier natürlich gar nicht dabei.
Naja, ist ja auch egal. Also der Half-Dom ist halt vor allem deshalb beeindruckend,
weil es ist halt so ein Dom, also so ein kegelförmiges Ding und dann aber nur halb.
Also es ist irgendwie eine Seite ist komplett, da geht es halt sehr steil runter
und nicht so geschwungen runter, oder wie man das von so einem Kegel erwarten würde.
Und das ist halt so eine über 1000 Meter hohe, aber nochmal,
kann ich ja vielleicht mal im Kopf ausrechnen, wenn Valley Floor ist 1200 und
der Berg, was habe ich gesagt, irgendwie knapp 3000, jetzt muss ich doch nachschauen,
wie hoch ist denn ein Hafturm.
Half Dome ist fast 2.700,
also 1.500 Meter ungefähr ist diese relativ steile Wand. Also die ist nicht
ganz senkrecht, aber fast.
Es gibt ja Leute, die da hochklettern, die das auch irgendwie in Rekordgeschwindigkeiten
versuchen, da diese Nordwand hochzuklettern.
Also die Nordwand ist die steile. übrigens, was ich auch nachgucken wollte North Face,
Name der.
Ähm genau, der Name der Firma The
North Face, das ist hier so ein Outdoor-Klamottenladen der ist tatsächlich,
ähm benannt nach genau diesen Half-Dom, denn das Logo von North Face hat ja
auch dann diesen geraden Strich und dann den
gebogenen und das ist halt so, so sieht halt der Half-Dom aus,
wenn man von Yosemite Valley aus schaut.
Ja, hatte ich mir schon gedacht, ist tatsächlich so. Genau, so und den werdet
ihr noch häufiger sehen.
So, die ersten beiden Bilder sind einfach nur von dem Freitagabend,
als wir angekommen sind.
Wir haben übrigens auch probiert, das vielleicht noch mal vorweg,
auf den Half Dome rauf zu kommen.
Also nicht die Nordseite hoch, sondern es gibt einen Wanderweg,
der ist sehr weit und es gibt ein 10 Minuten Video auf der National Park Government Seite.
Also wenn man nach Half Dome Hike sucht, dann findet man das Video.
Ich kann es auch verlinken in den Shownotes.
Und da wird einem zehn Minuten lang erklärt, warum man es eigentlich nicht machen
sollte. Also das ist natürlich eine tolle Wanderung.
Man sieht ganz viele tolle Sachen und einen Teil dieser Wanderung habe ich auch schon gemacht.
Man muss nämlich erstmal den Misty Trail hoch am Nevada Fall und am Vernal Fall
vorbei und dann auf so einer Hochebene noch ganz weit und dann ist man irgendwann
quasi östlich vom Half Dome und kann dann quasi von hinten,
also vom Yosemite Valley aus gesehen, von hinten den Hafturm hoch.
Da sind nämlich so Kabel aufgestellt und sich dann an diesen Kabeln den Rest zum Gipfel hochziehen.
Kommt nachher noch ein Foto, wo man es drauf sieht. Spoiler.
So, um aber dort hochklettern zu dürfen, braucht man eine Erlaubnis,
einen Permit und diese Erlaubnis bekommt man über eine Lotterie.
Da kann man entweder die Pre-Season Lotterie machen, also vor der Saison,
denn diese Kabel werden irgendwann Ende April oder Mai oder so werden die aufgebaut.
Im Winter kann man da nicht hoch, das ist halt zu gefährlich wegen Schnee und Eis.
Das ist halt zwar Kalifornien, aber eben Nordkalifornien und eben auch sehr
hoch, deswegen ist da im Winter auch sehr viel Schnee.
Und ja, im Winter kann man halt da nicht hoch. Das heißt, im Herbst irgendwann wird es abgebaut.
Ende, ich glaube im September. Ich weiß es nicht.
Also das machen sie auch relativ wetterabhängig,
und lassen es halt so lange da wie möglich, aber wenn es dann sobald es gefährlich
wird, bauen sie die Kabel ab also noch bevor es gefährlich wird,
weil das Kabel abbauen ist natürlich auch ein ganz schöner Akt.
Und dann erst im Frühjahr wieder auf. So, das heißt, im März kann man,
wenn man schon weiß, wann man denn dort ist, kann man sich irgendwie schon mal
über die Lotterie irgendwie eine Erlaubnis holen.
Da gibt es auch so, kann man auch sagen, von dann bis dann bin ich da.
Ich möchte dann irgendwann hoch.
Wenn man das nicht kann, weil man, wie ich, nicht genau weiß,
wann man überhaupt in den USA ist und in den Yosemite Nationalpark kommt,
dann gibt es die Daily Lottery.
Und das ist immer zwei Tage vorher, kann man ab morgens, weiß nicht,
neun Uhr, zehn Uhr, kann man sich eintragen und am Abend bekommt man dann die
Information, ob man zwei Tage später rauf darf oder nicht.
Und in dieser Lotterie kann man auch sagen, mit wie vielen Leuten man denn hoch möchte.
So, wir waren zu zweit, das heißt, wir haben am Donnerstag beide uns in die
Lotterie eingetragen, das kostet jeweils zehn Dollar, ist aber nicht schlimm. Ähm.
Kostet es wirklich? Ja, ich glaube, es kostet 10 Dollar, genau.
Und dann haben wir halt zwei Chancen gehabt auf jeweils zwei Tickets für den Samstag.
Leider haben wir am Donnerstagabend schon die Absage bekommen.
Am Freitag sind auch beide eingetragen, sind dann ja auch hingefahren.
Und dann abends, als wir dann dort waren, die Nachricht bekommen,
nee, beide wieder nicht. Und am Samstag haben wir es dann auch nochmal probiert,
für Montag die Erlaubnis zu bekommen. Das Wochenende war sehr voll am Yosemite.
Es war auch das erste Wochenende, an dem man zumindest keine Erlaubnis brauchte,
um überhaupt reinzufahren.
Über Sommer hatten sie das so gemacht, dass man auch eine Erlaubnis brauchte,
um überhaupt reinzufahren, weil es eben zu voll geworden ist.
Und das war jetzt das erste Wochenende, wo man keine Erlaubnis brauchte.
Das heißt, es war nochmal extra voll, weil es immer noch schönes Wetter war.
Deswegen hatten wir auch schon damit gerechnet, dass es Samstag und Sonntag
wahrscheinlich nicht geht. Aber Montag hatten wir große Hoffnung.
Hat leider auch nicht geklappt. Also Spoiler, wir waren nicht auf dem Hafturm.
Aber nicht so schlimm und das kommt dann später.
Könnt ihr euch schon mal freuen. Aber erstmal der Freitag.
Also ich meine natürlich Samstag. Am Samstag haben wir nämlich eine Wanderung
gemacht, die ich schon lange vorhatte und auf die ich mich sehr gefreut habe.
Aber weil ich dann doch eher häufig im Winter in Yosemite war,
bin ich noch nicht dazu gekommen. und zwar den 4 Mile Trail,
der fängt unten im Tal an.
Im Yosemite Valley kann man dann irgendwo auf der Südseite parken und dann geht
man quasi an der Südseite hoch bis zum Glacier Point.
Ich war schon mal am Glacier Point und zwar im September 2015, vor 10 Jahren.
Das ist ein Aussichtspunkt, unfassbar. Also direkt gegenüber vom Half-Dome und
man kann halt wirklich toll gucken.
Und die Wanderung dort hoch ist
auch sehr anstrengend. Es geht um 1000 Höhenmeter auf 4,4 Meilen Strecke.
Also eigentlich geht man kontinuierlich in den stein gehauen Treppenstufen hoch
oder einen steilen Weg, so einen Kiesweg.
Und, ja, mega anstrengend. Und wir sind auch ordentlich ins Schnaufen gekommen,
aber es hat gar nicht so lange gedauert.
Während wir hochgegangen sind an dem Samstagmorgen, war es ja hier in Deutschland
Samstag Nachmittag und der FC St.
Pauli, mein Verein, hat sein erstes Pokalspiel gespielt.
Und interessanterweise zu Hause im Millern-Tor-Stadion, obwohl natürlich der
andere Verein Heimrecht hatte, das war aber Nordaustedt und deren Stadion ist halt eher klein.
Und damit die mehr Einnahmen generieren konnten, hatten wir es halt ins Millern-Tor-Stadion verlegt.
Und ich habe dann tatsächlich das Elfmeterschießen, zu dem es kommen musste, weil der FC St.
Paul es nicht geschafft hat, ein Tor zu schießen, habe ich dann per Webradio
gehört auf dieser Wanderung.
Ja, es war eine sehr schöne Wanderung, nicht nur weil der FC St.
Paul das F-Miterschießen gewonnen hat, sondern weil die Aussicht,
also das erste Bild, also das dritte Bild im Fotoalbum ist das erste Bild von
der Wanderung da sieht man schon, was passiert, also rechts Half-Dome links North-Dome,
der ist halt noch ganz und da drunter diese großen Bögen, es sind einfach Ausblicke,
das ist unglaublich, das vierte Bild dann, da ist Jeremy zu sehen der gerade rüber guckt zum,
Yosemite Fall da wo eigentlich der Yosemite Fall runterfällt man erkennt so
an der Schattengrenze wo er eigentlich fallen sollte aber da fällt halt nichts
also er ist halt komplett trocken,
man kann das hoffentlich einigermaßen erkennen dass da einfach nichts ist sehr
trocken also ausgetrocknet sozusagen man sieht schön nach unten den Yosemite
Valley Floor und ein was ist denn das?
Das Yosemite Village, glaube ich, sieht man da unten die Straßen.
Wir sind also schon relativ weit oben.
An der Stelle habe ich Radio gehört, glaube ich. Ja.
Super. Oh, wenn ich jetzt die Bilder sehe, dann kriege ich schon wieder Lust,
dann nochmal hoch zu wandern, obwohl das extrem anstrengend war. Ja, genau.
Und das ist dann quasi der Blick nach Norden.
Also das erste Foto ist der Blick nach Osten Richtung Half Dome und Klaus Rest
dahinter im North Dome und dann der Blick Richtung Norden zum Wasserfall, der nicht fällt.
Und dann das dritte Bild ist der Blick Richtung Westen.
Da sieht man die Three Sisters im Hintergrund. Little Sister, Middle und Big Sister.
Eigentlich sieht man ganz hinten auch den Tunnel View. Also wenn man ein bisschen
reinzoomt, kann man sich so ungefähr ausdenken, wo wohl Tunnel View ist mit so einem Barplatz.
Aber es ist natürlich sehr klein. Also das ist quasi der gegenüberliegende Blick
unten, der Merced River, wie er sich durch das Yosemite Valley durchschlängelt.
Es flängelt sich nicht so richtig, aber naja, fließt er so durch.
Genau, und rechts ist dann der El Capitan noch zu sehen hinter der Tanne.
Ja, ein bisschen weiter hoch ist dann der freie Blick auf den Half Dome.
Und ich muss aber sagen, das ist einfach das spektakulärste Bild,
was man so haben kann. wenn man so eine, also man ist ja schon sehr weit hoch.
Ich glaube, das ist ganz oben schon fast. Ist das schon? Weiß es gar nicht.
Ja, es kann sein, dass es am Glacier Point ist.
Rechts sieht man die beiden Wasserfälle, die ich schon erwähnt habe.
Ich vergesse mal, welches der obere, welches der untere ist.
Müsste ich mal eben auf der Karte nachschauen tatsächlich.
Wo ist denn hier mal Yosemite da?
Kann ich das hier auf der Karte erkennen? Oder muss ich das hier? Nivala Fall.
Vernal Fall. Also der untere ist Vernal Fall und auf diesem Bild.
Das da heißt, habe ich das benannt, Half-Dorm in all its beauty heißt das.
Genau, da sieht man in der Mitte den Half-Dorm.
Und dann ist rechts eine Tanne.
Und wenn man dann noch weiter nach rechts schaut, ist ganz unten am grünen ist der Vernal Fall.
Da fließt auch was, fällt auch Wasser runter.
Und da drüber ist der Nevada Fall.
Und da fließt auch eine ganze Menge Wasser. Das ist ja der Mercy River,
der da links fließt, sozusagen.
Ja, und dahinter diese unendliche Weite mit lauter Gipfeln und alles ist irgendwie wild.
Mega. Also das macht mich einfach nur glücklich, solche Bilder anzuschauen und
mich daran zu erinnern, wie ich da war. Unglaublich.
Sehr sehr schön ein paar Blümchen muss ich auch nochmal fotografieren wir haben
dort oben dann Russell getroffen, einen Arbeitskollegen.
Mit dem ich seit April letzten Jahres befreundet bin also wir kannten es schon
vorher aber im April letzten Jahres ist er nach Hamburg gekommen und hat mit
uns 10 Jahre Leitung IOS gefeiert und Russell ist eine Legende das ist der 37.
Mitarbeiter von Adobe, die anderen 36, die vor ihm da waren, sind leider schon weg.
Also auch die Gründer sind ja leider schon gestorben.
Russell ist kein Gründer, aber war halt sehr früh dabei und ist einer von vier
Namen, die, das stimmt gar nicht, Thomas Null muss eigentlich vor Russell sein.
Nee, Russell war schon da, genau. Und dann sind halt Thomas und sein Bruder
gekommen mit Photoshop.
Und als Photoshop 1.0 rauskam, steht Russells Name halt mit drauf,
weil er der Designer dafür war. Also, absolute Legende.
Und als er gehört hat, dass Jeremy und ich nach Yosemite fahren,
hat er gesagt, oh, ich komme auch.
Und ist da tatsächlich nur für eine Nacht dazugekommen, weil er gerne Nachtfotos
oben am Glacier Point machen wollte.
Wir haben uns tatsächlich dann oben am Glacier Point getroffen.
Er hat uns dann mitgenommen. Wir waren natürlich total dreckig und verschwitzt
von dieser Wanderung da hoch, aber wir mussten immer nicht wieder runter wandern.
Haben auf dem Rückweg zum Hotel dann noch einen Stop gemacht beim Taft Point.
Und das nächste Bild ist Jeremy am Taft Point.
Ich muss zugestehen, auf dem Bild vorher alleine dort oben steht,
habe ich die anderen Menschen, die dort waren, weggemacht.
Da waren irgendwie noch sieben, acht andere Menschen, die da rumstanden.
Die habe ich weggestempelt.
Sodass es aussieht, als wäre alleine, ist er natürlich nicht.
Also da war schon irgendwie ordentlich was los. Aber es ging noch.
Es war nicht so voll wie unten im Tal.
Sehr schön. Tough Point kann ich auch empfehlen, wenn man schon am Glacier Point
ist. und es ist gerade Sommer, da ist ein Parkplatz und dann geht man irgendwie
eine Meile oder 1,5 Meilen oder so und ist dann da. Es ist ein super toller Blick.
Da gibt es dann auch diese Fischers, also so Klüfte.
Was ist das denn hier für ein Foto? Das nächste Foto, da ist keine Person drauf,
sondern einfach nur so eine Felsnase und dann ja runter El Capitan und das Tal.
Auf dem nächsten Foto sind Jeremy und ich ich mit meinem St.
Pauli-T-Shirt strahlend, weil St. Pauli das Elfmeterschießen gewonnen hat.
Und ja, der tolle Blick da vom Toughpoint runter ins Tal.
Und auf dem nächsten bin ich alleine. Und freue mich. Das ist wirklich,
also da ist niemand weggestempelt.
Da hinten war einfach keiner auf dem anderen Felsvorsprung. Ich habe mich hinterher
so ein bisschen geärgert.
Ich hätte vielleicht noch runterklettern sollen auf den Felsvorsprung weiter
rechts. Das wäre noch dramatischer gewesen.
Aber naja gut wie gesagt es geht da über 1000 Meter gerade runter da will man
auch keine Risiken eingehen,
Ja, und auf dem folgenden Bild sieht man so eine Fische, also so eine Kluft
zwischen zwei großen Granitblöcken.
So ein paar kleinere Granitblöcke haben sich da reingesetzt.
Ah, das ist schon beeindruckend, da oben zu sein.
Als nächstes ist ein Video und dann sind wir schon wieder oben.
Wir waren kurz am Hotel, haben uns geduscht und kurz ausgeruht von der Wanderung.
Aber Russell wollte ja gerne Nachtfotos oben am Half Dome machen.
Also oben am Glacier Point vom Half Dorm und von dem Galactic Core,
also von dem Mittelpunkt der Milchstraße, Galaktischen Zentrum.
Jetzt habe ich ein Selfie-Video gemacht. Es war einfach so schön,
wir sind dann Richtung Sonnenuntergang da hoch und das war dort auch sehr voll.
An dem Abend war interessanterweise auch so eine Astronomie-Veranstaltung mit
lauter Teleskopen, die da aufgebaut waren, die auch auf die Dunkelheit gewartet
haben. und erst ein Selfie-Video und dann habe ich noch ein Zeitraffer-Video.
Das wackelt leider sehr.
Aber ich hatte mein Handy auf einem Stativ und ich weiß nicht,
warum das iPhone beim... Ich habe einfach nur mit dem iPhone-Standard-Kamera
so ein Zeitraffer-Video erstellt, wie dann da die Sonne untergeht.
Man sieht also, wie die Wolken vergleichsweise schnell, also es ist langsam, aber in echt,
sehr langsam haben sich die Wolken verändert und man sieht, wie dann die wie
der Hafturm im Dunkel verschwindet und das Alpen glühen was auch tatsächlich
Alpine Glow auf Englisch heißt vom Hafturm verschwindet,
in diesem Zeitraffer Video sieht man ganz kurz wie jemand sein Handy zum Fotografieren
vor mein Handy gehalten hat das habe ich nicht weggestempelt,
weil ich es eigentlich ganz lustig finde,
könnt ihr mal gucken ob ihr es erkennt,
an welcher Stelle.
Eigentlich ist es sehr einfach zu sehen. Genau, dann habe ich ein Bild vom Hafturm
gemacht in diesem Alpenblühen, wo ich versucht habe, so ein bisschen Ansel Adams
Style zu machen, also mit harten Kontrasten.
Ansel Adams hat ja eigentlich immer nur fotografiert, wenn auch Wolken da waren.
Es waren Wolken da, aber sie waren irgendwie eigentlich nicht dramatisch genug.
Ich finde die Bearbeitung in Schwarz-Weiß trotzdem ganz schön.
Deswegen habe ich sie euch drinnen gelassen.
So, dann habe ich mein 20mm Objektiv rausgeholt, Sigma, 20mm f1.4 Sigma Art
und habe damit angefangen Nachtfotografie zu machen und habe das natürlich eingestellt,
als es noch nicht dunkel war.
Und da habe ich noch ein schönes Bild vom Hafturm gemacht das ist auch schon
eine längere Belichtung was habe ich da gemacht, ich habe die ganzen,
eine 25 Sekunde also noch gar nicht so lange, aber ja.
Genau, da sieht man ein bisschen die Leute, die da unten noch unter uns rumstanden.
Leider wurde es auch den ganzen Abend nicht leer.
Es kamen auch sehr viele Leute vorbei, die dann gestört haben, als es dann dunkel war.
Das nächste Bild ist dann quasi die gleiche Einstellung, ein bisschen höher.
Also auch wieder Hafturm und da drüber dann aber die Milchstraße.
Das ist nicht das galaktische Zentrum, das war auf der anderen Seite.
Aber man erkennt trotzdem sehr schön, wo quasi mehr Sterne sind am Himmel,
also die Milchstraße ist.
Und da drunter, wenn man da noch so einen verschwommenen Flecken sieht und da
reinzoomt, etwas quasi links und ein bisschen oberhalb vom Hafturm sieht man
die Andromeda-Galaxie.
Auf so einem 20mm-Foto ist es natürlich nicht besonders groß.
Also man sieht jetzt keine Spiralarme oder so, aber man kann deutlich erkennen, wo sie denn ist.
Finde ich ein sehr schönes Bild weil es fast so aussieht als hätte der Hafturm
noch ein bisschen Licht hat er aber nicht also das ist oder?
Wie viel Uhr ist denn das? 21 Uhr kann gut sein, dass quasi gegenüber noch ein
ganz klein bisschen Helligkeit am Himmel war und deswegen der Hafturm so beleuchtet war,
allein die Sterne waren es wahrscheinlich nicht Also man kann ihn halt deutlich erkennen.
Aber gut, ich habe ihn natürlich ein bisschen aufgehellt. Wenn ich mir da das
Original, das Unbearbeitete anschaue, dann, ja, das ist ein bisschen aufgehellt.
Ein bisschen was habe ich gemacht. Eigentlich gar nicht so viel.
Interessant. Ja, und man sieht ein paar Lichter in den Bergen. Das sind Camper.
Da haben also Leute wild gecampt. Das darf man. Auch dafür braucht man einen
Permit, aber dann darf man das.
Und jetzt, wo ich sehe, dass da Leute oben ihre Zelte aufgeschlagen haben,
habe ich auch Lust, das zu tun.
Auf dem nächsten Bild sieht man dann endlich das galaktische Zentrum mit Bäumen im Vordergrund.
Und das ist schon echt toll. Also was man da oben machen kann,
das ist wirklich fantastisch dunkel.
20 Sekunden Belichtungszeit mit einem 20 mm Objektiv kann man das machen,
ohne dass die Sterne großartig, also dass die Erde sich unter den Sternen durchdreht
und dann die Sterne Striche ziehen.
Und es war windstill, deswegen sind die Bäume auch scharf.
Also ja, super total schöne Momente auf dem nächsten Bild habe ich dann nochmal
Querformat Half-Dom, da war es dann wirklich schon dunkel,
ich habe hier eine Uhrzeit das ist 21.52 Meterdaten könnt ihr auch sehen da ist die.
Andromeda-Galaxie dann auch schon wieder ein bisschen weiter Richtung oben und
rechts gewandert, sozusagen.
Also ist ein bisschen näher am Half-Dome ran. Man kann sich jetzt noch besser erkennen.
Immer noch keine Spiralarme, aber naja, 20 Millimeter. Und die Camper haben
auch immer noch Licht an oben,
auf dem Weg zum North-Dome.
So, dann kommt nochmal ein Bild von dem Galaktischen Zentrum.
Und das sollte eigentlich neben dem anderen Bild vom Galaktischen Zentrum sein.
Muss ich nochmal umsortieren. Ich hoffe, die beiden Bilder sind nebeneinander, wenn ihr es anschaut.
Das ist mit dem iPhone gemacht. Weil Russell ja nur noch mit dem iPhone fotografiert.
Der hat gar keine andere Kamera mehr.
Er macht alles mit dem iPhone und auch alles mit dem iPad. Er hat auch keinen
Computer mehr. Das heißt, er macht alles mit Lightroom Mobile und alles mit Photoshop Mobile.
Habe ich es auch mal probiert, was dann da so geht.
Und ja, das sagt jetzt, dass es 10 Sekunden belichtet ist.
Ich habe es aber auf 30 Sekunden gestellt und ich glaube, es ist eine 30 Sekunden Belichtung.
Und es sieht ziemlich gut aus. Also nicht ganz so toll wie das mit der Nikon
Kamera und dem Sigma 20 mm Objektiv.
Aber nicht zu verachten also wirklich toll man braucht gar nicht so viel Geld
auszugeben wenn man tolle Bilder von der Milchstraße machen möchte,
man braucht nur ein ordentliches Stativ und muss wissen wie man die Kamera bedient,
also das hat mich wirklich beeindruckt was das kleine,
Sensorchen und das wenig Glas irgendwie machen kann ja, wenn man die beiden
Bilder vergleicht, sieht man, dass die Galaxie schon ein bisschen weiter gewandert
ist also wenn man das vorne mit den man erkennt ja quasi die Bäume wieder.
Das liegt daran, dass das eine Bild mit der Nikon-Kamera ist um 21.33 Uhr entstanden
und das andere um 22.11 Uhr, also mit dem iPhone.
Deswegen ist die Galaxie schon ein bisschen weitergewandert.
Ja, genau, das war der Samstag schon.
Oh, und es ist jetzt auch gleich schon lang genug, das heißt,
ich könnte jetzt den Sonntag und den Montag einfach in der nächsten Episode erzählen, oder?
So, ich glaube, das mache ich auch. Weil wenn ich jetzt ausführlich erkläre,
was ich da noch gemacht habe, dann wird diese Episode zu lang.
Das heißt, ich gehe jetzt mal über und lese euch Rilke vor.
Also freut euch einfach auf eine weitere Episode zum Thema Yosemite und Wandern
und was ich alles erlebt habe. In zwei Wochen.
Und bis dahin bleibe ich in Erinnerung. Nein, also das Gedicht von Rainer Maria
Rilke, was ich jetzt vorlese, heißt Erinnerung.
Wir sind in Sämtlich Gedicht in einem Band. bei,
wieso steht es da nicht? Normal steht das da immer.
Bei wie viel Prozent? Ist ja auch egal. Das Gedicht heißt Erinnerung.
Und du wartest, erwartest das eine, dass dein Leben unendlich vermehrt das mächtige
Ungemeine, das Erwachen der Steine tiefen dir zugekehrt.
Es dämmern im Bücherständer die Bände in Gold und Braun und du denkst an durchfahrene
Länder, an Bilder, an die Gewänder wieder verlorener Frauen.
Und da weißt du auf einmal, das war's.
Du erhebst dich und vor dir steht eines vergangenen Jahres Angst und Gestalt und Gebet.
Das nächste Gericht heißt dann Ende des Herbstes das kommt aber dann mitten
im Herbst in der nächsten Episode.
Und kommen wir zu Rainer Maria, zu Johann Wolfgang von Goethe.
Italienische Reise, wir sind bei 21% in Rom angekommen.
Irgendwas habe ich geändert, sodass jetzt nicht mehr unten steht,
wie weit ich eigentlich bin, Sondern da steht jetzt irgendwie Position 1178
oder so. Ist ja auch egal.
Position 1663 steht da. Was ist denn jetzt richtig?
1778 von 8276. Oha, wir sind ja noch fast am Anfang der italienischen Reise.
Also wenn man es mal so betrachtet, ist ja auch egal.
Augen zu und zugehört. Rom mit einem Bild von der Pontes Salaro bei Rom. Radierung von Meschau.
Rom, den 1. November 1786. Endlich kann ich den Mund auftun und meine Freunde mit Frohsinn begrüßen.
Ich merke gerade, ich habe meine Lisebrille. gar nicht aufgesetzt.
Das Geräusch, was ich jetzt gerade gehört habe, war eine Brille,
die ich weggelegt habe. So, mit Lesebrille kann man gleich alles viel besser erkennen.
Ich habe zwar eine Gleitsichtbrille und da kann man auch mit lesen,
aber da muss man den Kopf immer so ganz nach oben geneigt halten,
weil man ja unten durchgucken muss. Das ist irgendwie unbequem.
Eigentlich kann ich auch sehr gut ohne Brille lesen, weil ich ja kurzsichtig bin.
Dann muss ich das Buch nur sehr nah ranhalten. Also so auf 25 Zentimeter Entfernung
und das ist dann auf Dauer auch eher.
Unbequem. Ja, Rom, den 1. November 1786.
Endlich kann ich den Mund auftun und meine Freunde mit Frohsinn begrüßen.
Verziehen sei mir das Geheimnis und die gleichsam unterirdische Reise hierher.
Kaum wagte ich mir selbst zu sagen, wohin ich ging, selbst unterwegs fürchtete
ich noch und nur unter der Porta del Popolo war ich mir gewiss, Rom zu haben.
Und lasst mich nun auch sagen, dass ich tausendmal beständig eurer Gedenke in
der Nähe der Gegenstände, die ich allein zu sehen niemals glaubte.
Nur da ich jedermann mit Leib und Seele in Norden gefesselt,
alle Anmutung nach, diesen Gegenden verschwunden sah, konnte ich mich entschließen,
einen langen, einsamen Weg zu machen und den Mittelpunkt zu suchen,
nachdem mich ein unwiderstehliches Bedürfnis hinzog.
Ja, in den letzten Jahren wurde es eine Art von Krankheit, von der mich nur
der Anblick und die Gegenwart heilen konnte. Jetzt darf ich es gestehen.
Zuletzt durfte ich kein Lateinisch Buch mehr ansehen, keine Zeichnung einer
italienischen Gegend. Die Begierde, dieses Land zu sehen, war überreif.
Da sie befriedigt ist, werden mir Freunde und Vaterland erst wieder recht aus
dem Grunde lieb und die Rückkehr wünschenswert.
Ja, um desto wünschenswerter, da ich mit Sicherheit empfinde,
dass ich so viele Schätze nicht zu eigenem Besitz und Privatgebrauch mitbringe,
sondern dass sie mir und anderen durchs ganze Leben zur Leitung und Fördernis dienen sollen.
Rom, den 1. November 1786, ja, ich bin endlich in diese Hauptstadt der Welt angelangt.
Wenn ich sie in guter Begleitung angeführt von einem recht verständigen Manne
von 15 Jahren gesehen hätte, wollte ich mich glücklich preisen.
Sollte ich sie aber allein mit eigenen Augen sehen und besuchen,
so ist es gut, dass mir diese Freude so spät zuteil ward. Über das Tiroler Gebirg
bin ich gleichsam weggezogen.
Verona, Vicenç, Padua, Venedig habe ich gut, Ferreira, Cento,
Bologna flüchtig und Florenz kaum gesehen.
Die Begierde nach Rom zu kommen war so groß, wuchs so sehr mit jedem Augenblicke,
dass kein Bleiben mehr war und ich mich nur drei Stunden in Florenz aufhielt.
Nun bin ich hier und ruhig und, wie es scheint, auf mein ganzes Leben beruhigt.
Denn es geht, man darf wohl sagen, ein neues Leben an, wenn man das Ganze mit
Augen sieht, das man teilweise in- und auswendig kennt.
Alle Träume meiner Jugend sehe ich nun lebendig. Die ersten Kupferbilder,
deren ich mich erinnere.
Mein Vater hatte die Prospekte von Rom auf einem Vorsaale aufgehängt.
Sehe ich nun in Wahrheit und alles, was ich in Gemälden und Zeichnungen,
Kupfern und Holzschnitten, in Gips und Kork schon lange gekannt,
steht nun beisammen vor mir.
Wohin ich gehe, finde ich eine Bekanntschaft in einer neuen Welt.
Es ist alles, wie ich es mir dachte und alles neu.
Ebenso kann ich von meinen Beobachtungen, von meinen Ideen sagen,
ich habe keinen ganz neuen Gedanken gehabt, nichts ganz fremd gefunden,
aber die alten sind so bestimmt, so lebendig, so zusammenhängend geworden,
dass sie für neu gelten können.
Da Pygmalions Elise, die er sich ganz nach seinen Wünschen geformt und ihr so
viel Wahrheit und Dasein gegeben hatte,
als der Künstler vermag, endlich auf ihn zukam und sagte, ich bin's,
wie anders war die Lebendige als der gebildete Stein.
Wie moralisch heilsam ist mir es dann auch, unter einem ganz sinnlichen Volke
zu leben, über das so viel Redens und Schreibens ist, dass jeder Fremde nach
dem Maßstabe beurteilt, den er mitbringt.
Ich verzeihe jedem, der sie tadelt und schillt.
Sie stehen zu weit von uns ab
und als Fremder mit ihnen zu verkehren ist beschwerlich und kostspählich.
Bis dahin vielleicht Rom den 3. November gibt es dann in der übernächsten Episode.
Ich mache mir eine Notiz.
582, damit ich weiß, dass ich in dieser Episode bis dorthin gelesen habe.
So ihr Lieben, ich hoffe es geht euch allen gut und ihr habt den Sommer gut überstanden.
Wann auch immer ihr diese Episode hört, hoffe ich, dass ihr ausreichend viel
Schlaf findet, denn Schlafen ist wichtig.
Schlafen bringt Gesundheit und tut gut.
Und wir hören uns beim nächsten Mal. Ich habe euch alle lieb. Bis dahin. Gute Nacht.

