EP 25 – Geocaching, Blogwichtel-Auflösung und Lesung im Einschlafen Podcast

Es ist endlich soweit! Kurz bevor @claudine endlich die Auflösung des Blogwichtelns 2010 veröffentlicht hat, fand  ich heraus, dass @mona_lisa von Monalisa’s Eyes für mich gewichtelt hat und in Episode 20 den Dickens vorgelesen hat! Danke, Mona! Ansonsten noch ein bisschen was über Geocaching (ich verwende derzeit c:geo auf meinem Telefon als Hilfe) und die Lesung, die ich morgen im Gottesdienst vorlesen darf.

5 Gedanken zu „EP 25 – Geocaching, Blogwichtel-Auflösung und Lesung im Einschlafen Podcast

  1. Gerald Meier

    IMMER NOCH IM LICHT
    Predigt über Mathhäus 4,12-17 am 9.Januar 2011 (1.Sonntag nach Epiphanias)
    Pastor Gerald Meier (Evangelisch-lutherische Johannesgemeinde Tostedt)

    Unsere christliche Tradition gewährt uns eine etwas längere Weihnachtszeit als von vielen wahrgenommen.
    Wir wissen: Weihnachten dauert bis zum Drei-Königstag am 6. Januar – den Tag, der auch Epiphanias genannt wird.
    Weihnachten will uns somit einen größeren Schub geben, als nur über die Feiertage und damit auch einen weiter reichenden Blick auf unser Leben.
    Das Lichtvolle will nun weiter Licht bleiben und das, was uns auf erschienen ist, will weiter scheinen.
    Das sagt uns Epiphanias, das Lichtfest und
    die Epiphanias-Zeit, die vor uns liegt, will uns tragen in die Tage des neuen Jahres, was auch immer vor uns liegt.
    Weihnachten ist also wie ein Kern, der gelegt ist, um nun zu reifen.
    Wie das Kleine der Krippe nun wächst, will in uns groß werden, was in uns hineingelegt ist.

    Vom Matthäus-Evangelium aus betrachtet schlägt Epiphanias gleichfalls eine Brücke von der Kindheit und Jugend Jesu bis zu seinem ersten Wirken am Beginn seines Weges.
    Diese biblischen Erzählungen in dieser Spanne sind zwar spärlich, aber gerade Matthäus ist bemüht, eine Entwicklung darzustellen.
    Diese Spanne könnte auch Übergangszeiten repräsentieren, in die wir selber wir immer wieder gestellt sind in den Übergängen unseres Lebens.
    Und wie in der Zeit, die uns zu Weihnachten und darüber hinaus in der Epiphaniaszeit gewährt ist, eine Wachstumszeit zu sehen ist, so wird auch Jesus diese Zeit zur Reifung seiner eigentlichen Bestimmung gebraucht haben.
    Sicher wird er als Heranwachsender, als er in seiner Welt Orientierung suchte und spürte, wie die alten Antworten nicht mehr trugen, ähnliche Fragen gehabt haben, wie wir sie auch immer wieder haben:
    Wie bringt Gott Licht in unser Leben?
    Wie können wir dieses Licht ergreifen und selber Licht werden in dieser Welt?
    Diese Fragen hat Jesus für sich beantwortet. („Ich bin das Licht dieser Welt“ Joh 8,12) – und wir können deshalb an ihm lernen, wie auch wir dieses Licht sein können – oder es für uns ergreifen und es in unser Leben scheinen zu lassen.

    Eine wichtige Etappe in dieser Entwicklung wird die Begegnung mit Johannes am Jordan gewesen sein – davon haben wir in der Lesung aus dem Matthäus-Evangeliums gehört.

    Heute haben wir Gelegenheit uns dieses Werden Jesu in der Darstellung von Matthäus noch etwas näher vor Augen zu führen.
    Nach der Geburt in Bethlehem, so erzählt er, flohen seine Eltern mit ihm nach Ägypten, um dem sog. Kindermord des Herodes zu entgehen.
    Erst nach dem Tode von Herodes kehrte die Familie zurück nach Jerusalem, wo Jesus dann aufwuchs.
    Wie die lukanische Weihnachtsgeschichte sind auch diese Szenen historisch nicht belegbar. – Sie stellen eher nachträgliche Beschreibungen dar, um die Geburt des Gottes Sohnes in einem besonderen Licht erscheinen zu lassen mit Sequenzen, wie sie die religionsgeschichtliche Forschung auch aus anderen antiken Religionen kennt.
    Historisch höchst wahrscheinlich dagegen war das Wirken von Johannes dem Täufer am Jordan.
    Ein rauer Zeitgenosse, der entschieden und entschlossen gegen die römische Besatzungsmacht predigte und die Menschen im Namen Gottes taufte, um sie auf neue Wege zu führen.
    Sein Predigtruf ist in einem einzigen Satz zusammengefasst:
    Tut Buße, denn das Himmelreich ist nahe herbeigekommen.
    Viele Menschen in Palästina, in Judäa wurden von diesem Ruf angezogen – Umkehr von bestehenden Verhältnissen, Abkehr von trügerischen Sicherheiten schienen vielen Suchenden notwendig geworden.
    Man hielt Ausschau nach neuen Werten und Verheißungen, auch nach einem Retter, nach einem Messias, wie ihn die alten Überlieferungen immer wieder ankündigten.
    Johannes der Täufer verursachte dabei mit seinen Predigten soviel Unruhe bei den Ordnungsbehörden, dass sein Weg ins Gefängnis unausweichlich war.
    Zuvor aber bildete sich eine Gemeinde um ihn, die überzeugt von neuen Zeiten sprach, von einem neuen Gottesverständnis, von einem Himmelreich nun ganz nahe.
    Auch Jesus hörte von diesem Ruf aus der Wüste und es kam zu der Begegnung, in der Johannes in Jesus den kommenden Messias sah.
    Als aber sich Jesus von Johannes taufen ließ, da tat sich über ihn der Himmel auf und eine Stimme sprach:
    Dies ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe.

    Liebe Gemeinde, vielleicht ist dieser erste Sonntag nach Epiphanias nicht ganz unüberlegt mit dieser Erzählung und der Tauf-Thematik verbunden wurden.
    Die Worte aus dem Matthäus-Evangelium erinnern uns, dass wir alle, die wir Getaufte sind, unter der gleichen Verheißung leben, wie sie einst Jesus gegolten hat.
    Wir alle leben unter dem gleichen offenen Himmel, aus der auch uns die Stimme erklingt und sagt:
    Du bist meine geliebte Tochter, mein geliebter Sohn – ich habe an Dir Wohlgefallen.
    Ähnlich wie Weihnachten liegt aber auch unsere eigene Taufe schon immer hinter uns und es bleibt schwer, sich im Alltag stets zu vergegenwärtigen, was da eigentlich über uns, zu uns gesagt wurde.
    Es ist wie mit der Weihnachtsbotschaft, die schon wieder zu verblassen droht, sobald Krippe und Baum abgeräumt sind.
    Beide aber stellen uns in eine neue Beziehung zu Gott.
    Versuchen wir das also zusammen zu sehen und zusammen zu bringen.
    Bei Jesus war die Taufe das letzte Startzeichen auf seinem Weg, der nun deutlich vor ihm lag:
    War er sich vorher vielleicht noch nicht ganz sicher, was Gott mit ihm vorhatte, so wurde ihm durch die Begegnung mit Johannes nun klar: auch er hatte zu predigen und vom nahen Himmelreich zu künden.
    Durch die Taufe wusste er sich nun in Gottes Hand, als Gottes Sohn, mit Gottes Stimme.
    Davon hören wir in den folgenden Bibelversen aus dem Mt-Evangelium:
    12 Als nun Jesus hörte, dass Johannes gefangen gesetzt worden war, zog er sich nach Galiläa zurück.
    13 Und er verließ Nazareth, kam und wohnte in Kapernaum, das am See liegt im Gebiet von Sebulon und Naftali,
    14 damit erfüllt würde, was gesagt ist durch den Propheten Jesaja, der da spricht (Jesaja 8,23; 9,1):
    15 »Das Land Sebulon und das Land Naftali, das Land am Meer, das Land jenseits des Jordans, das heidnische Galiläa,
    16 das Volk, das in Finsternis saß, hat ein großes Licht gesehen; und denen, die saßen am Ort und im Schatten des Todes, ist ein Licht aufgegangen.«
    17 Seit der Zeit fing Jesus an zu predigen: Tut Buße, denn das Himmelreich ist nahe herbeigekommen!
    Für Matthäus ist die Offenbarung nun vollends auf erschienen – Jesus ist der Sohn Gottes.
    Was schon früh die Engel und dann die Hirten in der Weihnachtsgeschichte von Lukas erkennen und verkünden, ist nun auch bei Matthäus gänzlich ins Licht gestellt und mit dem bekannten Jesaja-Zitat belegt.
    Für uns heißt das:
    In Jesus Christus ist uns das Licht aufgegangen, das in unser Leben strahlt und alles Dunkel vertreibt.

    Liebe Gemeinde,
    genau darin sehe ich die Verbindung:
    So wie die Weihnachtszeit uns erneuern kann und uns sozusagen den Keim aller Neuanfänge in die Krippe unseres Herzens legt,
    so stellt uns auch die Taufe noch einmal neu ins Leben.

    Wie zu Weihnachten Gott, als Kind, in all unser Dasein einziehen möchte, so empfangen wir in der Taufe unser Leben nochmals – nun aber aus Hand Gottes geschenkt und ganz von Gott durchwirkt.
    Damit werden wir hineingestellt in eine neue Beziehung zu Gott:
    nicht einem willkürlichen Willen sind wir da mehr ausgesetzt, sondern nur der Liebe, mit der uns Gott als geliebte Kinder anschaut.
    Alle Glaubensgeheimnisse gründen in dieser Beziehung zu Gott.
    Wenn ich Gott nicht als diesen himmlischen Liebesgrund, erfahren kann, dann ist kein Grund gelegt, der mich tragen könnte.
    Allein diese Liebe, mir zugesagt, mir geschenkt, schon am Anfang aller Dinge, ist auch der Grund für eine Umkehr, die mich schon nahe ans Himmelreich führt. Nichts anderes heißt: Tut Buße, denn das Himmelreich ist nahe herbeigekommen!

    Ich kann umkehren aus abgebrochenen Beziehungen;
    Ich kann verzeihen, wo ich beleidigt wurde.
    Ich kann mich entschuldigen, wo ich beleidigt habe.
    Ich kann meinen Neid überwinden und dem Anderen sein Glück gönnen.
    Ich kann zu mir stehen, mit meinen Gaben, aber auch mit meinen Schwächen und Fehlern.
    Ich kann da sein und helfen, auch wenn ich mich am liebsten wegwünsche.

    In einer seiner ersten großen Reden weist Jesus auf diesen Weg der Liebe, wenn er darüber spricht, was den Menschen selig, also glücklich macht:
    Sanftmut, Barmherzigkeit, Friedfertigkeit – das zeichnet Gottes geliebte Kinder aus. Buße tun heißt also nichts anderes als Liebe einziehen zu lassen – in Liebe auf mich und den Nächsten blicken und Gottes Liebe annehmen.

    Geht es in der Weihnachtssymbolik vorrangig um Licht und wird dieses Symbol uns auch noch in der kommenden Zeit begleiten, so ist aber die Liebe die gelebte Dimension dieses Symbol.
    Wo Liebe ist da wird Licht.
    Wo Liebe heilt, das weicht das Dunkle.
    Oder wie Jesaja sagt:
    Dort wird das Geknickte nicht brechen;
    und das Glimmende wird nicht verlöschen, sondern wieder aufleuchten!

    Liebe Gemeinde,
    an diese Liebe zu glauben ist nicht einfach.
    Immer wieder verstricken wir uns und lassen finstere Gedanken in uns groß werden.
    Deshalb ist es ja so gut, dass wir Weihnachten jedes Jahr feiern und uns von der Geburt des Lichts erzählen lassen.

    Aber jede Taufe hier in unseren Gottesdiensten erinnert uns ebenso an das Licht auch unseres Lebens – und dazu werden wir „Gott sei dank“ noch häufig im kommenden Jahr Gelegenheit haben.
    Möge also die Liebe, die zu Weihnachten ins Licht gestellt und uns in der Taufe zugesagt ist, in uns wachsen uns nun tragen weit in das Land des Neuen Jahres hinein
    Und möge Gottes Frieden uns und all unser menschliches Sinnen und Trachten bewahren in Jesus Christus.
    Amen.

    Antworten
    1. toby Artikelautor

      Hallo Gerald,
      danke, dass Du Deinen Predigttext hier veröffentlichst! Ich fand die Predigt sehr schön, und es gab eine Stelle, die mich besonders gefreut hat: “Buße tun heißt also nichts anderes als Liebe einziehen zu lassen” sagst Du. Mit dem Begriff “Buße” bin ich nie richtig glücklich geworden, weil es für mich nach “Strafe für moralische Vergehen” klingt. Interessanterweise sagt auch Wikipedia, dass die Bedeutungen des Wortes Buße im rechtlichen Sinne sowie im Gebrauch in Religionen sehr unterschiedlich sind. Ich habe zwar Dein “also”, also die Herleitung nicht ganz verstanden, aber wenn ich im religiösen Kontext nicht immer an rechtliches “(ver-)büßen” denken muss, ist mir schon viel wohler.

      Antworten
    1. Toby Baier Artikelautor

      Ich hab bisher noch die meisten Caches gefunden, kein Problem. Aber drüber berichten im Podcast, das mache ich eher weniger…

      Antworten

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