Archiv

Haltungsblock 6 ~ Demokratie

Wenn Dir das Bier in der Kneipe nicht schmeckt, trinkst Du dann aus dem Klo? Ja, vieles an der Demokratie heute schmeckt mir nicht, aber deshalb zurück zur Autokratie und zum Faschismus ist das dümmste, was man sich ausdenken kann.
avatar
Toby

Veröffentlicht am 01.09.2026
Haltungsblock 6 ~ Demokratie - Episodenbild

Transkription

Diese Transkription enthält vermutlich ein paar Fehler, hilft aber bei der Suche. Wer das hier liest schläft auch ein!


Moin, ich bin Tobi und ihr hört den Haltungsblock im Einschlafen-Podcast.
Tja, es stehen Wahlen an. Demnächst sind Landtagswahlen in mehreren Bundesländern,
in verschiedenen Tufen und auch Kommunalwahlen hier in Niedersachsen, wo ich wohne.
Und ja, was liegt da näher als nochmal das gute alte Thema AfD,
Rechtspopulismus, Rechtsextremismus anzusprechen. Aber das mache ich heute in
einer etwas anderen Form.
Und da habe ich mir nichts Kleineres ausgedacht als das Thema Demokratie.
Denn am Ende geht es darum. Und meine Haltung zum Thema Demokratie ist tatsächlich,
wer hätte es gedacht, ambivalent.
Denn ich gehe mit, mit der Aussage von vielen Rechtsextremen,
dass die Demokratie nicht heile ist, nicht in Ordnung ist und dass sich dringend was ändern muss.
Das sagen die ja immer. Es muss sich endlich mal was ändern,
es muss endlich mal was passieren.
Und warum bin ich denn, warum gehe ich denn damit? Das ist ja katastrophal.
Tobi und rechts, das ist ja, das passt ja gar nicht.
Ich glaube das wirklich. Also die Demokratie, so wie sie heute in Deutschland
gelebt wird, da ist ziemlich vieles im Magen. Da ist ziemlich vieles kaputt.
Und der Hauptfaktor, was daran kaputt ist, ist Geld, also Kapital.
In den USA ist es noch viel schlimmer da hat der, der am meisten Geld in den
Wahlkampf steckt, stellt dann hinter den Präsidenten, so einfach kann man es
runterbrechen und so ist es dann auch das heißt, wer am meisten Geld,
hat, hat auch am meisten Macht und kann dann irgendwie entscheiden,
ganz so ist es in Deutschland noch nicht aber durchaus geht es schon in ähnliche Richtungen so,
da geht es halt auch um Wahlkampf um Präsenz, um Leute engagieren,
die dann für dich Wahlkampf machen und so weiter und so fort.
Das hat noch nicht amerikanische Ausmaße, aber es wird schon.
Und das halte ich für ein Problem, denn ich finde nicht, dass nur weil jemand
viel Geld haben sollte, diese Person auch viel Macht darüber haben sollte,
wie unser Zusammenleben funktioniert. Das finde ich schlecht.
Der nächste Faktor, wo Geld reinspielt, sind natürlich die Medien, die vierte Gewalt.
Medien, öffentliche Medien heißen die vierte Gewalt, weil sie eben auch Macht
haben. Ich habe auch Macht. Ich gehöre auch zur vierten Gewalt.
Mit diesem Podcast habe ich eine große Reichweite. Viele Menschen sind da neidisch drauf.
Ich empfinde das im Wesentlichen als Verantwortung, denn damit bin ich Teil
des demokratischen Systems.
Ich übe hier eine Macht aus, ich kann euch Dinge sagen und die meisten,
die hier zuhören, haben eben nicht so viel Reichweite und können eben nicht so viele Dinge sagen.
Das an sich sei mal dahingestellt, wie Menschen in der vierten Gewalt,
also in den Medien, Macht und Reichweite bekommen.
Was aber der Fall ist, ist, dass man mit Geld sich Reichweite kaufen kann.
Man kann sich zum Beispiel Zeitschriften kaufen, man kann sich Medienkonzerne
kaufen. Wenn man auch reich genug ist, kann man das tun. Elon Musk hat sich
Twitter gekauft und das in X umbenannt.
Warum? Weil er Macht haben will, weil er damit jetzt steuern kann.
Also Twitter ist ein Micro-Blogging-Service aus den USA, ich glaube 2005 oder 2006 gestartet.
Ich habe den lange genutzt. Ich habe Twitter schon genutzt, als es noch keine
Webseite dazu gab und man Twitter per SMS bedienen musste.
Also ganz early times, bevor es Smartphones gab, auf denen es Twitter-Apps gab.
Es gab halt noch keine Apps, weil es noch keine Smartphones gab.
Und bevor es eben die Webseite gab, ging das nur per SMS, also Short Message Service.
Deswegen sind Tweets auch auf 140 Zeichen begrenzt gewesen, weil wenn man irgendwie
antworten wollte, dann musste man ja erstmal den Handle vom,
ist ja auch egal. So, Twitter ist groß geworden.
Von irgendwelche Nerds machen was mit SMS zu in der Tagesschau wird es berichtet,
wenn irgendein Politiker was auf Twitter geschrieben hat.
So, Twitter wurde einfach zu einem Medium, was absolute Relevanz bekommen hat.
Interessanterweise, denn auf Twitter selbst sind ja gar nicht alle Menschen.
Also nur ein kleiner Prozent. Also die Tagesschau hat immer noch eine größere
Reichweite als Twitter eigentlich.
So, trotzdem wurde es auf einmal wichtig, was auf Twitter geschrieben worden
ist, weil bestimmte Akteure auf Twitter eben auch eine große Reichweite bekommen
haben und dann eben auch in anderen Massenmedien, also,
Fernsehen und Zeitschriften, Zeitungen, darauf eingegangen worden ist,
was denn auf Twitter passiert.
Und dann hat Elon Musk sich Twitter gekauft, damit er da eben besser kontrollieren
kann, was da eigentlich passiert, beziehungsweise Kontrolle abbauen kann,
Faktenchecks abbauen kann,
durch Algorithmen seine eigene Reichweite stärken und die Reichweite derer,
die er stärken will. Das passiert.
Und damit hat Elon Musk sich eine Macht gekauft, die dann eben doch über die
Bande der Massenmedien, die darüber berichten, was auf Twitter passiert,
einen höheren Einfluss hat als einfach nur die Menschen, die auf Twitter sind.
Weil wie gesagt, da sind gar nicht so viele, sind vielleicht 5% der Bevölkerung
oder vielleicht, wenn es hochkommt, 10%, ich weiß es gar nicht so,
aber es ist halt ein geringer Prozentzahl der Menschen, die wählen dürfen, sind auch auf Twitter.
Trotzdem ist das, was auf Twitter passiert, hat Einfluss auf das, wie wir wählen.
So, und wenn man sich das einfach kaufen kann, für ein paar Milliarden,
dann kann man sich eben diese Macht kaufen. So, und das ist schlecht,
wenn die vierte Gewalt käuflich ist.
Das muss ja jetzt nicht gleich so sein, dass Elon Musk sich dann irgendwie die
Tagesschau kauft. Das ist schwierig, weil es öffentlicher rechtlicher Rundfunk,
ARD, NDR macht die Tagesschau.
Aber ja, wer weiß denn, wo es hingeht, ob Axel Springer wirklich unabhängig ist.
Früher war es die Bild-Zeitung. Die Bild-Zeitung hatte wahnsinnig viel Macht,
weil sehr viele Menschen die Bild-Zeitung gelesen haben und was dann in der
Bild-Zeitung stand, hat dann tatsächlich Dinge bewegt.
Das ist heutzutage immer noch so, nicht mehr ganz so stark, weil sich da eben
die Machtverhältnisse verschoben haben.
Aber Axel Springer mit seinem Konzern, der auch eine politische Ausrichtung
hat, hatte eine große Macht über das, was in der Öffentlichkeit besprochen worden ist.
Finde ich schwierig. Kommen wir auf weniger hochtrabende Ebenen.
Kommunalpolitik habe ich selber mal mitgespielt.
Als ich da ausgeschieden bin, habe ich diesen Haltungsblock angefangen,
weil ich gemerkt habe, dass das nichts für mich ist. In der Kommunalpolitik
braucht man einen sehr langen Atem.
Es dauert sehr lange, Dinge zu verändern. Es ist wirklich schwierig,
da wirklich Impact zu haben.
Und die Leute, mit denen man da zusammenarbeiten muss, das ist alles nicht so
besonders einfach, nicht so angenehm.
Und wenn man dann auch noch sieht, wie dann Landespolitik passiert, was da für Menschen,
in den Parlamenten sitzen außerhalb des Bundestages, die man gar nicht so sehr
sieht, die trotzdem ziemlich viel Macht haben und wenn dann aus Versehen eine
Pandemie kommt und einer Kultusminister in Niedersachsen ist,
dessen Politik eher so.
Jetzt wollte ich seinen Namen, nee, ist auch egal.
Also funktioniert halt nicht so. Und trotzdem sind die da und haben Macht und
kommen dahin, weil sie auf kommunaler Ebene bestimmte Hebel bedienen.
Da sind dann sehr viele, die eine Berufspolitiker-Karriere einschlagen wollen
und dann aus Karrieregründen das tun.
Da sind wenige Idealisten, die, weil sie etwas Gutes bewegen wollen,
das tun, sondern da geht es halt darum, wie kann ich diesen Posten bekommen,
wie kann ich möglichst weit kommen, wie kann ich da hochkommen.
Und das ist unangenehm. Ich finde das unangenehm. Und ich wünschte,
es gäbe ein besseres System. Ich mag dieses System an vielen Stellen nicht. Aber...
Ich kenne kein Besseres. Wenn ich in einer Kneipe bin und mir das Bier nicht
schmeckt, dann gehe ich doch nicht auf Toilette und trinke aus dem Klo.
Das ist das, was AfD-Wähler tun.
Sie finden Demokratie, wie sie heute in Deutschland gelebt wird,
schlecht und sagen, ja, dann probieren wir es halt nochmal wieder mit Autokratie und Rechtspopulismus.
Seid ihr noch ganz dicht, oder was? Das ist das Bescheuerste,
was man tun kann. Das hatten wir schon mal. Wir hatten schon mal Faschismus.
Wo hat uns das hingeführt? In den Zweiten Weltkrieg? in Vernichtung von 6,3,
Millionen Menschen.
Ich sage ja nicht, wenn jetzt die AfD an die Macht kommt, werden wieder 6,3
Millionen Menschen umgebracht.
Aber dass die nicht menschenfreundlich sind, dass die sich nicht irgendwie an
Grundgesetz oder Menschenrechte halten,
dass die ausgrenzen und zurück wollen zu einem starken Führer,
ist doch klar, das sagen die doch sogar.
Und da wollen wir wieder hin? Nein, da wollen wir nicht wieder hin.
Das war nicht besser. Das war deutlich schlechter als die Demokratie, die wir jetzt haben.
Die Demokratie funktioniert nicht besonders gut, das ist richtig.
Aber deswegen aus der Toilette trinken und wieder das braune Zeug essen? Auf gar keinen Fall.
Zur Demokratie gehört vieles. Zur Demokratie gehört natürlich,
dass es irgendwie Parteien gibt und Menschen, die sich aufstellen lassen für
die Parteien und dann Wahlen und dann Parlamente.
Aber zur Demokratie gehört eben auch freie Meinungsbildung. Der.
Öffentlich-rechtliche Rundfunk gehört zur Demokratie dazu. Das ist ganz wichtig,
dass wir sowas haben und eben nicht alles dem Kapital überlassen.
Wenn wir den abschaffen und den Grundfunk errichten wollen, so wie es die AfD
in Sachsen-Anhalt vorhat, dann weiß ich nicht, ob es noch eine freie Meinungsbildung gibt.
Klar kann man auch den öffentlich-rechtlichen Rundfunk kritisieren,
gehört auch mit dazu, genauso wie ich die Demokratie kritisiere.
Nicht alles da läuft super, aber den abzuschaffen ist sicherlich nicht die beste Idee.
Also dann haben einige wenige die Macht darüber zu bestimmen,
was die große Mehrheit an Informationen wahrnimmt und dann natürlich auch entsprechend
wählt. Das sieht man doch in Russland, wie das funktioniert.
Da sind die Medien komplett in der Macht von Putin. Und natürlich kriegt Putin
dann irgendwie 90 Prozent bei irgendwelchen Wahlen oder 95 Prozent,
weil keiner mehr überhaupt weiß, dass es was anderes gibt,
und denkt, er sei der Größte und würde irgendwie Russland zu alter Stärke zurückführen.
Das ist ja auch das, was er tun will.
So und ich glaube nicht, dass die Unterstützung für Putin im eigenen Land daher
kommt, dass die Leute alle furchtbar gebildet und sich eine freie Meinung bilden
und sich verschiedene Sichtweisen anschauen und dann sagen, ja gut,
dann wähle ich halt Putin, weil das ist wirklich der Beste von denen,
sondern der kontrolliert es halt.
Und genauso probiert Putin und Russland das übrigens jetzt auch in anderen Ländern
über Medien, über Reichweite, Meinungen zu steuern.
Will man das? Also ich will das nicht.
Und das hat für mich nichts mit Demokratie zu tun und es ist auch kein besserer Ansatz als Demokratie.
Demokratie läuft nicht besonders gut, ist aber immer noch das Beste,
was wir haben. Es gibt noch keinen besseren Ansatz.
Wir können aber Dinge tun, um die Demokratie zu schützen. Und das fängt dabei
an, dass man keine Rechtspopulisten und Rechtsextremisten an die Macht lässt,
die dann Demokratie abbauen.
Denn, liebe Sachsen-Anhaltiner, die ihr hier zuhört, ich weiß,
Leute, die die AfD wählen wollen, erreiche ich sowieso nicht.
Das sind Rassisten, die wollen das so, die wollen einen autokratischen Staat,
die wollen weg von der Demokratie und glauben, dass es besser ist,
wenn wir zurückgehen in den Faschismus.
Das ist das Hauptvermacht verloren. Davon gibt es leider eine große Anzahl.
Die erreicht man nicht mehr.
Aber alle anderen erreicht man. Wenn du irgendwie denkst, du schaffst es nicht
zur Wahl zu gehen, ändert sich eh nichts, ist alles egal.
Überleg nochmal, ob du wirklich in einen Staat willst, wo man keine freie Meinungsbildung mehr hat.
Wo dann wie in Russland alles über Putin gesteuert wird. Ob man das wirklich
will? Ich glaube das nicht, dass du das willst.
Ich habe eine Zuschrift bekommen von einem Einschlafen-Podcast-Hörer,
der sich darüber beschwert hat, dass ich immer gegen die AfD stänke, weil er wird AfD wählen,
weil er Angst hat davor, dass wir sonst in einen Krieg mit Russland kommen,
weil alle anderen Parteien wollen ja die Ukraine unterstützen und nur die AfD
kann sich mit Putin verstehen.
Ich weiß nicht. Das letzte Mal, als ein faschistisches Deutschland mit Russland
paktiert hat, war der Hitler-Stalin-Pakt. Und wo hat der uns hingeführt?
Das ist sicherlich keine gute Idee, das zu wiederholen. Und ich glaube ganz
bestimmt nicht, dass wir sicher sind vor einem Krieg mit Russland,
gegen Russland, wenn die AfD an die Macht kommt. Das ist ganz sicherlich nicht
der Fall. Das schwächt uns einfach nur.
Das macht es Russland noch viel einfacher, uns anzugreifen.
Und zwar nicht unbedingt mit Panzern, die hier einrollen, sondern einfach dadurch,
dass sie kontrollieren, was in Deutschland passiert, ohne uns militärisch anzugreifen.
Der Krieg läuft längst. Also dieser digitale Krieg, der ist längst am Laufen.
Und wir können nur durch eine starke, wehrhafte Demokratie dagegen angehen und
nicht dadurch, dass wir die Leute, die von Putin bezahlt werden, sprich die AfD,
dann in die Parlamente wählen, dass sie da unterstützen. Das ist einfach der falsche Ansatz.
Wenn wir die Demokratie zu etwas Besserem machen wollen, dann brauchen wir andere
Vorschläge als Rechtspopulisten und Rechtsextreme zu wählen.
Dann müssen wir erstmal selber mit reingehen in die Demokratie.
Dann müssen wir Dinge, die uns nicht gefallen, an der Demokratie ändern.
Aber nicht das System hinschmeißen und Scheiße fressen. Das ist einfach echt keine gute Idee.
So, was macht das jetzt mit mir? Ich mache Wahlaufrufe. Ich gehe wählen.
Es ist ganz, ganz wichtig, gerade in Sachsen-Anhalt, wo es wirklich darauf ankommt,
dass alle Nichtwähler sich bewusst sind, dass sie dazu beisteuern,
Demokratie abzuschaffen.
Es ist dann nicht so, dass man in fünf Jahren neu wählen kann und wenn uns die
AfD nicht gefällt, dann wählen wir wen anders. Demokratie ist dann kaputt.
Vielleicht noch nicht vollständig, aber das ist das, woran die AfD arbeiten
wird, Demokratie abzuschaffen.
Ihr könnt euch dann nicht das nächste Mal entscheiden, irgendwas Besseres zu wählen.
Wählt die Grünen, wählt die SPD, wählt die Linke, meinetwegen im schlimmsten
Fall, wählt die CDU, wählt irgendwas Demokratisches, damit das eben nicht so
kommt, dass die AfD an die Macht kommt.
Und ich werde jedem Nichtwähler genauso viel vorwerfen wie jedem AfD-Wähler,
auch wenn euch das Bier nicht schmeckt, trinkt lieber das, als aus der Toilette zu trinken.
In diesem Sinne, es gibt einen Discord-Channel, mik.fm-discord, d-i-s-c-i-o-r-d,
mik.fm-discord, ist der einschlafen Discord, da gibt es einen Haltungskanal,
diskutiert dort gerne untereinander und mit mir, wenn ihr anderer Meinung seid.
Und ja, geht wählen, wählt was Demokratisches.
Informiert euch über taktisches Wählen, da gibt es eine riesen Kampagne dazu
und eine Webseite, taktisch wählen, kann ich mal eben googlen,
könnt ihr selber googlen.
Taktisch wählen, begleitetes wählen, begleitetes googlen mit Tobi Beyer,
taktisch wählen, Sachsen-Anhalt.
So, taktisch wählen.de, taktisch-wählen.de, Sachsen-Anhalt, aber demokratisch.
Kann man seine Postleitzahl eingeben und dann kann einem direkt gesagt werden,
was du in deinem Wahlkreis machen kannst, um rechtsextreme Regierungen zu verhindern.
Wir hören uns. Bis dann. Euer Tobi.

Haltungsblock 5 ~ Faschismus und taktisch wählen in Sachsen-Anhalt

Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Islamisten und Rechtsextremisten? Beide wollen Frauen und Anderslebende unterdrücken. Lasst uns dagegen kämpfen, Keine Angst!
avatar
Toby

Veröffentlicht am 03.08.2026
Faschismus und taktisch wählen in Sachsen-Anhalt - Episodenbild

Transkription

Diese Transkription enthält vermutlich ein paar Fehler, hilft aber bei der Suche. Wer das hier liest schläft auch ein!


Moin, ich bin Tobi und ihr hört den Haltungsblog im Einschlafen-Podcast.
Es ist leider mal wieder soweit, wir müssen über Faschismus reden.
Ich möchte über Faschismus reden.
Das ist unangenehm, das ist ein bisschen ekelhaft und auch fast langweilig,
weil ihr alle meine Haltung dazu kennt. Aber es ist notwendig,
deswegen müssen wir uns damit beschäftigen.
Was sind denn die aktuellen Anlässe? Es gibt drei und zwar erstens den CSD bzw.
Pride Parade, wie man international sagt.
Dann das Lied Keine Angst von Danger Dan und die Wahlen, die jetzt demnächst
anstehen. Im nächsten Monat gibt es Landtagswahlen in mehreren Bundesländern
und auch Kommunalwahlen.
Zum Beispiel auch hier in Karkensdorf in Niedersachsen, wo ich wohne.
So, wie passen das alles zusammen? Also es gab am vorletzten Wochenende beim,
CSD Pride Parade, ich weiß gar nicht, wie der offizielle Titel ist,
der Veranstaltung in Berlin,
einen Anschlag, wo eine Person getötet worden ist und mehrere verletzt worden sind.
Und das ist ja gar nicht zu beschreiben, wie mich das trifft und wie die gesamte
Community das getroffen hat.
Dabei bin ich nicht mal richtig Teil der Community. Ich bin Ally,
ich bin selber nicht queer, aber ich habe einen queeren Sohn.
Ich bin ein Transparent und ich bin sehr stolz auf diesen Wortwitz und auf meinen
Sohn und deswegen fühle ich mich da, also auch schon vorher fühlte ich mich als L.A.
Dahin gezogen und seitdem ich Kinder habe, die auch beide queer sind,
ist es noch klassklarer, also erlebbarer für mich geworden, wie wichtig es ist,
das da als L.A. aufzutreten.
Die CSDs, Christopher Street Days, beziehungsweise Pride Parades,
habe ich in der Vergangenheit eher als lustige Party wahrgenommen.
Ich bin dahin, um auch zu feiern.
Wir hatten da von der Firma aus mal einen Truck. Und es geht da um laute Musik,
um Tanz, um lustig sein, um Alkohol trinken. Das ist eine Party. Da wurde gefeiert.
Und der eigentliche Anlass für so etwas, nämlich sich zu zeigen und zu protestieren
und für Rechte und Wahrnehmung zu kämpfen, ist irgendwie in meiner Wahrnehmung
immer ein bisschen weiter nach hinten gerückt.
Das war zwar ein wichtiger Teil, ist immer gewesen, aber viel wichtiger war da Spaß zu haben.
Und seit dem Anschlag vor einer und halb Wochen oder jetzt vor einer guten Woche,
ist klar geworden, nein, es geht da nicht ums Feiern.
Es geht wirklich darum, dass wir unsere Bedürfnisse in einer freien Gesellschaft
zu leben sichtbar machen, laut machen.
Und entsprechend war es jetzt am vergangenen Wochenende ein bisschen anders,
auf den Christopher Street Day in Hamburg zu gehen. Der war nämlich jetzt am
vergangenen Samstag in Hamburg.
Ich bin hin, habe mich da mit einem Kumpel getroffen, hatte ein Regenbogen St.
Pauli-Shirt an und meine große Regenbogen St. Pauli-Flagge dabei.
Denn am Abend 18.30 Uhr war noch ein Testspiel vom FC St.
Pauli, das letzte Testspiel, was man dann immer Saisoneröffnung nennt,
aber noch kein Punktspiel, gegen Acorunia Deportivo, einen spanischen Verein,
der gerade in die spanische 1. Liga aufgestiegen ist.
Und das wollte ich halt verbinden, CSD und Fußball. Passt ja auch ganz gut zusammen in meinem Fall.
So und ich war so ein bisschen angespannt dahin zu gehen, weil ja,
erstens ist das sicher, zweitens kriegen wir die Message rüber, drittens,
stellen wir sicher, dass es für alle sicher ist und ein gutes Erlebnis ist und,
ich hatte auf dem CSD den Eindruck, ja das gelingt,
es wurde sehr viel auf Berlin angesprochen, bei den Durchsagen die ich gehört
habe, es war eine gute Stimmung, es war wirklich irgendwie eine gute Veranstaltung
Ich habe mich da wohl gefühlt.
Ich habe natürlich gar nicht alles mitbekommen. Ich war nicht bei den großen
Bühnen. Ich war eher so an den kleinen Bühnen am Ball hinterm.
Und ja, habe sicherlich nicht alles mitbekommen. Aber es fühlte sich gut an.
Genau, Fußballspiel lasse ich mir außen vor. Ist auch nicht so wichtig.
Da war auf der Haupttribüne eine große Regenbogenflagge. Aber ich meine,
hey, das ist halt St. Pauli, die Progress Flag.
Das ganze Jahr über und nicht nur am CSD.
So, nach dem Fußballspiel ging es dann aber für mich los.
Ich bin dann kurz auf dem Dom und habe mir Schmalzgebäck geholt,
weil ich das gerne esse und weil ich nochmal Hunger hatte. Und ich war so ein
bisschen betrunken, weil im Stadion gab es dann auch das eine oder andere alkoholische Getränk.
Und wir haben uns das gut gehen lassen. Es war ein tolles Spiel und ich war
so ein bisschen beschwingt und auch war ein gutes Spiel, so erleichtert.
Und bin dann in die U-Bahn, da war es mir dann zu voll. Es war rappelvoll, war natürlich Dom.
War Fußballspiel, war CSD und die ganze Stadt war rappelvoll.
Ich bin also an den Landungsbrücken wieder ausgestiegen und habe da mein Schmalzgebäck
gegessen, direkt an einer U-Bahn-Haltestelle und wollte ein,
zwei U-Bahn abwarten, gucken, ob es leerer wird.
Und auf einmal kommen da drei Jungs auf mich zu. Also die hatte ich schon am Bahnsteig gesehen.
Die kamen da die Treppe hoch zur U-Bahn-Haltestelle, die ist da ja überirdisch.
Und so nach fünf Minuten Wartezeit kamen die dann zu mir und pöbelten mich an.
Es waren drei junge Männer, alle drei deutlich jünger als ich.
Ich bin 51, die waren so 35 vielleicht, keine Ahnung.
Und der eine pöbelte mich halt an, was denn mir einfällt, mich so anzuziehen,
wie ich denn aussehe, ob mir das nicht peinlich sei.
Hat mich beschimpft mit homofeindlichen Begriffen und mich auch vollidiot genannt
und dass ihm das ja peinlich ist und wäre und so.
Also ich wusste überhaupt nicht, wie ich reagieren sollte. Ich saß da,
habe mein Schmalzgebäck gegessen und ich war halt leider auch ein bisschen betrunken
und war völlig überfordert von der Situation.
Und es gab mal eine Situation, da bin ich von einem Nazi angegriffen worden.
Das ist allerdings 30 Jahre her, da war ich ein paar und 20.
Und da hatte ich grüne Haare und das war auch an der U-Bahn,
allerdings U3 am Hauptbahnhof, Hauptbahnhof Süd.
Und eine ganz andere Situation. Ich hatte damit gar nicht gerechnet, ehrlich gesagt.
Und er kam dann auch mal näher und setzte sich dann irgendwann neben mich und
pöbelte mich halt irgendwie voll.
Und ich glaube, er hat es irgendwie darauf angesetzt, dass ich dann irgendwie ausfallend werde.
Ich weiß nicht, was der genau vorhatte damit.
Aber es fühlte sich halt richtig scheiße an. Und ich kann mir jetzt noch besser
vorstellen, wie es jeden Tag für jemanden sein muss, der offensichtlich queer
ist, weil ich bin nicht offensichtlich queer. Ich bin halt auch gar nicht queer. Ich bin halt Ally.
Ich habe zwar häufiger mal Regenbogensachen an, aber ich habe auch gehört,
dass es gerade bei Pride Parades und CSDs häufiger zu solchen Übergriffen kommt
gegenüber queeren Menschen als sonst.
Aber ja, Frauen werden täglich belästigt, queere Menschen werden täglich belästigt,
schwarze Menschen werden täglich diskriminiert.
Und ich als alter weißer Mann bin davon befreit. Das ist ein Privileg,
dass ich am Samstag irgendwie zu spüren bekommen habe, dass es anderen Menschen
jeden Tag so geht wie mir in dieser Situation da.
Und für mich ist es einfach dem zu entkommen. Außerdem bin ich groß und männlich.
Okay, ich war betrunken und 20 Jahre älter als die anderen drei.
Es wäre wahrscheinlich schlecht für mich ausgegangen, wenn es zu Handgreiflichkeiten
gekommen wäre. Aber es ist halt nicht, ich habe einen dummen Spruch gebracht,
habe ich mich hinterher auch ein bisschen für geschämt. Ich habe ihn dann gefragt,
warum willst du wissen, ob ich schwul bin? Bist du interessiert oder was?
Das war lustig und die anderen beiden haben sich auch kurz, haben so kurz gepustet
und ihm war es offensichtlich auch unangenehm.
Hätte ich natürlich nicht machen sollen, weil Provokation ist in so einer Situation,
glaube ich, eher gefährlich. Und ich würde allen, die davon häufiger betroffen
sind, das dann, glaube ich, nicht zu raten.
Ich habe sie dann ignoriert. Das ist die bessere Strategie. Wir sind gemeinsam
in die U-Bahn eingestiegen. Da haben die sich mit anderen St.
Pauli-Fans verbrüdert, stellte sich raus, in Gladbach-Fans haben sie gemeinsam
irgendwelche Fangesänge angestimmt.
Die anderen St. Pauli-Fans waren aber eben auch nicht in Regenbogen, sondern in Braun-Weiß.
Keine Ahnung. Das war äußerst unangenehm. Ich bin dann kurz bei meiner Tochter
gewesen. Die hat gearbeitet auf dem CSD, hat Licht gemacht auf einer Bühne.
Und habe dann gesagt, ich kann nicht mehr, ich muss jetzt auch nach Hause und
das und das ist passiert.
Und in der Bahn nach Hause ist dann gleich das nächste passiert.
Da saßen ein paar Reihen vor mir, eine ältere Person mit einer langen,
blonden Lockenperücke und stark geschminkt.
Also ich hätte sie eher männlich gelesen, keine Ahnung, wie sie sich identifiziert.
Offensichtlich kam diese Person vom CSD. So und,
da gab es dann auf einmal Tumult, da war jemand anders daran vorbeigegangen
und es gab dann irgendwie Tumult und die andere Person ist dann auch weggegangen
und die Person mit der blonden Perücke hat dann gesagt, der hat mich getreten,
was ist hier los, was soll das, wieso werde ich getreten?
Und, naja, anscheinend, wie gesagt, ich kann das jetzt nur aus dem erzählen,
was ich dann nachgehört habe.
Anscheinend hatte die Person mit der blotten Perücke die Füße hochgelegt auf
so einem Vierer und wurde dann eben angesprochen, dass der Vorbeikommende dort sitzen wollte.
Und die Person mit der Perücke hat nicht schnell genug reagiert und dann hat er halt getreten.
Widerlich. Also ganz merkwürdig. So, und dann wurde die Polizei gerufen und
schwupps war der ganze Zug involviert,
und interessanterweise hat der ganze, also die eine Hälfte des Waggons hat dann,
Partei ergriffen, oder die kleinere, der kleinere Anteil des Wagens hat Partei
ergriffen für die Person mit Perücke,
dass das natürlich okay ist, die Polizei zu rufen, wenn man getreten wird.
Das ist irgendwie nicht in Ordnung.
Und der größere Anteil des Wagens hat sich aufgeregt, dass es jetzt zu einer
Verspätung kommt und dann auch wieder zu Schmähbegriffen gegriffen.
Und es war fürchterlich. Also es war eine ganz eklige Situation.
Ich war müde, ich war betrunken und das passiert einfach die ganze Zeit.
Es wird einfach die ganze Zeit, ist die Gesellschaft dafür oder nimmt es in
Kauf, dass wenige dafür sind, dass Menschen nicht so sein dürfen, wie sie sein wollen.
Es wird einfach dauerhaft,
erwartet, dass man sich einer Norm hingibt, dass man sich einordnet und.
Andere Lebensentwürfe, andere sexuelle Ausrichtungen, andere Vorlieben werden
einfach nicht akzeptiert und mir scheint es, dass ein immer größerer Anteil
der Bevölkerung das auch okay findet, wenn dann da Übergriffe stattfinden.
Das ist wirklich fürchterlich.
Das ist mir wirklich schlecht geworden und nicht vom Alkohol.
Es ging dann noch weiter. Der Zug ist dann doch irgendwann losgefahren aus dem
Hauptbahnhof raus. Erster Halt ist dann Hamburg-Harburg.
Und da drohte es dann noch weiter zu eskalieren. Am Ausstieg gab es dann irgendwie wieder Pöbeleien.
Und zwei jüngere Frauen, auch so Mitte 30, die sehr mutig waren und Parteiergriffen
haben für den Getretenen, sind dann da runter.
Und ich bin dann auch mit runter, weil ich gesagt habe, okay,
wenn die mutig sind, ich sollte mich wenigstens vielleicht dazustellen und irgendwie
Beistand leisten, keine Ahnung was.
So, und habe mich dann damit hingestellt. Denn der Angreifer stellte sich raus
als Mann aus Kasachstan, der aber schon lange in Deutschland lebte,
klar deutsch gesprochen,
wahrscheinlich war er sogar Deutscher, aber er meinte, ich komme aus Kasachstan,
das ist ein gutes muslimisches Land, da sind die Männer noch Männer und das
sind nicht die bösen Islamisten, sondern einfach nur gute Muslime und er hat irgendwie,
völlig wirres Zeug geredet, was irgendwie mit der Situation überhaupt nichts zu tun hatte. Ja.
Und dann sah er mich in meiner St. Pauli-Klamotte und dann meinte er, oh, ich bin St. Pauli.
Das glaubt nicht, dass du St. Pauli. Ja, ich gehe schon seit 99 ins Stadion.
Ich war auch gerade beim Testspiel.
Und um das zu beweisen, zog er dann sein T-Shirt hoch und darunter steckte vorne
in seiner Hose eine große Tüte mit schätzungsweise einem halben Kilo Marihuana.
Das ist ein ganz merkwürdiger Beweis, dass er also auch im Stadion war.
Und in dem Moment ging hinter ihm die Tür auf, weil wir in Harburg waren und
da stand ein Polizist und hat gesagt, ah ja, bitte einmal aussteigen.
Die Tüte mit der Marihuana ist dann unauffällig zwischen Zug- und Bahnsteigkante nach unten gefallen.
Ich habe mir überlegt, ob ich den Polizisten darauf aufmerksam machen soll,
aber ich war so perplex und wir haben uns irgendwie, die Frau und ich,
wir haben uns angekündigt, ist das alles echt hier? Ist das irgendwie ausgedacht?
Und naja, die Typen neben mir im Zug, die auch komplett, genauso wie ich komplett unbeteiligt waren.
Die haben dann halt noch relativ lange rumgepöbelt und sich beschwert und gesagt,
weiß ich nicht, der soll sich nicht so anstellen, haben auch homofeindliche
Beleidigungen gegenüber der Person Perücke gebracht.
Und die habe ich dann irgendwann angeguckt und gesagt, könnt ihr euch mal beruhigen?
Und dann waren sie ganz aufgebracht, dass sie sich doch wohl eine Meinung äußern dürfen.
Ich so, ja, aber es geht hier um 10 Minuten Verspätung, vielleicht jetzt 20
Minuten, beruhigt euch doch einfach mal. Was mischt ihr euch denn da ein,
dass eine Straftat passiert? Ja, aber das hat doch gar kein Messer im Rücken,
So geht das die ganze Zeit. Und es gibt Menschen, die wollen diese Unterdrückung.
Vielleicht fragt ihr euch jetzt, was hat das mit Faschismus zu tun?
Das in Berlin war doch schließlich ein Islamist oder mutmaßlich.
Und das ist vermutlich richtig, dass es in Berlin ein Islamist war.
Der Unterschied ist nur gar nicht so groß. Denn Islamisten, also zum Beispiel
die Taliban in Afghanistan, die wollen Menschen unterdrücken.
Die unterdrücken Frauen, die unterdrücken Kinder. Da dürfen Mädchen nichts lernen.
Das ist eigentlich das Gleiche wie die Rechtsextremisten hier im Westen.
Die wollen einfach bestimmen, wie die Gesellschaft zu leben hat.
Und wenn es dann andere Ideen gibt, andere Lebensantwürfe, wenn Frauen selbstständig
sein wollen, dann ist das da nicht okay.
Und das ist eigentlich kein so großer Unterschied zwischen Islamismus und Faschismus.
Das ist beides autoritäres Gehabe und Unterdrückung von Andersdenkenden und Anderslebenden.
Und ich glaube, die Jungs aus Gladbach, die mich angegriffen haben,
das waren sicherlich keine Muslime und keine Islamisten und die waren einfach nur homofeindlich,
und der Mann im Zug hat sich zwar als Moslem bezeichnet,
das war aber irgendwie völlig irrelevant in der Situation, er hat einfach jemanden
getreten, der nicht getreten hätte werden dürfen, also niemand darf einfach so getreten werden.
Ja, was macht man damit?
So, Danger Dan und Igor Livid haben einen Song gemacht, Keine Angst,
der durfte in der ZDF-Anstalt dann doch nicht aufgeführt werden.
Sehr merkwürdiger Vorgang.
Aber viel mehr Aufmerksamkeit hätte dieser Song gar nicht bekommen können, als durch diese Absage.
Insofern ist das natürlich gut. Finde ich es gut, dass das nicht dort gezeigt worden ist?
Nein, natürlich nicht. Also das halte ich für eine falsche Entscheidung.
Begründung war ja, dass der Song zu Gewalt aufrufen könnte oder das Aufruf zu
Gewalt verstanden werden könnte.
Oder Relativierung, ja, das mag ja sein, aber vielleicht ist ja Relativierung
auch eine Sache, die mal diskutiert werden müsste, denn die Menschen,
die in diesem Song gegrüßt werden, was dann ja der große Aufreger war,
sind zwar zum Teil verurteilt für Gewalt gegen Menschen.
Muss man aber nochmal gucken, Denn die eine Person ist verurteilt in Ungarn,
also nicht nach dem deutschen Rechtssystem, sondern nach dem ungarischen Rechtssystem,
für einen Angriff auf eine Veranstaltung in Ungarn.
Tag der Ehre heißt sie, glaube ich, wo Menschen in SS-Uniform auflaufen.
Also Tag der Ehre ist da halt eine Nazi-Versammlung. Und wenn man da hingeht
und da Stunk macht, weiß ich nicht, vielleicht muss man da auch mal relativieren.
Das halte ich nicht für, sollte nicht verboten sein, darüber mal zu reden,
wie gehen wir eigentlich mit Nazis um, die irgendwie die,
Geschehnisse im Zweiten Weltkrieg in Nazi-Deutschland relativieren oder sogar feiern,
die Unterdrückung wieder einführen wollen, die autoritäre Machtstrukturen sich zurückwünschen.
Aber das ist etwas, dagegen muss man kämpfen.
Und der ganze Song, keine Angst, geht eigentlich nur darum, Menschen,
die sich dagegen wehren wollen, zu unterstützen.
Und es gibt Regionen in Deutschland, wo diese Unterstützung bitter, bitter nötig ist.
Kommen wir zum dritten Punkt, warum über Faschismus geredet werden muss und
das sind die Wahlen in Sachsen-Anhalt.
Und hier hört bitte alle zu, alle die in Sachsen-Anhalt leben und wahlberechtigt sind.
Das ist wirklich wichtig, denn die Gefahr besteht tatsächlich,
dass die AfD dort an die Regierung kommt.
Und entweder allein, wenn sie über 50% der Sitze bekommen, dazu braucht man
nicht 50% der Stimmen, sondern nur 50% der Sitze, oder wenn sie irgendwie einen
Koalitionspartner finden.
Keine Ahnung, ob das die CDU machen würde, BSW vielleicht sogar eher,
wer weiß das alles schon.
Und das ist eine große Gefahr, denn wenn die AfD in einem Bundesland an die
Macht kommt, dann werden dort Dinge passieren, die so leicht nicht reversibel sind.
Das ist nicht so, dass dann in fünf Jahren wieder eine Landtagswahl ist und
dann kann man die anderen wählen und dann ist alles wieder heile.
Das ist ein Schaden, der wird sich über Jahrzehnte strecken,
was dann passiert mit Änderungen der Lehrpläne, mit Entlassungen,
von Staatsbediensteten und Installieren von Kadertreuen, mit Installationen von Richtern.
Da werden gerade sehr viele Richter neu besetzt. Es gibt ganz viele Podcasts,
wo ihr euch anhören könnt, wie schlimm das wird und wie schädlich das wird.
Nicht nur über die fünf Jahre AfD-Regierung, sondern weit drüber hinaus.
Wenn das da so passiert. Und ihr könnt was tun. Nicht nur wählen gehen,
nicht nur demokratisch wählen gehen, sondern gerade bei dieser Wahl in Sachsen-Anhalt
ist taktisches Wählen sehr, sehr wichtig.
Denn wie ich gesagt habe, es geht nicht nur darum, dass die AfD unter 50 Prozent
der Stimmen bleibt. Das sieht ja nach den Umfragen so aus, sondern es geht um die Sitze im Landtag.
Und da gibt es die 5-Prozent-Hürde. Und es gibt zwei Parteien,
die halt in den Umfragen bei etwa 5 Prozent sind. Das sind die Grünen und die SPD.
Wenn die beide nicht reinkommen, dann sind halt knapp 10% der demokratischen
Wählerstimmen verloren.
Und die zählen dann halt nicht mit auf die Sitzverteilung. Das heißt,
wenn die beide nicht mit reinkommen, ist die Wahrscheinlichkeit,
dass die AfD in die Regierung kommt, deutlich höher.
So, das heißt, wenn du in Sachsen-Anhalt lebst, wenn du wählen kannst und du
nicht möchtest, dass Faschismus in deinem Bundesland langfristig installiert wird.
Dann solltest du dir überlegen, ob du nicht vielleicht deine Stimme der SPD
und den Grünen geben möchtest, auch wenn du eigentlich die Linken oder die CDU
oder irgendwas anderes Demokratisches wählen möchtest.
Denn damit machst du die Wahrscheinlichkeit geringer, dass die AfD dran bleibt.
Und je wahrscheinlicher das ist, dass die Grünen und die SPD mit in den Landtag einziehen.
Weiß ich nicht, vielleicht ist das ja, wenn du eigentlich CDU wählen würdest,
eine Option, die SPD zu wählen. Das ist eh kein großer Unterschied.
Und damit stellst du halt sicher, dass die SPD mit rein. Wenn du die Linken
wählen willst, kannst du ja vielleicht auch SPD oder Grüne wählen.
Die sind sicher inhaltlich gar nicht so unterschiedlich alle,
vor allem was den Umgang mit der AfD angeht.
Und damit könnt ihr euch schützen. Das könnt ihr Deutschland schützen,
nicht nur Sachsen-Anhalt, sondern da muss ganz Deutschland geschützt werden.
Vor dem autoritären Regime von Rechtsextremen.
Das ist wichtig. Bitte tut das. Und ich wünsche allen, die vorhaben,
die AfD zu wählen, dass sie irgendwie sich nochmal ganz doll gegen den Kopf
hauen und überlegen, bin ich eigentlich doof?
Denn das ist so schädlich. Ich glaube nicht, dass hier viele zuhören.
Ich weiß aber, dass es Einschlaf- und Podcast-Hörer gibt und die hören dann
ja hoffentlich auch den Haltungsblock, die AfD wählen, gewählt haben.
Bei der letzten Bundestagswahl, da habe ich Zuschreibungen bekommen.
Die haben Angst, dass ihre Söhne in den Krieg ziehen müssen,
wenn nicht die AfD an die Macht kommt und sich endlich mit Putin verbrüdert.
Das ist völlig bescheuert. Was ist denn das letzte Mal passiert,
als sich Nazi-Deutschland mit den Russen verbrüdert hat?
Kann man mal in die Geschichtsbücher gucken. Das ist einfach hirnrissig,
die Begründung, mit denen AfD gewählt wird. Oder die haben vielleicht Angst vor dem Islam.
Habe ich vorhin erklärt. Da ist kein großer Unterschied. zwischen den Faschisten
in Deutschland und den Islamisten in Afghanistan.
Also das geht einfach nur um Unterdrückung. Und als Frau sollte man die auf
gar keinen Fall wählen. Es sei denn, man möchte, dass alle Frauen zurück in
die Küche und an den Herd und abends die Beine breit machen,
damit man möglichst viele Kinder kriegen kann. Das ist das, so steht es im Programm der AfD.
Und das ist einfach, ja, eine Gefahr für Deutschland, bitte.
Bitte kommt zur Raison. Genau. Ich glaube nicht, dass es zu diesem Haltungsblog
viel Diskussionsbedarf gibt, aber wenn es den gibt,
da gibt es einen Haltungs-Channel und wir sehen uns da. Dankeschön.

Haltungsblock 4 ~ FIFA Fussball WM

Ja will man, aber findet man deshalb die FIFA gut? Nein.
avatar
Toby

Veröffentlicht am 06.07.2026
Haltungsblock 4 ~ FIFA Fussball WM - Episodenbild

Transkription

Diese Transkription enthält vermutlich ein paar Fehler, hilft aber bei der Suche. Wer das hier liest schläft auch ein!


Moin, ich bin Tobi Beyer und ihr hört den Haltungsblog.
Dies ist Episode 4 des ausgekoppelten Haltungsblogs. Es gibt schon ein paar
mehr, aber die sind alle noch im Einschlafen-Podcast drin.
In der letzten Episode ging es um Ayn Rand und Egoismus. Vielen Dank für die
angeregte Diskussion dazu.
In unserem Discord-Kanal mik.fm.discord, wenn ihr auch in den Discord kommen
möchtet und mitdiskutieren möchtet, Da findet ein bisschen was statt und das finde ich super.
Bitte zeigt alle eure Haltungen, entwickelt eine Haltung und tauscht euch aus.
Das ist auf jeden Fall wertvoll.
Ich habe die Bücher von Ayn Rand immer noch nicht gelesen und auch die Filme
nicht geguckt, ist aber auf der Liste. Irgendwann werde ich das tun und ich
weiß auch schon jetzt, dass das nicht kompatibel ist zu meiner Haltung.
Heute soll es allerdings um etwas anderes gehen, denn heute bin ich gebeten
worden, zum Thema Fußball-WM Stellung zu nehmen. Wie ist meine Haltung zur Fußball-WM?
Vielen Dank an die Hörerin, die mich auf dieses Thema aufmerksam gemacht hat.
Und ja, das ist natürlich hochaktuell.
Als sie mich darum gebeten hatte, war Deutschland noch Teilnehmer der Fußball-WM.
Er hat mittlerweile ausgeschieden und Donald Trump hatte noch nicht bei der
FIFA angerufen, um den gesperrten Spieler fürs Achtelfinale entsperren zu lassen.
So wie bei der Telekom-Hotline, wo man anruft, um eine SIM-Karte entsperren zu lassen.
Naja, ein bisschen anders. So, wie ist meine Haltung zur Fußball-Weltmeisterschaft?
Also, ihr wisst alle, alle, die den Einschlafen-Podcast oder den Realität vielleicht
schon gehört haben, wissen, dass ich Fußball-Fan bin.
Ich bin großer Fan und Mitglied vom FC St. Pauli, ein Fußballklub in Hamburg,
Stadtteilklub, jüngst abgestiegen, darum geht es dann.
Im Einschlafen-Podcast, gleich anschließend nicht um den Abstieg,
aber um, wie es mit St. Pauli gerade so bestellt ist und so.
Aber da bin ich seit vielen, vielen Jahren Fan. Also seit der Jahrtausendwende
etwa gehe ich da ins Stadion.
Ich glaube, 1998, 1999 war ich das erste Mal im Stadion.
Mein Kumpel Graven hatte mich mitgenommen. Ist ja auch egal,
hat nichts mit der Fußball-WM zu tun. Ich will nur erklären, ich liebe Fußball.
Ich bin ein großer Fan davon, ins Stadion zu gehen, die Dynamik,
die Stimmung da mitzubekommen.
Zu bekommen. Und das ist natürlich auch etwas, was ich außerhalb vom FC St.
Pauli genieße. Ich schaue auch ab und zu mal Spiele an, wo eben nicht St.
Pauli spielt. Es geht mir nicht nur um diesen Verein und nicht nur um diese Mannschaft.
Der Fußball an sich ist etwas, was mich begeistert. Und solange ich denken kann,
waren Fußball-Weltmeisterschaften auch immer was Besonderes für mich.
Fußball-Europameisterschaften. Übrigens sowohl der Männer als auch der Frauen.
Das fand ich schon immer eigentlich relativ egal, welches Geschlecht da auf dem Platz steht.
Und das habe ich dann irgendwann auch geschnallt, dass die Frauen,
die deutschen Frauennationalmannschaften, viel erfolgreicher sind als die deutschen
Fußballnationalmannschaften.
Zumindest lange Zeit war es ja so. Und aktuell ist es, glaube ich, immer noch so.
Und das schaue ich mir gerne an, auch wenn ich diese Idee von Nationalmannschaften,
nun, da muss ich etwas ausholen, denn ich bin ja kein großer Fan von Nationalstaaten.
Diese Idee, dass man irgendwo willkürlich eine Grenze zieht und sagt,
dies ist meins, das da drüben kann irgendwie deins sein.
Wobei, das wird eigentlich gar nicht gesagt, sondern das ist meins,
wird immer nur gesagt. Und dann gibt es einen Krieg und die Grenze wird verschoben
und das ist jetzt auch noch meins.
Historisch hat es da mehrere Verschiebungen gegeben.
Und das, ja, letztendlich ist das zurückzuführen auf,
die Idee, dass irgendein Fürst irgendwelche Bauern unterjochen will und dann
irgendeine andere Bauern unterjochen will und,
die Felder, die die bestellt haben, die sollten halt möglichst irgendwie alle
zu dem einen Fürsten gehören und daraus sind dann irgendwie Nationalstaaten
entstanden, weil die Bauern ja irgendwie Steuern zahlen mussten und ja,
dann wurden irgendwann Grenzzäune gebaut.
Ist ein bisschen vereintragter dargestellt. Es ist nicht alles schlecht an Nationalstaaten,
also dass es überhaupt Staaten gibt, dass es Verwaltung gibt,
dass man Steuern zahlt, dass es irgendwie Dinge gibt, die staatlich geregelt
werden, Gesetze und Staatsausgaben.
Da bin ich nicht abgeneigt. Ich zahle total gerne Steuern. Ich finde es gut,
wenn die Gemeinschaft zusammenhält und gemeinsam so Dinge tut wie Infrastruktur
aufbauen, für Sicherheit sorgen, sich.
Gute Sachen, Sozialsysteme, total wichtig, bin ich Fan von.
Dass das allerdings auf nationalstaatlicher Ebene passieren muss,
finde ich schwierig, weil.
Was habe ich mit Bayern gemein, ich als Norddeutscher, was ich nicht mit Polen
oder mit Niederländern gemeinsam habe.
Die Idee von Europa als ein gemeinsames Gebilde, dafür fand ich schon immer stark.
Und dass es dann Nationalstaaten gibt, die gleich vier Mannschaften zur Fußball-WM
schicken können oder zur Europameisterschaft,
Sprichwort Vereinigtes Königreich mit England, Wales, Schottland und Nordirland,
das fand ich schon immer irgendwie merkwürdig.
Das sind zwar natürlich dann auch eigene Länder irgendwie, aber Bayern und Niedersachsen
schicken ja nicht getrennte Mannschaften zur Europameisterschaft.
Also da fängt es schon irgendwie an, komisch zu werden. Was mir gefällt an Fußball,
also Nationalmannschaftsfußball bei Weltmeisterschaften oder Europameisterschaften
ist, dass es da eben nicht so einfach geht, dass sich eine Mannschaft alle besten
Spieler zusammenkauft und dann immer gewinnt.
Bayern München in der Bundesliga kaum noch zu schlagen, weil sie einfach am meisten Geld haben.
Dortmund kommt irgendwie manchmal ran, aber das ist ja weltweit im Profifußball
so, dass durch die Kommerzialisierung das dann so ist, dass die reichsten Vereine
dann doch halt am häufigsten gewinnen und.
Dann auch noch mehr Geld bekommen, weil die Gewinner kriegen ja mehr Geld, ist ja logisch.
So, das ist beim Nationalmannschaftsfußball nicht unbedingt der Fall,
weil natürlich gibt es Fälle, wo Spielern dann irgendwie,
der Pass angeboten wird, damit er dann für die Nationalmannschaft spielen kann,
das hat es wohl gegeben, ist aber nicht so weit verbreitet, sondern da geht es halt wirklich darum,
da wo du geboren bist oder da wo deine Eltern geboren sind, im schlimmsten Fall
noch da wo deine Großmutter geboren
ist, da darfst du halt in der Nationalmannschaft spielen und das war es.
Das heißt, einige Menschen können sich das aussuchen, für welche dieser Nationen,
zu denen sie irgendwie dazugehören, sie spielen, finde ich okay.
Aber ansonsten muss man halt mit den Leuten leben, die dort geboren sind.
Natürlich gilt auch da, dass man durchaus erkennen kann, Deutschland ist jetzt
ein Land, wo sehr viel Fußball gespielt wird.
Das Vereinsleben ist sehr ausgeprägt.
Und wenn ganz, ganz viele Menschen von jungen Jahren an schon Fußball spielen,
ist auch klar, dass mehr Talente gefunden werden, die dann eben auch in der
Nationalmannschaft spielen können, als in einem Land, wo Fußball eben nicht so weit verbreitet ist.
Trotzdem braucht ein Land natürlich eine gute Infrastruktur und viel Geld,
damit die Mutti den Sohnemann oder die Tochter auch zum Fußball fahren kann.
Daran erkennt man übrigens auch, warum oder damit kann man erklären,
warum der Frauenfußball.
So lange braucht, um wirklich Fahrt aufzunehmen. Denn auch kleine Mädchen müssen
dann ja zum Training gebracht werden.
Es gibt aber keine gute Infrastruktur. Das heißt, die Eltern von kleinen fußballbegeisterten,
Mädchen haben weitere Wege zurückzulegen als die von fußballbegeisterten Jungs,
bis man dann den richtigen Verein findet, wo auch Mädchen gefördert werden.
Und ja, am Ende hängt es dann doch wieder davon ab, wie reich ist eigentlich
eine Gesellschaft, um bei einer Fußball-WM erfolgreich zu sein.
So, und das alles dahingestellt, ist natürlich so ein Ereignis,
wo Länder gegeneinander Fußball spielen, schon irgendwie was Besonderes.
Ich habe das, wie gesagt, schon seit Kindesbeinen, ich habe heute gerade die
neue Esel und Telly-Folge gehört, die erste Fußball-Weltmeisterschaft,
an die ich mich wirklich erinnern kann, ist glaube ich 82,
gewesen und das,
war in,
82 war in Italien. Das war natürlich, nee Quatsch, da ist Italien Weltmeister geworden.
Wo war denn 82? Habe ich schon wieder vergessen.
In Spanien natürlich. Genau, so und dann war 86 in Mexiko, 90 in Italien.
1990 war ich, jetzt muss ich das richtig rechnen, 16 Jahre alt.
Und habe sehr begeistert diese Fußball-WM und unseren Titel natürlich gefeiert.
Da kann ich mich sehr intensiv dran erinnern.
Natürlich habe ich dann auch immer den deutschen Mannschaften die Daumen gedrückt
und war glücklich, wenn sie gewonnen haben und habe mich geärgert,
wenn sie verloren haben.
Allerdings muss ich sagen, ich war nie so traurig, wenn sie verloren haben,
wie ich traurig bin, wenn St. Pauli verloren hat oder wenn sie abgestiegen sind.
Das war für mich immer eine andere Kategorie.
Ich finde, dass Identifikation natürlich wichtig ist. Gerade für junge Menschen
müssen Identifikation finden.
Und wenn Nationalstaatlichkeit ein Weg ist, für Menschen, Identifikation zu
finden und die Nationalmannschaft dabei hilft, ist es wahrscheinlich nicht unbedingt
das Schlechteste. Allerdings...
Ist das dann auch ganz immer nah dran an Nationalismus.
Es gibt ja auch Studien, die belegen, dass nach dem Sommermärchen 2006 der Fußball-WM in Deutschland,
die Anteile der Nationalisten in Deutschland, also das hat sich mal wieder irgendwie
das Fenster verschoben, was man sagen kann und ja,
nur wenige Jahre später hat sich dann ja auch die AfD gegründet und ist jetzt
als nationalistische Partei bis in den Bundestag gekommen.
So, das ist alles nicht ganz problemlos, dann dieser Freudentaumel-Jubel-Nationalismus,
der dann auch, die Unterscheidung zwischen Patriotismus und Nationalismus war
dann irgendwie gerade 2006 ein heißes Gespräch und auch da war mir schon mulmig, ehrlich gesagt.
Als die ganzen Deutschlandfahnen geweht haben.
Und ja, warum dürfen Deutsche die Deutschlandfahne nicht hissen,
während irgendwie in Norwegen oder in Schweden, es ist ganz normal,
also eigentlich überall sonst auf der Welt, es ist ja ganz normal,
dass Nationalfahnen gehisst werden und man ist dann stolz auf seine Fahnen und
stolz auf sein Land und alles ist okay. Und in Deutschland ist es nicht so.
Ich finde eben nicht, dass es okay ist. Ich finde den Nationalismus in den USA
ziemlich eklig, was da, wie die jetzt ihr 250-jähriges Jubiläum gefeiert haben
und die Flagge in 70 Quadratmetern groß irgendwie überhissen.
Das ist irgendwie ziemlich geschichtsvergessen und eine Art von Nationalstolz,
die ich auch für gefährlich halte.
Und in Schweden und Dänemark hier ist es immer für harmlos, dass sie dann auch
ihre Fähnchen gehisst haben mit ihren komischen Königshäusern da.
Aber letztendlich sind es auch Nationen, die Kriege geführt haben gegen andere Nationen.
Es ist auch eine Abgrenzung gegen andere und kann man nicht andere Wege finden,
um Identifikationen zu finden? Ich hoffe doch eigentlich ja.
Nichtsdestotrotz schaue ich natürlich dann auch Fußball-WM.
Und das wird aber noch schwieriger, seit deutlich geworden ist,
wie korrupt eigentlich dieser Laden der FIFA ist.
Das ist ja mit Franz Beckenbauer und der FIFA-WM 2006 in Deutschland,
da war Franz Beckenbauer maßgeblich daran beteiligt, dass sie nach Deutschland gekommen ist.
Und wie man dann später herausgefunden hat, eben nicht immer mit ganz lauteren
Mitteln. Also da sind dann halt auch andere Länder, andere Verbände,
die dann darüber abstimmen mussten, wo die WM stattfindet.
Ich weiß jetzt nicht, ob mit Geld oder mit Präsentkörben oder,
also es ging halt nicht alles ganz sauber zu.
Das war 2006 der Fall. Das wurde damals aber noch gar nicht so laut diskutiert.
Das wurde erst später dann diskutiert.
Ganz klar war aber, dass in 2018 die FIFA-WM in Russland,
und vor allem dann 2022 die FIFA-WM in Katar, die dann im Winter ausgetragen
werden musste, weil es in Katar natürlich im Sommer viel zu heiß ist und man
die Stadien gar nicht genug hätte runterkühlen können.
Die menschenunwürdigen Arbeitsumstände in Katar, mit denen die Stadien gebaut worden sind.
Alles irgendwie nicht ganz koscher.
Jetzt ist die FIFA-WM in den USA, Kanada und Mexiko,
wobei natürlich die USA der wichtigste Ausrichter sind, mit Donald Trump als
Präsidenten, der kurz vorher noch mal passend den neu eingerichteten FIFA Peace
Prize übergeben bekommen hat, bei der Auslosung, welche Mannschaften eigentlich
in welchen Gruppen spielen.
Unfassbar lächerliche Szene.
Und danach hat Venezuela den Iran angegriffen, wollte Grönland annektieren,
also warum der einen Peace Prize, einen Friedenspreis von der FIWA verdienen
bekommen muss, ist nicht ganz klar,
ist eine ziemliche Farce und das ist jetzt zufällig zum 250.
Jubiläum und zufällig irgendwie an Donald Trumps 80. Geburt,
das passt ja irgendwie alles, wie Mal zueinander, dass jetzt gerade die FIFA-WM in den USA stattfindet.
Und jetzt ruft Donald Trump dort an bei der FIFA, weil ein Spieler der US-Mannschaft
gesperrt ist und die Sperrung wird aufgehoben, weil es ja dann doch kein Foul
war. Also Trump hat jetzt wohl gesagt, das war ja gar kein Foul.
Nein, war gar keine Farbe.
Wird wieder freigegeben. Das ist also lächerlich.
Es geht noch lächerlicher weiter, denn in vier Jahren, 2030,
findet die FIFA-Fußball-Weltmeisterschaft der Männer statt in Spanien, Portugal und Marokko.
So, macht das Sinn? Spanien und Portugal hatten sich schon mehrfach gemeinsam
beworben und dass die beiden Länder das gemeinsam ausrichten,
ja gut, ist ja eh eine große Halbinsel, warum nicht?
Marokko ist nicht weit weg, ist ja einfach nur quasi da über den Meerengel rüber. Wie heißt die da?
Bei Gibraltar, Straße von Gibraltar natürlich, genau. So, und.
Es wird ja eh geflogen, also die fahren ja nicht mit der Bahn von Barcelona
nach Madrid, wenn da ein Spiel ist, sondern die fliegen natürlich,
weil das ist ja viel schneller.
Und ob sie jetzt von Barcelona nach Madrid oder von Barcelona nach Rabat fliegen
oder nach Casablanca, ist dann ja auch egal. So, das kann man machen.
Aber nicht nur da, sondern die FIFA-WM 2030 der Männer findet zusätzlich noch
in Argentinien, Paraguay und Uruguay statt.
Warum das denn wohl? Naja, angeblich, also der angegebene Grund ist,
2030 ist das 100-jährige Jubiläum der FIFA-Fußball-Waldmeisterschaft,
und die hat 1930 zuerst stattgefunden in Uruguay und als Jubiläum sozusagen
findet dann eben ein Spiel in Uruguay statt, Paraguay auch,
weil irgendwas, Finalisten oder so, vielleicht,
weiß ich nicht mehr, wie das war,
wie war dann das Finale? Vielen Dank.
Keine Ahnung, steht das hier noch irgendwo? Das Finale...
In, oh Gott, was ist denn das für ein langer Artikel hier?
Steht hier nicht. Doch irgendwo steht es bestimmt Torschützenliste.
Weltmeistermannschaft, da Uruguay gegen Argentinien.
Vielleicht deshalb auch noch in Argentinien. Warum Paraguay,
weiß ich nicht. Achso, weil Paraguay natürlich der Hauptsitz von der südamerikanischen,
Fußball, von dem UEFA-Dingsbums ist sozusagen.
Das ist also mal richtiger Quatsch, dass man in Europa, Afrika und Südamerika,
gleichzeitig eine Fußball-Weltmeisterschaft stattfinden lässt,
auch wenn in den südamerikanischen Ländern jeweils nur ein Spiel gemacht wird.
Die Mannschaften müssen ja hinterher trotzdem zurückfliegen nach Europa oder
nach Afrika, um dann das nächste Spiel zu machen oder hinfliegen,
wenn sie aus Südamerika kommen.
Und dann haben sie Jetlag, Zeitverschiebung, deutlich weniger Erholung und das
ist doch völliger Humbug. Also ich weiß nicht, wie man überhaupt auf die Idee
kommen kann, das so zu machen.
Ja, aber die Idee, es gibt da eine Verschwörungstheorie, die vielleicht auch
keine ist, sondern eine Theorie,
dass es dadurch natürlich möglich ist, dass die,
nächste Fußball-Weltmeisterschaft in 2034 dann natürlich weder in Nordamerika
stattfinden darf, weil sie findet ja jetzt gerade,
in den USA statt, auch nicht in Europa, weil das ist dann ja 2030,
auch nicht in Afrika, weil sie auch 2030 auch nicht in Südamerika,
weil sie auch 2030 so das heißt sie muss dann wieder in Asien stattfinden,
und da ist natürlich Saudi-Arabien bereit diese Fußball-WM auszuführen und das wird mal wieder richtig,
absurd ähnlich wie in Katar,
von den 14 Stadien die gebraucht werden sind 11 noch nicht gebaut gewesen als 2024 das,
die Entscheidung gefallen ist äh.
11 der 15 geplanten WM-Stadien waren noch nicht gebaut, steht hier im Wikipedia-Artikel dazu.
Eins davon soll sich in der geplanten Megastadt Neom befinden.
Also Neom ist ein Bauprojekt in Saudi-Arabien, das läuft auch schon,
wo einfach mal eine neue Riesenstadt gebaut werden soll.
Und es gibt noch nicht mal die Stadt, wo dieses Stadion gebaut werden soll,
geschweige denn das Stadion.
Und kann man ja machen, wenn man genug Geld von Saudi-Arabien bekommt.
Übrigens, der Hauptsponsor der FIFA ist seit 2024 der saudi-arabische Energiekonzern Aramco.
Sehr komisch, ne? Naja.
Kann man mal gucken. Wenn man jetzt WM-Spiele guckt, ist da immer Al-Ramco-Werbung.
Ich wusste vorher gar nicht, was das ist, bis ich jetzt nachrecherchiert habe,
was da eigentlich in Saudi-Arabien los ist.
Genau, das ist an Korruption und Verlogenheit kaum zu übertreffen.
Bedeutet das jetzt, dass man die FIFA-WM boykottieren soll?
Ich denke schon. Also ich schließe mich dem FC St. Pauli-Präsidenten Oke Göttlich
an. Es wäre besser gewesen, wenn Deutschland gar nicht erst hingefahren wäre,
zur FIFA-Fußball-WM nach Amerika, um mal ein Zeichen zu setzen.
Es ist natürlich eine Forderung, die nicht passieren wird. Es ist Quatsch,
sowas zu fordern, wenn man schon weiß, dass es nicht passieren wird.
Aber ich denke, dass das sinnvoller wäre, als wenn jetzt einzelne oder gar viele
Leute sagen, ich gucke mir das nicht an.
Weil ob sich die Leute das jetzt am Fernseher angucken oder nicht.
Ich glaube, der Hebel ist genauso groß wie, was hat Teddy heute in der Episode gehört?
Wie wenn am Freitagmittag alle Leute nicht bei Aral tanken, um gegen Aral zu protestieren.
Das bringt einfach nichts, weil das wird dann ja doch nachgeguckt und dann gucken
sich die Leute auf Kicker irgendwie die Zusammenfassungsvideos an und schon
ist doch wieder genug Werbeumsatz irgendwie da, weil das ja am Ende doch irgendwie alles angeguckt wird.
Die Begeisterung für den Fußball ist halt da und auch ich habe jetzt bei dieser
Fußball-WM in Nordamerika.
Etliche Spiele im Live-Fernsehen geguckt. Nicht alle und auch nicht alle deutschen
Spiele und auch nicht alle deutschen Spiele live.
Aber ich habe da ein bisschen reingeguckt, weil es eben doch ein Sport ist, der mich begeistert.
Zum Beispiel gab es in der Vorrunde das Spiel Kroatien gegen England,
was England 4 zu 2 gewonnen hat und das war ein mega spannendes Spiel.
Es hat echt Spaß gemacht, sich das anzugucken und ich habe da Freude dran gehabt, das zu schauen.
Und Deutschland gegen Paraguay, das 16. Finale, habe ich mir tatsächlich auch
angeguckt, auch in ganzer Länge, auch wenn das bis um halb zwei ging.
Und es war auch spannend, es war kein gutes Spiel, weil Paraguay halt nur defensiv,
gespielt hat und dann ab und zu mal einen langen Ball.
Und die Deutschen hatten keine Idee, dagegen anzukommen.
Es war ein wirklich schlechtes Fußballspiel von beiden Seiten.
Natürlich hat Paraguay verdient gewonnen, weil sie mehr Tore gemacht haben und
ja, man kann sich über den Schiri aufregen, dass da ein Tor nicht gegeben worden ist, was…,
angeblich ein Foul am Torwart war. Ich habe da auch keinen Foul gesehen.
Viele Leute haben da keinen Foul gesehen. Kann man sich jetzt genauso aufregen,
wie bei der Europameisterschaft vor zwei Jahren, seitdem der spanische Spieler
Kukureya ausgefiffen wird.
Egal, wo er spielt und für wen. Also nicht nur, wenn er für Spanien spielt,
sondern auch für andere Staaten. Da habe ich auch schon mal meine Haltung zu
geäußert. Ich weiß aber nicht, wo.
Finde ich total peinlich, wenn Deutsche extra zu einem Fußballspiel hingehen,
um Kukureya auszupfeifen, weil er ja Hand gespielt hat. Und es hätte doch einen
Handelfmeter geben müssen für Deutschland.
Der arme Kerl, was soll er denn machen? Also der Schiedsrichter hat damals irgendwie Fehler gemacht.
Aber es lag auch nicht an dieser Schiedsrichterentscheidung,
dass Deutschland ausgeschieden ist. Und Kukureya kann da mal gar nichts für.
Also es passiert halt ab und zu als Abwehrspieler, dass man Hand spielt.
Ob das jetzt Absicht war oder nicht, ist auch völlig egal. Wenn der Schiedsrichter
da keinen Elfmeter pfeift, den Spieler werde ich sehen, der dann hingeht und
sagt, ja doch, ich habe hier mit Absicht die Hand rangehalten.
Guckst du dir lieber nochmal an, weil es könnte ja Elfmeter geben.
Bitte entscheide doch auf Elfmeter. Das macht keiner. Das hat auch Kucurea nicht gemacht.
Ich weiß gar nicht, wie man ihn korrekt ausspricht. Wahrscheinlich Kucurea. Ich weiß es nicht.
Ich schäme mich dafür, dass der danach dann beim Halb- und beim Finale in München,
da waren sehr viele Deutsche im Stadion, die über jedem Ballkontakt von Kucurea gepfiffen haben.
Das ist beschämend. Also da empfinde ich null Nationalstolz,
da empfinde ich national Scham, wenn ich sowas höre und erlebe.
Es ist wirklich erbärmlich, wie die Deutschen sich da aufgeführt haben.
Denn auch Fehlentscheidungen gehören dazu. Ich wäre sehr glücklich,
wenn der Videoassist-Referee wieder abgeschafft wird.
Damit es einfach mehr Fehlentscheidungen gibt, die auch Bestand haben.
Nicht, weil ich Fehlentscheidungen so gut finde, sondern weil dieses Warten
auf den Videoassist halt,
das macht so viel kaputt, dass da manchmal wird der Videoassist eingeschaltet
und dann muss man irgendwie warten und dann gibt es eine Entscheidung,
die aber auch immer noch nicht ganz notwendigerweise richtig ist,
so wie beim Spiel Deutschland gegen Paraguay.
Und es wäre einfach besser, wenn es den Videoassist nicht gäbe.
Dann gäbe es immer noch Fehlentscheidungen, vielleicht sogar ein paar mehr als mit Videoassist.
Aber dieses ganze Warten auf den Videoassist und zum Monitor gehen,
das ist alles für den Arsch. Also da halte ich nicht viel von, das ist bescheuert.
Ihr merkt also, meine Haltung zur FIFA-Fußball-WM der Männer ist äußerst ambivalent.
Ambivalenz ist etwas, was man immer mal wieder aushalten muss.
Ich denke, es wäre besser, solche Turniere zu boykottieren, weil die FIFA-Halten
ein korrupter, verlogener Dreckshaufen ist und weil natürlich die FIFA am meisten
davon profitiert, dass solche,
Turniere abgehalten werden. und.
Das ist aber nicht so und das ist, ja, was ist nicht so?
Also man, dieser Protest, den muss man laut machen, aber genau zu einem wirklichen
Boykott wird es halt nicht kommen.
Dafür ist das ganze Konstrukt, dass Länder gegeneinander Fußball spielen,
das ist einfach tief in der Kultur verankert und ich glaube, es wäre gut,
wenn man dem etwas anderes daneben stellt, aber was, also eine Alternative FIFA gründen,
so wie es die deutschen Frauenclubs gemacht haben, die jetzt eine eigene Liga
gegründet haben, war das nicht so,
um gegen die DFL zu protestieren.
Ähm, ja, das kann man vielleicht machen, äh, wenn es halt, wie gesagt,
noch nicht so stark in der Kultur, äh, der Bevölkerung verankert ist,
bei der FIFA-Fußball-WM ist das, glaube ich deutlich schwieriger,
es wäre gut, wenn der ganze Verband mal irgendwie durchgerüttelt wird und vielleicht
passiert das ja durch so Spiränzchen wie jetzt, äh, in den USA oder dann in acht Jahren,
in Saudi-Arabien, ja ähm.
Ich schaue mir die Spiele an, nicht mit schlechtem Gewissen oder so,
auch nicht mit irgendwelcher Häme, dass Deutschland so früh ausgeschieden ist.
Ich habe mit Erstaunen beim Schauen von Deutschland gegen Paraguay gespürt,
dass ich mich freue, wenn Deutschland ein Tor schießt.
Mir ist es völlig egal, dass sie ausgeschieden sind. Und als das Spiel vorbei
war und auch dieses dramatische Elfmeterschießen dann durch war.
War ich nicht traurig, hat mich nicht so doll gekratzt, wie als St.
Pauli gegen, war das Düsseldorf oder was im Pokal ausgeschieden ist? Ne, weiß ich nicht mehr.
Wo war ich denn im Stadion? Gab es auch ein Elfmeterschießen und Hartl hat irgendwie,
den Elfmeter verschossen und dann durfte er nochmal, nach dem Ende sind wir
dann doch ausgeschieden. War das gegen Düsseldorf?
Ich weiß es nicht mehr. So, da war ich wirklich traurig. Da war ich sehr enttäuscht
und hatte ich sehr gehofft, dass wir weiterkommen.
Dass jetzt Deutschland ausgeschieden ist, kratzt mich nicht wirklich.
Ich finde es schade für die Spieler, die jetzt keine Chance haben auf so einen
Weltmeisterschaftstitel. Es ist schon toll, irgendwie Weltmeister zu sein, glaube ich.
Aber haben halt jetzt andere Leute die Chance, Weltmeister zu werden.
Und ich habe ehrlich gesagt bei der Fußball-Weltmeisterschaft mehr auf die Nationalmannschaften
geschaut, wo St. Pauli-Spieler dabei sind.
Also Bosnien-Herzegowina hat Vassil im Tor. Der ist zwar jetzt kein St.
Pauli-Spieler mehr, weil der halt da ist der Vertrag geendet mit dem Abstieg,
aber dem habe ich den Daumen gedrückt.
Dann hat Erik Smit für Schweden gespielt.
Ja, die sind leider auch schon ausgeschieden und dann haben Jackson Irvine und
Conor Metcalf für Australien gespielt.
Die sind jetzt auch im Elfmeterschießen tragisch ausgeschieden,
obwohl Jackson Irvine, der Kapitän vom FC St. Pauli, natürlich seinen Elfmeter versenkt hat.
Ja, da habe ich live zugeguckt. Das fand ich ganz cool. Das war gerade letzten...
Donnerstag, nee Freitag, letzten Freitag war das. Genau.
Also, meine Haltung ist, Veränderung ist notwendig.
Die sollten sich was schämen bei der FIFA. Und wenn man es trotzdem guckt,
muss man sich aber nicht schämen.
Ein Boykott, weil man eh zu wenig Interesse an Fußball hat, ist kostenlos Mut. Braucht man nicht.
In diesem Sinne diskutiert diese Haltung mit mir auf mic.fm auf dem Discord-Channel,
mit Hashtag Haltung und ich freue mich drauf eure Meinung dazu zu hören wie haltet ihr es mit,
FIFA Fußball-WM mit Nationalmannschaften, mit Nationalstolz mit Identifikation,
und wo sollte die Fußball-Weltmeisterschaft 2038 abgehalten werden.
Vielleicht in Nordkorea. Wer weiß das schon.
Gute Nacht. Nee, das sag ich am Ende vom Einschlafen-Podcast.
Viel Spaß beim Einschlafen-Podcast. Erscheint dann auch bald.

Haltungsblock 3 ~ Ayn Rand und Egoismus

Die Peter-Thiel-Story ist ein sehr guter Podcast, hört ihn Euch an. Bei der Erklärung zu Ayn Rand als Peter Thiels "Philosophin" sind mir ein bisschen die Augen aufgegangen.
avatar
Toby

Veröffentlicht am 08.06.2026
Haltungsblock 3 ~ Ayn Rand und Egoismus - Episodenbild

Transkription

Diese Transkription enthält vermutlich ein paar Fehler, hilft aber bei der Suche. Wer das hier liest schläft auch ein!


Moin, ich bin Tobi und ihr hört den Haltungsblog. Zuerst ganz herzlichen Dank
für euer Feedback zur Episode 2 vom Haltungsblog.
Das ist ja jetzt ein eigenständiger Podcast sozusagen, aber inkludiert in den Einschlafen-Podcast.
Ich habe einfach mit dem Haltungsblog neu angefangen zu nummerieren,
aber eigentlich sind die Nummer auch egal.
Ich habe einen Haltungsblog veröffentlicht vor circa vier Wochen zum Thema KI,
und ich habe mich total gefreut über die Reaktionen darauf, denn genau darum ging es mir.
Ich wollte euch und überhaupt mit diesem Haltungsblog-Podcast,
ich möchte euch dazu anregen, mitzudiskutieren, auch Haltung zu entwickeln, Haltung zu zeigen.
Und wenn eure Haltung eine andere ist als meine, dann finde ich das gut.
Also natürlich, solange sie im Rahmen der demokratischen Grundordnung ist.
Aber ja, das ist sie bei euch allen gewesen bisher und das ist gut so.
Ich lade euch herzlich ein, mitzudiskutieren in dem Discord-Channel vom Einschlafen-Podcast.
Ja, da ist dann dieses alberne, orangene Schaf, was ich irgendwie seit 16 Jahren
jetzt irgendwie da benutze, als Logo für den Einschlafen-Podcast.
Aber das soll euch nicht davon abhalten, dort eben auch Haltungsfragen zu diskutieren.
Ihr findet das unter http//mik.fm Martha-Eda-Konrad.freddy-mercury slash Discord, D-I-S-C-O-R-D,
Und dann werdet ihr quasi eingeladen zu dem Discord.
Da heißt es, glaube ich, im Discord-Speech.
Da gibt es einen Kanal, der heißt Haltung. Und da könnt ihr die Haltung mit diskutieren.
Ihr könnt natürlich auch da mit den anderen Einschlafen-Podcast-Hörern diskutieren
über, was die beste Episode vom Einschlafen-Podcast ist, wenn ihr es ihn überall hört.
Aber ja, also die Diskussion, die ich in der letzten Episode zum Thema KI aufgemacht
habe, ging ja dann auch darum, was ist eigentlich Kunst, was ist eigentlich ein Musical.
Ganz liebe Grüße an Esel und Teddy, also Stefan und Jan, mit denen ich im direkten
Austausch dazu vorher schon stand und immer noch stehe. Und das ist eine sehr,
sehr gute Entwicklung, die wir da gemeinsam machen. Bereitet mir sehr viel Freude.
Und ja, allen anderen, die beteiligt sind, auch ganz herzliche Grüße und freue
mich, dass ich da einen Gedankenimpuls setzen konnte. Darf gerne so weitergehen.
Heute allerdings möchte ich im Haltungsblog etwas ganz anderes erzählen.
Und zwar war ich auf dem Deutschen Podcast Award, also bei der Verleihung, weil ich nominiert war.
Und im Auditorium hinter mir saß Jasmin Körber, die Autorin vom Podcast, die Peter Thiel Story.
Und ich hatte von dem Podcast vorher schon gehört, aber ich hatte ihn noch nicht
angehört und habe mich aber sehr
nett mit der Jasmin unterhalten und ihrem Partner, der dann mit da war.
Und das war irgendwie cool, so zu sehen, was andere so machen,
professionelle Podcaster.
Ich war da ja so ein bisschen, das erzähle ich aber in der nächsten Einschlafen-Podcast-E-Bito,
So ein bisschen das Mauerblümchen hatte ich das Gefühl, weil ich gar nicht der
professionelle Podcaster bin, wie die anderen alle das waren.
Also ich habe zum Beispiel keine Autorin, ich habe keine Redaktion,
ich habe keinen Sounddesigner, habe mein Intro mit der Gitarre selber eingespielt.
Das ist irgendwie alles sehr handgemacht hier und das seit so vielen Jahren.
Aber das war für mich ein Impuls, mal die Peter-T-Story endlich zu hören.
Das hatte ich sowieso vor. Und boy, ist das gut.
Und ich habe da drin einen Punkt gefunden, den ich hier gerne im Haltungsblock diskutieren möchte.
Und dabei geht es um Ayn Rand, eine Autorin, wo ich den Namen kannte.
Ich wusste, dass das eine einflussreiche Autorin war.
Ich wusste nicht mal, wann sie
gelebt hat oder ob sie noch lebt und hatte noch nichts von ihr gelesen.
Das war alles, was ich wusste. Einfach nur, oh, das ist ein großer Name und
ich kenne mich nicht aus.
So, und jetzt habe ich gelernt, dass ziemlich viel von Peter Thiels.
Sagen wir mal Philosophie, auf Ayn Rand beruht. Und deswegen habe ich da mal
ein bisschen reingeguckt, wer das so war und was sie so geschrieben hat.
Anne Rand war eine Schriftstellerin, geboren in St. Petersburg,
glaube ich, als Tochter eines Apothekers.
Und Anfang des 20. Jahrhunderts bei irgendeiner russischen Revolution,
ich weiß nicht, Oktoberrevolution oder irgendwas anderes, wurden die Eltern
enteignet, sind geflohen in den Bereich, wo heute Ukraine ist.
Ich glaube, auf der Krim ist sie dann aufgewachsen und hat das Schreiben angefangen,
ist nach Amerika ausgewandert und hat sich dort als Drehbuchautorin und als
Autorin quasi hochgearbeitet.
Und aus diesem Trauma des Vertriebenwerdens, des Enteignetwerdens unter den
Kommunisten hat sie offenbar eine große Abneigung gegen Kommunismus entwickelt,
und eine eigene Philosophie entwickelt, die da aussagt,
also sie hat versucht eine eigene Moralphilosophie zu entwickeln.
Die aussagt, die einzig logische Moral ist Egoismus.
Und ihren größten, also sie bezeichnet sich oder sie bezeichnet als größten
Gegenspieler Immanuel Kant, der ja im Einschlafen-Podcast lange Zeit vorgelesen
worden ist mit der Kritik der reinen Vernunft.
Da bin ich ja mit durch. Ich habe also ein wichtiges Buch von Immanuel Kant,
ganz vorgelesen, verstanden würde ich nicht sagen, aber,
der Unterschied zwischen Ayn Rand und Immanuel Kant ist, dass Immanuel Kant
versucht, Moral als Anwendung.
Sie nicht der Gemeinschaft und als ein sehr soziales Konzept,
wie man ein Miteinander erreichen kann, definiert.
Und ein Rant sagt, das Gegenteil ist der Fall.
Die einzig sinnvolle Moral ist Egoismus. Also es ist nur logisch,
ausschließlich an sich selbst zu denken.
So, und dann hat sie darüber Bücher geschrieben, Atlas Shrugged und das andere,
irgendwas mit dem Fountain, The Fountainhead oder so,
sind wohl die zwei einflussreichsten Bücher und darin geht es eben um,
das sind Romane, aber die Hauptcharaktere leben halt diese Philosophie vor oder,
aus den Erlebnissen dieser Charaktere ergibt sich, dass Egoismus das einzig Sinnvolle ist.
So, die ganzen libertären Rechtspopulisten oder Staatsfeinde,
sage ich mal, wie Peter Thiel und Elon Musk,
die wollen halt gerne Demokratie abschaffen, den Staat verkleinern,
Steuern abschaffen, beziehungsweise auf ein Minimum reduzieren.
Nachtwächterstaat, also der Staat soll nur noch für die Sicherheit auf den Straßen
zuständig sein, aber sich ansonsten aus allem raushalten, Sozialleistungen sollen
abgeschafft werden und so weiter, die berufen sich auf Ayn Rand als Vordenkerin,
weil sie ja quasi begründet, dass man nur an sich selber denken soll und das
Egoismus, und das ist ja der libertäre Grundgedanke, dass halt jeder nur an
sich selber denken sollte, und dann ist ja irgendwie an alle gedacht.
Berufen sich darauf, dass das ja quasi eine offizielle Philosophie ist.
Und diese Bücher erfreuen sich in den USA großer Beliebtheit.
Das ist ganz unglaublich.
Aber ich fürchte, dass das,
ja, quasi ein Ausweg ist. Also Ayn Rand ist, glaube ich, deshalb so beliebt,
weil sie dem inhärenten Egoismus, den man durch ganz natürliche Neigungen wie Gier und Wollust,
verspüren kann,
sich quasi eine Rechtfertigung dafür findet.
Jeder Mensch kennt das, man will Dinge haben oder man ist gierig auf etwas und,
der persönliche Genuss ist einem irgendwie wichtig.
So, und wenn man das aber über alles stellt, dann ist das ja nicht notwendigerweise
sinnvoll für die Gemeinschaft.
Und das ist natürlich eine Sache, die dann doch in der Gemeinschaft eher ungünstig
ist. Das Miteinander ist dann eben betroffen.
So, und mit Ayn Rand kommt jetzt quasi die pseudophilosophische Ausrede für,
und damit habe ich natürlich schon eine Wertung und meine Erhaltung gezeigt,
weil ich pseudophilosophisch sage,
Ausrede für Egoisten dann eben egoistisch sein zu dürfen oder sogar zu sollen.
Und das halte ich für falsch. Und ich glaube, das ist eine Haltungsfrage.
Weil man natürlich, es gibt da keine Logik, es gibt da keine wissenschaftliche,
Begründung, warum die eine Haltung besser sein soll als die andere.
Außer, dass der Mensch ja eigentlich ein ziemlich lächerliches, harmloses Tier ist.
Also wenn man mal so 60.000 Jahre oder 100.000 Jahre oder Millionen Jahre zurückgeht,
dann laufen da so Homo Erectus, Homo Sapiens irgendwie durch die Steppe.
Und so als Tier sind die eigentlich komplett unnütz, haben keine scharfen Zähne,
können nicht besonders schnell laufen, können sich echt nicht gut verteidigen
und der Homo Sapiens als Tier hat sich in der,
Geschichte, in der Evolution eigentlich nur deshalb durchsetzen können,
weil er etwas anderes entwickelt hat oder weil sie etwas anderes entwickelt haben.
Nicht er, also nicht der männliche Teil der Homo Sapiens, sondern die Rasse
an sich hat entwickelt, dass man sprechen kann, hat Sprache entwickelt,
hat dadurch Geschichten entwickelt.
Ich empfehle das großartige Buch Homo Narans, ach nee, das meine ich gar nicht,
ich meine Erzählende Affen, so ähnlich, von Samira El-Wassil und Friedemann Karik.
Und da lernt man viel darüber, wie diese Fähigkeit, Geschichten zu erzählen
und dadurch dann eben Gesellschaften zu bilden, eine gemeinsame Erzählung
zu entwickeln und Zusammenhalt zu entwickeln, wie das den Menschen dazu gebracht hat.
Die vorherrschende Rasse auf dem Planeten zu werden oder auch die Bücher von, Moment mal.
Naja, Yuval Noah Harari, Homo Deus, eine Geschichte von morgen oder auch eine
kurze Geschichte der Menschheit. Sapiens heißt das, glaube ich, eigentlich.
Ich stimme nicht mit allem überein, was Harari in seinen Büchern sagt.
Er geht zum Beispiel recht harsch mit dem Begriff Religion um und,
bindet irgendwie jede Art von Haltung mit dem Begriff Religion ab.
Zum Beispiel in Homo Deus ist das ein bisschen anstrengend.
Aber diese Erkenntnis, dass der Mensch eigentlich nur deshalb so erfolgreich
ist, weil er eben Zusammenhalt und Gemeinschaft entwickelt hat über Sprache,
über Geschichten, das finde ich recht überzeugend.
Ich weiß nicht, ob das eine wissenschaftliche Herleitung für die Haltung ist,
dass Gemeinschaft wichtig ist, aber ich finde es ganz gut.
Und es ist mir eigentlich auch egal, ob es wissenschaftliche Erkenntnis oder Haltung ist.
Ich vertrete diese Haltung, dass Zusammenhalt und Gesellschaft wichtig sind
und Egoismus nie treibende Kraft für, wie leben wir eigentlich zusammen,
also es dann eben nicht zusammenleben ist.
Genau und das ist das Thema des heutigen Haltungsblog.
Wie haltet ihr das mit Egoismus? Wie haltet ihr das mit Zusammenhalt?
Man muss nicht gleich in die Extreme gehen und diesen libertären,
ich gründe meinen eigenen Staat,
der geht dann in Konkurrenz mit anderen Staaten, was die Steuern angeht.
Dann können wir mal sehen, wer besser ist, Peter Thiel-Kram oder in der anderen
Richtung der Kommunismus, der Sowjetunion mit Planwirtschaft und Enteignung von allem.
Das sind vielleicht Extreme, aber ich finde schon, dass man darüber reden kann,
wie viel wir uns gemeinschaftlichen Zusammenhalt kosten lassen wollen und wie
sehr es in Ordnung sein muss, dass Einzelne durch ihren Egoismus diesen Zusammenhalt ausnutzen.
So, jetzt könnt ihr mich natürlich als Linken abstempeln, bin ich eigentlich,
schon immer gewesen, aber ich glaube, das hat nichts unbedingt mit Links und
Rechts zu tun, sondern das hat etwas mit Haltung zu tun.
Insofern, dass man überlegen muss, wollen wir wirklich ein komplettes Gegeneinander
untereinander einfinden oder nicht.
Den Treppenwitz, der mir noch aufgefallen ist bei Peter Thiel,
war dann noch, dass er ja mit Palantir eine Firma hat oder eine Software,
ich weiß nicht genau, wie die Firma heißt.
Eine Überwachungsstaatssoftware entwickelt hat, die ja nicht Endkunden kaufen.
Also ich kann nicht hingehen und mir Palantir kaufen und damit irgendwas machen,
sondern das Kaufen Staaten.
Und womit Kaufen Staaten das? Mit Steuergeld. Also mit dem, was er nicht bezahlen
will, kaufen Staaten sein Produkt und machen ihn dadurch reich.
Ich weiß überhaupt nicht, wie geht das eigentlich? Wie kann man sich in so einer
Welt wohlfühlen, dass man quasi seinen eigenen Reichtum darauf basiert, dass,
andere Leute Steuern bezahlen, man selber aber nicht daran teilnehmen will?
Ich finde das ganz schrecklich. Also vielen Dank Jasmin und Team,
also Jasmin Körber und Team für die Peter Thiel Story.
In dem gleichen Feed geht es gerade weiter mit der Open AI Story.
Also wenn ihr im Netz nach Peter Thiel Story sucht, dann findet ihr die Open AI Story als Podcast.
Das ist der gleiche Podcast, das ist der gleiche Feed. Abonniert den einfach
und dann habt ihr auch die Peter Thiel Story.
Sam Altman, die Open AI Story ist auch interessant. teue ich auch gerade rein
und das wäre natürlich dann relevant gewesen für meinen vorherigen Haltungsblock.
Aber ich glaube auch nicht, dass ich hier zu jedem Thema, das möglich ist,
immer nur einen Haltungsblock aufnehme.
So, was bedeutet diese Erkenntnis mit Ayn Rand und Egoismus als logische Moral,
in Anführungsstrichen, gegenüber dem Gemeinwohl, denn jetzt für unser aktuelles
Hier und Heute in Deutschland?
Naja es gibt natürlich politische bestrebungen die sagen steuern runter sozialstaat
runter und andere sagen steuern hoch vor allem für vermögende und erbschaften und,
sozialstaat retten und das sind durchaus unterschiedliche politische positionen
die eben auch im grunde auf diese haltung wie viel egoismus will man sich erlauben
wie viel gemeinwohl will man sich erlauben,
Und das Witzige daran ist, dass der Kapitalismus, als er groß geworden ist,
uns ja damals versprochen hat, also uns, mir persönlich nicht, aber,
die Verfechter des Kapitalismus haben immer gesagt, so ja, am Ende gibt es ja
den Trickle-Down-Effekt und wenn die ganz Reichen nur noch viel reicher werden,
dann sind die Armen ja auch reicher als vorher. Und zum Teil stimmt das.
Zum Teil, also den Armen heute geht es glaube ich deutlich besser als den Armen
vor 100 Jahren. Das ist schon richtig.
Trotzdem gibt es halt schlimme Fälle von Armut und Armut in Deutschland bedeutet
im Wesentlichen soziale Separation, Ausgeschlossenheit.
Von sozialen Interaktionen. Und arme Menschen können ihre Kinder nicht zu Kindergeburtstagen schicken,
weil sie sich Geschenke nicht leisten können und weil sie sich vor allem nicht
leisten können, diese Kinder dann auch zum eigenen Kindergeburtstag einzuladen,
weil das Ausrichten von so einer Kindergeburtstagsfeier ja auch Geld kostet.
Und arme Menschen in Deutschland sind ausgeschlossen vom sozialen Leben,
weil sie nicht ins Theater gehen können, weil sie nicht in Museen gehen können,
auch wenn es viele Museen gibt, die kostenlos sind.
Aber die haben gar keine Zeit, am sozialen Leben teilzunehmen,
weil sie sehr viel arbeiten müssen und trotzdem arm sind oder weil sie sich
um Jobs kümmern müssen, weil sie Druck bekommen von der Gesellschaft,
die von ihnen erwartet, dass sie sich engagieren und so weiter und so fort.
Also Armut in Deutschland ist immer noch ein großes Problem,
auch wenn es den Armen in Deutschland heute besser geht als den Armen vor 100
Jahren, die einfach verhungert sind.
So, ähm, und,
Ich glaube, dass diese Haltung wollen wir als Gesellschaft eigentlich Zusammenhalt
und allen Menschen ein lebenswürdiges Leben ermöglichen.
Oder sagen wir, Armut ist uns egal, wir wollen weiterhin die Armen ausnutzen,
wir erhöhen einfach die Mehrwertsteuer, auch wenn das im Wesentlichen
zulasten der ärmeren Bevölkerung geht, weil es nun mal so ist, dass,
der ärmere Teil der Bevölkerung einen viel größeren Teil für Konsum,
für den dann die Mehrwertsteuer anfällt,
verwendet als der reichere Teil.
Reichere Menschen müssen gar nicht so viel oder konsumieren gar nicht so viel
von ihrem Reichtum, sondern legen das meiste einfach an und verdienen mehr Geld.
Und das sind so die Diskussionen, die wir führen müssen. Und da ist eine Haltung,
wollen wir Egoismus stärken oder wollen wir Zusammenhalt stärken,
glaube ich, sehr, sehr wichtig.
Ja, ich würde gerne wissen, was ihr davon haltet, wie ihr Ayn Rand wahrnehmt.
Schaut euch mal, es gibt so kurze Dokus auf Arte, die man sich da angucken kann,
Wikipedia-Artikel durchlesen.
Und ob meine Wahrnehmung, dass das quasi eine Ausrede ist für libertäre Antisozialisten,
ihren Egoismus ausleben zu dürfen, ob das eine gute Vermutung ist,
die sich da entwickelt hat, beim Hören dieses Podcasts.
Schöne Grüße an Jasmin Körber und ganz lieben Dank euch allen fürs Zuhören.
Wir sehen uns in meinem Discord, mcfm.discord.
Upsi, ja Moment, jetzt habe ich, muss ich nachträglich nochmal reingrätschen,
in diesen Podcast, den hatte ich jetzt irgendwie vor zwei Tagen aufgenommen,
und wollte ihn jetzt gerade veröffentlichen, da fiel mir auf.
Die eine Sache, die ich jetzt angerissen hatte, die habe ich gar nicht zu Ende erzählt.
Das ist natürlich immer wieder einschlafen, Podcast abschweifen,
roten Faden verlieren, paar Exzellen aus. Leider habe ich den nicht wieder aufgegriffen
und zwar habe ich in dieser Episode irgendwo gesagt, ich finde gerade die Stellen
nicht, sonst hätte ich da vielleicht rein editiert.
Und ihr wisst ja, ich editiere meine Podcasts eigentlich nicht ich drücke Aufnahme,
ich labere los, drücke Stopp und lade hoch geht beim Haltungsglocken nicht ganz
gut eine kurze Ergänzung noch, ich hatte irgendwo gesagt,
der Kapitalismus hat das Versprechen gehabt, dass es am Ende allen besser geht
Trickle-Down-Effekt und das ist zum Teil stimmt, weil Armut heute was anderes
ist als früher was ich noch dazu sagen wollte und irgendwie glaube ich vergessen habe ist,
das macht Armut nicht besser Aber Armut ist immer noch schlimm.
Ich finde Armut erbärmlich für uns als Gesellschaft, dass wir uns das weiterhin
leisten. Warum muss die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinander gehen?
Das finde ich nicht richtig. Das ist genau das, was Ayn Rand in ihrer Philosophie herbei beschwört.
Ich weiß nicht, ob sie es beabsichtigt hat, aber das ist eben das,
was passiert, wenn Turbo-Egoismus, Turbo-Libertärer Scheiß von Peter Thiel irgendwie,
pseudophilosophisch-moralisch legitimiert wird.
Und es führt dazu, dass, es kam gerade wieder die neuen Zahlen,
wie viele Menschen auch in Deutschland in Armut leben und sich.
Keine Teilhabe am gesellschaftlichen Leben leisten können.
Und das finde ich eine Schweinerei. Das muss nicht so sein.
Ich weiß ganz genau, dass ich nicht zu den 99 Prozent gehöre,
die am wenigsten in der Welt haben, sondern ich gehöre sicherlich zu dem einen
Prozent. Mir geht es gut. Ich habe ein sehr hohes Gehalt.
Ich habe sogar mittlerweile Vermögen aufgebaut, nicht besonders viel,
aber mein Haus ist abbezahlt. Das ist halt mega luxuriös.
Ich lebe quasi in Reichtum, weil ich mir sehr viel leisten kann und mir um Geld
nicht so wirklich Sorgen machen muss.
Und selbst ich, der jetzt nicht zu den Superreichen gehört,
sondern so zu den Mittelreichen, von denen man ja eigentlich erwarten würde,
dass die am wenigsten abgeben wollen, weil wenn wir Mittelreichen irgendwie
ein bisschen abgeben müssten, dann wären wir vielleicht nicht mal mehr mittelreich,
sondern vielleicht schon mittelarm.
Aber das ist nicht so. Das ist nicht so.
Ich würde total gerne mehr Steuern zahlen, wenn alle in meiner Lage das tun würden.
Wenn es einfach gesellschaftlich akzeptiert wäre, niemand muss Milliardär sein.
Ich bin kein Milliardär.
Aber selbst die, die ein sehr gutes Einkommen haben, die könnten mehr beitragen
zu den Sozialsystemen, zur Pflege, so was auch immer.
Und die, die richtig reich sind, die könnten mal richtig zur Kasse gewähren.
Es gibt überhaupt keinen Grund dafür, mega reich zu sein.
Das heißt nicht, dass alle gleich viel Geld haben müssen. Das heißt jetzt nicht,
Kommunismus, alle müssen alles abgeben, alles muss enteignet werden.
Aber die Schere muss nicht so weit auseinander gehen.
So, und das wollte ich nur nochmal ergänzen, weil das vielleicht so geklungen
hat jetzt in meinem Kopf, in der Nachbetrachtung auf diese Episode,
dass ich den Trickle-Down-Effekt für echt halte.
Den gibt es nicht, sondern ich glaube, Armut ist heute was anderes als vor 100
Jahren oder vor 300 Jahren. Auf jeden Fall ist es das.
Aber es ist dadurch nicht unbedingt besser. Nur weil wir jetzt alle Nylonstrumpfhosen
tragen können, wenn wir es denn wollen.
Also ich möchte es nicht, aber ihr versteht schon, was sich heute verändert
hat in der heutigen Armut gegenüber der Armutton vor 200 Jahren.
So, ich möchte auf gar keinen Fall Armutschön reden, um mich zu werden.
So will die nicht verstanden werden.
Ich halte das für eins der, also das größte Problem unserer Gesellschaft ist
sicherlich die ökologische Katastrophe.
Also Artenvielfalt geht zurück durch den Klimawandel, Klimaerwärmung,
Küstenregionen werden unbewohnbar. Wir machen das, die kleine Nische,
in der Homo sapiens leben kann, machen wir noch kleiner.
Und das ist schlimm.
Das nächst Schlimmere ist und auch damit zusammenhängt, weil die ökologische
Nische geht ja dadurch kaputt, dass wir Turbokapitalismus erlauben.
Und ist eben, ja, genau, diese Riesenschere zwischen Arm und Reich.
Das wollte ich nochmal gesagt haben. Ja.
Ich hoffe, ich hab's jetzt. Ich hoffe, ihr habt's verstanden.
Ansonsten gerne, kommt in Discord und wir reden. Dankeschön, bis dann.

Haltungsblock 2 – KI

Aufgeteilt nach KI in Arbeit, Kunst und Alltag versuche ich meine Haltung zu teilen. Das ist gar nicht so einfach bei so einem dynamischen, volatilen Thema. Morgen ist meine Haltung vermutlich schon anders.
avatar
Toby

Veröffentlicht am 11.05.2026
Haltungsblock 2 ~ KI - Episodenbild

Transkription

Diese Transkription enthält vermutlich ein paar Fehler, hilft aber bei der Suche. Wer das hier liest schläft auch ein!


Moin, ich bin Tobi und dies ist der Haltungsblog. In dieser Episode wird es
um meine Haltung zum Thema KI gehen.
Das ist also auch nicht zu erwarten, dass dies eine abgeschlossene Episode wird.
Eine Episode zur Haltung zu KI und dann war es das. Sieht aktuell nicht so aus.
Das Thema ist sehr komplex und groß und verändert sich täglich,
fast täglich zumindest.
Und deswegen erfordert das Thema eine kontinuierliche Betrachtung,
Beobachtung und Einstellung.
Also es reicht nicht aus, sich einmal eine Haltung zum Thema KI zu entwickeln
und dann war es das und damit kann man dann bleiben.
Es sei denn, die Haltung lautet, das finde ich alles blöd, das kann weg.
Das ist bei mir nicht der Fall. Ich möchte allerdings sehr differenziert an
die Sache rangehen. Deswegen möchte ich verschiedene Sachen trennen.
Vornehmlich meine Haltung bezüglich KI in der Arbeit und meine Haltung bezüglich KI in der Kunst.
Fangen wir mit Arbeit an. Machen wir Kapitelmarken. Warum eigentlich nicht?
Also in der Arbeit werden wir ja auch überrollt vom Thema KI.
Ich bin in der Softwareentwicklung tätig, das wissen viele.
Und gerade in der Softwareentwicklung hat KI einen unglaublichen Impact.
Es gibt neue Sprachmodelle wie Cursor oder Claude.
Ich glaube, Claude hat aktuell die Nase vorn von Antropic.
Das kann einfach sehr, sehr gut Sourcecode ausspucken. Also man unterhält sich
so ein bisschen mit Cloud und gute Herangehensweisen sind dann erstmal in den
Planning-Mode zu gehen.
Und mit Cloud bespricht man dann, wie man ein bestimmtes Feature für ein Programm umsetzen will.
Also es geht um Software-Programmierung, da muss halt am Ende Programmcode erzeugt
werden, der wird kompiliert oder ausgespielt auf Web-Servern,
was auch immer damit passiert. So, in meinem Fall geht es um iOS-Entwicklung,
also eine App fürs iPhone.
Und Cloud ist ja gut darin, Sourcecode zu generieren für diese App.
Aber auch nicht fehlerfrei, denn alles, was Cloud generiert,
ist ja halluziniert, ist ja plausibel, ist ja abgeleitet aus dem,
womit Cloud trainiert worden ist.
Und insofern kann das gar nicht immer alles sofort richtig sein.
Kann natürlich schon. Also je nachdem, in welche Richtung man schaut,
wenn man nur ganz, ganz kleine, triviale Sachen ändert, dann kann Claude das wirklich...
Besser als jeder andere Entwickler mit so weiter. Bei komplexen Sachen sieht
es ein bisschen anders aus.
Da braucht Claude sehr viel Anleitung, sehr viel Kontext, sehr viel Übung mit dem System.
Und auch da kann Claude sehr, sehr hilfreich sein bei der Planung von größeren
Änderungen, Refactorings und so weiter und so fort.
Aber das, was Claude dann am Ende ausspuckt an Sourcecode, ist häufig nicht
gleich am Anfang das Richtige.
Und das Richtige, damit meine ich nicht nur, es funktioniert,
sondern es funktioniert auch langfristig, es passt in die Architektur,
es passt in den Stil der bisherigen Entwicklung und so weiter und so fort.
Das ist also, ja, das erfordert dann noch ganz viel Feinschliff und Arbeit mit dem System.
Trotzdem glaube ich, dass Programme wie Claude oder Cursor allgemein dieses
Agentic, früher hieß das noch Vibe Coding und mit früher meine ich vor ein paar Wochen.
Heutzutage sagt man eher Agentic Coding.
Das ist jetzt da, das hat uns überrollt wie so eine Lawine und es ist auch nicht nur schlecht.
Also vieles daran ist halt sehr hilfreich. Es verändert aber den Arbeitsalltag
von Softwareentwicklern massiv.
Denn auf einmal können ja alle Sourcecode erzeugen. Nicht nur Softwareentwickler,
sondern auch Menschen, die vorher nichts mit Softwareentwicklern zu tun hatten.
Designer, Produktmanager, irgendwelche Manager, so wie Tobi.
Ich bin ja auch kein Entwickler mehr, sondern Manager.
So, und da kommt dann ganz viel Sourcecode raus. Die Frage ist ja,
Braucht man wirklich viel Source-Code? Also die Aufgabe, ich sage immer zu meinen
Entwicklern, die Aufgabe von einem Softwareentwickler ist nicht,
so viel Source-Code wie möglich zu produzieren.
Sondern so viel Wert für den Kunden zu erschaffen mit so wenig Source-Code wie möglich.
Denn jedes Zeile Source-Code ist irgendwann technische Schuld.
Das ist halt, je größer ein Softwareprojekt wird, desto schwieriger wird es,
das zu warten, weiterzuentwickeln und so weiter und so fort.
Und kann man natürlich sagen, mit Cloud ist das alles kein Problem mehr,
weil Cloud kann ja die Wartung machen, das Refactoring und alles Mögliche.
Aber da ist es halt noch nicht. Vielleicht nächstes Jahr, vielleicht nächste
Woche, wer weiß das schon.
Aktuell aber noch nicht. Und deswegen ist der Einsatz von KI halt schwierig,
weil auf einmal gibt es halt ganz, ganz viel Source Code, weil der wird einfach
generiert. Das geht halt sehr schnell, große Mengen an Source-Code zu generieren,
aber das muss ja alles angeguckt werden.
Wir können ja das einfach nicht einfach in das Produkt rein klamüsern und dann
ist es da und der Kunde guckt in die Röhre, wenn dann Bugs sind und keiner kann
die beheben. Also Bugs sind Fehler im Produkt, die dann zu Crashes oder zu Fehlverhalten führen.
Crashes sind Abstürze. Entschuldigung, ganz viel Dengeschaut, egal.
Es gibt schon Firmen, die stellen gar keine Entwickler mehr ein.
Softwarefirmen, die ohne Softwareentwickler Software produzieren,
einfach alles generiert und kümmern sich nicht um morgen oder keine Ahnung was.
So kann man machen, ist aber halt äußerst riskant für alle Beteiligten, das so zu machen.
Amazon hat angeblich gerade sehr, sehr viele Entwickler rausgeworfen,
weil das jetzt alles generiert wird und hat jetzt schon Probleme damit.
Also das war keine so gute Idee.
Bei uns ist es so, der Arbeitsalltag von einem Entwickler verändert sich massiv.
Es wird viel mehr Zeit damit verbracht, das auch kurz zu überprüfen.
Das wurde natürlich vorher schon gemacht, das ausgehört von Kollegen,
nennt sich Pull-Request-Review, wurde halt schon immer viel gemacht und jetzt
kommen halt noch viel mehr Pull-Requests rein.
Also das sind so Anfragen, dass ein neues Feature eingebaut wird, sozusagen.
Oh Gott, soll ich euch jetzt Git erklären? Nee, mache ich nicht.
Aber wenn etwas programmiert wird, schauen immer nochmal andere Leute auf den
Programmcode drauf, bevor der quasi ins Produkt kommt.
Und das muss natürlich für generierten Code erst recht gemacht werden.
Das heißt, im Arbeitsumfeld ist KI längst da und geht auch nicht mehr weg.
Allerdings ist umso wichtiger die Frage, was will man eigentlich damit machen.
Ich habe auch schon auf Management-Ebene gesehen, Denn da wird nicht nur das
Produkt, das man verkaufen will, generiert, sondern auch internes Tooling.
Also Werkzeuge, die irgendwelche Dashboards erstellen, die werden halt auch
alle jetzt mit Cloud erstellt.
Und dann sagt man ganz stolz, hey, ich habe ein neues Dashboard gebaut, hier, schaut mal.
Und auf die Frage, okay, warum hast du das erstellt, welches Problem soll das
lösen, ist dann meistens eher so, ja, ich brauchte das irgendwie.
Aber so richtig klar ist es nicht. und dann entsteht ein absoluter Wildwuchs
und es ist halt nicht wirklich hilfreich.
Das heißt, die Frage, was wollen wir eigentlich generieren mit KI,
ist halt auf einmal viel, viel wichtiger geworden. Ja, die Hürde ist geringer geworden.
Es ist viel leichter geworden, einen Programmcode zu erstellen,
aber das heißt nicht, dass alles generiert werden muss, was generiert werden
kann, weil man es vielleicht gar nicht braucht, weil es gar keinen Sinn ergibt, das zu bauen.
Und weil es eben auch gefährlich ist, Dinge zu bauen, die man selber nicht versteht.
Ich habe jetzt diese Woche gerade ein Experiment gemacht und ein kleines Feature
mit Cloud versucht zu entwickeln, von dem ich wusste, dass es geht.
Also ich habe gar nicht so richtig viel gelernt.
Also ich habe natürlich gelernt, besser mit Cloud umzugehen,
aber ich wusste, dass dieses Feature komplexer ist als etwas,
was ich ohne Cloud hätte machen können. Ich kann noch ein bisschen entwickeln.
Kleine Sachen habe ich auch schon gemacht.
Und meine Entwickler freuen sich dann immer, dass ich auch noch ein bisschen
was von Sourcecode verstehe und mich da auch einarbeite. Das macht mir auch Spaß.
Aber ich bin halt kein Profi-Entwickler. Und das, was ich mir vorgenommen hatte
diese Woche, wäre etwas für zwei, drei Profi-Entwickler gewesen,
in einem normalen Fall. Und ich habe das halt mit Cloud gemacht.
Und das hat funktioniert. Also ich habe ein Ergebnis bekommen.
Nicht perfekt, also es stürzt ab, wenn ich es falsch benutze.
Es ist also auf gar keinen Fall etwas, was ins Produkt reinkommt.
Ich möchte nicht mal meine Entwickler damit belästigen, dass die sich das angucken.
Aber ich habe etwas gelernt und zwar...
Ich glaube nicht, dass man, wenn es um Produktcode geht, also Software,
die man für Kunden erstellt, dass man dann etwas generieren sollte,
was man selber nicht mehr verstehen kann.
Ich könnte natürlich jetzt das, was ich selber nicht verstehe,
was ich selber nicht alleine geschafft hätte, an diesem Sourcecode an Leute
geben, die das eigentlich verstanden hätten, die das auch selber hätten machen können.
Dann können die das überprüfen und dann natürlich durchwinken.
Aber warum sollte ich das eigentlich tun?
Warum sollten die das nicht einfach generieren? Die können viel,
also während der Generierung schon erkennen, ist das das Richtige?
So, das heißt, ich setze für mich
ganz klare Grenzen, wofür ich Cloud im Arbeitsalltag einsetzen möchte.
Wenn ich eine Präsentation erstellen muss und gerade keine Vorlage habe,
dann mache ich das manchmal tatsächlich mit Cloud.
Weil da habe ich eine Presentation MD, eine Vorlage schon gemacht und lasse
dann Cloud mir irgendwelche Grafiken und sonst was generieren.
Alles natürlich mit meinem Input. Dann sage ich halt ganz genau, was drauf sein soll.
Aber ich muss die Grafik nicht selber malen. Das ist ganz praktisch.
Ich hätte sie selber malen können.
Mit Cloud ist es irgendwie deutlich schneller.
Und ich mache das auch nicht oft, aber manchmal brauche ich es.
Und dann ist es halt wirklich sehr hilfreich.
Also ich setze KI im Arbeitsumfeld nur da ein, wo ich es auch selber machen
könnte, wo ich selber das Ergebnis beurteilen kann, ob es denn richtig ist und
wo es mir aber Arbeit abnimmt und ich dadurch schneller werde.
Da, wo ich es nicht selber beurteilen könnte, ob das richtig ist,
was die KI gemacht hat, da setze ich es auch nicht ein.
Da frage ich dann lieber die Leute, die es richtig machen könnten,
ob sie das tun wollen, können und dass die das dann machen.
Ob die dann eine KI einsetzen, um schneller zu sein, das ist mir erst mal egal.
Also wahrscheinlich tun sie es mittlerweile, weil alle tun das.
Aber das heißt ja nicht, dass ich es selber mache.
Das heißt ja, Source-Code-Generierung wird demokratisiert, das ist immer so ein Stichwort.
Aber ob das so gut ist, ich weiß es nicht. Meine Haltung ist da eher,
wir brauchen da, wir müssen da eine Grenze finden.
Also wenn es länger dauert, einen von KI generierten Source Code zu überprüfen,
als ihn von einem Experten generieren zu lassen, warum soll es denn dann nicht
der Experte gleich generieren?
So losgelöst davon würde ich betrachten die Anwendung von KI in der Kunst.
Das ist ja auch etwas, was um sich greift. Spotify ist voll mit KI-generierter Musik. Was heißt voll?
Mein Bruder hat mir letztens erzählt, dass ihm automatisch was zugespült worden
ist, was offensichtlich KI-generiert war.
Es gibt da mittlerweile auch eine Webseite mit der kann man überprüfen ob Songs
auf Spotify KI generiert sind die heißt,
SlopTracker.org wenn ihr also auf Musik stoßt auf Spotify und ihr denkt,
die könnte KI generiert sein geht ihr da hin und könnt es da überprüfen es gibt da auch schon,
50 Künstler, die eindeutig als KI-Künstler identifiziert worden sind,
die werden einfach aufgelistet.
Und da habe ich ein ganz mulmiges Gefühl dabei. Das ist ganz anders als im Arbeitsumfeld.
Es gibt sicherlich auch in der Kunst Arbeitsschritte, die einem mit KI abgenommen leichter fallen.
Sobald die aber ins Endprodukt, also ins Kunstwerk reinkommen,
weiß ich einfach nicht, ob das gut ist.
Ich habe mal probiert, Songtexte für meine Band mit JetGPD zu erstellen.
Das fühlte sich einfach komplett falsch an.
Das ist irgendwie nicht meine Kunst. Ich kann das dann zwar selber singen und
dann kommt es aus meinem Mund, aber das ist nicht wichtig.
Es gibt Suno, das ist eine KI, die Musik erstellt, inklusive Gesang.
Es trainiert auf ganz viele verschiedene Musikrichtungen und da kann man auch
sagen, generieren wir mal einen Western-Song mit einer rauchigen Frauenstimme
und dann kommt es da raus.
Und es klingt alles sehr plausibel. Und hier ist vielleicht ganz interessant
der Konflikt, den ich mit Esel und Teddy hatte.
Das ist ein Podcast, den ich sehr schätze. Die machen das seit über 19 Jahren
und ich habe die vor 15 Jahren kennengelernt oder so und seitdem verfolge ich
die, bewerbe sie in allen meinen Kanälen und bin ein großer Fan.
Und ja, ich glaube, wir haben uns sogar ein bisschen angefreundet über die Jahre,
wir haben uns ein paar Mal gesehen und wir schätzen uns gegenseitig schon,
so, und das fühlt sich gut an. So, jetzt gab es aber zum 19.
Geburtstag eine Episode, wo Teddy für Esel ein Click-Adventure,
gevibe-codet hat. Also einfach auch mit Cloud, glaube ich sogar,
irgendeine KI, hat er halt gesagt, hier, ich brauche ein Click-Adventure als
Web-App und hat dann quasi zum 19.
Geburtstag ein Click-Adventure gemacht und Esel hat das dann in der 19.
Geburtstagsepisode durchgeklickt.
Während dieser Episode lag Teddy sich kaputt und sagt, das ist ja lustig,
diesen Dialog hatte ich selber noch nie gelesen.
Das heißt, er hat nicht nur das Click Adventure generieren lassen,
sondern auch die Dialoge generieren lassen und einige davon nicht mal gegengelesen,
bevor er es Esel zum Spielen gegeben hat.
In dem Moment habe ich die Episode
ausgemacht und wollte sie nicht weiterhören. Mich hat das geärgert.
Das war für mich eine Überschreitung.
Also ja, ich weiß, dass Esel und Teddy auch schon vorher KI genutzt haben,
um irgendwelchen Inhalt zu generieren, den sie dann in der Episode benutzt haben.
Das hatte mich bisher nie gestört, weil das waren immer so, na,
als Hilfsmittel, ich lasse mir mal hier, was weiß ich,
die haben ja immer so Ranglisten, die zehn besten Dosen oder irgendwelche Quizzes
oder so haben sie sich dann mal auch Content generieren lassen und den dann
verwendet und irgendwie fand ich es nie richtig schlimm.
Es waren immer Abkürzungen, Prozessoptimierungen, die ihnen geholfen haben,
ihren Content zu generieren.
Das war für mich okay, aber das war jetzt so, nee, also,
danach habe ich dann Teddy angeschrieben und gesagt, ja, schade,
ich muss das ausmachen, ich kann es nicht zu ändern.
Und habe dann auch das Wort bocklos verwendet, worüber er sich sehr es hat ihn
sehr verstört, geärgert, weiß ich gar nicht mehr.
Er hat sich nicht beschwert, hat sich für das Feedback bedankt und sich da gefreut,
aber er hat auch gesagt, so bocklos, sieht er nicht ein, denn er hatte sehr
viel Zeit reingesteckt und er hatte sehr viel Bock und für ihn ist das Ergebnis auch toll.
Er hat es sehr genossen, auch die Stellen, die er vorher noch nicht gegengelesen
hatte, weil der Spirit, den er der KI mitgegeben hatte, dann durchaus rübergekommen ist.
Und ja, ich meinte bocklos aber anders, denn wenn ich.
Großen Wert auf das lege, was ich erzeuge als Kunst oder als Beitrag zu einem
Werk, wo es eine Schöpfungshübe gibt und wo ich etwas erstellen möchte,
dann schaue ich mir das alles vorher an.
Das ist ähnlich wie im Arbeitsumfeld.
Ich hau doch nichts raus, was ich nicht vorher intensiv begutachtet habe.
Und wenn ich KI benutze, um irgendwas abzukürzen, was sonst nicht möglich wäre
oder so, dann muss ich trotzdem mir das alles angucken. Und wenn man das nicht
macht, das fand ich halt bocklos.
Und das hat er dann, als wir auf dem Podstock das nochmal durchdiskutiert haben,
hat das dann auch verstanden.
Aber auf einen Nenner gekommen sind wir halt trotzdem nicht,
denn er findet das trotzdem durchaus legitim, das immer noch eigene Kunst zu nennen.
Was ich zu dem Zeitpunkt von diesem Konflikt noch nicht wusste,
war, dass Esel und Teddy ein Musical vorbereitet haben.
Das lief zu dem Zeitpunkt, als die 19. Geburtstagsepisode natürlich schon kam.
Und naja, es ist ein Musical, da ist Musik drin.
Sie haben aber natürlich keine Band. Ich meine, es ist sicher auch schwierig,
eine Band oder Musiker zu finden, die mal eben die Musik für ein Musical schreiben
und einspielen, nur damit zwei Podcaster auf dem Podstock Spaß haben können.
Das ist vollkommen klar.
Das heißt, ohne Suno, ohne eine KI, die Musik erstellt, wäre das nicht gegangen.
Und das Musical ist mittlerweile veröffentlicht. Ihr könnt euch das anhören.
Ist auf YouTube, glaube ich, auch schon.
Zumindest ist es in der Podcast-Episode erschienen. Und es gibt eine Episode
danach, wo sie mit Leni, die als musikalische Leitung dieses Musical begleitet
hat, besprechen, wie das alles gelaufen ist.
Und das habe ich mir durchaus angehört. Also ich habe sowohl das Musical auf
dem Podstock mit angesehen. Es hat übrigens echt sehr viel Spaß gemacht, mir das anzugucken.
Ich hatte da sehr viel Freude. Und ja, diese Freude hätte ich nicht gehabt ohne diese KI.
Und ich fand es auch interessant, mir hinterher anzuhören, wie sie mit der KI
an diesem Musical gearbeitet haben.
Denn sehr viel von der Struktur, von den Texten und so, kam natürlich von den
dreien selbst, haben sie sehr viel daran gearbeitet.
Und die Musik ist natürlich trotzdem komplett generiert. Und auch da ist sehr
viel Arbeit reingesteckt worden, Weil natürlich nicht gleich die ersten Songs, die da rausfallen,
wenn man einen Prompt schreibt, schreibt mir bitte einen Song für diesen Text
und in diesem Stil. Das passt dann natürlich nicht gleich.
Teddy hat sowas gesagt wie 600 Songs wurden generiert. Im eigentlichen Musical
sind es dann natürlich immer nur 5, 6, weiß ich gar nicht, wie viele Songs das geworden sind.
Das ist natürlich interessant, aber da kommt jetzt ganz viel zusammen,
weil an dem Abend, als das Musical aufgeführt worden ist, hatte ich sehr, sehr viel Spaß.
Da habe ich auch Fotos gemacht und das war lustig und ergreifend und schön,
Blödsinn und Liebe. Das hat mir wirklich viel Freude bereitet,
wie die beiden, also drei waren ja auf der Bühne, Leni, Isel und Teddy.
Aber Leni kann das, die ist Profi, die weiß, was sie gemacht hat,
kann singen und macht sie das beruflich.
Weiß nicht, zumindest war das durchaus professionell.
Isel und Teddy sind nicht geübte Sänger. Teddy kann ganz gut singen,
aber naja, also halt ganz gut. Nicht gut, ist halt nicht geübt.
Das ist halt nichts, wo er schon Bühnenerfahrung hat oder wo irgendwie ein Training
dahinter steht oder so. Und Isel kann es halt nicht.
Trotzdem kann man sich auf die Bühne stellen und singen und Spaß haben.
Und in dem Umfeld, wo alle einen kennen, also auf dem Potsdok,
das ist halt durchaus eine öffentliche Veranstaltung, können alle hinkommen,
kann man sich ein Ticket kaufen.
Aber alle, die da sind, sind super aufgeschlossen und wohlwollend, sag ich mal.
Also da ist halt kein kritisches Publikum, was irgendwie dann genau guckt,
ob alles irgendwie passt und sitzt und so. Sondern wir haben einfach alle Spaß miteinander.
Und genau da kann man das dann machen und sich das trauen. Und das ist trotzdem
noch eine große Hemmschwelle, die überwunden werden muss.
Aber es geht. Und dann wird es halt gefeiert, weil man sich auch was traut.
Und das habe ich auch. ich habe das gefeiert, weil das war wirklich mutig,
das zu machen und es war großartig, weil alle irgendwie ergriffen und begeistert
waren es hat wirklich Spaß gemacht aber liegt es daran, dass die Musik gut war? Ne.
Das lag halt daran, dass sie sich das getraut haben und dass sie sehr authentisch
dabei waren, wie sie auf der Bühne standen.
Und die Musik war wirklich eigentlich nur so eine Nebensache.
Ehrlich gesagt, mich hat sie ein bisschen genervt, weil ich Musicalmusik immer nervig finde.
Es gibt ganz wenige Musicals und ganz wenige Songs in Musicals, die ich mag.
Das ist halt auch ein Genre, was mir nicht so liegt. so, vielleicht liegt es
auch daran, dass ich da auf die Musik nicht so Wert gelegt habe.
Wenn ich aber auf die Musik Wert legen würde, dann würde ich es schon komisch
finden, dass die eben nicht selbst geschrieben war, dass die auch nur generiert war.
Und das war nicht von Musikern generiert, die gesagt haben, mach hier mal einen
Fünffitteltakt, das wäre ja voll spannend oder mach hier mal die Akkordfolge
irgendwie anders, sondern ich weiß nicht, also vielleicht ist das so bei Teddy,
dass er das weiß, wie Musik eigentlich geschrieben wird.
Ich glaube aber ja nicht und da ist halt einfach generell nochmal generieren,
noch mal, generieren, noch mal. Vielleicht machst du es ein bisschen ruhiger,
machst du es ein bisschen lauter, keine Ahnung was.
Und das ist halt nicht, so wird halt nicht Musik geschrieben.
Also da kommt halt irgendwas raus, was Suno sich dann zurecht, wie heißt das.
Halluziniert, genau, das Wort heißt halluzinieren.
Das sind einfach plausibel Akkordfolgen, plausible Instrumentierungen,
die irgendwie zusammengewürfelt werden und irgendwann ist es halt so,
dass es einem gefällt oder irgendwie nicht.
Und anders als im Arbeitsumfeld denke ich sogar, ja, auch das ist okay,
denn da, wo ich ernsthafte Arbeit erledige, also einen Algorithmus für ein Programm
schreibe, das dann irgendwas tut,
da muss ich halt sicher sein, dass das funktioniert.
Da muss ich halt wirklich verstehen, wie das geht, damit es richtig ist und
nicht kaputt geht und Nutzerdaten löscht oder irgendwie Mist macht.
Bei Kunst muss ich ja nur beurteilen können, ob es mir denn gefällt.
Bei Programmcode, ob der mir gefällt oder nicht, ist eigentlich erstmal egal.
Also ist sogar nicht mal ganz egal, aber da muss er halt richtig sein.
Und bei Musik gibt es halt eigentlich keine richtig und falsch.
Da gibt es halt nur, gefällt mir und passt oder passt nicht.
Und deswegen ist das da schon was anderes als im Arbeitsumfeld.
So, und wenn Esel und Teddy diese Musik für das Musical nicht generiert hätten,
dann hätte es halt das Musical nicht gegeben.
Und das wäre schon schade gewesen, weil das war ja wirklich ein Erlebnis.
Jetzt allerdings im Nachgang sehe ich, dass sie das auf Spotify veröffentlichen wollen als Musical.
Und da denke ich dann auch so, das ist aber nicht das Gleiche.
Also schon das auf YouTube anzugucken. Die Episode habe ich mir übrigens auch
nicht angehört, weil für mich ist das Tolle an dem Musical die Aufführung gewesen, das Dabeisein.
Das können natürlich gar nicht alle haben und ich will das jetzt auch nicht
allen anderen vorenthalten, aber mir die Songs nochmal hinterher anzuhören,
das ist für mich eigentlich überhaupt nicht interessant. Und das ist natürlich
irgendwie auch meine Haltung.
Jeder darf dazu eine Haltung haben, wie er möchte. Ich weiß,
dass viele Fans sich das jetzt schon mehrfach wieder angehört haben, das Musical.
Das ist ja auch okay, wenn sie das an diesen Event erändert.
Oder die Leute, die nicht dabei
waren, haben dann vielleicht einen Eindruck, wie es denn da wohl war.
Aber um die eigentliche Musik zu tun,
Kann es ja gar nicht gehen. Es geht um das Gefühl, dass Esel und Teddy sich
da deutlich aus ihrer Komfortzone begeben haben.
Und natürlich haben sie auch sehr viel dazu beigesteuert. Also es sind die Texte
und Kostüme, die sind ja nicht KI generiert, die Kostüme.
Und wie sie sich auf der Bühne bewegt haben, das war ja nicht KI generiert.
Das war schon alles sehr sehr echt aber es heißt ja nicht ohne Grund Musical,
und nicht Aufführung sondern es geht halt um die Musik und die ist halt generiert
deswegen, ich würde es mir auf Spotify auf gar keinen Fall anhören,
ich finde das auch nicht richtig, das auf Spotify zu veröffentlichen aber das ist meine Haltung,
und wenn Esel und Teddy eine andere Haltung haben, die hauen halt einfach raus
und dann sollen sie es halt einfach raushauen schöne Grüße an dieser Stelle,
also ich nehme euch das alles nicht übel.
Ich hoffe, ihr nehmt es mir auch nicht übel, dass ich das so in einer anderen Haltung habe als ihr.
Aber ich glaube, in der Kunst muss das wirklich auch diskutiert werden.
Wie weit will man da gehen?
Denn, jetzt kommen wir noch zum dritten Punkt.
Es gibt ja nicht nur das Arbeitsumfeld und die Kunst, sondern es gibt auch noch das Alltägliche.
Und da habe ich ganz, ganz große Bauchschmerzen.
Überall wird es auf einmal KI eingesetzt. In jeder Google-Anfrage wird mit KI
geguckt, ob man es noch irgendwie besser darstellen kann.
Und dann wird das immer auch so dieses nervige Slow Reveal, dass dann irgendwie
das so aussieht, als ob da gerade jemand das tippt. Die KI tippt gerade die Antwort.
Also die KI denkt dann auch nach und gibt dann nach und nach so frei,
was sie wohl gedacht hat.
Finde ich super schlimm. Also da habe ich ein echtes Problem mit. Denn...
Das macht es so normal.
LLMs, Large Language Models, was ja eigentlich hinter KI steht,
sind eine super interessante Technologie.
Das ist echt spannend, was die Menschheit so entwickelt hat.
Aber es ist nicht das, wofür die Leute es halten.
Also es wird schon wieder viel zu viel angenommen.
Ich glaube, von dem breitesten Teil der Gesellschaft wird angenommen,
dass das, was aus Chichipiti und anderen KIs in Anführungsstrichen rausfällt,
dass es richtig ist oder echt oder so.
Aber ist es halt nicht. Es ist halt einfach nur eine Heuristik.
Es ist irgendwie wahrscheinlich und plausibel, dass wenn man diese Frage stellt
oder dieses sagt, dass das und das dabei rauskommt. Und das ist einfach falsch.
Anzunehmen, dass das richtig ist. Und wenn man nicht beurteilen kann,
ob das, was da rausfällt, richtig ist, dann sollte man das lieber nicht machen.
Ich kenne Leute, die planen ihre ETF-Börsenanlagestrategie mit Chattipity.
Kann man machen. Aber wenn man überhaupt keine Ahnung von der ganzen Materie
hat, dann halte ich das für äußerst gefährlich.
Es gibt Leute, die lassen sich medizinisch beraten von KIs.
Und Entschuldigung, das ist richtig gefährlich. Nur weil eine medizinische Antwort
plausibel erscheint, ist die noch lange nicht richtig.
Und Ich glaube, dass wir da als Gesellschaft einfach viel zu viel Vertrauen
und Technikgläubigkeit in eine Sache haben, die das eigentlich gar nicht anbietet.
Also der Unterschied zwischen Korrektheit und Klausibilität wird da einfach
nicht verstanden und ignoriert.
Und weil es so natürlich wirkt, wird es einfach angenommen, dass es irgendwie
richtig ist. Und dieser Effekt ist ja nicht neu.
Wir haben doch schon in den 60ern, 70ern, wann hat Josef Weizenbaum Elisa programmiert?
Josef Weizenbaum war ein Informatikprofessor, der hat sogar in Hamburg gearbeitet
an der Uni oder war zumindest mal da. Und...
Der hat die ersten, in Anführungsstrichen, KI-Systeme auch mit einer Heuristik erstellt.
Die waren natürlich viel kleiner, aber Elisa war halt so ein Chatprogramm,
mit dem konnte man chatten, hat superdusselige Fragen gestellt eigentlich.
Aber es wirkte so natürlich, dass die Leute dann doch geglaubt haben,
auf der anderen Seite ist jemand, also nicht alle, aber doch ein Teil der Nutzer.
Und jetzt mit den neueren Large Language Models, die natürlich viel besser sind
als Elisa das hier war, greift das halt wirklich um sich.
Und jetzt völlig wahllos lieber Chat-GPT zu benutzen, um eine Frage zu beantworten,
als in Google eine Suche zu machen und sich dann die Ergebnisse anzugucken,
auf Webseiten zu schauen, die hoffentlich noch von Menschen geschrieben sind und nicht von KIs,
ist halt einfach wirklich gefährlich.
Andererseits, man weiß ja gar nicht
mehr, ob so eine Webseite von einer KI geschrieben worden ist oder nicht.
Es gibt so viel KI-Content im Internet, dass man das eigentlich schon gar nicht
mehr unterscheiden kann, was davon von einer Person, die sich vielleicht auskennt,
geschrieben worden ist und was davon einfach generiert ist.
Und wer das gepromptet hat und ob jemand das Ergebnis überprüft hat,
ist einfach überhaupt nicht klar.
Und deswegen, ich benutze es nicht.
Ich benutze ChatGPT nicht für
lass mal eben rausfinden, wie man eigentlich nochmal das und das macht.
Sondern wenn ich was lernen will, wie man kocht, dann gucke ich auf eine Kochwebseite
oder ein Kochbuch. so gibt es ja auch noch Bücher, so auf Papier.
Wenn ich irgendwas anderes lernen will, weiß ich nicht, suche ich auf YouTube
nach dem Video, das mir das erklärt.
Und wenn ich dann eins finde, wo die Stimme offensichtlich KI generiert,
irgendwelche KI generierten Texte vorliest, es geht, ich ertrage das nicht.
Ich weiß nicht, was das soll.
Denn erstens ist es halt womöglich falsch und damit gefährlich.
Also nicht womöglich gefährlich, sondern es ist einfach gefährlich,
sich darauf zu verlassen. sowas zu konsumieren.
Und zweitens, worüber ich jetzt noch gar nicht gesprochen habe,
was aber ein ganz, ganz wichtiger Punkt ist, ist der ökologische Impact-Einfluss, den es hat.
Das ist also ein Stromverbrauch, ein Wasserverbrauch zur Kühlung der großen
Rechenzentren, der ist einfach unglaublich.
Das kostet so viel Energie, Geld und Wasser, um diese Systeme zu erstellen.
Das Trainieren der Models ist wahnsinnig teuer und aufwendig.
Und das betreiben der Server halt auch. so. Vielleicht ist nicht jede einzelne
Chachibiti-Anfrage wirklich schlimm.
Da wird nicht jedes Mal ein Liter Wasser irgendwie auf den Server gekippt,
damit der kalt wird. Aber in der Menge ist es halt doch.
Deutlich schlimmer, als wenn man ein Buch aufschlägt, um etwas nachzuschlagen,
was man auch so herausfinden kann.
Oder meinetwegen eine Google-Anfrage zu stellen. Aber es gibt ja auch kaum noch
Suchmaschinen, die nicht auch noch eine KI mit drin haben. Es ist also wirklich furchtbar.
Und da muss man sich halt immer fragen, will ich wirklich den Planeten anzünden?
Will ich wirklich die Zukunft von.
Communities, Gemeinden aufs Spiel setzen, in deren Nähe ein KI-Rechenzentrum steht.
Will ich wirklich, dass Elon Musk Millionen Satelliten ins All schickt,
weil er meint, da ist es kalt, da muss man die KI-Rechenzentren nicht so doll kühlen.
Es ist doch alles Wahnsinn. Also dafür sollten wir uns noch nicht die Zukunft verbauen.
Also es ist eh schon fraglich, ob die Menschheit die ökologische Katastrophe,
die sowieso schon passiert, durch die Klimaerwärmung überlebt.
Artensterben ist irgendwie eine echte Bedrohung und mit der Nutzung von KI machen
wir diese Bedrohung einfach nur noch größer und noch schneller.
Und das ist halt wirklich eine Sache, sollte man sich halt zwei bis dreimal
überlegen, ob man sowas einsetzt. Mache ich auch in der Firma.
Ich überlege jedes Mal, wenn ich ein Projekt mit KI umsetzen will,
muss ich das jetzt machen?
Habe ich irgendwie einen anderen Weg, das zu tun? Und ja, natürlich,
wenn ich eine Präsentation mache, kann ich mir auch die zwei,
drei Tage nehmen, die ordentlich zu machen.
Wenn es aber nicht anders geht, weil ich es schnell liefern muss,
um was zu machen dann nehme ich es halt in Kauf, dann mache ich es mal,
das ist diese Ambivalenz,
nicht jede Entscheidung die man trifft, ist richtig aber dann einfach zu sagen,
mir ist jetzt egal ich haue jetzt einfach alles raus, weil ich habe ja zu Hause
auch schon zwei Elektroautos stehen oder so, dann ähm.
Da ist man auf dem Holzweg. Ich finde, man muss jede dieser Entscheidungen immer
wieder bewusst treffen.
Mache ich das jetzt oder nicht? Nehme ich das jetzt in Kauf oder nicht?
Investiere ich das jetzt oder nicht?
Nehme ich in Kauf, dass durch meine Nutzung von KI die Zukunft der Menschheit
wahrscheinlich verkürzt wird oder nicht? Also wie wichtig ist es mir jetzt gerade
und wie intensiv nutze ich es jetzt gerade? Kann ich es vielleicht weniger benutzen?
Sollte man sich, glaube ich, wirklich viel benutzen und Gedanken darüber machen
und darüber hinaus eben sich auch die Frage stellen, benutze ich es richtig?
Also verstehe ich, was die KI mir sagt? Kann ich einschätzen,
ob das, was sie sagt, richtig ist oder gut?
Wie viel Wert lege ich eigentlich darauf?
Also wenn ich ein Musical entwickle und überlege, das hinterher vielleicht auch
auf Spotify hochzuladen, dann ist es vielleicht was anderes,
als wenn ich es nur für einen Auftritt auf dem Podstock mache.
Weil der Auftritt auf dem Podstock, der lebt davon, dass wir da gemeinsam Spaß
haben und dass da wirklich was Tolles auf die Bühne gebracht worden ist.
Das hochzuladen bei Spotify ist aber eine andere Nummer. Das ist dann irgendwie,
auf einmal ist es dann irgendwie langlebig, aus der Konserve irgendwie so und
vielleicht habe ich da ja einen anderen Anspruch dran, als für diesen einen Auftritt.
Also ich mache mit meiner Band, ich mache seit über 30 Jahren,
warte mal, welches Jahr haben wir? 26.
Ich habe 1990 meinen ersten Live-Auftritt gehabt, seit ja, Gott,
oh Gott, 36 Jahren mache ich Live-Musik. So, und,
Mir ist sehr bewusst, dass meine Live-Auftritte, und davon habe ich hunderte
in meinem Leben gemacht, natürlich nicht alle so sind, dass man die auf Spotify
veröffentlichen sollte.
Es gibt ganz wenige Videos, die ich bei YouTube hochgeladen habe,
wo ich dachte, okay, das ist jetzt wirklich so, das will man sich vielleicht
mal anschauen, wenn man nochmal möchte.
Aber niemals irgendwie alles von einer Band.
Es gibt von einer Band einen ganzen Auftritt, der ist sogar nicht mal besonders gut.
Und das ist auch mehr so die Dokumentation. Ich erwarte nicht,
dass ich damit irgendwie Hörer begeisterte, die ich vorher nicht hatte,
sondern das ist quasi für uns, habe ich das da hochgeladen, dass wir uns das
nochmal angucken können.
Und der Link ist nicht versteckt. Aber das ist jetzt nicht so,
dass ich da erwarte, dass da irgendwie noch andere Leute draufschauen oder so.
Weil das für die einfach auch gar keinen Mehrwert hat.
Ja, es ist alles schwierig. Es ist alles ambivalent. Aber ohne sich zu hinterfragen
und ohne vielleicht nochmal zu überlegen, muss ich das jetzt auch noch machen,
muss da jetzt auch noch was ran,
wie oft will ich die KI wirklich fragen, was sie hier tun soll,
wie viele Tokens will ich hier investieren,
halte ich es halt wirklich für fragwürdig.
Und ich wünsche mir, dass wir als Gesellschaft dabei bleiben,
uns an der Haltung zu entwickeln, diese Haltung weiterzuentwickeln.
Die Systeme entwickeln sich sowieso weiter, das kann man ja nicht aufhalten,
aber wie wir als Gesellschaft damit umgehen, das können wir schon beeinflussen
und das geht am besten über eine Diskussion.
Und das hier ist jetzt mein Diskussionsbeitrag mit meiner Haltung in diesem
Haltungsblog. Wenn ihr eine andere Haltung habt, dann ist das gut.
Teilt sie mir gerne mit. Es gibt einen Discord mikfm mikmartha-idakonrad.friedrich-martha slash,
Discord, D-E-S-C-O-R-D. Da könnt ihr euch dann einloggen in deinen Discord und
es gibt da einen Kanal, der heißt Haltung und da kann das gerne diskutiert werden.
Ich freue mich über eure Beiträge.
Und hoffe, dass wir gemeinsam als Gesellschaft besser darin werden mit dieser
neuen Technologie, die wirklich schwer zu begreifen und schwer zu behandeln ist,
dass wir damit irgendwie besser werden. Also, bis die Tage.

Haltungsblock 1: Stabil und Flexibel

Neu: der Haltungsblock bleibt im Einschlafen Podcast, bekommt aber separate Episoden. Das sollte es Euch leichter machen, einzuschlafen und oder aber auch Haltung zu hören. Hab Euch lieb!
avatar
Toby

Veröffentlicht am 14.04.2026
Haltungsblock 1: Stabil und Flexibel - Episodenbild

Transkription

Diese Transkription enthält vermutlich ein paar Fehler, hilft aber bei der Suche. Wer das hier liest schläft auch ein!


Moin, ich bin Tobi und dies ist der Haltungsblog. Bitte nicht erschrecken,
das erscheint zwar im gleichen Programm wie der Einschlafen-Podcast,
aber ich habe mich entschieden, den Haltungsblog rauszulösen.
Das heißt, es sind jetzt separate Episoden.
Wenn ihr gerade einschlafen wollt, lasst euch einfach die nächste Episode runter,
denn dieser neue Haltungsblog, der erscheint jetzt separat.
Ihr könnt den runterladen, anhören, wann ihr wollt.
Da gibt es Inhalte zum Aufregen, zum Nachdenken, zum Nicht-Einschlafen womöglich.
Die hatte ich bisher immer im Einschlafen-Podcast mit drin. Was heißt immer?
Also seit es den gibt. Also irgendwie, ich weiß nicht, zwei Jahre oder so.
Und da habe ich mich immer so ein bisschen so, soll ich euch wirklich jetzt
vom Einschlafen abhalten im Einschlafen-Podcast?
Ich weiß es nicht. Manchmal war es ein bisschen komisch. So und deswegen haben
die Katrin und ich uns überlegt.
Vielen Dank, Katrin Rönecke von Haus 1 an dieser Stelle für die tolle Idee.
Wir machen das einfach weiterhin im Einschlafen-Podcast-Feed,
aber nicht in den Episoden. Das heißt, die Einschlafen-Podcast-Episoden sind
jetzt wieder frei von möglicherweise Sachen, die nicht zum Einschlafen sind.
Wobei, irgendwas ist ja immer.
Und der Haltungsblock, wo ich halt bewusst euch eventuell aufrege,
ist in separaten Episoden, aber im gleichen Feed.
Das heißt, ihr bekommt sie automatisch und könnt dann eben entscheiden,
will ich das jetzt hören oder nehme ich einfach die direkt nachfolgende Episode
zum Einschlafen. dass das Block.
Genau, und wie oft dann der Haltungsblock erscheint, muss ich dann sehen.
Genau, das ist die große Entdeutschkeit.
Ich werde jetzt nicht in die alten Episoden reingehen und da den Haltungsblock rauslösen.
Das habe ich kurz überlegt, aber es ist echt viel Arbeit. Wenn das jemand von
euch machen möchte, wäre ich euch total dankbar.
Ich kann euch auch die original Audio-Dateien zur Verfügung stellen,
falls jemand Lust dazu hat.
Aber muss, glaube ich, echt nicht sein.
That's it. Erster separate Haltungsblock. Habe ich gedacht, ich brauche ein gewichtiges Thema.
Was ist denn meiner Ansicht nach vielleicht die wichtigste Haltung,
die man im Leben haben sollte?
Und das ist meiner Meinung nach die Haltung,
dass man sein Wertegerüst stabil und flexibel gleichzeitig hält.
Das ist eine Haltung, die wirklich schwer ist und deswegen muss ich sie ein
bisschen erklären und auch erklären, warum ich glaube, dass es die wichtigste ist.
Und also Haltungsgerüst, Wertegerüst, das ist die Summe aus Grundansätzen,
die mich zu moralischen Aussagen bringt oder die mich zu Entscheidungen führt.
Und die sollte gleichzeitig stabil als auch flexibel sein. Was meine ich damit?
Stabil natürlich im Sinne von, es sollte nicht komplett volatil sein,
man sollte nicht komplett ständig von links nach rechts, von oben nach unten,
von gut nach böse und sonst wie was schwanken,
sondern man muss natürlich schon irgendwie eine klare Linie haben,
die man auch langfristig verfolgt.
Sonst ist auf nichts Verlass und alles ist irgendwie komisch gleichzeitig flexibel
und das ist der eigentliche Knackpunkt, denn einfach so tun,
was man immer getan hat und an das zu glauben, was man immer geglaubt hat.
Fällt einigen Leuten schwer weil sie an nichts glauben, aber ansonsten ist das
nicht so die Herausforderung die größere Herausforderung ist glaube ich,
flexibel zu bleiben und offen zu bleiben für neue Erkenntnisse und das ist echt schwer,
Ich weiß noch, wie schwer ich mich damit getan habe, zu akzeptieren,
dass ich in meiner Sozialisierung, in meinem Aufwachsen, in meinem Großwerden
Dinge oder schon als Kind Dinge gelernt habe,
die ich später als nicht gut identifizieren musste.
Das offensichtlichste Beispiel ist als Kind habe ich das N-Wort ganz selbstverständlich
benutzt war mir dessen nicht bewusst dass das rassistisch ist und als ich dann
gelernt habe das N-Wort zu benutzen ist aber echt nicht so geil, es ist rassistisch,
habe ich zuerst gedacht ja Moment, aber ich bin ja kein Rassist also ich habe
lange Haare, Links Heavy Metal Fan,
ich bin wirklich kein Rassist deswegen kann ich es weiter benutzen weil ich
ja kein Rassist bin das macht mich ja nicht zum Rassisten Und es hat tatsächlich
ein bisschen gedauert, bis ich dann verstanden hatte, ja genau diese Einstellung
macht mich halt zum Rassisten.
Also wenn es mir egal ist, wenn mir meine eigene Einschätzung der Lage wichtiger
ist, als das, was ich gerade Neues gelernt habe und ich sage,
ich mache das jetzt weiter und dass das irgendwie Menschen verletzt,
ist mir egal, weil in meiner Welt bin ich ja kein Rassist.
Genau das macht mich zum Rassisten. Wenn ich dann erkenne, die Verwendung dieses
Begriffs ist rassistisch und trotzdem ihn weiter benutze mit irgendwelchen fadenscheinigen
Argumenten der Stabilität,
ich habe das doch schon immer nicht rassistisch gemeint und so weiter,
dass wenn es mir egal ist, dass ich gerade gelernt habe, es ist aber rassistisch.
Dann bin ich halt Rassist. So, ist mir nicht egal.
Ich habe das gelernt. Ich benutze dieses Wort nicht mehr.
Und das ist das, was ich mit Flexibilität meine.
Das ist bei dem N-Wort vielleicht etwas sehr plakativ. Viel schwieriger noch ist es bei Sexismus.
Sexismus ist das Benachteiligen von Menschen aufgrund ihres gelesenen Geschlechts.
Das betrifft im Wesentlichen Frauen. Denn ich bin so aufgewachsen,
dass eine Familie Mann-Frau-Kinder bedeutet, dass die Familie ein sehr hoher
Wert ist und nicht kaputt gehen darf,
dass der Mann aber das starke Geschlecht ist und die Frau zu gehorchen hat.
Nicht ganz so, also das ist jetzt übertrieben dargestellt, aber in meiner Kindheit
und Jugend, da war das in Deutschland tatsächlich noch sehr weit verbreitet
so zu denken. Ich glaube, es ist heute noch so.
Und aus diesem Aufwachsen in einer sexistischen Welt haben sich ganz viele Dinge
in mir festgesetzt, die ich sehr mühsam über die letzten Jahrzehnte abbauen musste.
Und ich fürchte, es sind immer noch Sachen da, auch sich das einzugestehen,
dass man mit gewissen Vorurteilen, Biassen.
Keine Wortwitze in dieser Sendung, ähm,
mit gewissen Prägungen aufgewachsen ist und dass davon bestimmt noch welche
da sind, die man vielleicht dann irgendwann mal loswerden sollte, sobald man sie erfährt.
Die sind alle unterbewusst und niemand kann von irgendwem erwarten,
dass er sein gesamtes Unterbewusstsein mal eben umkrempelt.
Es geht halt nicht so einfach, da muss man halt erstmal die Erfahrung machen.
Ach so, guck mal, das hier habe ich auch noch, dafür sollte ich vielleicht auch mal dran arbeiten.
Das ist ein sehr aufwendiger, langwieriger und auch anstrengender und auch unangenehmer Prozess.
Man muss sich ja immer wieder eingestehen, oh Backe, ich war hier jetzt echt
lange auf dem falschen Dampfer und jetzt lerne ich hier aber gerade,
das sollte man vielleicht so gar nicht sehen oder denken oder sagen oder tun.
Und dann eben diesen Schritt zu machen, diesen Aufwand zu betreiben und daran
zu arbeiten und das eben nicht mehr so zu machen.
Das ist die große Herausforderung an diesem flexibel bleiben.
Und Stabilität ist wichtig, damit man eben eine klare Linie hat.
Aber die Flexibilität, immer noch was dazu zu lernen, immer noch wieder an sich zu arbeiten.
Denn wir alle sind geprägt. Das Gehirn ist ein großes Werkzeug der Vereinfachung.
Es muss sehr viele, sehr unterschiedliche Eindrücke schnell einordnen und so weiter und so fort.
Und das ist einfach schwer.
So und jetzt die Haltung, die ich darin erwarte, ist, das zu akzeptieren,
dem gegenüber offen zu sein, sich dem auszusetzen, auch in Räume reinzugehen,
wo man neue Erfahrungen machen kann.
Das meine ich sowohl physisch, also geht einfach in Räume rein.
Ich war jetzt gerade auf dem Podstock, die nächste Einschlafen-Podcast-Episode
geht über den Podstock. Das ist sicherlich ein Raum, wo man neue Sachen lernen kann.
Allerdings war ich da schon so oft, das ist für mich schon fast zu Hause und Wohlfühloase.
Aber vielleicht seht ihr Orte, wo ihr hingehen könnt, Räume, wo ihr reingehen könnt.
Das muss ja nicht gleich der AfD-Parteitag sein oder irgendwas richtig Krasses.
Aber es geht zum Beispiel auch um Bücher. Lest doch mal Bücher.
Befasst euch doch mal mit Sachen, mit denen ihr euch nicht befasst habt.
Es gibt ganz tolle schwarze Autorinnen, die auf Deutsch Bücher veröffentlichen,
in denen ihr lernen könnt, wie sich Rassismus anfühlt.
Und was das ist und was das für die betroffenen Menschen bedeutet.
Beschäftigt euch mit feministischer Literatur, um mehr über Sexismus in der
Gesellschaft zu lernen.
Oder ihr müsst auch gar nicht so weit gehen, schaut euch mal in eurem Freundeskreis, Familienkreis um.
Worüber habt ihr euch lange nicht auseinandergesetzt? Das sind alles Sachen,
die muss man nicht gleichzeitig tun und nicht alles auf einen Schlag.
Deswegen ist es eine Haltungsfrage und keine Aktionsfrage. Die Haltung meiner
Ansicht nach sollte immer sein, ich bin demgegenüber offen, ich weiß,
dass ich an mir arbeiten muss, will und kann.
Und dann macht man es eben auch.
Das ist der Haltungsblock für heute. Wenn euch das gefallen hat,
dann freut euch drauf, dass ihr demnächst mehr kurze Episoden im Einschlafen-Podcast-Feed erscheinen.
Die bekommen ein gesondertes Episodenbild. Ich habe jetzt erstmal Makeshift irgendwas gemacht.
Vielleicht gibt es dann noch eine schönere Variante.
Ihr werdet sie erkennen können im Feed.
Und wenn ihr euch nur für die interessiert, freut es mich natürlich auch.
Wenn ihr euch nur für einen Einschlaf im Podcast interessiert,
habt ihr jetzt eine Möglichkeit, diese Episoden zu überspringen.
Aber vielleicht hört ihr dann mal am nächsten Tag rein. In diesem Sinne.
Holy Steve, ich habe mir noch nicht überlegt, was ich irgendwie als Abschließform,
ich habe mich zumindest mal schon mal entschieden, kein gesondertes Intro,
außer das Haus 1 Intro zu haben,
Gitarre habe ich eben kurz in die Hand genommen, hat mein Bruder auf Open Tuning, kann ich nicht.
Vielleicht muss ich da auch noch offen sein und Open Tuning lernen,
ha ha ha, jetzt habe ich doch einen Wortwitz gemacht, es tut mir leid, also, wir hören uns.